Comdirect vs Scalable Capital - Lohnt sich ein weiteres Depot?

  • Liebe Finanztip Community,


    seit meinem letzten Beitrag ist viel Zeit vergangen und ich bin um einige Erfahrungen reicher geworden und sehr glücklich damit mein Sparbuch aufgelöst zu und mein Geld sinnvoll investiert zu haben.


    Mein erstes Depot habe ich bei flatex gehabt. Das war November 2019. Kurz darauf wurden bei flatex allerdings Depotführungsgebühren eingeführt, wodurch flatex keine Option mehr war.

    Ein Arbeitskollege hat mir dann die comdirect empfohlen. Dort bin ich nun seit Anfang 2020 und habe schön weiter investiert. Hier mein aktuelles Portfolio: https://app.tresor.one/p/606e014e654a7900334a51bc


    Vor kurzem wurde eine neue Bestenliste der MSCI World und EM ETFs veröffentlicht (

    ).


    !! Wir als Anleger streben generell ja immer danach so günstig wie möglich unsere Sparpläne ausführen zu können !!


    Mein aktueller World ETF von Lyxor (LYX0AG) hat eine TER von 0,30% p.A. und kostet bei der Comdirect pro Ausführung des Sparplans 1,5% des Sparbetrags.

    Der Amundi Emerging Markets hat eine TER von 0,2% und ist aktuell kostenlos besparbar bei Comdirect. Wird aber auch nicht auf Dauer so sein, da es eine Aktion ist.

    Außerdem bespare ich noch 2 weitere ETFs welchen hier jetzt aber erst einmal nicht so viel Beachtung geschenkt werden soll.


    Da allgemein kein MSCI ETF mehr empfohlen wird dessen TER über 0,20% ist wollte ich meinen LYX0AG und evtl. auch den EM ETF wechseln.


    Idealerweise hätte ich da den neuen Lyxor Core MSCI World genommen mit der WKN LYX0YD dessen TER nur noch 0,12% p.A. beträgt. Das ist über 50% günstiger als der den ich aktuell bespare. Allerdings kann der bei der Comdirect nicht in einen Sparplan aufgenommen werden.



    Lange Rede kurzer Sinn: Ich habe nun ein Zweitdepot bei Scalable Capital eröffnet und liebäugle damit, mein Depot von der Comdirect da rüber zu übertragen.

    Generell hätte ich gerne 2 getrennte Depots. Eines mit der klassischen 70/30 World/EM Verteilung und ein weiteres Depot mit den anderen Anteilen aus meinem Depot also dem Van Eck ETF, dem World IT Etf und meinen 2 Einzelaktien.


    Habt ihr Empfehlungen wie ich das am besten mache? Ich bin sehr unschlüssig aktuell. Mein Bauch sagt mir dass ich bei der Comdirect bleiben soll - vermutlich aus Gemütlichkeit.

    Kopf sagt aber: Weg da, es gibt günstigere Alternativen!


    VG und Danke im Voraus!

  • Hallo Wameb,


    Ich handle ähnlich wie du. Comdirect ist eine super Bank, ich bin gerne dort Kunde und hochzufrieden. Aber ich bin mit meinem Girokonto bei DKB, das Depot dort ist schon lange eröffnet. Kosten Comdirect 1,5%, DKB 1,5€. Bei Sparraten über 100 Euro ist DKB günstiger.


    Mein ETF Sparplan ist jetzt erstmal bei DKB. Meine drei Kinder haben weiterhin ihre Depots bei Comdirect. Mit einer Lebenserwartung von 90 Jahren spielt der Kaufpreis der ETF keine Rolle und der Aufwand drei Depots durch die Bankenwelt zu ziehen ist es nicht wert.


    Aber in meinem Fall sind es nur wenige Clicks und eine Kostenersparnis von ca 100 Euro im Jahr. Also warum nicht sparen?

  • Also schon einmal Danke für eure Antworten!


    Habe den gestrigen Abend mit Kalkulationen verbracht.

    Aktuell habe ich monatliche Ordergebühren von ca 2,30€ pro Monat bei der Comdirect. Ist aufs Jahr hochgerechnet schon happig und vierteljährliche oder halbjährliche Transaktionen möchte ich nicht.


