Basis Rente / Riester Rente / Privathaftpflicht

  • Hallo Saidi,


    Ich bin nun Mitte 30 und muss ehrlich gestehen, hab mich mit Geldanlagen bisher noch nicht viel auseinander gesetzt.

    Jetzt hat meine Freundin einen Vermögensberater kontaktiert und er hat uns bereits zweimal besucht.

    Nebenbei habe ich mich angefangen zu informieren und deinen Podcast sehr aufmerksam gehört (bin nun bei Folge 30).


    Der Berater hat gemeint wir sollten auf Grund der Steuerersparnis auf jeden Fall die Riesterrente mitnehmen, aber auch noch die Basisrente.

    Wir sind noch nicht verheiratet und kinderlos.

    Im Podcast hieß es ja, Riester nur bei einer von 3 Bedingungen. Ich verdiene nicht schlecht und bin somit bei 42% Steuersatz. Und die Rechnung des Beraters liest sich auf dem Papier auch erst mal nicht schlecht.


    Zusätzlich meint er sollte ich aber auch noch eine Basisrente mit 200€ monatlich abschließen, da ich dann durch die 100% Steueranerkennung auch deutliche Zurückzahlungen erhalte.


    Rein theoretisch klingt das für mich alles gar nicht so schlecht, aber es muss ja auch Nachteile geben, die ich als Neuling in dem Thema einfach nicht erkenne.


    Laut Aussage liegt das Geld anteilig in Fonds.

    Lohnt sich diese Basisrente? Denn die hab ich im Podcast noch nie gehört.



    Eine zweite andere Frage.

    Aktuell habe ich noch eine Privathaftpflicht bei Adam Riese (XL). Der Berater empfiehlt (natürlich er bekommt ja Provision) nun die eigene und hier handelt es sich neben der Haftpflicht bei allen um Generali Versicherungen.

    Diese sind aber in keinem Onlineportal zum Vergleich zu erkennen.

    Sind diese Versicherungen gut? Lohnt sich der teilweise Aufpreis? (bei der Haftpflicht von 63€ auf 110€ find ich schon happig).


    Wenn ich online nicht vergleichen kann, bin ich prinzipiell immer erstmal skeptisch, aber Generali ist ja nun auch kein kleiner Name?



    Danke


    Grüße

    Flo

  • 200 Euro für Basisrente heißt im günstigsten Fall 84 Euro Steuerersparnis. (Die sich ein künftiger Finanzminister dann wiederholt.)


    Wenn es die Steuerersparnis braucht, damit ich mich bequeme, mich um meine Altersvorsorge zu kümmern, dann ist das ein Vehikel. Ansonsten ist das kein Must-Have, eher ein It-Depends oder ein Maybe.

  • Hallo Flo,


    einmal eine Frage vorweg: kommt Ihr „Vermögensberater“ von der Deutschen Vermögensberatung AG? Falls ja, muss ich tief Luft holen und dann schweigen. Googeln Sie selbst.


    Zum ersten Teil Ihrer Frage gibt es berufenere Foristen, da will ich mich nicht äußern.


    Wenn Sie und Ihre Freundin (ich unterstelle zusammenlebend) nicht gerade ein ganz außergewöhnliches Haftungsrisiko haben, ist eine PHV für 120 Euro p.a. eindeutig zu teuer. Mehr als 60 -80 Euro p.a. muss eine gute Standard- PHV nicht kosten. Die Differenz beträgt zwar nur 40-60 Euro p.a., zeigt aber die Prioritäten des „Beraters“, s.o.


    Gruß Pumphut

  • Danke schon mal für die Rückmeldungen.


    Ja es handelt sich um jemand von der Deutschen Vermögensberatung.

    Und die Versicherungen somit alle von der Generali, bei denen ich online also nie Vergleiche einholen kann, weil die bei keinem Vergleichportal dabei sein können.



