Petition: Stoppt die Riester-Rente

  • Wenn ein Azubi unter 2% seines Vorjahresbruttos einzahlen muss, dann ist das doch gut, auch wenn 13,xx Euro mehr sind als 5 Euro.

  • Hm, die Fehlleistung des Beraters hat aber nicht zwingend eine kausale Verbindung zu Riester.

    Kam der Bausparvertrag von demselben Berater?

  • Referat Janders

    Hab da was verbockt. Nochmals neu.

    1037€ Brutto x ca. 13 = 13481€ p.a.

    13481€ 4% = 540€ p.a. = ca. 45€ p.m.

    Wie kommst du auf 2% ? Kann sein, das die Beiträge von der Steuer absetzen kann, jedoch wenn er ausgelernt hat gehen die Beiträge in die Höhe (siehe SvenH). Und das soll etwas für die breite Masse sein?

  • ... Doch Pustekuchen, kurze Zeit später musste mein Beitrag auf 4% des Jahresgehalts angepasst werden, und aus 40€ wurden 90-120€ (Höhe ist mir nicht mehr genau bekannt). ...

    4% des Jahresgehaltes waren die 40 Euro hoffe ich auch. Sonst hätte es nämlich nur anteilig die Förderung gegeben.

    Da Dein Jahresgehalt gestiegen ist, sind 4% halt nicht mehr 40 Euro sondern 90-120 Euro. Hierfür kann "Riester" nichts. Mehr Einzahlung bedeutet auch mehr Leistung.

  • Referat Janders

    Hab da was verbockt. Nochmals neu.

    1037€ Brutto x ca. 13 = 13481€ p.a.

    13481€ 4% = 540€ p.a. = ca. 45€ p.m.

    Wie kommst du auf 2% ? Kann sein, das die Beiträge von der Steuer absetzen kann, jedoch wenn er ausgelernt hat gehen die Beiträge in die Höhe (siehe SvenH). Und das soll etwas für die breite Masse sein?

    Ich versuche es mal:

    Bei 700 Euro x 12 Monate = 8.400 Euro

    8.400 Euro x 0,04 = 336 Euro

    336 Euro - Zulage 175 Euro = 161 Euro

    161 Euro / 8.400 Euro = 0,019 oder ca. 2%

  • Referat Janders

    Hab da was verbockt. Nochmals neu.

    1037€ Brutto x ca. 13 = 13481€ p.a.

    13481€ 4% = 540€ p.a. = ca. 45€ p.m.

    Wie kommst du auf 2% ? Kann sein, das die Beiträge von der Steuer absetzen kann, jedoch wenn er ausgelernt hat gehen die Beiträge in die Höhe (siehe SvenH). Und das soll etwas für die breite Masse sein?

    540 - 175 = 365 -> 30 Euro monatlich, folglich ca. 3% vom Brutto.

  • Ja, 4%! Allerdings ist davon die Zulage abzuziehen. Die 2% sind im Beispiel also die "Eigenbeitragsquote".

    Das Verhältnis von Eigenbeitrag zu Zulage gibt die Zulagenförderquote an: Von 336 sind 175 Zulage und 161 Eigenbeitrag. Die Zulagenförderungsquote beträgt daher ca. 52%. Da die Zulage etwa die Hälfe der Einzahlung ausmacht, ergibt sich auch durch diese Rechnung eine "Eigenbeitragsquote" von ca. 2% (48% von 4%).

  • So ist es.


    Aber nehmen wird mal ein Beispiel, um zu illustrieren, wie so eine Riester-Karriere ablaufen könnte:


    Wenn ein Azubi in 2021 die Lehre beginnt, sind in 2021 60 Euro Eigenbeitrag ausreichend, damit 175 Grundzulage und 200 Euro Starter-Bonus gezahlt werden. (Kein Einkommen in 2020 unterstellt.) 2022 werden 60 Euro wahrscheinlich auch ausreichend sein. (5 Monate Azubi-Gehalt als Bemessungsgrundlage.) 2023 und 2024 werden dann ggf. Eigenbeiträge Richtung monatlich 25 (oder etwas mehr) Euro vonnöten sein. Dann könnte sich im Laufe des Jahres 2024 herausstellen, dass es sich ab dem Jahr 2025 (vorerst) nicht lohnen wird, den Vertrag weiterzuführen. Vielleicht kommt man auch schon vorher zu diesem Schluss, in Abhängigkeit von der Höhe des Azubi-Gehaltes. Und während man sich mit der Stilllegung des Vertrages auseinandersetzt, könnte man in die Auseinandersetzung mit dem Thema "Altersvorsorge bzw. Vermögensaufbau" kommen. Unter Umständen hat man bis zu diesem Zeitpunkt Eigenbeiträge von insgesamt 720 Euro gezahlt und Zulagen in Summe von 725 Euro bekommen. Das erscheint mir als vertretbare Quote, um jemanden dahin zu stupsen, dass er/sie sich mit dem Thema auseinandersetzt.


