Victoria LV undurchsichtig. Kennt sich da jemand aus?

  • Hallo zusammen,


    da ich, wie in einem anderen Topic bereits geschrieben, endlich auch mal meine Finanzen aufmöbeln will, gehe ich gerade meine gesamten alten Dokumente, Versicherungen etc auf und verbesser einiges.

    Danke schon mal für das Aufrütteln, Finanztip und die Tipps bisher von den Membern.


    Nun bin ich bei meiner Victoria LV angekommen und bin schockiert über die Geheimniskrämerei.

    Ich zahle monatlich 150€ ein und hatte den Beginn am 01.06.08.


    Ende 2018 hatte ich knapp 20k€ eingezahlt und auf dem Konto waren gerade mal 13k€.

    Ende 2020 immerhin 20.7k€, und Ende April nun 25k€.

    Es scheint also als wären vermutlich 10 Jahre lang ordentlich Kosten abgezogen worden? Kann allerdings nirgends in meinen Unterlagen was dazu finden, aber das ist gar nicht das was mich aktuell so nervt.


    Wenn ich den aktuellen Fond schaue (die Versicherung läuft 100% über den Fond, also keine Garantie), dann ist die ISIN DE000HV2J9V1.

    Auf Google und co finde ich zu der Nummer gar nichts. Man muss explizit auf die HVB onemarkets Seite und auf der sind keinerlei Infos, nur die Kursübersicht, aber keine Gebühren oder iwas in der Art....


    Hab jetzt angefragt, welche Fonds noch möglich wären, damit ich vielleicht eine Übersicht über laufende Kosten etc bekomme, aber in dem Schreiben stehen einfach nur 3 ISIN Nummern (9X7, 9V1, 9W), ohne irgendeine Info.

    AUch diese existieren wieder nur auf der onemarkets Seite, ohne irgendwelche Infos außer dem Kursverlauf...


    Es gibt zwar ein Dokument, dass sich historical costs nennt, aber das ist der Hammer....

    Einfach nur ein leeres pdf, bei allen 3 Fonds...




    Hat jemand mehr Infos über diese Fonds? Und kann mir da bissl helfen?

    Oder einfach direkt stilllegen und vielleicht sogar kündigen?

    In dem Schreiben steht was von zusätzlichen Abgaben und Kosten, die beim Kündigen anfallen könnten?

    Muss ich mich da auf große Summen einstellen oder ist das nur "abschreckende Sprache", damit man einfach nicht kündigt?


    Vielen Dank für Euren Support!


    Flo

  • Moin Flo,


    frage einfach schriftlich bei der Gesellschaft folgende Werte ab:


    - Deckungskapital / Rückkaufswert bei Kündigung zum 30.06.2021

    - garantiertes Kapital zum Ablauf bei Beitragfreistellung ab dem 01.07.2021

    - garantiertes Kapital zum Ablauf bei unveränderter Beitragszahlung.


    Wnn du die Antwort/en hast, können wir gemeinsam noch mal drüberschauen.


    LG

    John

  • In dem Schreiben steht was von zusätzlichen Abgaben und Kosten, die beim Kündigen anfallen könnten?

    Muss ich mich da auf große Summen einstellen oder ist das nur "abschreckende Sprache", damit man einfach nicht kündigt?

    Die abschreckende Wirkung ist sicherlich auch nicht unerwünscht, aber:


    "Zugleich ermöglicht das Gesetz dem Versicherer, einen Stornoabschlag auf das Deckungskapital zu verlangen, wenn der Kunde frühzeitig aus dem Vertrag aussteigt. Der Stornoabschlag muss aber im Vertrag vorab vereinbart und in der Höhe angemessen sein (§ 169 Abs. 5 VVG)." BGH-Urteile zu Rückkaufswert Lebensversicherung - Rückkauf nach Kündigung einer Ka­pi­tal­le­bens­ver­si­che­rung oder Ren­ten­ver­si­che­rung - Berechnen, Rechner, Risiko, Steuer - Finanztip


    Findest Du dazu etwas in Deinem Vertrag? Sonst ist es der Versicherung auch immer eine große Freude, diese Frage zu beantworten. ;-)

  • Das werde ich anfragen, danke.

    Aber garantiert wird gar nichts sein, da das Kapital 100% über den Fond angelegt ist?

  • Es gibt keine Garantie = die Kurse des Fonds können auch fallen, auch unter die Summe der eingezahlten Beiträge. Das muss nichts Schlimmes sein und ist letztlich die Voraussetzung für jede Art von nennenswerter Rendite.


    Das Problem bei Deinem Produkt ist eher, dass aufgrund der exorbitanten Kosten von Versicherung und Fonds eine Jahresrendite von 1,1 % erzielt wurde. Und das inklusive der staatlichen Zulagen. Das ist *#!&&*** (die Ausdrücke entsprechen nicht den Richtlinien des Forums).