    Bei dem Renten rechnet er 160,42€ im Monat Riester und 200€ im Monat. Laut seiner Berechnung wäre dann nur dafür eine monatliche Rückerstattung von 136€ in der Steuererklärung.

    Laut der Rechnung würde ich also netto 224€ im Monat zahlen und dann als Rente 922€erstattet bekommen.

    Woher genau die Rente Beträge kommen weiß ich noch nicht, aber die Steuerersparnis ist ja wirklich einfach zu errechnen.

    Ich bin aktuell einfach überfordert ob es sinnvoll ist oder nicht.


    Bei den anderen Anlagen würde er immer über aktiv gesteuerte Fonds gehen auf 7 Jahre. Klingt ja schon mal nicht im Einklang zim Podcast (die Folge aktiv vs passiv steht aber noch aus).



    Aber bei der Haftpflichtversicherung war ich über den Preis auch sehr erstaunt. So teuer hatte ich Haftpflicht noch nie gesehen.



    Also euer Tipp ist defi tiv Finger weg von solchen Beratern?

  • Finger weg von solchen Beratern?

    Hm, für Vermögensaufbau bzw. Altersvorsorge, sagt man hier, braucht es keinen Berater. (Einfach Sparplan einrichten und ein paar Jahrzehnte abwarten.)

    Wir können es nicht beweisen, aber als Arbeitshypothese ist es ganz brauchbar. ;)


    Aber nicht alle Berater wurden aus Mordor geschickt, da sind auch gute Menschen dabei.

    Man muss sich aber der Interessenlage auf der anderen Seite des Zoom-Calls bewusst sein. (Gilt bei anderen Gelegenheiten auch.)

  • Mir geht es halt auch darum, dass ich zb meine BU aktualisieren möchte, noch ne alte Lebensversicherung habe, noch irgendwie ne ähnliche Versicherung.

    Und ich muss ehrlich sagen, da steig ich nicht besonders durch. Wie im Podcast schon gesagt, oft sind solche Sachen eher undurchsichtig und ich hab das damals mit meiner Mum abgeschlossen.


    Die eine ist 150€ fix im Monat, die andere aktuell knapp 50€ im Monat und steigt 2€ pro Jahr.


    Bei der BU zahle ich 90€ für 1600€ Absicherung, da meinte der Berater bei ihm wäre die bu 58€ im Monat für 1999€.

    Das klingt ja schon mal nach nem besseren Deal prinzipiell.

    Bei der Lebensversicherung meinte er sie soll ich aktuell für 20k € verkaufen, weil die auch nicht modern ist und ich auf Fond umsteigen sollte.


    Er klingt also nicht komplett Arschig, aber natürlich bin ich mir bewusst dass er sich auch finanzieren muss.

    Aber im Gespräch klingt vieles erst mal gut, dann denk ich mir er hat eigentlich recht. Dann höre ich Podcast und denke wieder das Gegenteil 🤣🤣

  • Ein Bekannter von mir ist Gebrauchtwagenhändler, der ist auch nett. :)


    Dass die alte BUV vielleicht tatsächlich nicht das Gelbe vom Grünen ist, dass kann gut sein. Allerdings würde ich eine neue BUV nicht über einen Strukturvertrieb abschließen wollen. (Aufbewahrungsideen und Küchenutensilien kaufen wir gerne strukturiert.)


    Am Ende zählt die Qualität des Produktes

    (insbesondere bei relevanten Versicherungen) und da wäre es doch schön, wenn man Beratung ohne Gewissenskonflikt dazu hätte.

  • Ich bin nun Mitte 30 und muss ehrlich gestehen, hab mich mit Geldanlagen bisher noch nicht viel auseinander gesetzt.

    ... da kommt es jetzt auch nicht auf 3 oder 7 Tage an. Mach dich einfach selbst etwas "schlauer"; zu fast allen Belangen findest du auf der Finanztip web site aufschlussreiche Infos. Darüber hinaus sind hier im Forum auch einige Leute unterwegs, die dir (fast) alles bis ins Kleinste erklären können... und dies auch unermüdlich tun. Du brauchst nur fragen, wenn du Fragen hast.

