Riesterrente Strategie No.1 (Tarif 4RG) der AachenMünchener / Generali laufen lassen oder doch noch ändern - die Mischung soll es machen

  • Keine Ahnung von Vermögensaufbau, jung und unerfahren traf auf einen Vermögensberater und war vom Konzept überzeugt. Bin ich nach wie vor.


    Also wurde der im Titel genannte Riestervertrag abeschlossen. Jahre später, viel mit Börse, Verträgen und Rente etc. beschäft frage ich mich immer mal wieder ob ich den Vertrag aufgrund der Kosten etc. laufen lassen soll oder doch noch etwas an dem Vetrag anpassen sollte. Die Kosten sind mir seit ein paar Jahren bewusst.


    Mein Rentenaufbau ist von allem etwas:
    Riester (Seit 2011)

    ETF (MSCI + EM + 2 weitere)

    Betriebsrente


    Zu meinen persönlichen Daten die für den Riestervertrag nicht ganz unwichtig sind: unverheiratet, keine kinder (beides kann und wird sich ändern - hoffentlich ;-) ), 50.000+ Jahresgehalt.


    Der Gedanke ist, lass die Riester in irgendeiner Form weiter laufen damit wenn es im Alter notwendig wird und die ETFs einen Crash haben, eine "sichere" Lösung bereit steht.


    Die Frage ist nur, gibt es eine bessere Lösung?

    - laufen lassen?

    - zu einem anderen Anbieter wechseln, wenn ja wohin und in was?

    - kündigen und ETF entsprechend erhöhen?


    Wäre für einen Rat danbar.

  • lt. Bescheinigung nach §92 EStG 2019:

    Zulagen: 964

    Summe der geleisteten Beträge: 3785

    Stand des Altersvermögen: 3874


    Habe mir die Rückseite noch nie angesehen - fällt mir direkt auf, dass es schon eher so lala ist in Summe.


    Aktuelle Bescheinigung liegt mir noch nicht vor.


    Bei den beiden letzten Fragen bin ich überfragt, wo sehe ich das?


    1. gefunden: 30,23€ je 10.000€ (Verruntungsfaktor)

  • Als Noch-Single ohne Kinder ist Riester nicht prickelnd: Du hast in 10 Jahren kaum mehr Guthaben als Du eingezahlt hast. Die Rendite und staatlichen Zulagen wurden von der Abschlussprovision und den laufenden Kosten aufgefressen. Lass mich raten: Der Vermögensberater hat das Produkt empfohlen? Zumindest er hat daran verdient.


    Der Rentenfaktor ist gar nicht schlecht. Das heißt, Du bekommst Dein Vertragsguthaben über 27,5 Jahre ausgezahlt. Wenn Du mit 67 in Rente gehst, musst Du also nur 95 werden, damit es sich lohnt. Bei manchen neuen Verträgen dauert das bis Alter 140...


    Beworben wird Riester noch mit Steuerersparnis: Jetzt kannst Du die Beiträge absetzen, später musst Du die Renten dann versteuern. Je mehr Steuern Du jetzt zahlst, und je weniger im Ruhestand, desto mehr lohnt sich diese nachgelagerte Besteuerung. Das bringt aber nichts, wenn unterwegs keine Rendite erwirtschaftet wird.


    Du bekommst mit dem Vertrag eine sehr sichere kleine Rente. Mit den gleichen Beiträgen in ETF-Sparplänen bekämst Du wahrscheinlich eine höhere Rente. Wenn sich mal mit anderer Familiensituation mehr Grund- und Kinderzulagen ergeben, sieht die Sache positiver aus.

  • Danke für deine ausführliche Info.


    Klar hat er das Produkt empfohlen - wie gesagt - ich bin vom Konzept überzeugt nur von den Kosten nicht, aber als Azubi war ich damals froh einen zu haben der mir "was braucht man, was macht sinn, was braucht man nicht" zumindest halbwegs fair aufgezeigt hat. Sonst hätte ich mich wohl nie mit diesen Themen (Rente/Versicherungen etc.) beschäftigt oder viel später ;-) Also zurück zum Thema Riester.


    Diese Riester ermöglicht mir:


    - bis zu 30 % Kapitalauszahlung bei Rentenbeginn möglich


    - Kapitalentnahme zur Finanzierung der eigenen vier Wände möglich (Wohn-Riester)


    Sodass ich noch nicht einmal 95 Jahre werden müsste, dass die "Rechnung" auf geht oder stimmt das nicht?


    Wenn ich für beide Fälle Kapital entnehmen würde oder zumindest zu Rentenbeginn. (Mein Gedanke)


    Zur Rendite:Dieses Produkt kann zwei Fonds besparen, einer der versucht immer +/- 0 zu fahren um den "Wert" zu sichern und der andere Fond verläuft halt deutlich mehr hoch und runter.

    Habe leider erst dieses Jahr die Sparanteile zu 100% in den, der mehr hoch und runter läuft geändert, sodass ich mehr Rendite auf Jahre erzielen müsste. (Chartvergleich)


    Da du sagst, dass es positiver aussieht, wenn Frau und Kind vorhanden sind (verständlicherweise) und wenn ich davon ausgehe das ich durch die bessere Fond-Wahl mehr Rendite auf die Jahre bis zur Rente erziele, würde ich den Vertrag einfach so weiter laufen lassen.


    Stimmst du mir da zu ? Damit hätte ich zumindest unsichere Rentenaufbau (ETF) + sicheren Rentenaufbau ("sicher") - auch wenn letzteres weniger Gewinn erbringen wird.

  • Ich stimme Dir leider nicht zu. Die Kosten des Vertrags werden Dir mit sehr großer Wahrscheinlichkeit mehr Rendite auffressen, als die staatliche Förderung bringt. Es ist für Singles in den allermeisten Fällen besser, auf die Zulagen zu verzichten und mit freien ETF-Sparplänen mehr Vermögen aufzubauen. Das Umschichten in den "richtigen" Fonds hilft da nicht. Die laufenden Kosten und die staatliche verordnete Beitragsgarantie sind die Krux.