ING vs. NeoBroker

  • Moin zusammen,


    ich suche gerade für 3 langristige Sparplan ETFs ein Zuhause (Buy and Hold). Bisher habe ich zu einem NeoBroker wie TradeRepublic oder Scalable Capital tendiert.


    Seit dem 1. April bietet die ING Diba ja alle ETF Sparpläne kostenlos an. Was spricht denn dann noch gegen die ING?

  • Vermutlich sind die Verkaufskosten bei der ING höher als bei NeoBrokern. Außerdem hast du keine Garantie, dass die Käufe für immer kostenlos bleiben. Das hast du aber nirgends.


    Aus meiner Sicht ist das Spielerei. Wer Sparpläne ausführt um sie in Jahrzehnten zu verkaufen, ist bei beliebigen Direktbanken und Neobrokern gut aufgehoben. Der negative Einfluss von Kosten auf die Rendite wird in dem Rahmen, den ING DKB Comdirect etc bieten, weit überschätzt.

  • Das mit den Kosten stimmt vermutlich, aber wenn einem der Vergleich Spaß macht, kann man die Zeit investieren :)


    Du meinst die Verkaufskosten, wenn ich nach 30-40 Jahren in Rente gehe und mein Renten ETF auflösen möchte?


    Da steht bei der ING:

    4,90 Euro Grundgebühr + 0,25% vom Kurswert

    Maximum 69,90 Euro (inkl. Grundgebühr)


    Das heißt, wenn ich meinen gesamten ETF verkaufe zur Rente und z.B. 100.000 € angesammelt habe, muss ich 70 € zahlen. Wenn ich aber mir monatlich 300 € auszahlen lasse, dann muss ich von den 300 € an die ING immer 5,65 € abgeben? Das wäre aber heftig =O


    Und zweite Frage:

    Wollte grad bei Scalable Capital gucken, was dort der Verkauf kostet. Da werde ich auf die ING verwiesen. Heißt das die Scalable ist eine Tochter der ING? Wenn die Preise und Konditionen von ING und Scalable gleich sind, wozu dann zur Scalable?

  • Das Kostenmodell in 30-40 Jahren könnte sich auch ändern. Wenn nicht, dann verkauft man eben nur einmal im Jahr und teilt sich das Geld dann ein. "Probleme" ist auch nur ein anderer Ausdruck für "Anwendungsgebiete für Lösungen". ;)

  • Das heißt, wenn ich meinen gesamten ETF verkaufe zur Rente und z.B. 100.000 € angesammelt habe, muss ich 70 € zahlen. Wenn ich aber mir monatlich 300 € auszahlen lasse, dann muss ich von den 300 € an die ING immer 5,65 € abgeben? Das wäre aber heftig

    1) 100k bis zur Rente sind "unterirdisch"

    2) Deinen gesamten ETF zum Rentenbeginn ist weltfremder Quatsch. In der Regel werden vor Rentebeginn Teile verkauft, um diese "sicher" (sicher vor größeren Kursschwankungen) cash zur Verfügung zu haben. Oft werden um die 5 "Jahres-Zusatzrenten" empfohlen. Der Rest bleibt im ETF und macht weiter Junge... es sei denn, man erkennt tatsächlich vor oder zum oder nach Rentenbeginn eine Krise.

    3) Niemand (keine Fondsgesellschaft) wird dir monatlich x€ auszahlen. Deinen Entnahmeplan darfst du selbst "basteln"... und dabei wirst du, wie zuvor beschrieben, kaum jeden Monat gerade so viele oder wenige Anteile verkaufen, um deine monatlich geplante Zusatzrente damit zu ziehen.

  • Wollte grad bei Scalable Capital gucken, was dort der Verkauf kostet. Da werde ich auf die ING verwiesen. Heißt das die Scalable ist eine Tochter der ING? Wenn die Preise und Konditionen von ING und Scalable gleich sind, wozu dann zur Scalable?

    Du bist in der Seite verrutscht. Das ist die Vermögensverwaltung mit ING. Der Verkauf kostet entweder nichts (Prime-Produkte) oder 0,99 € (kein Prime-Produkt und keine Flat) oder pauschal 36€ im Jahr (flat)


    Für die Entnahme wäre ggf. ein Depotübertrag zu einem dann günstigeren Broker möglich.

  • 1) 100k bei Rentenbeginn sind aber mehr als 99k. Es ist "weltfremder Quatsch" von jedem ein Depot > 1 Mio. zu erwarten. Jeder Euro, der sinnvoll angespart wurde, gibt ein Stück mehr Wahlfreiheit und ist daher ein guter Euro.

    2) Dazu kann man ernsthaft nichts sagen. Ich bin daher mit der Abqualifizierung als "Quatsch" vorsichtig. Wie sieht das Gesamtvermögen aus? Welche Einnahmen werden aktuell und ab Rentembeginn noch erzielt? ...

