Negativzins - Vereinbarung

  • Neu in der Runde - erlebe ich gerade Folgendes:

    Seit 23 Jahren bin ich HYPOvereinsbank-Girokonto-Kunde - dank onlinebanking und Kontostand bisher kostenlos und im Wesentlichen unbehelligt.

    Überraschend ruft am 27.4. ein Bankberater an, ich müsse zum 1.5. aufgrund meines Kontostand "Verwahrentgelt" zahlen. Er müsse jetzt die "wenigen" betroffenen Kunden informieren. (Auf den Bank-Webseiten finde ich dazu nichts!).

    Es sei denn, ich unterziehe mich einer "Vermögensberatung" (kostenloses Erstgespräch). Nach dem VB-Akquise-Gespräch am 10.5. (zu dem ich Unterlagen zur Finanzmarktsituation von April 2020! bekam) konnte ich eine weitere VB nur ablehnen.


    Prompt flattert am 22.5. die "Vereinbarung über zukünftiges Verwahrentgelt ab 1.6. " nebst "Sonderbedingungen Verwahrentgelt" ins Haus - und soll umgehend unterzeichnet und auf allen erdenklichen Wegen (inkl. Scan/Foto!) rückgesendet werden.

    Bei Unterzeichnung akzeptiere ich:

    Entgelt (einsehbar im jeweils aktuellen Preis-Leistungsverzeichnis - also Holschuld)

    und Freibeträge (ausdrücklich ohne Rechtsanspruch). Welch Freibrief für die künftige Preisgestaltung der Bank!


    In der neuen online-Preisliste vom 19.5. finde ich dann tats. auf S. 4 "Verwahrentgelt mit Fußnote 20 = 0,5%" - auf S. 14 Fußnote 20: "Voraussetzung ist eine "Vereinbarung" zu entspr. Konten und evtl. Freibeträgen und die "Sonderbedingungen"...


    Was tun?: Nichtreagieren provoziert vermutlich Kündigung seitens der Bank - Nachteile (Schufa ?) kann ich nicht abschätzen...

    Ich spiele - verärgert über Art + Weise und Kurzfristigkeit - mit dem Gedanken, den Termin 1.6. handschriftlich zu ändern?

    Praktisch bringt das Ganze aber nur Frust und Arbeit - also besser schnell umschichten und selbst kündigen....?


    ...vermutlich geht es vielen hier ähnlich?


    Sonnige Grüße in die Runde!

  • jup


    Das dies unsere besten Entscheider zulassen.


    ICH habe nicht unterschrieben!


    Die Gesprächsführung geht dann dahingehend, dass die Berater eine Kündigung in Aussicht stellen. *nett*



    Habe darauf hin auf den Rechtsanspruch eines Girokontos hier in D hingewiesen.


    Dann war fürs erste Ruhe.


    Bei mir wollen Sie übrigens ab 15.000€ das mühsam ersparte Geld "klauen"...


    So weit ist es schon im besten?? Währungssystem.


    OK Boomer



    Game over würde ich sagen.


    Bei den ganzen P/E-Ratios


    asset bubble





  • Was genauer erklären?


    Findest du negativ Zinsen bei gleichzeitiger Geldvermehrung etwa gut?

    Ich verstehe z.B. nicht, was du mit "Das dies unsere besten Entscheider zulassen. sagen möchtest. Oder mit "OK Boomer".

    Soweit ich weiß, gibt es für den Normalbürger noch ausreichend Möglichkeiten, diese versteckten Gebühren zu umgehen.

  • Schau das ist eine Entscheidung.


    https://www.welt.de/wirtschaft…Euro-gefeuert-werden.html


    und das ebenfalls

    https://www.sueddeutsche.de/ka…ngestellt-werden-1.957009


    zum gleichen Fall...


    und nun schau was aus der Frau geworden ist. gidf


    zum Hinweis "noch ausreichend Möglichkeiten, diese versteckten Gebühren zu umgehen..."


    Wollte mir ein anderes Girokonto eröffnen...

    ->wurde abgelehnt - Grund wurde mir allerdings nicht genannt....


    Tagesgeld und Festgeld wären noch(!) eine Option...



    zum Thema Girokonto Kündigung noch folgendes.


    https://www.bundesregierung.de…echt-auf-ein-konto-321068


    Zitat:

    Banken dürfen künftig niemandem mehr verwehren, ein Konto zu eröffnen.





    daraus könnte man ableiten: Aber kündigen schon! wenn du im Plus bist und seriös gehaushaltet hast.


    So und jetzt scrolle mal zurück und versetzte dich bitte in den mindset der 1980er und 1990er Jahre.

    Würde sich das, was du hier gerade liest nicht utopisch anhören?

  • Ich hab jetzt immer noch nicht verstanden, was du mit "OK Boomer" sagen wolltest. War wahrscheinlich nicht so wichtig.


    Das Recht auf Konto heißt meines Wissens nicht, dass jede Bank jedes Kontomodell für jeden Interessenten anbieten muss.

    Was hat der Fall mit dem Pfandbon mit den als Verwahrentgelt getarnten Kontoführungsgebühren zu tun?


