SCHUFA Score im Keller durch Kontoeröffnung

  • Das merkt die Schufa aber nicht. Ich kaufe z.B. auch online Sachen für meine Mutter, weil sie nicht so internetaffin ist. ;-)

    Stimmt ;)


    Das Beispiel des TE ist aber perfekt dafür aufzuzeigen, dass die SCHUFA sich mittlerweile zu einem Alptraum entwickelt hat. Immer brav gezahlt und dann schlechter Score wegen vier Konten?

    Ich kenne einen Besitzer mehrerer Mehrfamilienhäuser, der pro Haus ein eigenes Konto hat. Monatliche Miteinnahmen im mittlereren sechsstelligen Bereich. Nach Schufa-Logik wäre da ein Risiko...


    Hoffentlich ändert die aktuelle Klage etwas daran.

  • Klar bin ich zahlungsfähig. Aber halt nicht aus Sicht der Kunden der Schufa. Somit bin ich grundsätzlich zahlungsfähig, aber praktisch trotzdem nicht geschäftsfähig. Und das voraussichtlich für Jahre. Großartig :)

  • Geschäftsfähig im Sinne des BGB bist Du ganz sicher. Aber ich verstehe natürlich, was Du meinst.


    Einen schlechten Schufa-Score würde ich zu allererst als Schutz vor Handlungen ansehen, die ein wirtschaftlich denkender Mensch ohnehin nicht machen würde. Handyverträge, Ratenkäufe, Leasing...

  • Das ist natürlich maximal ärgerlich, bei der Eröffnung von Kreditkarten und Konten jedoch nunmal auch Vorsicht geboten. Dennoch möchte ich nicht mit erhobenem Finger auf dich zeigen, ich denke du hast auch genug Anregungen bekommen. Mir zeigt es nochmal, dass man genau drauf schauen muss, was man mit seinem Geld macht und welche Daten für welchen Dienstleister verfügbar sind.

  • Das ist natürlich maximal ärgerlich, bei der Eröffnung von Kreditkarten und Konten jedoch nunmal auch Vorsicht geboten. Dennoch möchte ich nicht mit erhobenem Finger auf dich zeigen, ich denke du hast auch genug Anregungen bekommen. Mir zeigt es nochmal, dass man genau drauf schauen muss, was man mit seinem Geld macht und welche Daten für welchen Dienstleister verfügbar sind.

    Ja, aber genau das weiß man ja nicht, weil die Schufa das nicht offenlegen will.

  • Meine Sorge war wohl unbegründet, denn Stand 12. Januar 2022 liegt der relevante "SCHUFA-Score für Banken, Version 3.0" nun wieder bei 93,79%. Das ist exakt der Wert, den ich im Januar 2021 vor den Konteneröffnungen hatte.


    Der Santander, der die SCHUFA anhand deren individuellen Score-Card noch im April letzten Jahres de facto meine Zahlungsunfähigkeit attestierte, meldet die Schufa nun wieder >98%.

    Und der Basisscore kletterte seit November von 90,46% auf nun 96,28%. Also auf einem guten Weg zu "sehr geringes Risiko". Aber für den interessiert sich ja sowieso kein Unternehmen.


    Änderungen in meinen Verträgen seitdem: Die Amazon VISA Card (die ich ja sowieso nur wegen des Bonus, der Kostenfreiheit im ersten Jahr und dem Amazon Punkten beantragt und direkt zum Ablauf des ersten Jahres gekündigt habe), ist nun nicht mehr vorhanden.


    Also möglicherweise bin ich bald sogar wieder kreditwürdig :P

  • Guten Morgen,


    ich finde die "Sorge" durchaus berechtigt und erlebe gerade gleiches: Score von 99,x auf 93,xx % runter, da ich meine langjährigen Sparkassenkonten mit 13 KEUR Kreditlinie gekündigt habe und zwei neue Konten bei der Commerzbank und ein Gemeinschaftskonto bei der DKB eröffnet habe. Einen Dispo habe ich mir nicht einrichten lassen, da ich diesen nie brauchte.


    Bei mir ist gut zu erkennen wie die Schufa funktioniert: Da diese keinen Einblick auf mein Vermögen und Einkommen hat (eigene Immobilien fast abbezahlt und immer in Summe eine fünfstellige Reserve auf den Konten sowie Mieteinnahmen und gutes Einkommen), wird der Umweg über die Kreditlinie der Bank genommen.


    Die Kreditlinie habe ich mir im Zuge meiner Scheidung einrichten lassen - also in einer Phase wo durchaus ein höheres Ausfallrisiko bestand. Hier ging der Score nach oben.


    Nun, nachdem ich mich wirtschaftlich akklimatisiert habe und meine Finanzen neu ordne brauche ich keine Kreditlinie mehr und sinke massiv im Score. Und dies obwohl ich im Zuge der Umstrukturierung noch eine ordentliche Sondertilgung geleistet habe.


