10 Jahre kleines Vermoegen auf Tagesgeld gesammelt, jetzt muss es sinnvoll angelegt werden...

  • Hallo Community,

    ich lebe seit etlichen Jahren im Ausland und habe meinen deutschen Gehaltsanteil einfach auf einem Tagesgeldkonto akkumulieren lassen (das war faul und unklug, das ist mir bewusst). Es ist jetzt ein mittlerer 6-stelliger Betrag.

    Nun fuehrt meine Bank Verwahrgebuehren ein die mich jedes Jahr Tausende Euro kosten wuerden, und ich muss endlich etwas tun.

    Ich beschaeftige mich derzeit viel mit Anlageformen und versuche alles zu lernen und aufzusaugen, aber das dauert noch.

    Deshlab wuerde ich vor allem gerne auch eure Ratschlaege hoeren.

    Tagesgeld, Festgeld, Sparbuch... alles wird von der Gebuehr betroffen, und mehr Banken werden folgen; ohne aktuellen Wohnsitz neue Bank-Konten zu eroeffnen und so zu streuen ist nicht moeglich. In's Ausland schaffen will ich es auch nicht da ich bald zurueck kehren will.

    Mein Ziel ist moeglichst kein Verlust und geringes Risiko, hohe Renditen sind sekundaer. In 2-4 Jahren will ich in der Heimat ein Haus / Wohnung bauen oder kaufen, es muss also Eigenkapital fuer eine Immobilie fluessig sein, der "Rest" darf fuer meine Altersvorsorge arbeiten.

    Ich denke ueber Staatsanleihen, Aktien-ETFs, Anleihen-ETFs und auch Bargeld im Safe der Eltern nach (besser als Gebuehren an die Bank). Alles andere ist entweder riskanter, oder risikolos aber mit Verwahrgebuehren.

    Als Laie hoffe ich aber, dass ihr mir Tipps fuer Anlagearten und -aufteilungen geben koennt, ich bin fuer jede Hilfe sehr dankbar.

  • Hallo MKorus,


    die Auswahl an Anlagemöglichkeiten ist heutzutage begrenzt.
    1) Du kannst ein mittleres 6stelliges Vermögen auf x Banken verteilen, so dass du unterhalb der Einlagensicherung bleibst und den Negativzinsen entgehst. Einlagensicherung beträgt 100.000, Negativzinsen sind teilweise ab 50k oder 100k fällig.

    2) Gelder, die du 15 Jahre nicht brauchst, vorgesehen insbesondere für Altersvorsorge, können in ETF investiert werden. Hier bietet sich ein MSCI World an.

    Letzteres eignet sich nicht für Gelder, die du in 2-4 Jahren in den Hauskauf stecken willst.


    Du findest sehr viele Infos auf http://www.finanztip.de und in den Finanztip Videos auf Youtube.

  • Zu Staatsanleihen und Anleihen-ETF ist zu bemerken, dass es bei diesen Produkten bei Zinssteigerungen das RIsiko eines Kursverlustes gibt je länger die Laufzeit der Anleihen ist, bei kurzlaufenden Anleihen die Rendite i.d.R. negativ ist. Insofern sind aus meiner Sicht die Alternativen von chris2702 umfassend beschrieben.

  • Hallo Chris und Kater.Ka,


    vielen Dank fuer das schnelle Feedback.


    Ich verbringe aktuell sehr viel Zeit mit den Videos und Infos von Finanztip. Und habe auch gelernt dass es fuer einen Horizont von 2-5 Jahren im Moment eigentlich nichts gibt.

    Leider kann ich jetzt keine Konten eroeffnen, weil ich keinen Wohnsitz in Deutschland habe, also zumindest bei Filialbanken in meiner Heimatgegend geht das nicht (Flessa, Raiffeisen, ...). Ich koennte es wohl online bei Direktbanken versuchen, aber es sieht ja derzeit so aus als wuerden Schritt fuer Schritt alle Banken die Verwahrgebuehren einfuehren, wie Chris auch schrieb, oder?

    Hierher in's Ausland transferieren will ich nicht, denn ich gehe naechstes Jahr zurueck, und das waere bei diesen Summen ein Burokratiewahnsinn.


