Frau verbeamtet, Mann angestellt - GKV oder PKV?

  • Lohnt sich ein Wechsel in die PKV in der dargestellten Situation? 6

    Das Ergebnis ist nur für Teilnehmer sichtbar.

    Hallo zusammen,


    Leider finde ich zu dem Thema nicht viel und würde gerne die geballte Kompetenz der Community nutzen:)


    Situation:

    - Paar (beide Ende 20), noch nicht verheiratet, kommt irgendwann

    - Sie ist verbamtet und beihilfeberechtigt

    - Er ist angestellt und über der Pflichtgrenze, Bruttoeinkommen höher als bei ihr

    - Es sind noch keine Kinder vorhanden, geplant ist 1 (Obergrenze 2, wahrscheinlicher ist 1)


    Nun stellt sich für mich die Frage, ob sich ein Wechsel in die PKV unter dieser Konstellation "lohnt".


    Das Alter spricht wahrscheinlich dafür, die bessere Versorgung ist für mich auch wichtig und ich möchte generell eine möglichst geringe Abhängigkeit vom Staat haben.


    Die aktuelle Ersparnis in der PKV würde ich z.B. in einen ETF Rürup packen, um das dann ev. vorhanden Langlebigkeits"risiko" zu reduzieren.


    Zusätzlich habe ich bereits ca. 140.000 an Vermögen aufgebaut (größtenteils Aktien & ETFs), welches auch als Finanzpolster im Alter dienen soll).



    Danke schon mal vorab!

  • Wenn man jung und ein besseres Risiko als der Durchschnitt ist, dann ist eine PKV -bei der Wahl des "richtigen" Tarifes- zu empfehlen.


    Wenn man die BBG überschritten hat, fließen rd. 11 TEUR an die Krankenkasse. Dafür gibt es privat besseres.


    Im Alter wird es natürlich teuerer. Aber wenn man vorsorgt, sollte das auch kein Problem sein.


    Nur den "richtigen" Tarif finden, ist nicht so einfach, denn eine PKV ist eine Ehe auf Lebenszeit.

  • Grundsätzlich prüft eine PKV immer den Gesundheitszustand und prüft da auch ggf. Aufschläge. Heißt, wenn du gesund bist und keine Vorerkrankungen hast, sind das schon mal gute Voraussetzungen.

    Ein weiterer Punkt ist natürlich, dass sich eine PKV jenseits von 56.000€ brutto finanziell unter bestimmten Bedingungen auf jeden fall lohnt, da der Beitrag pro Monat bei ungefähr 350€ liegt (GKV deutlich höher also).

    Allerdings ist ein wichtiger Faktor die Familienplanung. Wenn mehr als 2 Kinder langfristig geplant sind, wird spätestens dann die GKV preislich besser sein. Für den jeweils individuellen Fall müsste man es durchrechnen.


    Die Ersparnis würde ich auch entweder in einen ETF Rürup packen oder in eine flexible Rente, da dort nur der Ertragsanteil in der Bezugsphase besteuert wird, sodass ein hoher Steuervorteil gegenüber einem Depotsparplan generiert werden kann. Die Ansparphase ist ja komplett steuerfrei.


    [Dieser Absatz wurde von der Moderation entfernt]

  • Hallo.


    Bei Wechsel in die pKV sollte es um die Leistungen gehen. Die Kosten sollten zweitrangig sein, aber man muss diese im Blick haben. (Das scheint ja hier der Fall zu sein.)

    Nach fachkundiger und ganzheitlicher Beratung kann es sehr gut sein, dass sich der Wechsel in die pKV anbietet.


    Bei Rürup habe ich gewisse Vorbehalte, aber das kann ja in der Beratung geklärt werden.

  • Die Ersparnis würde ich auch entweder in einen ETF Rürup packen oder in eine flexible Rente, da dort nur der Ertragsanteil in der Bezugsphase besteuert wird, sodass ein hoher Steuervorteil gegenüber einem Depotsparplan generiert werden kann. Die Ansparphase ist ja komplett steuerfrei.

