Inflationsgebundene ETFs bzw. inflationsindexierte Bundesanleihen

  • Finanztip empfiehlt für die Geldanlage eine Kombination von ETFs, Festgeld und Tagesgeld.


    Wie beurteilt Ihr sog. inflationsindexierte Bundesanleihen oder inflationsgebundene ETFs. Ich suche nach Anlagen, die vor allem einen gewissen "Schutz" vor Inflation bieten. Auf Fest- und Tagesgeld bekommt man kaum mehr Zinsen. Da ich bereits im Ruhestand bin, ist für mich ein langer Anlagehorizont nicht mehr so sinnvoll, d.h. ich würde gerne den Anteil an stark schwankenen Anlagen reduzieren, aber dennoch einen Wertverlust durch Inflation vermeiden.


    Beste Grüße

    Tom

  • Hallo@TOM22,

    willkommen auch von mir. Ich werde dieses Jahr 80 Jahre alt. Ich habe leider für Dich keine Ideallösung. Aber ich kann Dir gerne schreiben, wie ich das so mache.

    Meine Geldanlagen sind überwiegend in Aktienfonds (aktive als auch ETFs). Ein Teil ist bei einer Festgeldtreppe. Notgroschen ist auf dem Girokonto.

    Schwankungen sehe ich gelassen, da ich Nachkommen habe. Diese können gegebenenfalls einen Rücksetzer aussitzen.

    Gruß


    Altsachse

  • Das ist nicht die Frage. Wenn man sagt Aktien sind irgendwann weil große Krise nichts mehr wert (s. das gern genommene aber nicht unbedingt passende Beispiel 30-jährige Krise Japan) und es herrscht hohe Inflation kommt man zu einem Verlust-Szenario auf beiden Seiten. Das gilt übrigens auch für die deutsche Hyperinflation 1923. Hatten wir hier schon mal: die Aktien haben auch deutlich verloren, man hatte aber wenigstens noch etwas im Gegensatz zu Geldwerten.


    Im Moment haben wir beim Sicherheitsbaustein schon einen negativen Realzins, und zwar sowohl nach als auch vor Steuern, selbst bei zehnjährigem Festgeld. Dann liegt die Frage nach einer Absicherung gegen höhere Inflation nahe. Das Problem ist nur - und da hatte ich oben drauf argumentiert-, dass die Verzinsung von vornherein eher schlecht ist. In USA veröffentlicht die FED die sog. Brek Even Inflationsrate, d.h. die Inflationsrate, die erreicht werden muss, damit sich die TIPS überhaupt rechnen. Aktuell sind das 2,3 %, d.h. solange die Inflation darunter bleibt macht man gegenüber der normalen Staatsanleihe ein Verlustgeschäft.

    https://fred.stlouisfed.org/series/T10YIE


    Wenn man das in D vergleichbar machen möchte nimmt man die Tabelle der Bundeswertpapiere, schaut in der zweiten Spalte nach index. und vergleicht die Rendite (vorletzte Spalte) mit einer "normalen" benachbarten Anleihe.

    Dann kommt man zu folgenden Inflationserwartungen

    2 Jahre 1,03%

    6 Jahre 1,27%

    9 Jahre 1,35%

    25 Jahre 1,55%

    https://www.deutsche-finanzage…kredit_renditetabelle.pdf

  • Können wir jetzt noch irgendwie helfen?


    Die Finanztip-Antwort wäre Fest- / Tagesgeld. Sichteinlagen in kurzen Laufzeiten sollten in der Theorie bei Inflation steigen (EZB-Eingriffe mal außen vor), die Inflation würde damit aber nicht ausgeglichen werden. Pragmatisch wäre aus meiner Sicht ein Mischportfolio auch für kürzere Laufzeiten vertretbar, wenn die liquiden Mittel hoch genug sind. Alternativ vermögensverwaltende Fonds mit Absicherung, das kostet aber Rendite, wäre mMn nur etwas bei großer Risikoscheue.