    Daraus schliesse ich, dass ich den Teil, den ich fuer die Altersvorsorge sicher weglegen kann, langfristig in ETF-Fonds investiere, bei der Hausbank 50k lasse (und die Negativzinsen vermeide), und den Rest (den ich in 2-5 Jahren brauche) am besten in einen Safe lege (denn andere Banken geben mir auch keine Zinsen und es besteht die Gefahr dass sie Negativzinsen einfuehren und mich wieder zum Hopping zwingen).


    In Anleihen will ich mich jetzt langsam einarbeiten, bislang war ich auf generelle Themen und auf ETFs fokussiert. Danke fuer den zusaetzlichen Hinweis, Kater, bei negativen Renditen im Kursfristbereich werden Anleihen zugunsten des Safes herausfallen.

  • Hallo MKorus,


    man sollte es nicht glauben, aber die Situation ist nicht gerade komfortabel.


    Die Idee mit dem Geld im Safe finde ich nicht so toll. Wenn es der Safe der Eltern sein soll, setzten Sie Ihre Eltern einem Überfallrisiko aus. Ob der Safe Ihrer Eltern nach Meinung der Versicherung geeignet ist, mehrere 100k aufzunehmen, würde ich erst einmal bezweifeln. Ein Mietsafe – inzwischen schwer zu bekommen – werden Sie auch nicht von der Ferne mieten und bestücken können. Die Versicherung bitte nicht vergessen.


    Und wenn Sie heute eine Immobilie cash bezahlen wollen, werden mindestens Fragen gestellt.


    M.E. wäre es eine Lösung, einen Heimaturlaub anzutreten und mit einer deutschen Meldeadresse die Verteilung auf verschiedene Banken vorzunehmen, wie chris2702 beschrieben.


    Irgendwo und wie werden Sie für den Besitz Ihres Geldes jetzt immer Kosten haben, ob die Reisekosten, das Verwahrentgelt, oder das Risiko des Börsenabsturzes, wenn Sie alles in ETF packen. Insofern ist es eine Optimierungsrechnung, bei der ggf. auch herauskommen könnte, bis zur Rückkehr nach Deutschland machen Sie nichts.


    Gruß Pumphut

  • ... ich weiß jetzt zwar nicht, wie das Ausland heißt, in dem sich MKorus derzeit aufhält, will aber mal eine grobe Idee loswerden. Vielleicht ist dort ja eine Geschäftsstelle der HSBC erreichbar. Ich würde mit einer solchen Kontakt aufnehmen; u.a. bieten die auch Absicherungen für Einlagen in "größeren Größenordnungen"... und den Zahlungsverkehr / Geldtransfer rund um den Globus, wenn's denn sein muss.


    Und wenn Sie heute eine Immobilie cash bezahlen wollen, werden mindestens Fragen gestellt.

    Hey, wenn ich belgen kann, dass ich 2021 Cash abgehoben habe, kann ich damit auch 2022 egal was cash bezahlen oder deinen Betrag in der zuvor abgehobenen Größenordnung einzahlen und transferieren.

  • Hallo JDS,

    Hey, wenn ich belgen kann, dass ich 2021 Cash abgehoben habe, kann ich damit auch 2022 egal was cash bezahlen oder deinen Betrag in der zuvor abgehobenen Größenordnung einzahlen und transferieren.

    Sag ich doch, es werden Fragen gestellt und Sie müssen belegen.


    Gruß Pumphut

  • Erst mal danke fuer die weiteren Antworten.

    Ich wuerde beim Abheben von der Bank auch eine Bestaetigung verlangen, dass das Geld aus Gehalt verdient und zum Vermeiden der Verwahrgebuehr bar abgehoben wurde. Aber trotz allem wird das Wiedereinbringen in den Verkehr nicht ganz geraeuschlos bleiben. Dazu waere es tatsaechlich der Safe der Eltern, aber mir sagt mein Bauchgefuehl auch dass das keine wirkliche Loesung ist. Maximal fuer einen kleineren 5-stelligen Betrag vielleicht.

    Es stimmt schon, ich sollte doch versuchen Konten zu eroeffnen. Direktbanken machen das mit Viedo-Ident und Reisepass, da sollte etwas moeglich sein.

    Das Ausland ist Singapur, also definitv HSBC-Zugang. Es ist eine gute Idee mit denen hier ueber meine Situation zu reden und darueber, wie es zwischen Singapur und DE aussieht.