    Mein Fahrplan den ich mir dabei ausgedacht habe ist der:

    Ich habe nun ein weiteres Depot bei Trade Republic eröffnet. Das wird ein reines 70/30 Depot mit MSCI World + MSCI World Information Technology (70% - ob ich den World IT mit rein nehme weiß ich noch nicht) und MSCI Emerging Markets (30%). Nichts anderes wird dort bespart werden.

    Bei Scalable Capital kommen die "Altlasten" von meinem Comdirect Depot rein und da dort ein Sparplan kostenlos ist werde ich dort den Van Eck Semiconductor ETF weiter besparen. Manchmal vllt auch einen anderen ETF oder einen Aktiensparplan - ganz nach Gusto. Ordergebühren von 0,99€ sind dabei auch sehr niedrig und deutlich günstiger als bei der Comdirect.


    Probleme die dabei entstehen:

    - Es können nur ganze Anteile von einem Depot in das andere übertragen werden. Ergo muss ich bei der Comdirect Anteile liquidieren. Sind aber keine großen Beträge, da es nur Bruchteile im 0,x Bereich sind. Ich weiß leider nicht genau wie das dann mit den Steuern läuft. Freistellungsauftrag gibt es, den habe ich angelegt. Müsste daher also steuerfrei sein, oder? Der Erlös der sich aus dem Verkauf der Bruchteile ergibt beläuft sich auf ca. ~200€. Diesen Betrag schieb ich dann auf eines der beiden Depots. Welches davon ist wohl erstmal relativ wumpe. Wird sowieso reinvestiert.


    Vorteile:

    - Keinerlei monatliche Ordergebühren mehr

    - Möglichkeit die günstigeren World und EM ETFs mit einer TER von unter 0,2% zu besparen

    - strikte Trennung zwischen 70/30 Portfolio und "Spielportfolio"


    Nachteile:

    - Aufwand. Wird ein ziemliches Heckmeck. Vor allem ob ich auch die Möglichkeit habe einzelne Positionen aus einem Depot in ein anderes zu übertragen wird sich noch problematisch gestalten. Geht das überhaupt?!




    Was haltet ihr davon?


    VG!

  • Nur meine Meinung:


    Mir wäre der Wechsel wegen den 1,5% (18-30€) nicht Wert.

    Denn während ich diese 1,5% sparen würde, wären diese durch die alltäglichen Einkäufe, Tanken etc. mehr als weg.

    Diese Optimierung kann man zwar in die ETFs stecken doch genauso gut kann man einfach mal trotz den 1,5% die Sparrate erhöhen. Denn die 1,5% machen mich weder reicher noch ärmer.

    Und nachdem ich festgestellt habe was Kostenlos (Giro) bei N26 bedeutet, Unterirdischer Kundenservice und 4-12 Wochen warten auf die Antwort per Email.

    So weiß ich so langsam wo da der Hund begraben liegt, bei allem was mit Kostenlos und Niedrige Gebühren kommt. Die Erfahrungsberichte bei TR und Scalable Capital scheinen was den Kundenservice angeht, nicht viel anders zu sein. Wenn alles rund läuft hat man keine Sorgen doch danach nehmen die Geschichten ihren Lauf.


    Ich bin ebenfalls bei der Comdirect und bespare ein Xtrackers MSCI World per Sparplan. Wenn ich in einem Monat mehr Investieren kann dann wird die Sparrate trotz 1,5% erhöht. Ebenso habe ich dort das Junior Depot meiner Tochter sowie das Depot meiner Frau dort.

    Und ich habe hier ein reines Gewissen weil ich weiß, dass wenn es mal Probleme gibt der Kundenservice einem wirklich hilft. (Diese Erfahrung habe ich hier schon öfter gehabt)

    Denn Kostenlos hat seinen Preis, und diese 1,5% (1,50€-3€) sind es mir Wert.


    Allerdings wenn einem die 1,5% ein Dorn sind und man davon weg will, so sollte man das tun was man für das beste hält.

  • Noch einmal Danke für die Antworten,


    ich werde nun mal mitteilen was der status quo ist.

    Kundenservice spielt bei mir keine Rolle mehr. Ich habe allein letzte Woche 3 mal versucht die comdirect via Telefon zu erreichen. Nach 30min in der Warteschleife hab ich es dann immer wieder aufgegeben.


