SCHUFA Score im Keller durch Kontoeröffnung

  • Vor ein Paar Jahren hatte ich übrigens mal versucht, eine Kreditkarte bei Consors zu bekommen. Wurde abgelehnt, obwohl der Bankenscore bei 99,7% lag mit der Begründung "zu schlechte SCHUFA".

    Du meinst diese Mastercard von Consors-Finanz?
    Das ist keine Kreditkarte sondern ein klassischer Verbraucherkredit. In Werbeflyern von Möbelhäusern findet man als Zahlungsoption eben genau diese "Karte".
    Bei den üblichen "Schnäppchen"-Portalen wird diese Karte aber als Kreditkarte mit Neukundenbonus beworben, ohne darauf hinzuweisen, was eigentlich dahinter steckt...

  • 1.die SCHUFA ist ein kommerzielles Unternehmen,deren "Basisscore" (auch)die Bonität des Kunden anzeigt,

    2.generell beträgt bei Dir die Wahrscheinlichkeit,daß Du Deine Verbindlichkeiten bzw.Deine Möglichkeiten(auch wenn Du sie NICHT in Anspruch nimmst)nicht bedienst,ca. 20 Prozent,

    3.damit bist Du NICHT zahlungsunfähig,aber ein zu hoher Risikofaktor,

    4.bei der Gewährung eines Darlehens,einer Kreditkarte o.ä.ist die Position des Bewertungspfeils der entscheidende Faktor,

    5.das heißt im Klartext:je weiter links in der Abteilung "geringes Risiko" desto besser,je näher an der Mitte(Abteilung "mittleres Risiko") desto schlechter,

    6.ab dem mittleren Risiko oder schlechter bekommst Du NIRGENDWO irgendwelche Zahlungsmittel,

    7.selbst wenn Du jetzt(!) drei von vier Kreditkarten und drei von deinen Konten auflöst,bleiben diese noch drei Jahre in Deiner SCHUFA gespeichert;Dein Score und der "Bonitätspfeil"werden sich nur sehr langsam(anfänglich so um 0,5 Prozent pro Jahr) wieder in die richtige Richtung bewegen,

    8.nach LÖSCHUNG(nicht:Erledigung) der Kreditkarten und Konten in drei Jahren beschleunigen sich Score und Bonität wieder,so daß Du in ca.5 Jahren Deine "alte Bonität)wieder hast.Die Auskunft mit den 5 Jahren ist absolut richtig!!

    9.Du hast hoffentlich gelernt,was Du angerichtet hast und ziehst die entsprechenden Schlußfolgerungen daraus.

  • Also normalerweise speichert die SCHUFA Informationen zu Verträgen nur so lange sie bestehen. Keine Ahnung, wie du auf 3 Jahre kommst.


    Schlußfolgerungen aus der Geschichte habe ich noch nicht. Da langjährige Kundenbeziehungen offenbar als positive Merkmale zählen, könnte es ja sogar sinnvoll sein, jetzt noch möglichst viele Konten mit möglichst hohem Kreditrahmen zu eröffnen, diese nie zu kündigen und den Score sich dann über mehrere Jahre wieder der 100 annähern zu lassen.


    Nun warte ich aber erst mal ab, was meine SCHUFA Auskünfte der nächsten Monate so erzählen.

  • Also normalerweise speichert die SCHUFA Informationen zu Verträgen nur so lange sie bestehen. Keine Ahnung, wie du auf 3 Jahre kommst.

    Die Diskussion hat mich neugierig gemacht und ich habe meinen letzten Auszug angeschaut:


    Im Datenauszug nach DSGVO gibt es ein paar Seiten mit laufendem Text, auf denen beschrieben ist, was die Banken etc. abgefragt haben und wie lange die Daten gespeichert bleiben. Bei mir gibts da viel, was für die Dauer der Geschäftsbeziehung bleibt, manches aber auch für 3 Jahre.
    Diese Info steht nicht in der Tabelle, wo auch die Prozente stehen.

  • Hallo allerseits,


    ich habe einen onlinezugang zu meinem Schufakonto und kann die Veränderung des Score zeitnah verfolgen.

    Dabei ist mir aufgefallen, das manche Veränderung willkürlich und nicht objektiv ist, andere aber sehr gut nachvollziehbar und zumindest Logisch.


    Der Score wird bei mir 4 mal im Jahr angepasst

    Januar, April, Juli und im Oktober


    Nach meiner Insolvenz habe ich 3 Jahre keine Geschäfte auf meinen Namen gemacht und hatte einen guten Score, obwohl die nichts über mich wussten.

    Es war Problemlos möglich eine 5stelligen Kredit aufzunehmen, was im Ergebnis nur eine Reduktion des Scores von etwas mehr als 3 Punkte auslöste. Auch eine weitere Kontoeröffnung wirkte sich nur hinter dem Komma aus. In den folgenden 3 Jahren konnte ich den Score lediglich um 2 Punkte verbessern. Im 4. Jahr ging es nochmals 2 Punkte aufwärts, so das ich einen besseren Score hatte als bei der Kreditaufnahme obwohl ich zwischenzeitlich ein Auto finanziert habe und der erste Kredit umgeschuldet und aufgestockt wurde.