    Dazu plane ich - Impfungen hier und bessere Lage in DE vorausgesetzt - im August / September heimzufliegen. Einen (Zweit-)Wohnsitz kann ich aber nicht anmelden, dann dazu muss tatsaechlich ein separater Wohnraum (mind. Kueche, Bad, Schlafbereich) fuer mich zur Verfuegung stehen bzw. angemietet sein, das habe ich schon in Erfahrung gebracht.

    Also gut, HSBC und Citibank kontaktieren, und Direktbanken recherchieren.

    Vielen Dank

  • Ich wuerde beim Abheben von der Bank auch eine Bestaetigung verlangen, dass das Geld aus Gehalt verdient und zum Vermeiden der Verwahrgebuehr bar abgehoben wurde.

    Das brauchst du nicht! Die Kontoauszüge reichen vollkommen aus.

    Also gut, HSBC und Citibank kontaktieren

    Die HSBC dürfte imho der City vorzuziehen sein (Lösungen zu Sicherung der Einlagen!).

  • hab gerade nachgeschaut, die HSBC transferiert problemlos zwischen 25 Laendern, aber Deutschland ist leider nicht dabei. Ich muss das mal mit einem Berater durchsprechen.

    Dazu evtl. doch mit Citi und auch mit der Deutschen Bank reden. Kann aber sein dass letztere hier nur Superreiche betreut.

    Wenn ich in DE ein oder zwei Negativzins-freie Direktbanken bekomme, muss hierher nicht so viel, so dass die Einlagensicherungsgrenze evtl. kein Thema ist.

  • ... es geht auch nicht um einen Transfer von/nach Schland, sondern innerhalb von Schland (Deutschland...). HSBC Singa kann dir aber eine Tür bei HSBC in Schland aufmachen, deine Identität in Singapoor (grin) verifizieren etc. pp. und falls sinnig eine Bankverbindung in D vorbereiten... Mit einem der Berater dort zu sprechen erscheint mir sinnig. Dabei kannst du ruhig ein bisschen pokern bzw. bei denen etwas "Gier" auf die Betreuung eines größeren Vermögens wecken. (Jetzt geht's erst mal "nur" um einen mittleren 6stelligen Betrag... mal sehen, was da noch hinzu kommt, wenn mich euer Service überzeugt ;-))

    City und Deutsche Bank sind (in D) weniger für Superreiche eingerichtet, wie es bei dir vor Ort aussieht weiß ich nicht. Für gewöhnlich legt die HSBC die Latten höher als City ;-)

  • ... ich kenn mich generell mit Superreichen nicht aus :) hatte nur ein paar Schlagworte bei den Onlineauftritten hier gelesen.

    So oder so, danke fuer die Tipps, das werde ich naechste Woche gleich angehen.

    Einige (inkl. mir) nennen es uebrigens Singabore, mir ist Natur lieber als Shopping Malls, aber das geht am Thema vorbei :)

    Danke nochmal und schoenes Wchenende

  • mir wäre das alles zu umständlich, hast du denn mal mit deiner Bank gesprochen? Vllt einigt ihr euch darauf die Zinsen im akzeptablen Bereich zuhalten? Ärgerlich ja aber mein Gott wenn du bald zurück bist und die Sache klären kannst... Als doch recht vermögender Kunde bist du doch durchaus interessant. Du kannst ja durchblicken lassen das du wenn du wieder da bist vllt eine Baufinanzierung gebrauchen könntest oder so ^^ muss ja nicht stimmen

  • hast du denn mal mit deiner Bank gesprochen? Vllt einigt ihr euch darauf die Zinsen im akzeptablen Bereich zuhalten?

    Pablo, anders herum wird ein Schuh draus! Wäre die Bank (in Schland) am Halten eines vermögenden Kunden interessiert, würde sie längst ungefragt ein vernünftiges Angebot unterbreitet ;-)

    Zinsen (was war das nochmal?) im akzeptablen Bereich anzubieten wäre mit Zaubern können gleichzusetzen.

    Als (vermögender) Kunde bist du hier für die Banken interessant, wenn du cross selling zuläßt... dir also den ganzen Sch... verkaufen läßt, den die jeweilige Bank im Programm hat.

  • Hallo Pablo. Ja es ist umstaendlich und aufwendig, da hast du recht.

