Wahlprogramm Bereich Rente der FDP

  • Ja, das ist besser.


    Die Aussage im Wahlprogramm bezüglich des Nachholfaktors in der Rentenanpassungsformel ist übrigens nicht zwingend richtig (bzw. nur unter bestimmten Annahmen richtig).

    Der Nachholfaktor würde bewirken, dass nach einer unterlassenen Rentenkürzung, die nächste Rentenerhöhung weniger stark ausfällt, weil die Kürzung dann verrechnet würde.


    Wenn man Betriebsrenten von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen freistellt, dann sollte man auch erwähnen, wie man die entstehende Finanzierungslücke bei den Kassen zu schließen gedenkt.


    Aber so etwas schreibt niemand in sein Wahlprogramm. ;)

  • Mir ging es primär inhaltlich um folgendes

    Altersvorsorge-Depot einführen

    Wir Freie Demokraten wollen ein „Altersvorsorge-Depot“ einführen. Ohne obligatorischen

    Versicherungsmantel ....

    und

    Zudem muss die geförderte Altersvorsorge einfacher und verbraucherfreundlicher werden.

  • Man wird sehen müssen, ob eine derartige Formulierung auch Eingang in einen eventuellen Koalitionsvertrag findet, ob sie dann überhaupt in die Umsetzung kommt und was das konkret bedeuten würde.

  • tom70794

    Da gebe ich dir Recht.


    Die letzte "Bestandsaufnahme über die Umsetzung des Koalitionsvertrages durch die Bundesregierung" habe ich vom 05.11.2019 gefunden. Darin steht ab Zeile 1437:

    "Außerdem werden wir dafür sorgen, dass die Versicherten einen transparenten Überblick über die von ihnen erworbenen Ansprüche aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Altersvorsorge („Säulenübergreifende Altersvorsorgeinformation“) erhalten."

    Quelle:

    https://www.bundesregierung.de…nahme-data.pdf?download=1

  • einfacher und verbraucherfreundlicher

    Verbaucherschutz gibts nur über Regulierung und die ist bekanntlich laut FDP böse. Am freien Markt wird sich nach deren Phantasie das beste Produkt (einfach, günstig, renditestark) von ganz alleine durchsetzen. Komisch, das passiert aber irgendwie gar nicht. Dafür erfindet die freie Finanzindustrie neue komplexe, teure Produkte um die Kosten zu verschleiern. Ein Blick in die Parteispenden der FDP könnte auch helfen, darunter natürlich Ergo, Allianz und natürlich die feinen Damen und Herren von der Deutschen Vermögensberatung.


    (finds gerad auf die schnelle nur von 2018, leider wirds alles immer zeitverzögert veröffentlicht: https://www.abgeordnetenwatch.…-parteien-das-meiste-geld

  • Maximale Rendite (für den zukünftigen Rentenbezieher) und maximaler Profit (für den Versicherer) gehen nicht zusammen. Und wenn man sieht, wer für die FDP spendet...

    Ein Renditekiller waren doch lange die Gebühren für die Verträge. Also müssen die vielen Zwischenbeteiligten raus.

  • Ein gelunges Beispiel der Liberalisierung ist sicher die Festnetztelefonie.
    Wie war das früher : 20 Pfennig pro Minuteneinheit

    Hmm,

    also ich erinnere mich aber auch noch daran, dass Ortsgespräche früher unabhängig von der Gesprächsdauer nur eine Einheit gekostet haben. :/

    Und warum bekomme ich eigentlich eine Mobile-Telefonieflat in alle deutschen Netze für deutlich unter 10€/Monat, während eine Flat vom Festnetz in alle deutschen Handynetze entweder gar nicht, oder nur zu deutlich höheren Kosten angeboten wird?:/ Rein technisch ist es doch vollkommen egal, ob ich das Gespräch vom Mobiltelefon ins Festnetz oder vom Festnetz ins Mobilnetz führe...;)

    Oder warum habe ich in vielen Ländern selbst am Arsch der Welt vollen 4G Empfang, während ich in D je nach Netzanbieter teilweise nur 2G (EDGE) habe!? :/

    Evtl. doch keine ganz gelungene Liberalisierung des Kommunikationssektors!?