    Ich habe von all meinen Positionen im comdirect Depot jeweils Bruchstücke verkauft, sodass ich auf eine gerade Stückzahl der Anteile kam (zwecks Depotübertrag). Dann habe ich den Brief für den Depotübertrag zu Scalable Capital inkl. Depotschließung comdirect abgeschickt. Wird vermutlich jetzt einige Wochen dauern bis das Depot übertragen und geschlossen ist.


    Auf meinem Trade Republic Depot bespare ich nun zu 70/30 den LYX0YD sowie den A111X9. Beide kosten mich zum besparen 0€

    Auf dem Scalable Depot liegt nun alles rum was auch auf dem comdirect Depot lag. Mit dem Unterschied dass ich den MSCI EM Asia und MSCI World IT gegen 2 andere ausgetauscht habe mit deutlich attraktiverer TER.


    Macht in Summe aufm Scalable Depot diese Positionen:

    - iShares MSCI EM Asia UCITS ETF USD (Acc) A1C1H5 im monatlichen Sparplan

    - Xtrackers MSCI World Information Technology UCITS ETF 1C A113FM im monatlichen Sparplan

    - VanEck Vectors Semiconductor UCITS ETF A2QC5J im monatlichen Sparplan.

    Plus Alle Positionen aus dem Comdirect Depot von oben. Gibt also ein paar ETF und Aktien Leichen die mich aber nicht weiter stören.

    Das Sparen aufm Scalable Depot ist ebenfalls kostenlos.


    Summa Summarum habe ich jetzt bessere ETFs mit deutlich attraktiveren TERs, eine saubere Aufteilung zwischen "70/30-Depot" und "Spieldepot" und keinerlei Kosten mehr bei der Ausführung eines Sparplans.


    VG


    A1C1H5

    A1C1H5

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  • Hallo zusammen,


    da es hier im weitesten Sinne um Broker geht, hänge ich mich einmal an diese Diskussion: Ich habe 2 Fragen zu Scalable Capital.


    Saidi hat in verschiedenen Videos die Bedeutung des Verrechnungskontos betont und dass man dort etwas aber nicht zu viel Geld parken solle, da von dort die Steuern abgezogen werden.


    Frage 1: Wie verhält sich dies bei Scalable Capital, wenn man per Lastschrifteinzug vom Girokonto spart? Dann benötigt man kein Verrechnungskonto?


    Ich habe hierzu folgende Info gefunden: https://de.scalable.capital/produkt-news/ein-auszahlungen:
    "Sie können Einzahlungen einfach im Kundenbereich in der App oder auf der Web-Oberfläche über den Menüpunkt „Zahlungen“ veranlassen. Der Einzahlungsbetrag wird per SEPA-Lastschrift von Ihrem Girokonto abgebucht. Alternativ ist eine Überweisung auf Ihr Verrechnungskonto möglich. Die IBAN Ihres Verrechnungskontos finden Sie im Kundenbereich. Eingezahlte Beträge stehen bei einer Überweisung oft schneller zum Kauf von Wertpapieren zur Verfügung als bei einem Lastschrifteinzug."


    Frage 2: Sofern man ausschließlich thesaurierende ETFs bespart, muss man erst einmal keinen Freistellungsauftrag einstellen. Dies würde erst dann relevant werden in dem Jahr, in dem man plant ETFs wieder zu verkaufen, richtig?


    Ich bin für jeden Hinweis dankbar.


    Viele Grüße

    Nina

  • Zu 1. MMn kommt das Verrechnungskonto automatisch mit. Richtig ist, dass bei Lastschrift das Geld vom Giro geholt wird. Allerdings verstehe ich die FAQ so, dass es erst auf das Verrechnungskonto kommt und von dort die Anlage erfolgt.


    Die Abbuchung von Ihrem Girokonto erfolgt in der Regel am ersten Bankarbeitstag des Monats. Nach Gutschrift auf Ihrem Broker-Konto erhöht der Sparbetrag Ihr verfügbares Guthaben nicht, da er für den Sparplan reserviert ist. Der Kauf wird automatisch durch uns instruiert, Sie brauchen nichts weiter zu tun.

