Vermögenswirksame Leistungen in Lebensversicherung?

  • Moin, ich kann von meinem AG 40 Euro monatliche vermögenswirksame Leistungen erhalten und möchte diese eigentlich in ETFs anlegen. Mein Versicherungsmensch schlägt mir vor, das in eine Lebensversicherung als Altersvorsorge zu packen. Macht eine Lebensversicherung als Altersorsorge überhaupt Sinn oder gibt es da Produkte, die sich besser eignen? In einem Video von Finanztip wird von der Variante "VL in Lebensversicherung" abgeraten. Grundsätzlich finde ich die Idee, 7 Jahre das Geld nicht anzufassen völlig in Ordnung, ich brauche da also keine Flexibilität. Der Versicherungsmensch argumentiert, dass ich im Alter auf das Geld keine Steuern zahlen muss, was das Modell so attraktiv macht. Ich habe tatsächlich noch keine Altersvorsorge, deshalb ist die Idee ja vielleicht doch nicht so schlecht?
    Freue mich über Eischätzungen und Meinungen.

  • Hallo Hanna und Herzlich Willkommen im FT-Forum,

    eine kapitalbildende Lebensversicherung (KLV) hat so recht noch nie einen Sinn gemacht. Nur gab es früher oft keine wirklichen (bekannten) Alternativen für Viele zu einer KLV.

    Auch war es früher (bis 2004!) bei Abschluss einer KLV so, dass die Auszahlung steuerfrei erfolgen konnte (mind. 12 Jahre Haltedauer, usw.). Dazu kam dann früher ein Garantiezins auf den Sparanteil (bis zu 4% Garantiezins p.a.).

    Aber früher war früher und kommt nicht zurück!;) Heute lohnt sich eine definitiv KLV nicht mehr (außer für Deinen Versicherungsmenschen;))

    Hier eine Erklärung der Hintergründe dazu: https://hartmutwalz.de/nichts-…versicherungs-vertraegen/


    Deshalb: Ja zum breit diversifizierten ETF und NEIN zur kapitalbildenden Lebensversicherung!


    PS: Die 7 Jahre beziehen sich m.W. auf die Arbeitnehmersparzulage, oder? Sind die Voraussetzungen dafür von Dir erfüllt?

  • Der Versicherungsmensch argumentiert, dass ich im Alter auf das Geld keine Steuern zahlen muss, was das Modell so attraktiv macht.

    Da gibt's nen uralten Spruch: "Wer nichts wird wird Wirt! Ist ihm dieses nicht gelungen, macht er in Versicherungen!"

    Nach dem Krieg (WW II) hat die Versicherungsbranche jeden "Deppen" als Vertreter angeworben, der halbwegs lesen und schreiben konnte und viele Kontakte hatte. Bildung, insbesondere Finanzbildung spielte dabei keine Rolle. Nicht umsonst sprach und spricht man bei der Vermittlerschaar von Leuten, die in unsichtbaren Gummistiefeln umher laufen.


    Natürlich ist das kein Pauschalurteil! Man findet heute auch tatsächlich Versicherungsvermittler, die Ahnung von ihrer Materie haben... wobei sich "Ahnung" und "Wissen" deutlich unterscheiden. In der Praxis wirst du von künstlich "dumm" gehaltenen Vermittler euphorisch beraten, oder von aufgeklärten Vermittlern wider besseres Wissen.


    Wie immer bestätigen Ausnahmen (einige wenige "echte" Versicherungsmakler und ganz, ganz wenige abhängige Abschlussvermittler) die Regel ;)

  • Super, vielen Dank für Eure Einschätzung. Die KLV werde ich dann definitiv nicht abschließen. Ich werde den Versicherungsmenschen dann auch komplett rauslassen. Hatte gehofft, er würde in meinem Sinne agieren, weil ich total unbewandert bin auf dem ganzen Gebiet "Anlage & Sparen". Dann muss ich da wohl allein klarkommen. Wo finde ich eine Anleitung, wie man selbst in ETFs anlegt?