Riester Rente - Gebührenerhöhung nach Beitragsanpassung

  • Hallo Finanztip Community,


    ich hätte mal eine Frage zum Riestervertrag meiner Partnerin.

    Sie hat den Vertrag im Jahr 2007 abgeschlossen und damals noch relativ niedrige Beiträge gezahlt (Ausbildung, dann Studium).

    Die Kosten des Vertrages waren bis 2018 6€ und Verwaltungsgebühren von 30€.


    2018 hat Sie Ihren Beitrag auf 141€ erhöht und dann Anfang 2020 auf die 160,4€.

    Jetzt steigen auch die Verwaltungs- und Vertragskosten drastisch für erneut 5 Jahre.


    Das Schreiben von 2021 für 2020 hat nun Vertriebskosten von 570€ und Verwaltungskosten von 190€.

    Und das nun noch mal für 5 Jahre?

    Das ist ja extreme Abzocke. Ist da alles rechtens?


    Wir planen 1-2 Kinder in der nahen Zukunft, daher wäre 1 Riester für uns theoretisch ja sinnvoll (beide sind im 42% Steuerbracket).

    Aber bei so hohen Kosten ist ja selbst die Förderung niedriger als die Kosten...


    Ist das normal dass die Kosten so drastisch steigen? In den sauren Apfel jetzt beißen und dann mit Kindern sich über die Förderung freuen oder ist der Vertrag kostenmäßig unter aller Kanone?



    Sie ist gerade ein bisschen emotional bei den Kosten und ich hätte gerne eine neutrale Meinung.


    Danke euch

    Florian

  • Danke.


    Noch eine Frage bei den Verwaltungskosten ist der größte Posten bei 9% der monatlichen Beiträge.

    Sind die 9% hoch im Vergleich zu anderen Riester Verträgen oder im Rahmen?


    Und wenn nun Kinder kommen würden, dann würde sich der Beitrag ja senken.

    Entspräche das auch einem Neuabschluss und es würden wieder 5 Jahre Kosten anfallen?


    Vielleicht noch als Info, Ihr Riester läuft komplett über Fonds, geplant war 75% MSCI World und 25% Dimensional Global Targeted Value.

    Allerdings wurde bei Ihrem Schreiben die %e vertauscht und nun hat sie 75% Global Targeted und 25% MSCI World....

  • 9% Beiträge wäre grauenhaft viel. Ich vermute dass es andere Riester in dieser Range gibt, weiß es aber nicht.


    Wenn du den Beitrag senkst, weil weitere Kinder geboren wurden, entstehen keine neuen Kosten.


    Aber wenn du den Beitrag anhebst, weil der Kindergeld Anspruch weggefallen ist oder das Einkommen gestiegen ist, und du die 4%-Regel einhalten willst, zahlst du auf die Erhöhung wieder Abschluss- und Vertriebskosten.

  • In Ihrem Vertrag sind es 9% auf die monatlichen Beiträge plus ein paar kleine Sachen was dann eben 190€ Verwaltungsgebühren ergibt.


    Klingt auch schon extrem viel. Ich denke vielleicht sollte sich das mal ein Fachmann anschauen, ich bin da irgendwie zu sehr Laie um durchzuschauen, wie so ein Wechsel sinnvoll funktioniert und zu wem :|


    Das mit den erneuten Gebühren ist ja toll. Also definitiv nach nem günstigeren Vertrag schauen.


    Danke für deinen Input!

  • Hallo.


    Über die Sinnhaftigkeit von Riester haben wir uns an anderer Stelle schon ausgetauscht.


    Ob Riester in diesem speziellen Fall Sinn macht, müsste man sich konkret anschauen. Steuern sparen ist schön, aber das Produkt dazu muss auch etwas taugen. Wenn Kinder da sind, wird die Steuerlast wahrscheinlich geringer, dass kann trotz Kinderzulage die Sinnhaftigkeit von Riester hintertreiben. Da sollte man genau rechnen.


    Ob bei einem Vertragswechsel das Guthaben des bisherigen Vertrages auch übertragen werden sollte oder ob man auf die Beitrags- und Zulagengarantie zählt, müsste man sich auch durchrechnen (lassen).

  • Aber wenn du den Beitrag anhebst, weil der Kindergeld Anspruch weggefallen ist oder das Einkommen gestiegen ist, und du die 4%-Regel einhalten willst, zahlst du auf die Erhöhung wieder Abschluss- und Vertriebskosten.

    Das soll und darf nicht so sein, wurde aber in der Vergangenheit von einigen Anbietern so praktiziert.


    Siehe https://www.verbraucherzentral…entenversicherungen-47407 und https://www.verbraucherzentral…provisionen-zurueck-32315

  • Das soll und darf nicht so sein, wurde aber in der Vergangenheit von einigen Anbietern so praktiziert.

    Mein Verständnis an dieser Stelle:


    1) Du hast einen Vertrag, zahlst zehn Jahre 50 Euro, dann weitere 10 Jahre 100 Euro. Dann entstehen weitere Abschlusskosten und das zurecht.


    Deine Variante Pantoffelheld ist.


    2) Du zahlst zehn Jahre 50 Euro, dann senkst du den Beitrag für 10 Jahre auf 5 Euro. Du hast aber bereits die Abschlusskosten für das Beitragsniveau 50 Euro voll erbracht. Wenn du im Jahr 21 wieder auf 50 Euro erhöhst, darf es keine neuen Abschlusskosten geben, wenn sie bereits einmal erbracht worden sind.