    Soweit ich mich erinnere, waren in den 80ern/90ern die meisten Kontomodelle gebührenpflichtig, mit zusätzlichen Gebühren für alles und jedes, inkl. Geldtausch, wenn man mal nach Frankreich oder Österreich wollte. Dazu kam teilweise eine Inflation von deutlich über 5 %.


    Dieses "früher war alles besser" muss man sehr vorsichtig anschauen.

  • Was will uns der Autor sagen!? :/

    Ich verstehe beim besten Willen nicht was der obige, durchaus strittige Fall, mit dem Problem der Strafzinsen zu tun haben könnte?

    Und das die Frau inzwischen verstorben ist, tut mir leid für Ihre Angehörigen, bringe ich aber auch nicht mit den Strafzinsen in Verbindung.

    Und ich verstehe auch nicht, was das Recht auf ein Konto ursächlich mit Strafzinsen zu tun hat? Gibt es irgendwo ein Gesetz in dem steht, dass ein Guthaben zwingend positiv verzinst sein muss?

    Fakt ist doch, dass wir Konteninhaber uns jahrelang über sinkende/keine Gebühren bei den Banken freuen konnten (Geiz ist Geil ;)). Tja und nun sieht es so aus, das die Party langsam vorbei ist. Sprich wir müssen für finanzielle Leistungen wieder Geld bezahlen. So What!?


    Den von Orange21 geschilderten Fall bzw. die Vorgehensweise der Bank finde ich natürlich heftig. Aber auch hier gilt. Ich muss es ja nicht mitmachen und kann mir eine andere Bank suchen. Ob es bei der dann mittel. bzw. langfristig besser läuft lasse ich mal dahingestellt.

    Ich habe ohnehin das Gefühl, dass man sich als Kunde häufig ein falsches Bild davon macht, ob man ein 'guter' Kunde für die Bank ist. :/

    Ein 'guter' Kunde ist Jemand mit dem die Bank Geld verdient (z.B. Kredite/Geldanlage per Bankprodukt/Versicherung usw.). Und nach solchen Maßstäben bin ich z.B. ein denkbar schlechter Kunde für (m)eine Bank! :D

  • Ein 'guter' Kunde ist Jemand mit dem die Bank Geld verdient (z.B. Kredite/Geldanlage per Bankprodukt/Versicherung usw.). Und nach solchen Maßstäben bin ich z.B. ein denkbar schlechter Kunde für (m)eine Bank! :D


    Ich glaube, genau das ist manchmal der Trugschluss. Eine Bank lebt nicht von Nächstenliebe sondern von Profiten. Und wenn ein Kunde keinen Profit bringt, ist das für die Bank schlecht.

    Das ist natürlich dahingehend ärgerlich, als dass ein Konto + Karte(n) Voraussetzung für ein halbwegs normales Leben sind. Daher ist es schon gut, wenn es jetzt das Recht auf ein Konto gibt.

    Klar ist aber auch bei dem Recht auf ein Konto: Die Bank will (und muss) Geld verdienen. Also holt sie es sich irgendwo.

    Da die 80er angesprochen waren: Wenn man Guthabenzinsen im hohen einstelligen Bereich aufs Sparbuch bekommen hat, dann sollte klar sein, dass die Bank Zinsen im zweistelligen Bereich erwirtschaftet hat und einen Teil für sich behalten hat. Dazu kamen Gebühren für so ziemlich alles, was die Bank gemacht hat.

    Die Leistungen wurden nach und nach gebührenfrei - teilweise durch Wettbewerbsdruck (Konten und Karten) oder durch Gesetzgebung (Geldumtausch in der EURO-Zone entfällt, Überweisungen in SEPA müssen kostenlos sein). Gepaart mit der Tatsache, dass die Banken und Versicherungen kaum noch Zinsen erwirtschaften, von denen sie einen Teil einbehalten könnten, helfen sie sich jetzt anders.

    Ein "Verwahrentgelt" in Höhe von 0,5 % auf Einlagen über 100.000 € ist eigentlich eine deutlich sozialere Herangehensweise (da sie nur entsprechend wohlhabende Menschen trifft) als pauschale Gebühren von monatlich 20 € auf ein Girokonto und 10 € fürs Geldabheben (das ist etwa das, was man inflationsbereinigt in den 80ern hatte).

    Alles nicht schön, aber IMO alternativlos.

  • Ein "Verwahrentgelt" in Höhe von 0,5 % auf Einlagen über 100.000 € ist eigentlich eine deutlich sozialere Herangehensweise (da sie nur entsprechend wohlhabende Menschen trifft) als pauschale Gebühren von monatlich 20 € auf ein Girokonto und 10 € fürs Geldabheben (das ist etwa das, was man inflationsbereinigt in den 80ern hatte).

    Alles nicht schön, aber IMO alternativlos.

    äh andy

    Zieh dir bitte das update schnell rein...