    Eieieieieiei?

    Dazu würde ich gerne einmal ein Rechenmodell sehen, also ein Beispiel...



    Ich bin unabhängiger Finanzberater

    Was ist denn das? Ein Versicherungsberater? Ein Vermögensverbrater?

  • Vorschlag: Sprecht doch bei der Frage, ob ein Wechsel in die PKV möglich ist, richtigerweise von der Jahresarbeitsentgeltgrenze / Versicherungspflichtgrenze (JAEG = 64.350 EUR in 2021) und nicht von der Beitragsbemessungsgrenze (BBG = 58.050 EUR in 2021) :)

    Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung GmbH & Co. KG - Spezialisten für Private Krankenversicherung, Berufsunfähigkeit, Altersvorsorge, Geldanlage. Angaben gem. § 11 VersVermV, § 12 FinVermV: schlemann.com/erstinformationen. Beiträge in der Finanztip Community erstelle ich mit größtmöglicher Sorgfalt, jedoch ohne Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Informationen, deren Nutzung auf eigene Gefahr erfolgt.

  • Unknown_10 : Definieren Sie "lohnen" bitte genauer. Geht es Ihnen

    1) um bessere Versorgung oder

    2) darum Geld zu sparen?


    Im Fall von 2) könnten Sie über einen von Robin Kruckemeyer empfohlenen Tarif für 350 EUR nachdenken und wären dann teilweise schlechter abgesichert, als in der GKV. Ich würde davon abraten.


    Liegt Ihre Priorität bei 1), dann zahlen Sie eher um die 750 EUR - immer noch deutlich weniger als in der GKV mit rund 929 EUR, aber auch mit deutlich besseren Leistungen. Bei langfristig gehobenem Einkommen erzielen Sie in Summe voraussichtlich immer noch eine deutliche Ersparnis gegenüber der GKV. Eine Ersparnis sollten Sie genau wie von Ihnen angedacht sinnvoll investieren - etwas mehr schadet auch nichts. Welche Anlageform passt - ETF, Beitragsentlastungstarif, Basisrente, etc. - bzw. welche Kombination daraus wäre noch genauer zu prüfen.


    Mit einer verbeamteten, behilfefähigen, privat krankenversicherten Frau können Kinder ebenfalls für sehr kleines Geld (ca. 45 EUR) privat krankenversichert werden. Familienplanung ist hier deshalb ein für die Entscheidung GKV oder PKV deutlich weniger relevantes Kriterium. Zu prüfen bleibt, wie nachhaltig Sie ein gehobenes Einkommen erwirtschaften - bis zur und nach der Rente.


    Ist die Frage GKV oder PKV geklärt, bleibt im nächsten Schritt die Auswahl eines zu Ihren Anforderungen passenden Tarifs. Das Vergleichen von um die 100 relevanten Kriterien fällt mit einem professionellen Vergleichsprogramm deutlich leichter. Sie können sich aber auch die Bedingungen von 5-10 Anbietern schicken lassen (so um die 100 Seiten pro Anbieter) und die dann händisch mit den Textmarker vergleichen. :) Wenn's spezieller wird, ist auch mit Vergleichsprogramm noch mal der Blick in die konkreten Bedingungen sinnvoll.


    Bei diesen Schritten hilft fachkundige Beratung - das sprengt glaube ich den Rahmen eines Forums. :)


    P.S.: Falls Ihre künftige Frau noch nicht privat krankenversichert ist - als Beamte ist die Entscheidung GKV oder PKV meistens eine relativ klare Geschichte.

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  • "Teilweise konkurrenzfähig" ist ein schöner Ausdruck und trifft den Qualitätslevel von HUK und Co. recht gut 😃.

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  • ... und dann gibt es noch die Krankenversicherer in der Rechtsform der AG, die regelmäßig ihre Aktionäre mit der Dividende glücklich machen.


    ... und dann gibt es noch die Versicherer mit einer niedrigen Kostenquote.


