Zweites Depot sinnvoll

  • Hallo,


    ist es bei einer Anlagesumme von 50.000 euro in einen msci world etf sinnvoll ein zweites Depot depot zu eröffnen und den betrag aufzuteilen.

    Da die einlagensicherung nur bis 100.000 euro geht.

    Anlgedauer soll 20 Jahre sein.


    Vielen Dank und beste Grüße

  • Die Einlagensicherung bezieht sich auf Sichteinlagen: Girokonto, Tagesgeld, Festgeld. Deine ETF sind Sondervermögen und von der Einlagensicherung nicht betroffen, du kannst Millionen auf einem Depot haben, ohne dass sie bei einem Bankrott deiner Bank weg sind.


    Ein Zweitdepot kann Sinn machen, wenn man bestimmte Vermögenselemente trennen will. Ein Partner hat aus alten Zeiten Vermögen, nun spart man gemeinsam weiter, da macht das Sinn. Ich spare Geld für meinen Vater auf einem Zweitdepot. Wenn du immer in denselben ETF sparst, wirst du bei Verkauf nach der Fifo Regel verkaufen, First in first out. Bei einem Jahrzehntealten Depot verkaufst du also die allerersten Anteile vermutlich mit dem höchsten Gewinn und damit der höchsten Steuerlast. Das kann ungünstig für die Steuer sein. Entweder du wechselst ab und zu deine ETFs oder du eröffnest weitere Depots um die Fifo Regel zu unterbrechen.

  • Einlagen

    Nein! Depotkonto ist Sondervermögen und grenzenlos geschützt! 100.000 Eur-Grenze bezieht sich auf Bargeld bei anderen Anlagearten.

  • Moin AndreaC,


    diese auf die Backe gemalte Einlagensicherung gilt für Bankverbindungen und Geldwerte, also zum Bleistift für Girokonten, Tages- oder Festgeldkonten und eigentlich auch für Depot-Verrechnungskonten, wenn ich mich nicht irre.

    Der oder die ETF/s sind da außen vor... also keine Angst, sie fallen nicht unter die Grenzen der Einlagensicherung.

    LG

    John

  • darf man wissen, was der Ausdruck "auf die Backe gemalt" bedeuten soll?

    Ja klar... dies soll zum Ausdruck bringen, dass die verschiedenen Sicherungssysteme der Einlagensicherung dem geneigten Verbraucher leider nur eine "vermeintliche Sicherheit" suggerieren. De facto und in den begrenzeten "Rücklagen" begründet reicht diese Einlagensicherung nur bei verhältnismäßig kleinen Banken-Crashes.

    Genaue Zahlen kannst du gerne googeln, sofern sie überhaupt bekannt gegeben werden ;-)

  • darf man wissen, was der Ausdruck "auf die Backe gemalt" bedeuten soll?

    Die Tragfähigkeit der Einlagensicherung ist eher theoretisch, da die Rücklagen dafür im Promillebereich vorgesehen sind und selbst diese noch nicht erreicht sind. Für die Schieflage einer kleinen Bank reicht es, echte Sicherheit stellt die Einlagensicherung nicht dar.


    Wichtig für den Anleger ist zu wissen, dass es keine staatliche Einlagensicherung ist sondern eine gesetzliche, die von unterschiedlichen Trägern dargestellt wird. Die Älteren werden sich noch an die dramatische Lüge vor den Fernsehkameras am 05.10.2008 erinnern, als ohne gesetzliche Grundlage eine Einlagengarantie gegeben wurde. Seither wurde vieles getan, dass der Staat eben nicht für die Einlagen garantieren muss.


    Schön nachlesbar bei der BaFin https://www.bafin.de/DE/Verbra…nlagensicherung_node.html

  • Nun ja,

    man muss die Aussage(n) von 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkriese im Kontext sehen. Die Regierung wollte seinerzeit halt um jeden Preis einen 'Bank-Run' verhindern.

    Denn wer glaubt, dass er einfach so zur Bank gehen kann um 'sein' Geld zu holen würde sich sehr wundern, wenn dass plötzlich alle Kunden machen würden. ;)

    Dann würde man feststellen, dass gar nicht genug Geld im Umlauf ist um alle Bankguthaben auszahlen zu können (zumindest nicht kurzfristig).


    Nun gut, hoffen wir mal weiterhin, dass solche Szenarien in der Ecke der Verschwörungsszene bleiben und wir weiterhin in einem einigermaßen geordneten Staaten- und Finanzsystem leben können.