    Der Hammer was allerdings, als ich einem Freund bei der Wohnungssuche behilflich war. Er benötige eine Mieterauskunft von der Schufa. Aufgrund diverser Pfändungen hat er nur ein

    P-Konto. So fragte er mich, ob ich die Auskunft mit meiner Kreditkarte zahlen kann, weil es online schneller geht und er ja keine hat. Er gab mir das Geld bar, ich zahlte mit meiner Karte und im Ergebnis wurde mein Score um satte 11 Punkte nach unten katapultiert.

    Innerhalb eines Jahres wurden davon wieder 10 Punkte aufgeholt ohne das es einen Erkennbaren Grund gegeben hätte.


    Für mich sieht das alles sehr zwielichtig aus und basiert viel auf woodoo oder KI die nicht nachvollziehbare und reproduzierbare Entscheidungen trifft. Mangels besseren alternativen werde ich mich aber weiterhin damit auseinandersetzen müssen. Daher auch der Onlinezugang. So bekomme ich gleich mit, wer was und auch warum angefragt hat und welche Auswirkungen das hat.


    Gruß TradeAttack

  • Im Datenauszug nach DSGVO gibt es ein paar Seiten mit laufendem Text, auf denen beschrieben ist, was die Banken etc. abgefragt haben und wie lange die Daten gespeichert bleiben. Bei mir gibts da viel, was für die Dauer der Geschäftsbeziehung bleibt, manches aber auch für 3 Jahre.
    Diese Info steht nicht in der Tabelle, wo auch die Prozente stehen.

    Genau da habe ich jetzt auch noch mal nachgeschaut. Bei allen Girokonten und Kreditkartenverträgen steht:


    "Diese Information wird gespeichert, solange die Geschäftsbeziehung besteht"


    Einzig bei einem Vertrag wird angegeben, dass die Information "für drei Jahre nach Erledigung" gespeichert wird: Der Rahmenkredit der ING Diba über 25.000€.

  • ich habe einen onlinezugang zu meinem Schufakonto und kann die Veränderung des Score zeitnah verfolgen.

    Ich hatte mal kurzzeitig so einen Zugang, habe den aber direkt wieder gekündigt, da ich bis auf den Basis-Score keinerlei Branchenscores sehen konnte und mir das somit gar nichts gebracht hat. Die gab es nur via Datenkopie.


    Ist das mittlerweile anders? Kann man sich die Branchenscores quasi on-demand berechnen lassen? Oder bekomme ich jedes mal eine Nachricht, wenn ein Score übermittelt wurde?

  • Hallo,


    Ist das mittlerweile anders? Kann man sich die Branchenscores quasi on-demand berechnen lassen? Oder bekomme ich jedes mal eine Nachricht, wenn ein Score übermittelt wurde?

    Das hat sich nicht geändert. Du bekommst zwar jedes mal eine Nachricht, wenn etwas angefragt wird, oder sich der Basisscore verändert. Erfährst aber nicht im Detail welche Daten übermittelt wurden. Für mich reicht das. Sollte ich mal mehr brauchen, stelle ich über dritte eine Anfrage zu mir selbst.


    Gruß TradeAttack

  • Also grundsätzlich ist dieser "Basisscore" ja nur irgendein durch irgendwelche Algorithmen aus irgendwelchen Datenquellen zusammengewürfelter Wert, der in der Praxis keinerlei Relevanz hat. Unternehmen rufen grundsätzlich nur Branchenscores ab.


    Es gibt Branchenscores für


    • Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken

    • Hypothekargeschäft

    • Handel

    • Versandhandel und eCommerce

    • Telekommunikation

    • Freiberufler

    • Kleingewerbetreibende (KMUs)


    (laut https://www.schufa.de/media/ed…HUFA-Scores_FactSheet.pdf)


    Und unterhalb dieser Kategorien gibt es offenbar noch mal verschiedene Scores, ebenso können SCHUFA-Kunden sich individuelle Scorecards zusammenstellen.


    Die aktuellen Scores kann man (laut telefonischer Auskunft der SCHUFA) im Rahmen einer kostenpflichtigen Bonitätsauskunft erfahren. Ausprobiert habe ich das nicht.


    Alternativ erhält man Infos zu ebenjenen Scores durch eine kostenfreie Datenkopie, sofern diese in den letzten 12 Monaten abgefragt wurden.


    Bedeutet, man muss irgendein Unternehmen dazu bringen, einen Score anzufragen und kann diesen dann anhand der Datenkopie einsehen.


    Immerhin für den "SCHUFA-Score für Banken, Version 3.0" kann man das als AMEX-Kunde bewerkstelligen, indem man eine Verfügungsrahmen-Abfrage über die AMEX-Webseite tätigt.


    Zu den anderen Scores ist mir bisher keine (kostenfreie) Methode bekannt.

