ETF Sparplan

  • Hallo zusammen,


    ich bin neu hier im Forum und freue mich auf einen Austausch mit euch Erfahrenen :)


    Ich möchte für mich und meine Kinder (10, 12 Jahre) einen ETF Sparplan bei der ING machen.


    Habe bzgl. der ETF schon einige Zeit recherchiert und benötige eure Meinung bzw. euren Tip.


    Bin unentschieden zwischen FTSE all world ausschüttend und thesaurierend, da der Thesaurierer erst seit 2019 angelegt ist und MSCI ACWI.


    Was würdet ihr mir empfehlen? Möchte jeweils ca. 50€ mtl. Pro Sparplan anlegen und die Kinderdepots auf ihren Namen laufen lassen. Muss ich bei einem Thesaurierer auch einen Freistellungsauftrag hinterlegen, da es ja keine Dividenden gibt die ausgeschüttet werden.


    Vielen Dank!

  • Hallo Danu , willkommen im Finanztip-Forum.


    Alle Deine genannten ETF sind möglich, der neuere ETF ist eine andere Anteilsklasse des Ausschütters. insofern unproblematisch. Der Vanguard war in der Vergangenheit ca. 0,1% p.a. besser https://www.fondsweb.com/de/ve…IE00B6R52259,IE00B3RBWM25


    Freistellungsauftrag ja, da die sog. Vorabpauschale jährlich anfällt. Derzeit ist sie aufgrund Negativzins 0, das kann sich aber wieder ändern.


    Bei der ganzen Angelegenheit mal überlegen, ob nach einigen Jahren der Bestand verkauft und wieder gekauft werden soll, um das Depot zum 18. Geburtstag steuerfrei zu haben. Je nach Konstellation wäre dies nach aktueller Gesetzeslage erstmals nach ca. 6 Jahren (Freistellungsauftrag) bzw. 16 (NV und GKV-versichert) bzw. 18 Jahren (NV und PKV-versichert) der Fall. (Basis 50 € p.m., 7% p.a.)

  • Wenn man gerade anfängt mit dem Sparen und die Sparplansummen eh noch relativ günstig sind, dann kann man auch ein paar Jahre lang ausstüttende ETFs nehmen. Weil man mit den Dividenden dann ja locker unter dem Freibetrag von 801 Euro (1602 Euro bei verheirateten ist).

  • Im Grundsatz ist das richtig. Allerdings gibt es auch zwei Nachteile, da man 1. die Wiederanlage ggf. kostenpflichtig machen muss und 2. der größere Anteil des Wertzuwachses nicht vom Pauschbetrag profitiert. Daher bin ich bei kleinen Beträgen eher für Verkauf und Wiederkauf, da man das besser steuern kann.

  • Vielen Dank Kater für die Info.


    Heißt es, dass wenn die Kids 18 werden der Sparplan bzw. der ETF verkauft werden muss damit keine Steuer anfällt? Was passiert wenn der einfach weiterläuft? Und das Vermögen das bis dahin angespart wird, wenn es diese Einkommensgrenze (ca.9000€) überschreitet ( auch Tagegeldkonto?) führt dazu, dass wenn das Kind studiert, sich privat versichern muss? Das habe ich nämlich nicht ganz verstanden :Slg

  • Alles falsch ;-)


    Sorry für das schlechte Erklären. Bei Fonds wird beim Verkauf der Gewinn versteuert. Mein Hinweis bezog sich darauf, dass man diese Steuer vermeiden kann, in dem man nur so viel verkauft, dass es von den jeweiligen Freibeträgen abgedeckt wird. Diese sind

    - die bekannten 801 €, die man auch schon vorab über den Freistellungsauftrag verteilen kann

    - zusätzlich der Grundfreibetrag von derzeit 9.744 €.


    Sofern das Kind nichts verdient kann man sich beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung holen und bei der Bank einreichen. Das reicht dann für einen Verkaufsgewinn von 801+9.744 = 10.544 €. In den 18 Jahren fällt ein Gewinn in ungefähr der Höhe an (nach Teilfreistellung von 30%), d.h. wenn man dann das Depot verkauft und neu kauft ist es bis dahin steuerfrei und das Kind spart gegenüber einem späteren Verkauf fast 2.000 € Steuern.


    Diesen Betrag kann man nur dann ausnutzen wenn PKV vorliegt, da es bei der GKV eine Zuverdienstgrenze gibt bei aktuell 5.640 € zzgl. den 801 € Sparerpauschbetrag. Daher müsste man bei den o.g. Annahmen die Aktion zweimal machen, z.B. mit 15 und 18, damit das Depot bis zum 18. steuerfrei ist.


    Das Geld wird sofort wieder in den/die ETF angelegt und weiter über Sparplan bespart. In beiden Fällen zählt dann der weitere Gewinn erst ab diesem Verkaufs- bzw Wiederanlagezeitpunkt.


    Mit der sonstigen Versicherung o.ä. hat es nicht zu tun, man nutzt nur einen Gestaltungssspielraum im Steuerrecht.


    Langtext hier die Punkte 4 und 5 https://www.finanztip.de/gelda…paren-fuer-kinder/#c91962


    Hier die Sparsimulation zum selber spielen https://www.zinsen-berechnen.d…er.php?paramid=lerp2q3eff

    Die dort genannten Zinsen von 10.372 € abzüglich 30% Teilfreistellung sind der zu versteuernde Wertzuwachs beim Thesaurierer. Man spart mit der Methode oben maximal 10.372 * 0,7 * 26,375% = 1.915 € Steuern.


    In den letzten beiden Jahren kommt jeweils so viel Gewinn auf, dass der Pauschbetrag überschritten wird. Daher ist eine NV ratsam.


    Wenn immer noch nicht klar weiter fragen.