    Die Zeiten, wo Mehmet Göker Billigtarife an mittellose Selbstständige verkauft hat, ist Gott sei Dank vorbei. Seit der Unisexeinführung ist die PKV merklich teurer geworden.


    Absoluter Vollkaskoschutz oder Mut zur Lücke (und Kohle auf den großen Haufen) ist die erste Frage, die man sich stellen sollte.

  • Was ist denn beispielhaft bei der HUK so viel schlechter? Ich meine dass zumindest bei Stiftung Warentest diese für den Beispiel Kunden nicht so schlecht waren.

    Finanztest berücksichtigt deutlich weniger Kriterien und gewichtet sehr merkwürdig. Hier mal eine Kurzauswertung zur HUK mit generischen Kriterien, die wir mit unseren Kunden in der Beratung dann noch einmal individualisieren - nicht für jeden ist z.B. die Option, den Tarif ins Ausland mitnehmen zu können, besonders wichtig. Gute Tarife kommen hier auf eine Zielerreichung von 98% und erfüllen bei besonders wichtigen Punkten 18 von 18, die HUK liegt nur bei 74% und 10 von 18. Ich bitte aber um Verständnis, dass ich bei einer "was ich schon immer mal wissen wollte Frage" hier jetzt nicht in alle Details einsteigen kann.

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  • Mir ist klar dass man nicht ins Detail gehen kann und es auf individuelle Bedürfnisse ankommt. Wäre es aber im Umkehrschluss nicht auch denkbar dass dieser Anbieter doch genau der richtige für jemanden sein könnte?

  • ... und dann gibt es noch die Krankenversicherer in der Rechtsform der AG, die regelmäßig ihre Aktionäre mit der Dividende glücklich machen.

    Ok, dazu kann ich mir dann doch nicht verkneifen, einen Passus von unserer Website zu zitieren:


    Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit oder Aktiengesellschaft?


    Manchmal liest oder hört man, dass Kunden günstiger gestellt wären, wenn sie bei einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG) versichert sind, statt bei einer Aktiengesellschaft (AG). Ist die Rechtsform wirklich eines der wichtigen Auswahlkriterien Krankenversicherung?


    Ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit ist ein privater rechtsfähiger Verein, für den ebenso wie für die AG das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) gilt. Der VVaG ist eine Genossenschaft, die Versicherten sind als Mitglieder gleichzeitig Eigentümer des Vereins bzw. Unternehmens. Anders als die AG muss der VVaG keine Dividenden an Aktionäre ausschütten, erwirtschaftete Gewinne können im Unternehmen bleiben. Das kann dazu führen, dass ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit günstigere Versicherungsprämien anbieten kann, als eine Aktiengesellschaft. Dies gilt jedoch nicht für Kapital, das der VVaG zur Stärkung seiner Eigenkapitalausstattung benötigt, was dort i.d.R. mit 28% der Überschüsse geschieht (vs. nur 10% bei AGs).


    Vorteile einer Aktiengesellschaft sind u.a. die Möglichkeit der einfacheren Eigenkapitalbeschaffung über die inländischen und ausländischen Kapitalmärkte sowie über andere Konzerngesellschaften, z.B. um den Ausbau des Geschäfts zu finanzieren. Der VVaG muss zusätzliches Kapital aus seinen Gewinnen selbst erwirtschaften und diese Rücklagen kann er dann auch nicht zugunsten der Versicherungsnehmer verwenden.

    Ein neuer Trend ist die Kombination beider Rechtsformen in einer Aktiengesellschaft, die einem VVaG als Holding / Muttergesellschaft „gehört“. So lassen sich möglicherweise die Vorteile beider Rechtsformen – Sicherheit für die Mitglieder des VVaG und Refinanzierungsmöglichkeiten der AG – kombinieren.

    Fazit: Beide Rechtsformen, VVaG und AG, haben ihre Vor- und Nachteile, siehe dazu auch Vor- und Nachteile der Rechtsformen. Die Rechtsform ist deshalb kein besonders entscheidendes unter den Auswahlkriterien für eine passende private Krankenversicherung.

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