    Ich hatte ein paar Mal mit dem Berater Kontakt, die ganze Familie ist schon seit zig Jahren Kunde, er kennt uns lange (Dorf). Er weiss, dass ich in naher Zukunft in eine Immobilie investieren oder bauen will. Aber seine Sparkasse interessiert das nicht, die Verwahrgebuehr ist seit Mai da (evtl. kann er es noch ein bisschen hinauszoegern, weil wir jetzt erst den Gebuehren-Vertrag unterschrieben, das ist ja die rechtliche Grundlage). Und sie wird faellig ab 50k, egal wie verteilt auf Giro, Tagesgeld, Festgeld und Sparbuch, es gibt kein Entkommen...

    Es ist auf der einen Seite gut, dass ich endlich gezwungen werde, mich aktiv mit Geldanlage und Altersvorsorge zu beschaeftigen, ich habe das zu lange ignoriert.

    Aber ja, ein einfacherer Weg waere schoen, definitiv aber schenke ich der Sparkasse keine paar Tausend Euro im Jahr, ich habe zu viel entbehrt um dahin zu kommen wo ich bin.

    Mal sehen..

    Koennte aber ein guter Punkt sein. Vielleicht ein Konto + Depot mit ETF-Plan bei einer Bank ohne Negativzins. Einen Teil noch woanders fest & langfristig anlegen. Und den Rest belassen, dann sind die Strafzinsen geringer und ich bin bereit fuer Immo.

    Viel food for thought hier in den letzten zwei Tagen fuer mich, sehr gut :)

  • gemeint waren logischerweise akzeptable Negativzinsen... Von negativ Zinsen auf positiv verhandeln wäre natürlich auch nicht schlecht :D aber wem das gelingt der braucht auch keinen Rat aus nem Forum ^^

  • Hallo zusammen, ich bin in einer ähnlichen Situation wie Mkorus und kann einige Erfahrungen teilen.

    Vorbemerkung: Ich werde bei der Sparkasse vom „Private Wealth Management“ betreut. Mein Fazit hier: Ausser dass die Mitarbeiterin sehr attraktiv ist und einen daher flötet, bedeutet das GAR nichts. Jedes Geschäft muss als einzelnes betrachtet werden.


    #1 Verwahrentgelt: Meine Erfahrung von zwei Hausbanken ist, dass das unverhandelbar ist und ein Vorwand für die Bank, ihre „Produkte“ an den Kunden zu bringen bzw. Es zu versuchen.

    Allerdings: Ich habe bei beiden Hausbanken 500t frei, entsprechend liegt je ein Betrag auf Festgeldkonten im Moment. Darüber hinaus habe ich die Festgeldkonten meiner beiden Kinder benutzt, die ebenfalls 500t frei haben.


    #2 Ein Schließfach bei einer Bank ist immer eine sichere Option, sicherer als der heimische Tresor. Allerdings nur bis 100t versichert, im unwahrscheinlichen Falle eines Einbruchs oder Brandes kann das ein Risiko sein. Außerdem: Im Todesfall des Schließfachmieters geht eine Meldung der Bank an das FA, das ist Gesetz. Da muss man vorsorgen.


    #3 Wie anlegen? Viel weiß ich nicht, habe aber vor kurzem einen Freund (Banker, Vorstandsebene) befragt. Für einen mittelfristigen Anlagehorizont hat er Aktien (5 bis 10, z.B Allianz, ein paar Techunternehmen) und ETFs empfohlen, z.B. einen Chinafonds der Allianz und einiges mehr. Aber ein wirkliches Patentrezept für mittelfristige Anlagen hat wohl niemand. Eines vielleicht doch: Man sollte über möglichst wenig Barreserven verfügen, dass der Euro immer weniger wert wird, sieht vermutlich jedes Kind. Irgend jemand wird am Ende des Tages das Anwerfen der Gelddruckmaschine und die Schulden bezahlen müssen.


    #4 Investition Immobilien: Das ist auf jeden Fall meine Strategie, „laveraging“. Bei der Kreditaufnahme war die Allianz der mit Abstand beste Partner mit sehr guten Konditionen (0,9% auf 20 Jahre), deutlich attraktiver als die Hausbanken.


    #5 Ausland: Wenn ich in Singapur leben würde, dann würde ich meine Finanzen von dort aus regeln. Aus deutscher Perspektive: Im Ausland „ einen Fuss in der Türe“ zu haben ist auf jeden Fall klug. Wer weiß, was nach der grünen Machtergreifung im September passiert.


    Soviel von meiner Seite.