    Es stolpert ja nicht jeder automatisch über Finanztip, manche landen bei den drei oder vier Buchstaben. Dann dürfte der Schaden größer sein, der durch "Beratung" angerichtet wird.

  • Hm, die Fehlleistung des Beraters hat aber nicht zwingend eine kausale Verbindung zu Riester.

    Kam der Bausparvertrag von demselben Berater?

    Es war ein Berater von der DVAG, und hat dem ca. 20 Jährigem Ich, alles mögliche angedreht. Obwohl er wusste dass ich einen Witzlohn nach der Ausbildung verdient hatte und Miete etc. hatte.


    4% des Jahresgehaltes waren die 40 Euro hoffe ich auch. Sonst hätte es nämlich nur anteilig die Förderung gegeben.

    Da Dein Jahresgehalt gestiegen ist, sind 4% halt nicht mehr 40 Euro sondern 90-120 Euro. Hierfür kann "Riester" nichts. Mehr Einzahlung bedeutet auch mehr Leistung.

    Die 40€ hat er von sich aus vorgeschlagen, da er von den 4% erst von seinem Vorgesetzten erfahren hat. Musste er danach alle seine Vermasselten Verträge korrigieren, und er hat mich informiert dass der Betrag angepasst werden muss. Doch das Grauen kam erst nach der Korrektur und nachdem mir alle seine Geschichten das Geld aus der Tasche gesaugt haben.

    Mein Bruttolohn betrug in den ersten Jahren 1600-1700€. Netto hatte ich nicht viel und dann Bausparvertrag, Sparkonto, RR, VL, Zahnzusatzversicherung. Das volle Programm eben, die DVAG hat sich an mir eine goldene Nase verdient.

    Dass ich nach allen Abzügen nur 150€ zum Leben hatte, hat diese Papenheimer natürlich nicht interessiert.

    Nach nichtmal 6 Monaten habe ich die Geschichte beendet und habe nur die VL auslaufen lassen, das Sparkonto aufgelöst und das Guthaben auszahlen lassen. Den Bausparvertrag habe ich ebenfalls aufgelöst, nur die Zahnzusatzversicherung habe ich lange behalten. Doch diese wurde letztes Jahr gekündigt weil viele gute Leistungen gestrichen wurden.


    Lange Rede kurzer Sinn, ich hatte ein Schrecken mit einem Ende und ich bin froh drum. Hatte einiges an Lehrgeld bezahlt und habe seit dem alles selber im Griff. Mal mehr mal weniger gut.

    Dank Finanztip und finanzfluss verstehe ich vieles besser und habe dadurch viele Existenzielle Entscheidungen getroffen die mir und meiner Familie groß weiter geholfen haben und wohl in der Zukunft weiter helfen werden.


    Aus meiner Sicht gehört die Riesterrente eingestampft und durch einen Staatlichen ETF Fonds ersetzt wo jeder seine Private Rente durch die Deutsche Rentenversicherung besparen kann. Welche eine niedrige TER hat und die Staatliche Förderung erhält.

    Jeder Euro und Gewinn wird an den zukünftigen Rentner ausgezahlt der in den Fonds eingezahlt hat mit der allgemeinen Rente.

    Denn diese Versicherungsriesterrente hat kein Interesse daran dass der Versicherer im Alter gut leben kann.

    Und älteren Menschen die Riesterrente zu Empfehlen halte ich für sehr bedenklich, da manche eh ein schwaches Einkommen haben und die Monatliche Rate nichtmal zum Einkaufen reichen wird.

  • Autsch, das volle Paket.


    Fast jede finanzielle Selbstermächtigung hat eine schmerzhafte Vorgeschichte.

  • Aus meiner Sicht gehört die Riesterrente eingestampft und durch einen Staatlichen ETF Fonds ersetzt wo jeder seine Private Rente durch die Deutsche Rentenversicherung besparen kann. Welche eine niedrige TER hat und die Staatliche Förderung erhält.

    Jeder Euro und Gewinn wird an den zukünftigen Rentner ausgezahlt der in den Fonds eingezahlt hat mit der allgemeinen Rente.

    Denn diese Versicherungsriesterrente hat kein Interesse daran dass der Versicherer im Alter gut leben kann.

    Und älteren Menschen die Riesterrente zu Empfehlen halte ich für sehr bedenklich, da manche eh ein schwaches Einkommen haben und die Monatliche Rate nichtmal zum Einkaufen reichen wird.

    :thumbup: (s. Schweden)

    Komisch das wir Normalbürger es verstanden haben.

  • Aus meiner Sicht gehört die Riesterrente eingestampft und durch einen Staatlichen ETF Fonds ersetzt wo jeder seine Private Rente durch die Deutsche Rentenversicherung besparen kann. Welche eine niedrige TER hat und die Staatliche Förderung erhält.

