Vermögenswirksame Leistungen: Anlageform wechseln

  • Hallo zusammen,


    ich überlege derzeit, ob ich meinen gar nicht mal so ganz alten Bausparvertrag (Vertragsbeginn 09/2014, Sparzinssatz 0,25%), den ich (dummerweise) lediglich für meine VL abgeschlossen habe, gegen einen ETF-Sparplan von Finvesto zu tauschen.


    Hierzu folgende Fragen:

    1. Was haltet ihr von der Idee? Wie macht ihr es?

    2. Kann man sein "Guthaben" vom Bausparvertrag in das ETF Depot umschichten? (Ich selbst finde dazu nichts Konkretes)


    Beste Grüße und ein schönes Wochenende!

  • Wie hoch ist der mtl. Sparbeitrag?

    Hast Du Anspruch auf Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage?

    Kündigen kann man den Bausparvertrag immer. Dabei gehen aber die Prämien verloren; die Abschlussgebühr ist ja schon futsch. Auch gibt es bei vielen Verträgen einen Zinsbonus, wenn auf das Darlehen verzichtet wird und bestimmte Kennzahlen erreicht worden sind. Das solltest Du vorher klären.

    Wenn Anspruch auf Arbeitnehmersparzulage besteht, kann man ja unter Umständen beides machen.

  • Vielen Dank für deine Antwort!

    Der monatliche Sparbetrag beträgt 40€. Anspruch auf Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage habe ich nicht.


    Bezüglich des Zinsbonus hast du Recht. In meinem Vertrag ist von einer "Treueprämie" von 0,75% p.a. "bei Darlehnsverzicht unter bestimmten Voraussetzungen" die Rede.


    Hierzu: "Bei Verzicht auf das zugeteilte Bauspar-Darlehn und nach Ablauf einer Treuezeit von mind. 1 Jahr sowie einer Vertragslaufzeit von mindestens 7 Jahren bei Zuteilung..."


    Wenn ich das aber richtig verstehe, bekomme ich dann insg. 1% Guthabenzins. Allerdings erst wenn der Vertrag die Bausparsumme von 20.000 € erreicht hat und ich auf das Darlehn mit dem attraktiven Sollzins von 2,75% verzichte ;-)

    Ist das so richtig?

  • Ist die Bausparsumme 20.000 Euro?

    (Für 40 Euro im Monat viel zu hoch; gerade, wenn man das Darlehen nicht möchte)

    Zuteilung erfolgt in Abhängigkeit vom Vertrag. Einige Anbieter verlangen 50% andere 40% der Bausparsumme. 1% als sichere Anlage ist doch besser als 0,001% auf dem Tagesgeldkonto. Wenn Du die VL Deines Arbeitgebers als Ertrag mit einrechnest, kommt da sogar noch mehr bei raus. Ich würde die 40 Euro im Vertrag lassen und parallel einen "freien" ETF-Sparplan besparen. Da der Abschluss in 2014 war sind die 7 Jahre fast erreicht und die Zuteilung sollte auch - je nach Bedingung - erreichbar sein. Betrachte es als risikoarmen Sparanteil.

  • Ist die Bausparsumme 20.000 Euro?

    (Für 40 Euro im Monat viel zu hoch; gerade, wenn man das Darlehen nicht möchte)

    Ja. Das war natürlich ganz großes Kino der "Beraterin" meiner lokalen Filialbank. Damals habe ich mich kaum mit Finanzthemen auseinandergesetzt. Und da die Provision von der Bausparsumme abhängig ist, kam der netten Frau diese Summe wohl durchaus sinnvoll vor.


    Wie dem auch sei. Die Betrachtung als risikofreien Portfolioteil kam mir auch schon in den Sinn und ist bei 1% plus VL-Anteil (ca. 6€) des Arbeitgebers natürlich attraktiver als bei 0,25%. Vielen Dank für den Hinweis! Das mit der Treueprämie hätte ich sonst nicht mehr auf dem Schirm gehabt.


    Allerdings kann ich nirgendwo finden, wann der Vertrag zuteilungsreif sein soll. In der Jahresabrechnung ist zumindest ein immer ein schwarzer Strich bei 50% (also 10.000€). Könnte das evtl. die gesuchte Summe sein?


    Außerdem steht in der "Bausparurkunde" ein Regelsparbeitrag von 120€, obwohl ich ja nur 40€ einzahle. Was hat es damit auf sich?


    Sind evtl. Einmalzahlungen oder Erhöhungen der Sparraten möglich um schneller an die Zuteilungsreife und somit an die 1% Zinsen zu kommen?

  • Ein Bausparvertrag mit dieser Bausparsumme ist sicherlich keine völlige Fehlberatung. In Bausparvertrag steht ja auch das Wort "Bau" mit drin.

    Was erhält man denn heute für 20.000 Euro?

    Solltest du in der Beratung geäußert haben nie Wohneigentum erwerben zu wollen, dann wäre Fondssparen sicherlich die bessere Lösung gewesen.

  • Infos zur Zuteilung und zum Regelsparbeträg müssten in den Allgemeinen BausparBedingungen enthalten. Auch eine Begriffserläuterung zu "Wahlzuteilung" solltest Du dort finden. Da die Begrifflichkeiten bzw. die Voraussetzungen teilweise anbieterindividuell sind, hilft im Zweifel nur eine Rückfrage beim Anbieter. Auch dafür hast Du die Abschlussgebühr bezahlt.