Altersvorsorge: bAV (Allianz) oder private Altervorsorge (Canada Life)

  • Hallo zusammen,


    ich möchte das Thema Altersvorsorge bei mir aufstocken.

    Kurz zu mir: werde bald 40, habe ein Einkommen > 100 TEUR, verheiratet, (noch) keine Kinder.


    Momentan spare ich seit knapp 10 Jahren in einen Rister, habe einen monatlichen Sparplan von 300€ in einen ETF und besitze einen Bausparer.


    Nun möchte ich gerne bei der Altersvorsorge weiter aktiv werden. Hier schwanke ich aktuell zwischen zwei Möglichkeiten

    • bAV über Arbeitgeber
    • private Altervosorge: mein Makler hat mir das Produkt Canada Life GENERATION private plus empfohlen.


    bAV

    In meiner Firma wird im Bereich bAV mit der Allianz zusammengearbeitet. Es gibt somit zwei Produkte, die hier interessanter wären: IndexSelect und InvestFlex.

    Mein Arbeitgeber zahlt leider nur die 15%.


    Bei einer monatlichen Sparquote von 284€ (Arbeitgeber bereits inkludiert) würde es wie folgt aussehen (ohne Dynamisierung bei der Einzahlung):


    Das sieht ja grundsätzlich nicht schlecht aus, da insbesondere die 284€ Brutto aktuell 122€ Netto ausmachen. Wenn es ausbezahlt wird fallen die bekannten Steuern an (Lohnsteuer, Krankenkasse, etc.).


    Canada Life GENERATION private plus

    Um die Produkte irgendwie vergleichbarer zu machen, habe ich mir ein Angebot für die Canada Life über einen monatlichen Betrag von 122€ machen lassen. Das würde dann wie folgt aussehen (auch ohne Dynamisierung):



    Und jetzt kommt ihr ins Spiel :-)

    Auch wenn ich davon ausgehen, dass bei der Canadian Life mit einer etwas höheren Rendite zu rechnen ist als wie bei den Allianz Produkten: wenn ich mir so rein die Zahlen ansehe gehe ich davon aus, dass ich mit der bAV eine höhere Rente erreichen kann - einfach weil ich das vom Brutto Gehalt bezahle.


    Jedoch bin ich bei der bAV deutlich gebundener, oder? Mein Arbeitgeber wird sicherlich nicht fix sein. Wenn ich wechsle, muss ich vermutlich auch den Vertrag wechseln - was wieder mit Kosten verbunden ist, soweit ich weiß.


    Was denkt ihr hier? Wie habt ihr hier euch entschieden?


    Wenn ihr noch Informationen von meiner Seite aus benötigt, bitte her mit den Fragen :-)


    Viele Grüße

    Martin


    P.S.: Neben diesen Produkten informiere ich mich auch momentan, noch einen weiteren Sparpaln einzurichten (Franklin Templeton).

  • Oberhalb der BBG lohnen sich bAVs nicht, da man aktuell keine Sozialabgaben spart (Höchstsatz erreicht) und später von der Rente KV+PV (sogar "doppelt") zahlen muss.

    Lass keinen zwischen Dich und Dein Geld.

  • Hallo SilencerandLois ,

    zum Thema bAV empfehle ich gern folgenden Blogbeitrag:

    https://hartmutwalz.de/betrueb…eine-herbe-enttaeuschung/

    Ich würde mir überlegen, ob eine BAV überhaupt einen Sinn ergibt!


    Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wirst Du mit einem eigenen weltweit diversifizierten ETF-Depot alle anderen Produkte von der Rendite her klar schlagen.

    Der einzige 'Vorteil' einer bAV (oder Riester) liegt m.E. im Bestandsschutz im Falle eines möglichen späteren Bezugs von Sozialleistungen.;)

    Ich würde sehen, dass ich meine ETF-Sparleistung deutlich steigere. 300€ sind m.E. in Anbetracht des Einkommens eher wenig. Und wenn nicht jetzt, wann dann? Gerade so lange noch keine Kinder da sind.

    Du hast Dich allerdings noch nicht zum Thema Wohnsituation/Immobilie geäußert. Hier wäre die Frage, ob geplant ist eine Immobile zu erwerben (Bausparer?).