    Noch einmal... Wir Michels brauchen die Riesterverträge nicht wirklich (heißt: wer keinen will kauft keinen... und wenn es sich für einige Leute tatsächlich - noch - rechnet, dann dürfen sie gerne einen abschließen, wohl wissend, dass es sich dabei nur um einen kleinen Baustein für die Altersversorgung handeln kann.) und erst recht keinen "Staatlichen ETF Fonds"! Wer, bitteschön, soll denn einen solchen "Staatlichen ETF Fonds" verwalten? Ein paar Beamte etwa? Und wem gehören denn die Fondsanteile, wenn sie vom "Staat" verwaltet werden? Verwaltung kostet übrigens auch Geld.


    Wir haben doch alles bereits zur Verfügung! Depots, Verrechnungskonten und fast unendlich viele ETF zur Auswahl. Selbst Steuervorteile kannst du nutzen, wenn du es kannst!


    Von daher brauchen wir gar nicht so dolle auf die Modelle der Nordmänner:innen schielen. Eher scheinen mir die Modelle der Briten vom Prinzip her angebrachter. Fragt mal Tante Google nach ISA! Die Briten dürfen x Pfund pro Jahr in ihr/e ISA einzahlen und als Renntiere Zinserträge, Gewinne und Dividenden steuerfrei entnehmen. Sogar zwischendurch darf man sich begrenzt etwas aus seinem Topf herausholen und es unproblematisch wieder zurück-einzahlen.

    Anyway... von solchen Steuervorteilen können wir nur träumen... bei uns kriegst du die "Staatliche Förderung" hinterher doch wieder abgehackt... und dennoch haben wir bereits seit vielen Jahren eine Lösung zur Hand, die sich jeder selbst maßschneidern kann.

  • Rente war schon immer steuerpflichtig (wenn auch nur der Ertragsanteil), daher ist die Empörung über die nachgelagerte Besteuerung nur eingeschränkt nachvollziehbar.


    Dennoch ist der Blick auf die Nachbarn schon einmal ganz interessant.

    Werden Steuerdiskussionen dort auch so emotional geführt wie bei uns?

  • Ich denke auch, dass es keinen Riester 2.0 und "Altersvorsorgefonds" braucht. Das Anlageuniversum ist bereits groß genug und hält für alle eine individuelle Lösung parat. Für einen echten individuell gestaltbaren Altersvorsorgevertrag sollte nur eine Bedingung gelten: (In der Regel) keine Auszahlung vor Rentenbeginn. Wenn die Ansparphase steuerlich begünstigt (zB Erträge können steuerfrei vereinnahmt werden soweit Wiederanlage erfolgt) wird, bedarf es mE keiner zusätzlichen Förderung.

  • Ich denke auch, dass es keinen Riester 2.0 und "Altersvorsorgefonds" braucht. Das Anlageuniversum ist bereits groß genug und hält für alle eine individuelle Lösung parat. Für einen echten individuell gestaltbaren Altersvorsorgevertrag sollte nur eine Bedingung gelten: (In der Regel) keine Auszahlung vor Rentenbeginn. Wenn die Ansparphase steuerlich begünstigt (zB Erträge können steuerfrei vereinnahmt werden soweit Wiederanlage erfolgt) wird, bedarf es mE keiner zusätzlichen Förderung.

    Ein Problem, dass die Politik damals sicher sinnigerweise im Blick hatte, war, das Deutschland damals in Sachen Finanzen viel mehr Entwicklungsland war als heute. Das war sicher ein Motiv, Versicherer zu motivieren ihre Berater ins Land zu schicken und den Leuten die Verträge zu verkaufen. Und sowohl mir als auch der Politik hat damals eingeleuchtet, dass die Versicherer bezahlt werden müssen. "5% Abschlusskosten, 1,5% lfd Kosten, iss angemessen, oder?". Ich hätte das damals geglaubt. Heute weiß ich es besser. Und die Kosten sind ja tw noch höher.


    Heute könnte man den Vertrieb und das Management über Robos zu einem Bruchteil der Kosten ermöglichen. Wenn ich mir die Aktienquote der Deutschen ansehe (ca. 10% haben Aktien) bin ich mir nicht sicher wie weit man hier kommen kann.

  • @sapere_aude

    Wenn die Ansparphase steuerlich begünstigt

    Ja, das ist auch immer so ein Thema. Steuererklärung. Das darf man absetzen, das nicht. Wie viele machen diese nicht, da es Ihnen zu kompliziert ist? Ach es gibt ja noch all diese Steuerhilfsvereine etc. Weshalb muß in D immer alles so verkompliziert werden? Weshalb muß ich mich in meiner Freizeit unnötig damit herumschlagen? Das ganze sollte doch echt einfacher gehen. Das ist doch alles gar nicht gewollt von unserer Politik. Denn woher sollten Sie all das Geld abschöpfen, wenn es leicht und verständlich wäre. Wo sollten Sie all die Millionen bzw Milliarden abgezwackt werden, die täglich aus dem Fenster geworfen werden? Es gibt da schon einige, die sich ihre Denkmäler mit Steuerverschwendung gesetzt haben (Autobahnmaut).