    Du bekommst den Wert der Fondsanteile ausgezahlt, der sich täglich ändern kann. Abzüglich ggf. fälligem Stornoabschlag. Wenn Du einen Ausstieg planst, gibt es mehrere Möglichkeiten...

  • Ich bin schon sehr am Ausstieg interessiert.

    Wenn ich mir nämlich die Kurse der Fonds anschaue und was schlußendlich auf meinem Konto ist, ist der Betrag für die Tonne.

    Vor allem wenn ich mir anschaue, was für einfache Rendite vom 01.06.08 bis heute eigentlich möglich waren.


    Falls es was zu beachten gibt, außer denen zu kündigen, bin ich um jeden Tipp froh.

    Schon richtig ärgerlich diese kleine Zahl zu sehen :(

  • Tja,

    soweit mir bekannt, bietet die Victoria LV seit vielen Jahre gar keine LV mehr an.

    Zu dem von Dir genannten Produkt habe ich folgendes gefunden:

    https://www.dasinvestment.com/…ice-von-victoria-und-hvb/


    Sieht tatsächlich so aus, dass es nur die 3 genannten Fonds zu Auswahl gab. Die Fonds scheint es inzwischen auch gar nicht mehr zu geben. Dafür aber ein Zertifikat, dass die HVB aufgelegt hat.:/

    Evtl. kann ja einer der Versicherungsspezis hier im Forum dazu was sagen.


    Die Abschlusskosten einer LV werden i.d.R. in den ersten 5 Jahren fällig ('gezilmert'), so dass Du quasi in den ersten 5 Jahren der Versicherung nur wenig in den Fonds eingezahlt hast. Das ist bei LV leider so üblich und ist natürlich ein echter Renditekiller, da es je nach Rendite der LV viele Jahre dauern kann, bis Du überhaupt den 'Break Even' erreichst (vor Inflation).


    Was Du aber auf jedem Fall sofort machen könntest, wäre die Beitragsfreistellung der LV.

    Damit hättest Du den monatl. Beitrag sofort für eine andere Anlage zur Verfügung.


    Die nächste Frage wäre dann, zu klären, was Dich die Kündigung der LV kostet...

  • Es sind ja nicht nur die Abschlusskosten. Es gibt noch laufende Kosten des Versicherungsmantels und dann kosten die Fonds-Blindgänger auch gerne 2 %. Wenn es nicht sogar Dachfonds sind, die dann ihrerseits in Fonds - zufällig vom gleichen Konzern - investieren, die wiederum laufende Kosten haben. Damit kommst Du nie auf einen grünen Zweig. Die Beitragsfreistellung ist zwar möglich, aber es wird sinnvoller sein, das Geld komplett zu entnehmen, um dann was G'scheits draus zu machen.


    Erste Möglichkeit Kündigung: Klären, was das kostet; man müsste auch irgendwo Informationen finden, wie viel Stornoabzug maximal gerechtfertigt ist.

    Zweite Möglichkeit Widerruf: Müsste man prüfen lassen, ob das Erfolg verspricht. Es geht um fehlerhafte Widerrufsbedingungen, die dann einen "endlosen" Widerruf erlauben. Findet man aber eher in den Jahren davor. Zu Victoria LV wird man nicht viele Informationen finden. Die Möglichkeit des Widerrufs kann man über die Verbraucherzentrale Hamburg prüfen lassen, kostenpflichtig. Wenn das möglich ist und gut durchläuft, könnte in Deinem Fall eine um einige Tausender höhere Auszahlung herauskommen.

  • Wiederruf scheint leider nicht möglich zu sein.

    Im Dokument ist eine ganze Seite zum Thema Widerruf.

    Die Formulierungen sind auch alle richtig, war ja leider nach Dezember 2007 :(


    Ich denke ich werde um die normale Kündigung nicht herum kommen. Schade.

  • Schade. - Bei der Kündigung solltest Du jetzt prüfen, ob und wie viel Stornokosten abgezogen werden sollen. Wenn der Betrag zu hoch ist, kann es sein, dass die ganze Klausel ungültig ist und gar nichts abgezogen werden dürfte. (Dazu müsste man auch noch in Erfahrung bringen, ab wann er zu hoch ist.)

  • Hab die Versicherung nun gekündigt.

    Insgesamt an Kosten wurde weniger als 400€ abgezogen.

    Und der Kurs war mit dem Kündigungsdatum sogar höher als er aktuell ist.

    Dadurch ist der gekündigte Vertrag trotz Abzug mehr wert, als er es jetzt wäre ;)

    Alles perfekt gelaufen.

    Vielen Dank an alle.