  • Oder warum habe ich in vielen Ländern selbst am Arsch der Welt vollen 4G Empfang, während ich in D je nach Netzanbieter teilweise nur 2G (EDGE) habe!? :/

    Evtl. doch keine ganz gelungene Liberalisierung des Kommunikationssektors!?

    Doch, Liberalisierung im FDP-Sinne: Da wo es sich für die Unternehmen lohnt, 4G anzubieten, gibt es 4G. Da wo 3 Leute und 500 Schafe leben, lohnt es sich nicht und dann gibts das auch nicht.

  • Oder warum habe ich in vielen Ländern selbst am Arsch der Welt vollen 4G Empfang, während ich in D je nach Netzanbieter teilweise nur 2G (EDGE) habe!?

    Dir steht es frei in eines dieser Länder "am Arch der Welt" auszuwandern, wenn dir 4G so wichtig erscheint ;-)

    Eventuell kannst du dort sogar von der "deutschen Altersrente" leben wie die Made im Speck...

  • JDS

    Ach, bitte nicht so billig!

    Andere Länder in Europa zeigen erfolgreich, dass Infrastruktur eben nicht in private Hand gehört. Und das häufig sogar zu günstigeren Preisen.

    Unser Unternehmen hat in D über 300 Standorte. Davon sind rund 150 Standorte direkt vernetzt. Wenn ich sehe, welche Probleme wir anno 2021 im Breitbandausbau haben, frage ich mich wirklich, ob D nicht bald auf das Niveau von so manchen 3. Weltland zurück fällt. Da ist man ja teilweise froh, wenn man in Städten überhaupt VDSL bekommt.=O


    Und ja, wir planen als Rentner einen Teil des Jahres im Ausland zu verbringen. Das hat dann aber nichts mit der Netzabdeckung zu tun, sondern ist einzig dem angenehmeren Klima geschuldet. ;)


    PS: Die FDP hat in der Vergangenheit nicht unbedingt gezeigt, dass Sie 'gestalten' bzw. 'reformieren' kann.

  • Ach, bitte nicht so billig!

    ey, ich habe extra einen Zwinker-Smiley zur Betonung der Ernsthaftigkeit der Aussage angeführt!


    In diesem Thread geht's aber nich um Netzausbau, sondern um hypothetisches Rentengeschwurbel und ein Wahlprogramm, das nicht einmal die Mehrheit der Mitglieder jener Partei kennt und/oder versteht...

  • ... sondern um hypothetisches Rentengeschwurbel und ein Wahlprogramm, das nicht einmal die Mehrheit der Mitglieder jener Partei kennt und/oder versteht...

    Hmm,

    die FDP war von 1969-98 und 2009-13 in der Regierungs(mit)verantwortung. Daher bin ich der Meinung, dass die Partei für ein Gros der aktuellen Probleme der Rentenversicherungen Ihren Anteil trägt. Die demografischen Fakten waren ja bereits in der 80'er und 90'er Jahren allzu bekannt. Und genau da hätte man ja mal mit Reformen anfangen können, oder?

    Schlussendlich hat man es dann Auto-Schröder & Co. überlassen zumindest mal etwas umzubauen. :/

    Und so schlecht scheint die 'Agenda 2010' ja bei der FDP nicht angekommen zu sein. ;)

  • Die Schröderische Agenda 2010 hat es gebracht. Merkel hat die Früchte geerntet und so gut wie nichts verändert. Bei Kohl hießt das noch Politik der ruhigen Hand.


    Jetzt stehen wir wieder an einem Punkt, wo mehr passieren sollte. Uns geht es noch nicht schlecht genug, fürchte ich. Also weiter so.