    Meine Immobilienfinanzierung bei der Sparkasse taucht im Übrigen gar nicht in der Schufa auf.


    Da die einzelnen Einträge aber stimmen, die Schufa sicherlich nicht für mich Ihre Score-Berechnung anpassen wird und ein Rechtsweg ebenfalls nicht erfolgversprechend ist, muss man nun damit leben. Die Branchen-Scores kenne ich allerdings überhaupt nicht.


    Und dann gibt es diese Lemminge die meinen: "Sowas macht man ja auch nicht!". Was für ein Blödsinn! Im Privatleben könnte man jemanden durchaus wegen übler Nachrede verklagen, wenn er ohne Wissen, nur auf Verdacht Unwahrheiten in die Welt hinaus posaunt.

    Ich sehe schon die Schlagzeilen in der Zeitung, wenn bestimmte ethnische Gruppen von Männern bis 30 Jahre nicht mehr in Geschäften einkaufen gehen dürfen, weil statistisch die Wahrscheinlichkeit erhöht ist, dass diese rauben. Die Statistikbehörde beruft sich dann einfach nur auf Zahlen und der Ladenbesitzer auf Hausrecht.


    Nichts anderes ist dies hier.


    Grundsätzlich ist die Schufa wichtig und nötig! Der Score hingegen ist unsinnig, anders als bei Firmen bei denen man die Bilanz und damit das Vermögen und die Einnahmen zumindest für die Vergangenheit kennt. Nun verstehe ich auch, warum einige Banken diesem Score keine Bedeutung bei messen (Sparkasse bspw.) sondern lediglich schauen was an Krediten, etc. gemeldet ist. Genau dafür ist die Schufa gut und wichtig, kann Sie doch den einen oder anderen vor Überschuldung bewahren.


    Just my two cents...


    Beste Grüße

  • Klassische Immobilienfinanzierungen mit Absicherung über's Grundbuch tauchen nicht in der Schufa auf. Das ist ein anderes System.


    Dass durch Verzicht auf eine Dispolinie der Score abrauscht, ist ein interessantes Phänomen. Eigentlich geht das Risiko ja runter, wenn man an der Stelle gar keine Schulden machen kann. Vielleicht sah es für den Computer so aus, als ob Du nach Stunk mit der Sparkasse schnell gleich zwei neue Konten aufgemacht hast und es bei keiner der beiden geschafft hast, wieder einen zu bekommen?

  • Dass durch Verzicht auf eine Dispolinie der Score abrauscht, ist ein interessantes Phänomen. Eigentlich geht das Risiko ja runter, wenn man an der Stelle gar keine Schulden machen kann. Vielleicht sah es für den Computer so aus, als ob Du nach Stunk mit der Sparkasse schnell gleich zwei neue Konten aufgemacht hast und es bei keiner der beiden geschafft hast, wieder einen zu bekommen?

    Das spricht aber stark dafür, dass dieses Scoring nicht passt bzw. optimistisch formuliert, der realen Bankenwelt hinterherhinkt.
    Wenn immer mehr Banken nur noch Debit-Karten ausgeben, haben immer mehr Leute gar keine Möglichkeit mehr, auf Kreditkarten einen hohen Minusbetrag anzusammeln. Wäre höchst absurd wenn die Schufa das über ihren Score den Bankkunden vorhält.
    (Viele Bankkonten sind häufig ja auch durch die Not getrieben, Geld verteilen zu wollen, um Minuszinsen zu vermeiden und nicht, weil das so viel Spaß macht oder man ein unsicherer Kunde wäre.)

  • Das stimmt nicht.

    War gestern zufällig in meinem Schufa Konto.

    Meine Annuität bei der Allianz ist mit ihren diversen Teildarlehen als grundbuchgesicherte Darlehen aus gewiesen.

    Ursprünglich wollte ich auch "stimmt nicht" schreiben und war mir sehr sicher, dass vor ein paar Monaten auch noch mein Immodarlehen (mit Grundschuld...) in der Schufa-Auskunft stand. Aber jetzt, wenn ich in "meine Schufa" gehe, sehe ich's nicht mehr. Seltsam...