    Mir geht es halt auch darum, dass ich zb meine BU aktualisieren möchte...

    Dafür (BU) ist der Vermögensverbrater ein denkbar ungeigneter Berater! Ich will deinem Berater partout nicht zu nahe treten und ihn - ohne ihn zu kennen - auch nicht be- oder verurteilen. Mir kommen halt immer folgende Gedanken in den Kopf, wenn ich "Vermögensverbrater als Partner der Deutschen Vermögensverbratung*" (*= Name geändert) höre... Hätte der Typ Ahnung, besser noch Wissen (Fachwissen), wäre er unabhängig (von dem Laden) unterwegs, also als Versicherungsberater (der berät gegen Honorar) oder als (echter) unabhängiger Versicherungsmakler.

    noch ne alte Lebensversicherung habe, noch irgendwie ne ähnliche Versicherung.

    Das Schöne am Geld ist, dass man es in Zahlen ausdrücken kann. So kann man Finanzprodukte, also auch bestehende Verträge, bewerten, wenn z.B. garantierte und (realistisch) prognostizierte Beträge (Ablaufleistungen, Rentenhöhen, Rückkaufswerte, Deckungskapital), die jährlich zur Verfügung gestellt werden, auf Rendite gecheckt werden.

    Bei der Lebensversicherung meinte er sie soll ich aktuell für 20k € verkaufen, weil die auch nicht modern ist und ich auf Fond umsteigen sollte.

    Wie zuvor geschrieben, solltest du diese bestehenden Verträge checken und als evtl. Alternative eine Investition des Kapitals direkt in einen ETF in Erwägung ziehen. Beim Checken bekommst du auch hier Hilfe, wenn du sie brauchst. Die Alternative einer Fondspolice (Fonds im Versicherungsmantel) bringt dem Vermittler eine Provision, die du in den ersten Jahren der Laufzeit zahlst; folglich kann die Rendite nur schlechter sein, als bei einer direkten Investition in einen ETF.

    Bei der BU zahle ich 90€ für 1600€ Absicherung, da meinte der Berater bei ihm wäre die bu 58€ im Monat für 1999€.

    Hier werden Äpfel mit Bananen verglichen. Wesentlich sind die BU-Bedingugen... und abgesehen davon, sind 2K im Monat möglicherweise bei Weitem nicht ausreichend; es sei denn, dein Einkommen ist entsprechend "mager". Auch hier: Zahlen auf den Tisch!

  • Danke für eure Tipps schon mal.

    Bin über das Wochenende bei den Eltern meiner Freundin und ihr Vater ist seit Jahren Abonnent von Finanztip und hat uns auch auf den Podcast gebracht und zu etfs geraten.


    Dort nehme ich auch meine Unterlagen mit und werde es genau durchgehen.

    Und falls Themen offen sind, dann entsprechend im forum fragen.


    Danke für eure Unterstützung, und das für einen komplett Fremden.


    Nachste Woche haben wir einen Telefontermin mit dem Berater, dann werde ich vermutlich erstmal bremsen und das Motto von Finanztip leben, denn Finanzen kann ich vermutlich auch selbst 😉



    Die 1999€ hatten irgendnen Grund bei denen, weil die ab 2000 irgendwelche zusätzlichen Tests brauchen?

    Und ja es wäre ein deutlicher Absturz von meinem aktuellen Gehalt

  • Hallo BsNLucky ,

    schön, dass Du noch rechtzeitig hierher gefunden hast! Rechtzeitig, weil vor Vertragsabschluss! :)

    Zum Thema "Vermögensberatung mit den 4 Buchstaben" empfehle ich das Lesen vom folgendem Blogbeitrag: https://hartmutwalz.de/rente-m…ttaeuschung-mit-der-dvag/


    Dann, lass Dich nicht vom Steuern sparen ködern! Damit sind "Vermögensberater" quasi seit Generationen unterwegs. Ich kann mich noch gut daran erinnern, das in den 90'ern viele Leute mit Ostimmobilien abgezockt wurden, die den LEO's als "Steuersparmodell" verkauft wurden! Später waren es dann Schiffsbeteiligungen mit denen sich steuern sparen ließen. ;)

    Frage mal heute die abgezockten Kunden, wie viel Steuern denn gespart wurden.