    Das schöne ist, dass Du noch deutlich mehr als 25 Jahre Zeit zum Vermögensaufbau hast!

  • Hallo.


    In der Lage spart man durch die bAV laufend nur Steuern. Später wäre die Auszahlung zu versteuern. Wahrscheinlich würde man durch diese Steuerstundung einen Vorteil erlangen. Ob dieser Vorteil aber die Kosten innerhalb des Vertrages aufwiegt?


    Die Auszahlung wäre wohl auch beitragspflichtig zur Kranken- und Pflegeversicherung, allerdings gibt es hier einen Freibetrag bzw. eine Freigrenze. Insbesondere wenn die bAV nicht lange bespart wird (nicht mehr als 6 Jahre), ist davon auszugehen, dass die Auszahlung nicht verbeitragt werden muss, sofern es keine weiteren bAVen gibt.


    Den ETF stärker zu besparen macht aber wohl Sinn, es sei denn es soll Eigenkapital für einen zeitnahen Immobilienerwerb gebildet werden.

  • Danke schon einmal für euer Feedback.


    Der Artikel https://hartmutwalz.de/betrueb…eine-herbe-enttaeuschung/ ist schon mal interessant.

    Die genannten Punkten waren mir zum Großteil bereits bekannt - hier war mein Makler sehr offen. Es war aber gut, das nochmals so zu lesen, vor allem anhand eines Beispiels. An sicht hat sich nun doch meine Meinung verstärkt, NICHT in die bAV zu gehen.


    Dann wäre aber noch der Punkt über Canda Life interessant: was haltet ihr von diesem Produkt?

    Was der Makler hier noch gesagt hat war, dass natürlich bei Renteneintritt eine Versteuerung über Kapitalertragssteuer auf mich zukommt. Bei einer Laufzeit von >12 Jahren jedoch gesetzlich garantiert ist, dass diese nur zur häfte fällig wird.


    Das mit den ETFs stärker zu besparen werde ich vermutlich machen. Welche ETFs hier sinnvoll sind kann ich vermutlich auch in diesem Forum nachlesen.

    Neben den ETFs hab ich ja erwähnt einen Sparplan mit Franklin Templeton zu starten. Wenn hier Erfahrungen / Meinungen existieren, gern her damit :-)


    Zur Frage Immobilie: ja, ich habe einen Bausparer. Aber auf dem freien Markt erhält man für Kredite leider bessere Zinsen als wie durch meinen Bausparer. Hier bin ich in Klärung, ob eine Anpassung des Vertrages Sinn macht - mein Bankberater meinte bereits vermutlich nicht, aber das Klären wir in einem Gespräch.

    Momentan lebe ich in Miete - was für die aktuelle Lebenssituation auch passt. Der Erwerb einer eigenen Immobilie steht momentan nicht an - deswegen wird der Bausparer vorerst vermutlich so liegen bleiben.


    Der Vollständigkeithalber: neben dem ETF bin ich auch noch in Crowdfunding und P2P-Lösung etwas aktiv - mehrere unterschiedliche Plattformen, wegen Diversifikation.


    Viele Grüße

    Martin

  • Hmm,

    zur Canada Life (CL) hattest Du ja deren 'Renditeerwartungsbogen' gepostet. Auch wenn ich darauf nichts gebe, ist es ja interessant sich das mal anzusehen.

    Über Fondsrechner zum Fondssparen (zinsen-berechnen.de) kann man das ja mal durchrechnen.

    Interessant finde ich, dass bei 1% p.a. angenommener Rendite ein ETF-Sparplan mit angenommenen 0,3% TER und die CL nahezu gleich performen.

    Bei einigermaßen realistischen 6% Rendite liegt der ETF-Sparplan dann aber rund 5 K€ vor CL. Bei den angenommen 8% sind es dann schon rund rund 9k€ Vorteil für den ETF-Sparplan... :/

    Also ich halte nix von dem Produkt und stehe inzwischen auf dem Standpunkt. Lieber selbst machen!

    Zum Thema ETF im Versicherungsmantel hat der Finanzwesir einen interessanten Beitrag geschrieben.

    https://www.finanzwesir.com/blog/etf-versicherungsmantel

    Lies Dir dazu auch mal die Kommentare der Leser durch!