  • Dass ich keine Kreditlinie angefragt habe weiß die Schufa durchaus, da in einem solchen Fall eine zweite Anfrage der Bank erfolgt (einmal Anfrage zur Kontoeröffnung und einmal zur Kreditvergabe). Was die Schufa aber nicht weiß ist, ob ich die Kreditlinie nicht brauche oder ob ich sie nicht angefragt habe weil ich selber glaube keine zu bekommen. ;-)

    Das spricht aber stark dafür, dass dieses Scoring nicht passt bzw. optimistisch formuliert, der realen Bankenwelt hinterherhinkt.
    Wenn immer mehr Banken nur noch Debit-Karten ausgeben, haben immer mehr Leute gar keine Möglichkeit mehr, auf Kreditkarten einen hohen Minusbetrag anzusammeln. Wäre höchst absurd wenn die Schufa das über ihren Score den Bankkunden vorhält.
    (Viele Bankkonten sind häufig ja auch durch die Not getrieben, Geld verteilen zu wollen, um Minuszinsen zu vermeiden und nicht, weil das so viel Spaß macht oder man ein unsicherer Kunde wäre.)


    Das macht schon Sinn, wenn man sich vor Augen hält wie die Schufa überhaupt funktionieren kann. Eine Glaskugel gibt es vermutlich eher nicht, Einkommen, Vermögen und selbst der Beruf sind nicht bekannt - wie also ein Scoring machen?


    Ich denke das funktioniert mit Statistik. Menschen in meiner Lage - Kontowechsler ohne Kreditlinie (sogar aufgelöst) in meinem Alter und männlich kommen in einen Topf und die Schufa schaut, wer 3 Monate später einen negativen Eintrag hat. Daraus errechnet sie dann meinen Score.


    Damit erklärt sich auch, warum "Kunden" die viele Jahre viele Konten haben irgendwann dennoch wieder Schufa-Solvent sind: Denn in der "Vergleichssuppe" sind bei Menschen, die zwar viele Konten haben, aber einen gewissen Zeitraum nichts negatives passiert eben doch vertrauensvoll.


    Mit solchen Methoden kommt man natürlich auch zu den unsinnigsten Ergebnissen. Würde man bspw. wissen welche Farbe das Auto des Schufa-Kunden hat, könnte durchaus daraus resultieren , dass der Score sinkt, weil man sich ein rotes Auto zulegt. Die Verwirrung ist natürlich groß, aber anstatt zuzugeben, dass ein Score ohne Informationen über Einkommen und Vermögen eigentlich überhaupt nicht möglich ist, verkauft man das als große Magie.


    Wenn aber ein Kunde durch eine Bank eine Kreditlinie von 15KEUR eingeräumt wird, kann man davon ausgehen, dass die Bank sich das Einkommen und Vermögen angeschaut hat. Ein Angestellter mit 1.000 EUR netto und ohne Sicherheiten wird eine solche Linie von einer seriösen Bank eher nicht bekommen. Daher sinkt in der Kontrollgruppe auch das Ausfallrisiko wieder und der Score steigt.


    Fakt ist - die Schufa kann anhand der gesammelten Daten bei finanziell unauffälligen "Kunden" unmöglich beurteilen welches individuelle Ausfallrisiko bei diesem Kunden besteht.


    Daher ist die Schufa auch kaum angreifbar, weil sie im Kleingedruckten auch genau das nicht behauptet. Wenn Firmen nun keine Geschäfte mehr mit Kunden welche eine rotes Auto haben abschließen, ist das Sache der Firmen - die Schufa stellt lediglich statistische Informationen zur Verfügung.


    Ich glaube, würde die Schufa ihr Geheimnis lüften, wie der Score berechnet wird, würden viele Firmen die Schufa nicht mehr in dem Umfang nutzen. Im Prinzip wird für eine Art Magie gezahlt. Der Glaube versetzt Berge...

  • Ich glaube, würde die Schufa ihr Geheimnis lüften, wie der Score berechnet wird, würden viele Firmen die Schufa nicht mehr in dem Umfang nutzen. Im Prinzip wird für eine Art Magie gezahlt. Der Glaube versetzt Berge...

    Das ist alles kein großes Thema, wenn nicht Leute, der "kleine Mann", unter diesem Vodoo leiden, wenn sie z.B. keinen Kredit bekommen oder keine Wohnung oder keinen Handyvertrag.

  • Das macht schon Sinn, wenn man sich vor Augen hält wie die Schufa überhaupt funktionieren kann. Eine Glaskugel gibt es vermutlich eher nicht, Einkommen, Vermögen und selbst der Beruf sind nicht bekannt - wie also ein Scoring machen?

    Ketzerische Antwort: Dann einfach gar nicht. Es ist ja nicht so, dass man für jeden ein Scoring machen muss. Was haben die Fugger damals wohl gemacht, so ohne Schufa?

  • Die Schufa ist ja kein Dienstleister für Otto Normalkreditaspirant, sondern für Bankhaus Knebelzins. Unsereins ist nicht Kunde. Solange die Kunden mit dem Produkt zufrieden sind, egal wie gewürfelt uns der Score erscheinen mag, ist für die Schufa alles im grünen Bereich, auch wenn "gute Risiken" keinen Kredit bekommen.