    3) Ich bin davon überzeugt, dass Entnahmemodelle (auch kostengünstigere) in den nächsten Jahren verstärkt in die Angebotspalatte aufgenommen werden. Die Anbieter möchten sicherlich die Kundschaft nicht verlieren und über die Ansparphase hinaus binden. Auch heute gibt es Preismodelle, die keine "Grundgebühr" beinhalten und daher auch für regelmäßige und kleinteiligere Transaktionen geeignet sind.

    Darpber würde ich mir aber erst Gedanken machen, wenn es soweit ist.

    Es ist unmöglich die diesbezüglichen Rahmenregelungen planungssicher zu prognostizieren.

  • Danke für die bisherigen Antworten. Ihr habt Recht, ich werde mein Fokus dann wieder weg von den Gebühren und Verkaufsgebühren legen.


    Auf die 100.000 € gehe ich mal nicht weiter ein, das war nur für mich als Rechenbeispiel. Der ETF Sparplan wird höher sein und es gibt noch andere Quellen für die Rente. Sollte in diesem Beitrag aber nicht im Fokus stehen :)


    Dann stellt sich für mich nur noch die Frage ob ING oder Scalable. Hat da jemand praktische Erfahrung mit den Brokern und kann eine Empfehlung aussprechen?

  • Scalable läuft im Hintergrund mit Baader. Die nutze ich sowohl mit SC als auch mit Gratisbroker. Das funktioniert soweit. Einzahlungen auf das Verrechnungskonto habe ich bis dato nicht am gleichen Tag gutgebucht bekommen. Abrechnungen / Kontoabschlüsse über Baader für mich sehr gut. Handelsplätze nur gettex bzw. Xetra (Aufpreis), eingeschränkte Orderfunktionalität. Diese beiden Punkte kann ING - soweit ich es als Nicht-Kunde erkennen kann - besser.

  • Jeder Euro, der sinnvoll angespart wurde, gibt ein Stück mehr Wahlfreiheit und ist daher ein guter Euro.

    Diese Aussage will ich gerne fett unterstreichen!

    1) 100k bei Rentenbeginn sind aber mehr als 99k.

    Stimmt... aber in 30 bis 40 Jahren (die der TE erwähnte) werden die 200 bis 300€ (brutto) an privater Zusatzrende vermutlich weit weniger kaufen, als die Hälfte davon heute. Klar ist, wir kennen die künftige Entwicklung der Teuerungsraten genau so wenig wie die der Renditen und/oder Zinsen... und nicht einmal, ob wir dann noch mit € zahlen werden. Wir reden von der Dimension eines kleineren Wochenendeinkaufs...

    Aus dieser Perspektive betrachtet sind 100k als "Zielkapital" zum Rentenbeginn in 30+ Jahren IMHO deutlich unterdimensioniert.

  • Dann stellt sich für mich nur noch die Frage ob ING oder Scalable. Hat da jemand praktische Erfahrung mit den Brokern und kann eine Empfehlung aussprechen?

    Ich bin auch grad am überlegen, ein 3. Depot zu eröffnen. Die oben gennanten stehen auch bei mir zu Disposition.

    Allein wegen dem mutmaßlich besseren Service, tendiere ich zu ING. Bei Scalable bin ich seit Mitte April angemeldet und warte seitdem auf Rückmeldung vom Support. Für den Depotübertrag muss man sich anmelden und wird auf eine Liste gesetzt. Weiß nicht, wie die zu guten Empfehlungen kommen konnten.


    Mein Depot bei TR ging RuckZuck und der Übertrag von onvista war innerhalb von 2 Wochen erledigt. Der Support antwortet in der Regel von 1 Tag.


    Tendenziell werde ich zu ING wechseln und mit den Kosten beim Verkauf werden wir sehen......

  • 120 k€ bedeuten 500€ monatlich über 20 Jahre.

    BRUTTO! Und nach 20 Jahren ist Zwangsfrugalismus angesagt!

    Ich denke, man darf die Private Zusatzrente (aus Kapital) durchaus dynamisch rechnen. Und ob 500€ oder welcher Betrag auch immer ausreichen wird, darf zum Glück jeder selbst bewerten.

    Wie ich eben gelesen habe, hat Struct die 100k nur als Rechenbeispiel erwähnt und nicht als Zielkapital... also ist die Sorge unbegründet ;-)

  • BRUTTO! Und nach 20 Jahren ist Zwangsfrugalismus angesagt!

    Ich denke, man darf die Private Zusatzrente (aus Kapital) durchaus dynamisch rechnen. Und ob 500€ oder welcher Betrag auch immer ausreichen wird, darf zum Glück jeder selbst bewerten.

    Wie ich eben gelesen habe, hat Struct die 100k nur als Rechenbeispiel erwähnt und nicht als Zielkapital... also ist die Sorge unbegründet ;-)

    Ja, natürlich brutto.

    Alles andere traue ich mir nicht zu zu bewerten. Wie ist die Inflation über diesen Zeitraum? Wie ist die Besteuerung? ...