    Zum Thema Rentenversicherungen per Fonds- oder ETF-Policen hat FT bereits ein Video gemacht:

    Rentenversicherung durchgerechnet: Warum sie sich (nicht) lohnt - YouTube

    Der von mir sehr geschätzte Finanzwesir hat sich dieses Themas ebenfalls in seinem Blog angenommen: https://www.finanzwesir.com/blog/etf-versicherungsmantel

    Unbedingt auch den Kommentar von Fabian Müller dazu lesen, der sich mal die Mühe gemacht hat die Rendite der Ihm angebotenen Verträge mal durchzurechnen.


    Und immer daran denken. Der überwiegende Teil der "Berater" will nur Euer Bestes! Und das war und ist immer Euer Geld!;)

  • Lass Dir doch mal genau zeigen warum die PH so viel mehr kosten soll, er soll mal einen detaillierten Leistungsvergleich machen. Adam Riese XL scheint von 2017 zu sein, im aktuellen Tarif der Generali Deutschland Vers. AG sind es z. B. 50 Mio. € gegenüber 15 Mio. € bei Adam Riese. Ich komme bei einem Leistungsvergleich auf etwa 50 % Absicherungsniveau von Adam Riese gegenüber der Generali und zahle selber im Monat 6,74 € für die PH. Das soll’s fürs erste gewesen sein.

  • Hallo meag,


    es hat zwar nichts mehr mit der Ausgangsfragestellung zu tun, wie Sie aber auf diese Feststellung kommen

    Ich komme bei einem Leistungsvergleich auf etwa 50 % Absicherungsniveau von Adam Riese gegenüber der Generali

    würde mich schon einmal interessieren.


    Das von Ihnen zitierte Beispiel einer Versicherungssumme von 50 statt 15 Mio. Euro verbessert die Leistung um 0,00X%. Oder anders gefragt, wie viele Schadenfälle mit Forderungen größer 15 Mio. Euro gibt es so p.a.?


    Gruß Pumphut

  • Ich habe ein Tool indem ich Leistungsvergleiche über diverse Sparten und Gesellschaften machen kann, der Tarif 01/2020 von Adam Riese hat z.B. nur noch ein Verhältnis von 97 % der Generali zu 77 % von Adam Riese. Das bedeutet das mein irgendwann abgeschlossener Tarif mit der Zeit immer schlechter wird. "Finanzen kannst Du selbst" ist für mich daher eine riskante Aussage von Finanztip.

  • Hallo meag,


    Ich habe ein Tool indem ich Leistungsvergleiche über diverse Sparten und Gesellschaften machen kann,

    Verraten Sie uns auch, wer das Tool mit welcher Absicht und mit welchen Bewertungskriterien gebastelt hat? Gegenüber solchen Vergleichen, egal ob Tool oder irgendwelchen Rankings in Fachzeitschriften bin ich skeptisch eingestellt.


    Basis jeder Risikoabsicherung ist für mich immer noch die Risikoanalyse, hier im Beispiel der privaten Haftungsrisiken. Es ist ja schön, wenn meine PHV das Risiko als Tagesvater oder Besitzer von Drohnen mit absichert. Wenn ich aber beide Risiken nicht habe, bezahle ich tendenziell zu viel. Wenn ich auf der anderen Seite aber beim in der Gewässerschaden- Haftpflichtversicherung mitversicherten Heizöltank einen Selbstbehalt von 2.000 Euro habe, schmerzt mich das im Schadenfall schon.


    Das Tool, dass alle diese Faktoren berücksichtigt und wichtet, möchte ich sehen.


    Gruß Pumphut