  • Der Hammer was allerdings, als ich einem Freund bei der Wohnungssuche behilflich war. Er benötige eine Mieterauskunft von der Schufa. Aufgrund diverser Pfändungen hat er nur ein

    P-Konto. So fragte er mich, ob ich die Auskunft mit meiner Kreditkarte zahlen kann, weil es online schneller geht und er ja keine hat. Er gab mir das Geld bar, ich zahlte mit meiner Karte und im Ergebnis wurde mein Score um satte 11 Punkte nach unten katapultiert.

    Innerhalb eines Jahres wurden davon wieder 10 Punkte aufgeholt ohne das es einen Erkennbaren Grund gegeben hätte.

    Da möchte ich jetzt allerdings noch mal nachhaken. Kann sich jemand erklären, wie so etwas passieren kann? Die SCHUFA hat doch keinerlei Informationen darüber, was du mit deiner Karte bezahlst.


    Hast du während dieser Zeit SCHUFA Auskünfte eingeholt? War da irgendein Hinweis darauf, warum der Score so stark divergiert hat? Hast du dazu weitere Nachforschungen angestellt? Wie lange is das her?

  • Da möchte ich jetzt allerdings noch mal nachhaken. Kann sich jemand erklären, wie so etwas passieren kann? Die SCHUFA hat doch keinerlei Informationen darüber, was du mit deiner Karte bezahlst.


    Hast du während dieser Zeit SCHUFA Auskünfte eingeholt? War da irgendein Hinweis darauf, warum der Score so stark divergiert hat? Hast du dazu weitere Nachforschungen angestellt? Wie lange is das her?

    Mein Kollege hat bei der Schufa ein Mieterauskunft gekauft, die ich mit meine Kreditkarte bezahlt habe. Also wissen sie in diesem einen Fall sehr wohl was ich damit bezahlt habe.


    Gruß TradeAttack

  • Mein Kollege hat bei der Schufa ein Mieterauskunft gekauft, die ich mit meine Kreditkarte bezahlt habe. Also wissen sie in diesem einen Fall sehr wohl was ich damit bezahlt habe.


    Gruß TradeAttack

    Vielleicht ist es auch "verdächtig" aus Schufa-Algorithmussicht, dass die Auskunft für deinen Kollegen war, du sie aber bezahlt hast.

  • Da möchte ich jetzt allerdings noch mal nachhaken. Kann sich jemand erklären, wie so etwas passieren kann? Die SCHUFA hat doch keinerlei Informationen darüber, was du mit deiner Karte bezahlst.


    Hast du während dieser Zeit SCHUFA Auskünfte eingeholt? War da irgendein Hinweis darauf, warum der Score so stark divergiert hat? Hast du dazu weitere Nachforschungen angestellt? Wie lange is das her?

    Mein Kollege hat bei der Schufa eine Mieterauskunft gekauft, die ich mit meine Kreditkarte bezahlt habe. Also wissen sie in diesem einen Fall sehr wohl was ich damit bezahlt habe.


    Gruß TradeAttack


    Nachtrag: den Zusammenhang beweisen kann natürlich niemand. Aber der zeitliche Zusammenhang ist offensichtlich und ich bin mir keiner weiteren Faktoren bewusst, die so eine massive Veränderung rechtfertigen würden. Diese Annahme basiert auf der bisherigen Schwankungsbreite des Basisscore.

  • IanAnderson2: Korrespondiert dieser Pfeil eigentlich mit dem quartalsweise berechneten Basisscore oder bildet er nochmal etwas anderes ab? (und verändert er sich in kleineren Abständen als einmal pro Quartal?


    Lt.Auskunft des Filialleiters der hiesigen Volksbank ist die Position des Pfeils die Zusammenfassung ALLER Scoretypen(Banken,Handel etc etc) und verändert sich NICHT solange der Betreffende KEINE "Aussetzer"(oder das was der Algorithmus dafür hält)"produziert".Er hat mir gesagt,daß wenn ich beispielsweise bei einem Kredit Zahlungserleichterungen wie zB.eine Ratenaussetzung beantrage und bewilligt bekomme,sich dieser Vorgang auf die Position minimal auswirkt.


    Wenn so etwas oder ähnliches häufiger vorkäme,würde sich die Position signifikant nach rechts verschieben,auch wenn der Basisscore gleich (gut)bliebe,was aber im Ergebnis zu einer Verweigerung einer weiteren Kreditausweitung führe.

  • Vielleicht ist es auch "verdächtig" aus Schufa-Algorithmussicht, dass die Auskunft für deinen Kollegen war, du sie aber bezahlt hast.

    Das ist es mit Sicherheit. Wie sollen denn sonst verläßliche Profile zu jedem erstellt werden. Es kann durchaus eine Taktik sein, möglichst viele fremde Dinge mit der eigenen Karte zu zahlen um eben dieses erstellen von Profilen zu erschweren. Da es unmöglich für normalsterbliche ist, seine Daten unter Kontrolle zu halten geht der paranoid veranlagte dazu über möglichst viel Datenmüll zu hinterlassen um das eigentlich interessante zu verwässern.


    Gruß TradeAttack