  • Das heißt, wenn ich meinen gesamten ETF verkaufe zur Rente und z.B. 100.000 € angesammelt habe, muss ich 70 € zahlen. Wenn ich aber mir monatlich 300 € auszahlen lasse, dann muss ich von den 300 € an die ING immer 5,65 € abgeben? Das wäre aber heftig =O

    Warum nicht zur Rente einfach einen Depotübertrag zu einem Anbieter, bei dem der Entnahmeplan möglichst günstig ist? Wo du den ETF bis dahin besparst, ist doch egal.

  • Warum nicht zur Rente einfach einen Depotübertrag zu einem Anbieter, bei dem der Entnahmeplan möglichst günstig ist? Wo du den ETF bis dahin besparst, ist doch egal.

    Warum nicht erstmal den Bären erlegen, bevor man sein Fell verteilt!? ;)

    mal im Ernst, warum macht Ihr Euch jetzt schon Gedanken um Dinge, die 10, 20 oder gar 30 Jahre in der Zukunft liegen?

    Zum Thema 'Entsparen' unterhält Georg einen sehr hilfreichen Blog. Entnahmestrategien Archive - Finanzen? Erklärt! (finanzen-erklaert.de)


    Ich werde frühestens 5 Jahre vor dem geplanten Unruhestand mal Anfangen mir konkrete Gedanken machen, wie ich mein Depot mal entsparen werde...

    Bis dahin interessiert es ich viel mehr, wie ich eine möglichst hohe Sparquote hinbekomme!;)

  • mal im Ernst, warum macht Ihr Euch jetzt schon Gedanken um Dinge, die 10, 20 oder gar 30 Jahre in der Zukunft liegen?

    Genau das meinte ich ;)


    In 20, 30 Jahren sieht die Broker-Landschaft vielleicht anders aus und dann schiebt man sein Zeug eben da hin, wo es dann am günstigsten ist.


    Genau so mache ich es jetzt schon mit den kostenlosen Sparplänen. Bin schon von der DKB zu Onvista, dann zu Flatex, jetzt zu ING umgezogen. Kostet ja nix.

  • Guten Abend,


    ich habe gerade bei der ING Diba ein Gemeinschaftskonto eröffnet und nun zerschlägt sich mein Plan mit dem ETF.


    Damit das Konto kostenlos ist, müssen 700 € monatlich an Geldfluss vorhanden sein. Deswegen wollte ich das ING Diba Konto als Konto für "laufende Kosten" nehmen. Da überweise ich immer rund 1.000 € drauf und davon gehen alle laufenden Kosten weg (bisher bei der DKB).


    Und nun erfahre ich gerade, dass es aber für den ETF Sparplan kein eigenes Girokonto gibt. Ich müsste das Gemeinschaftskonto dafür nehmen, aber ich will ja meine ETFs und die meiner Kinder nicht mit meinen laufenden Kosten mischen =/


    Dann könnte ich noch ein Extra Konto eröffnen, aber das läuft komplett gesondert, da gilt auch die 700 € Regel


    Wieso schafft es die ING nicht, dass die ein Unterkonto für das Depot anlegt :/ Das versaut mir grad den ganzen Abend

  • Sorry, verstehe dein Problem nicht;)

    Du vermischt doch am Ende nichts, da das Geld gesondert im Depot steckt.

    Sonst bräuchtest du ja nach deiner Logik für jeden Sparplan ein eigenes Konto.

    Davon würde ich mir den Abend nicht versauen lassen;)

  • Also wir sind bei der ING, mit Giro, Extra und Depot.

    Ich kann das irgendwie auch noch nicht ganz nachvollziehen, denn bisher war es so das bei der ING zu einem Gemeinschaftskonto auch jeder der beiden Partner noch ein eigenes Girokonto eröffnen konnte.

    Bei Verheirateten also 3 Giro + jeweils 2 Extra-Konten + Depot.

    In der Summe also 12 mögliche Konten (mit Depot). Also wem das nicht differenziert genug ist dann weiß ich auch nicht ;)

    Ob man diese Reglung geändert hat weiß ich nicht.


    Wenn du also ein ETF-Depot für dich alleine eröffnen willst, dann mache doch ein Einzeldepot für dich auf mit Extra-Konto als Verechnungskonto und fertig.

    Die Sparpläne können auch von 3. Konten eingezogen werden, also egal bei welcher Bank, und das Extra Konto dient nur zu verkaufszwecken. Denn irgendwo müssen die erlöse vom Verkauf ja hin gebucht werden können. Will man das Extra-Konto auch für die Sparpläne nutzen muss der Entsprechende Betrag eben zum Stichtag auf dem Tagesgeldkonto (Extra-Konto) vorhanden sein.

    Und Extra-Konten sind von der 700,- € Regel nicht betroffen da es sich um Guthaben basierte Tagesgeldkonten handelt. Da spielt regelmäßiger Geldeingang keine Rolle sondern betrifft nur Giro. Wenn man aber kein Giro einzeln eröffnet hat man das 700 € Problem auch nicht.