    Die Aussage mit Steuerabzug kann ich nicht nachvollziehen. Meintest Du Verwahrentgelt = Negativzinsen? Dies fällt derzeit bei Scalable nicht an (allerdings unter bestimmten Bedingungen bei Smartbroker, vielleicht Verwechslung?).


    Zu 2. Jein. Es gibt die Vorabpauschale. Diese ist allerdings aufgrund Negativzins auf Null gesetzt. Kann sich mit einem knappen Jahr Ankündigungszeit wieder ändern, dann brauchst Du den FSA. Daher würde ich den zur Sicherheit gleich einrichten sofern der Pauschbetrag nicht woanders gebraucht wird..

  • Hallo Nina,

    ich bin zwar nicht bei Scalable, jedoch habe ich bei Flatex und Smartbroker je ein Depot.

    zu 1) Es wird auf jeden Fall ein Verrechnungskonto angelegt bzw. benötigt. Dies geschieht jedoch automatisch mit der Depoteröffnung. Die SEPA-Lastschrift nutze ich bei Smartbroker für mein Sparplan, da wenn Geld auf dem Verrechnungskonto liegen, Gebühren anfallen.

    zu 2) Vorabpauschale / Freibetrag ?? Kann ich leider nichts zu sagen. Bin darüber. Hier ein Link zum belesen.

    https://www.finanztip.de/index…stmentsteuerreformgesetz/

  • da wenn Geld auf dem Verrechnungskonto liegen, Gebühren anfallen.

    IMO ist das bei Smartbroker so pauschal nicht der Fall. Ich meine auch, dass die das kürzlich noch so hatten, jetzt aber folgendes machen:

    "Für neue Geldeingänge, die nicht von Konten der DAB BNP Paribas kommen(„fresh money“),sowohl für Neukunden als auch für Bestandskunden wird das Verwahrentgelt für 3 Monate ab Buchungstag ausgesetzt. Dies gilt auch für Geldeingänge der letzten 3 Monate. Zum Beispiel: Für einen Geldeingang am 15.01. eines Jahres beginnt die Berechnung des Verwahrentgelts zum 15.04. des Jahres." (aus deren P&L-Verzeichnis)

  • Du solltest die erste Hälfte der Vollständigkeit halber auch noch zitieren. Wenn man einen Sparplan hat ist so ab ca. der 7.Rate eine Rate auf dem Verrechnungskonto entgeltfrei. Bei weiterem Fortgang entsprechend mehr.


    Herleitung: 1 Sparrate / (6+1) Sparraten = ca. 14 % < Schwellenwert 15%.


    Zitat PLV
    Ermittelt wird die durchschnittliche Cashquote im Verhältnis zum Depot-& Cashbestand zum Quartalsende. Die Abrechnung erfolgt quartalsweise.Erst ab einer so ermittelten Einlagenquote von 15% pro Stammnummer fallen 0,5% p.a. auf die EUR-Kontosalden an -und auch nur auf den 15% übersteigenden Betrag. Zudem wird bei der Berechnung der Einlagenquote der jeweilige Durchschnitt der Salden im Berichtszeitraum (Quartal) zugrunde gelegt und damit gewährleistet, dass sich kurzfristige höhere Kontosalden (z.B. durch Verkäufe oder Zahlungseingänge) im Verlauf des Berichtszeitraums ausgleichen können.

  • Habe ich das dann falsch verstanden?


    Ich habe es so interpretiert, dass das Verwahrentgelt erst relevant wird, wenn das Geld länger als 3 Monate dort liegt. Und dann gilt die Rechnung mit den 15%.

  • Nein, Du hast es richtig verstanden. Es ging mir darum, dass bei Deinem Beitrag nur die Drei-Monats-Grenze stand und nicht die 15%-Grenze vorkam. Nicht jeder liest das PLV und würde sonst ggf. einen falschen Eindruck bekommen, z.B. dass ein Restbetrag einer Anlage nach 3 Monaten entgeltpflichtig wird, was ja nicht der Fall ist. In Summe finde ich das ein sehr faires Vorgehen von SB, im Gegensatz zu anderen, wo vom ersten Tag und ohne Grenzwert Entgeltpflicht besteht.