Altersvorsorge mit knapp 40 Jahren

  • Hallo,


    ich habe mal einige Fragen zur Altersvorsorge und schildere vorab meine Situation.


    Ich bin fast 40, habe ein Eigenheim, welches ich noch 17 Jahre abzahlen werde (gerechnet ohne Sondertilgungen).

    Lebe in Scheidung von meiner Exfrau welcher ich 70.000 Euro auszahlen musste. Das über einen Kredit mit 200€. Laufzeit gerechnet über 33 Jahre in etwa. Zusammen haben wir einen 8 Jährigen Sohn für welchen ich Unterhalt zahle.


    Ich habe eine neue Lebenspartnerin. Schwanger und wir werden noch dieses Jahr heiraten.


    Nun habe ich die gesetzliche Rente, der Arbeitgeber bespart jährlich 650€ in eine bAV.

    Privat zahle ich 100€ monatlich in eine Riesterrente, allerdings erst seit 3 Jahren.


    Gibt das Sinn? wären die 100€ besser aufgehoben im Hauskredit oder beim Abzahlen der Schulden an meine Exfrau? Solle ich statt in die Riester einzuzahlen doch lieber in einen ETF einzahlen, was ich eigentlich gerne machen möchte um unabhängiger zu sein.


    Das sind Fragen die ich mir stelle. Leider finde ich hier am „Land“ oft nur Menschen, mit eingeschränktem Horizont. Alles abseits von Sparbuch und Tagesgeld ist unsicher wird behauptet und die Finanzberater meiner Wahl haben mir bisher entweder die Riester empfohlen oder z.b. eine private Rente mit Aktien 50/50 Risiko/Balance.


    Ich wäre aber gern schon selbst mein eigener Herr.

  • Hallo.


    Eingangsvermutung: Wahrscheinlich macht das Geld bei der Schuldentilgung mehr Sinn als im Riester.


    Allerdings müsste man sich den Vertrag und die Zulagenrendite (eventuell anderes Bild nach Geburt des Kindes) genauer anschauen, um eine abschließende Beurteilung vornehmen zu können.


    "Freies" ETF-Sparen verspricht in der Regel mehr Rendite und ist deutlich flexibler einsetzbar.

  • Nach der Geburt des Kindes wird meine jetzige Lebensgefährtin, bald Ehefrau zu Hause bleiben.

    Somit ist ein Riestervertrag für sie wohl sinnvoller, da sie ja mit 5€ im Monat schon die volle Zulage fürs Kind bekommt.



    Da ich ein Folgedarlehen habe, kann ich die Finanzierung der Immobilie nicht ändern. Allerdings kann ich Sondertilgungen machen. Evtl. kann ich die 100€ monatlich in einen ETF besparen und so alle 2 Jahre sondertilgen sofern er im Plus steht.

    Ich habe nur Angst die Riester wegulassen und in die Immobilie zu zahlen. Liegt vielleicht aber daran dass einem halt jeder sagt man solle noch was tun neben der gesetzlichen Rente. Nur hab ich ja dann ein Eigenheim 🤷🏼‍♂️

  • Also, ob das mit dem Sondertilgen wirklich so sinnig ist, bezweifle ich mal ganz frech. Wenn das Budget jetzt so "haltbar" ist, würde ich die ganze Kreditkonstellation so belassen. Einzig die lange Laufzeit von 33 Jahren für den Zusatzkredit stimmt mich etwas nachdenklich. Wie alt bist du in 33 Jahren? Weshalb wurde denn diese lange Laufzeit gewählt?


    Statt mit 100€ zu Riestern würde ich eher zu einem ETF tendieren, aber sicherlich nicht, um daraus alle 2 Jahre bei Plus Sondertilgungen zu leisten. In den verbleibenden 27 Jahren bis zur Rente sollten sich daraus knapp 80k bis fast 90k entwickeln.


    Das bezahlte Eigenheim ist kein Ersatz für eine private Altersversorgung. Zwar wirst du im Alter keine Miete zahlen, ganz "kostenlos" wirst du dennoch nicht wohnen.

    Wenn die Belastungen für den Immo-Kredit in 17 Jahren wegfallen, kannst du immer noch überlegen den dann frei werdenden Betrag zur schnelleren Tilgung des Zusatzkredits zu verwenden... oder jenen Betrag dann auch in ETF zu stecken.


    IMHO solltest du weder auf die Dummschwätzer in deinem Umfeld, noch auf deine (hoffentlich künftigen Ex-) Finanzberater hören. Für deine Finanzen bist nur du verantwortlich; schau einfach über den Tellerrand, informiere dich... zum Beispiel hier... und entscheide dann.


    Tipp am Rande: Ermittle mal deine "Rentenlücke"...

  • Danke für den Tipp. Das Budget ist aktuell so haltbar, ja.

    Ich werde 39. Die Laufzeit für den Kredit an meine Exfrau wurde so gewählt, dass es monatlich nicht mehr als 200 Euro ausmacht. Immerhin sind auf einmal ein Nebenjob weggefallen durch Corona, ich war zeitweise im Hauptberuf in Kurzarbeit, muss nun Kindesunterhalt zahlen und musste Trennungsunterhalt zahlen.

    Letzterer ist dann weggefallen als ihr das Geld ausgezahlt wurde. Das musste ich erstmal irgendwie organisiert bekommen und sehen ob ich damit noch klarkomme. Ich wollte auf keinen Fall mein Haus verlieren.


    Es läuft aber ganz gut, ich kann ein wenig was weglegen. Nicht viel, aber immerhin mal 200-300 Euro im Monat wenn ich die Riesterrente mal da frech dazurechne.


    Ich weiß auch dass mit der Geburt unserers Sohnes nun das erste Jahr ein wenig "straffer" wird finanziell, da die Einkünfte meiner Lebensgefährtin wegfallen und sie noch ein Jahr ein Leasingauto hat. Das ist aber nichts, was nicht zu bewältigen wäre.


    Nur diese Riester ist mir eben ein Dorn im Auge. Ich würde das viel lieber in den A2PKXG stecken z.b.