    Zitat:

    Beim sogenannten Verwahrentgelt gelten in der Regel bestimmte Freibeträge, die von 5.000 Euro bis zu Millionenbeträgen reichen. Gut 60 Banken gewähren nur noch einen Freibetrag von 10.000 Euro oder weniger, 23 Geldhäuser langen bereits ab dem ersten Euro zu.


    https://www.biallo.de/geldanla…meiden-sie-negativzinsen/



    Weißt du eigentlich warum die (meisten) Banken ausgerechnet 0,5 % abziehen ?

    und nicht 0,75 oder 1,0%? Das wäre doch noch viel sozialer. :/:thumbsup:

    bitte nicht googlen bingen oder sonst was... ;) Das musst du schon auswendig wissen.


  • Zitat:

    Beim sogenannten Verwahrentgelt gelten in der Regel bestimmte Freibeträge, die von 5.000 Euro bis zu Millionenbeträgen reichen. Gut 60 Banken gewähren nur noch einen Freibetrag von 10.000 Euro oder weniger, 23 Geldhäuser langen bereits ab dem ersten Euro zu.

    Wer freiwillig ab dem ersten Euro zahlt, obwohl er es vermeiden könnte, muss das halt so machen.

  • PS

    Weißt du eigentlich warum die (meisten) Banken ausgerechnet 0,5 % abziehen ?

    und nicht 0,75 oder 1,0%? Das wäre doch noch viel sozialer. :/:thumbsup:

    bitte nicht googlen bingen oder sonst was... ;) Das musst du schon auswendig wissen.


    Ich weiß nicht, warum es jetzt auf die persönliche Schiene geht. Du möchtest dich über Banken beklagen. Ich versuche dir zu erklären, warum die Banken so handeln, wie sie handeln und weise auf Optionen hin, den Gebühren zu umgehen.


    Ob jemand die Gebühren zahlt oder wechselt oder eine ganz andere Idee hat, ist eine persönliche Entscheidung :-).

  • PS

    Ich weiß nicht, warum es jetzt auf die persönliche Schiene geht. Du möchtest dich über Banken beklagen. Ich versuche dir zu erklären, warum die Banken so handeln, wie sie handeln und weise auf Optionen hin, den Gebühren zu umgehen.


    Ob jemand die Gebühren zahlt oder wechselt oder eine ganz andere Idee hat, ist eine persönliche Entscheidung :-).

    hmm

    das ist überhaupt nicht persönlich Andy, woher willst du es denn auch wissen. :)


    https://www.merkur.de/lokales/…e-betroffen-90658384.html


    Zitat:

    Die aktuelle Zinspolitik sei das politische Instrument, um den wirtschaftlichen Zusammenbruch hochverschuldeter EU-Länder zu verhindern. „Hier versucht man, frühere Fehler zu korrigieren – und die kleinen Sparer hierzulande müssen es ausbaden.

    Für sich allein hätte Deutschland längst wieder Positivzinsen verkraftet. Die Generation, die nach dem Krieg angeschoben habe und auf Zinsen auf ihr Erspartes gehofft habe, gehe nun aufgrund der EZB-Zinspolitik leer aus. „Das“, sagt Niedermaier, „tut mir in der Seele weh.“


    meine Anmerkung:

    Mittlerweile sind es nicht nur Länder sondern auch Firmen (na kennt ihr welche die Fiskalhilfen erhalten haben?) als auch Privathaushalte


    Und im schlimmsten Fall passiert dann was? .... genau das

    https://www.schuldnerberatung.de/privatinsolvenz-3-jahre/



    Wie lange dauert die Wohlverhaltensphase bei der Privatinsolvenz?

    In der Regel dauert die Wohlverhaltensphase der Privatinsolvenz 6 Jahre – beginnend mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Die Phase kann jedoch auf 5 bzw. 3 Jahre verkürzt werden.

    Wann können Schuldner die Privatinsolvenz auf 3 Jahre verkürzen?

    Die Privatinsolvenz endet nach 3 Jahren, wenn der Schuldner in dieser Zeit 35 Prozent seiner Schulden und die Verfahrenskosten begleicht. Dann erfolgt die Restschuldbefreiung.




    Herzlich willkommen im Basis Konto Wunderland

    Einer Simulation eines funktionsfähigen Wirtschaftssystems.


    und Schulden, hey spielen keine Rolle mehr. ^^

  • Hallo zusammen,

    Bitte mal eine andere Platte auflegen, es nervt langsam und trägt zudem überhaupt nichts zum Thema bei.

    Meine Langfassung: M.E. ist dies ein Forum zur Frage, wie man sich im bestehenden System bewegt, um das Optimum für sich herauszuholen. Für Systemkritik oder Revolutionen gibt es andere Foren.


    Insofern meine volle Zustimmung zu andiii_98. Grundlage für jedes erfolgreiche kaufmännische Handeln ist die Erkenntnis, welche Randbedingungen, Zwänge und Ziele mein Verhandlungspartner hat. Es nutzt mir absolut nichts, auf gierige Banker zu schimpfen, ich muss wissen, wo haben sie ggf. noch Handlungsspielräume. Darüber sollten wir uns hier austauschen.


    Gruß Pumphut