    Und hier das Video von Saidi (Finanztip) zum Thema:

    Rentenversicherung durchgerechnet: Warum sie sich (nicht) lohnt - YouTube

    Immer im Hinterkopf behalten: Wem nutzt es!? ;)


    BAV kann sich lohnen, wenn der AG ordentlich etwas dazu gibt. M.E. sind die gesetzlichen 15% aber schlichtweg zu wenig, damit sich eine BAV lohnt. Das Thema AG-Wechsel hattest Du ja bereits erwähnt. Ich hatte auch mal eine BAV, die ich durch einen AG-Wechsel ruhend stellen musste. Schlussendlich bin ich sehr froh darüber.

    Ich muss halt nur nach darüber nachdenken, ob ich später eine Rente oder eine Einmalzahlung in Anspruch nehme.

  • Neben den ETFs hab ich ja erwähnt einen Sparplan mit Franklin Templeton zu starten. Wenn hier Erfahrungen / Meinungen existieren, gern her damit :-)

    Der Frank kann nichts besser als Du mit ETF, eher läuft es schlechter (schau Dir mal den ehemaligen Star Growth Fonds in den letzten Jahren an) . Aber er nimmt sich eine Menge von Deinem Geld dafür, über die Jahre Tausende/Zehntausende.

  • Ihr macht mir das ETF-Thema immer mehr schmackhaft - ist aber nicht so, dass mir das Thema fremd ist. Hab ja bereits einen MSCI-World laufen.

    Hab auch den genannten Artikel von monstermania gelesen. Danke dafür.


    Hab mir mal folgende Portfolios angesehen:

    Die lesen sich wirklich interessant - und ich spar mir die "teuren" Franklin Templeton-Produkte.

    Aber ich muss mich noch etwas mehr in das Thema einlesen. Spannend wirds ja auch, wenn man den Sparplan ändert, umschichten, etc. Wir macht sowas Spaß - muss mich aber noch mehr damit beschäftigen. Mal sehen, ob ich in diesem Forum noch mehr dazu finde :-)


    Zur bAV: Leider zahlt der Arbeitgeber nicht mehr als 15% - bereits angefragt und geklärt.


    Vielel Grüße

    Martin

  • Spannend wirds ja auch, wenn man den Sparplan ändert, umschichten, etc. Wir macht sowas Spaß - muss mich aber noch mehr damit beschäftigen. Mal sehen, ob ich in diesem Forum noch mehr dazu finde :-)

    Tja, die Frage ist, ob es 'Spannung' bei der Altersvorsorge überhaupt braucht!? ;)

    Ein einziger weltweiter ETF (MSCI ACWI oder FTSE All World) reicht vollkommen aus. Dann einfach nur 20 - 30 Jahre konstant den Sparplan durchziehen und gut ist es.

  • einfach (...) konstant (...) durchziehen

    Im Prinzip richtig. Es gibt allerdings auch Menschen, die sich gerne mit solchen Themen beschäftigen und an langen Winterabenden an den Finanzen basteln möchten. Nicht wenige davon schreiben auch in diesem Forum.


    Die könnten z.B. nur 90 % in die vernünftige einfache ETF-Anlage stecken und die restlichen 10 % zum Spielen nehmen. Einzelaktien, Themenfonds, Sachwerte, Crowd-Investing... Nach 10 Jahren bitte schauen, was besser lief und hier berichten. Aber ehrlich!


    Oder - auch sehr ergiebig - mit der richtigen Kombi ausschüttend/thesaurierend den Sparerfreibetrag perfekt ausreizen.

  • Ich hab mich nun doch auf zwei ETFs umentschieden: jetzt bin ich aber nicht sicher, welche der beiden Kombinationen ich verwenden soll:

    Wenn ich mir die Entwicklung ansehe, sind die beinahe identisch. Die zweite Variante schüttet aber aus. Wie ist das mit der ersten Variante? Dort werden die Ausschüttungen wieder investiert. Selber schöpfe ich bereits meinen Sparfreibetrag vollständig aus - wenn das bei der Entschediung helfen würde.


    Und wie @Pantoffheld schon geschrieben hat: es gibt auch etwas Spielgeld, welches ich eben in P2P-Lösungen (--> was seit drei Jahren sehr gut läuft), ... verwendet.