Warum GmbH oder Ug und nicht einfach Gewerbe

  • Hallo, ich würde gerne wissen, warum man eine GmbH oder eine UG gründen soll um sich mit Trading selbstständig zu machen?

    Ich habe ja nicht vor mit Kundengeldern sondern mit meinem eigenen Geld zu handeln, brauche also keine Haftungsbeschränkung, mein Steuerberater meint auch es wäre überflüssig.

    Der Aufwand mit Bilanzen und kosten wäre nicht nötig, Gewerbeanmeldung für ca.25€ soll reichen, deshalb verstehe ich nicht warum immer nur von Gmbh gesprochen wird?

  • Hallo Hirbel , willkommen im Finanztip-Forum.


    Es gibt bei der Trading-GmbH eine geringere Steuerbelastung in der GmbH sowie die Möglichkeit Kosten der Lebenshaltung aus der GmbH steuerbegünstigt zu bestreiten (z.B. Geschäftsfahrzeug statt Privatwagen). Ferner gibt es bei der Verlustverrechnung weniger Probleme als im Privatvermögen.


    Keine Empfehlung: bei diesem Anbieter ist eine schöne Übersicht der verschiedenen Steuerbelastungen hinterlegt. https://www.ride.capital/ride-prinzip


    Soweit ich verstanden habe relativiert sich der Vorteil bei einer späteren Gewinnausschüttung aus der GmbH, da dann Kapitalertragssteuer anfällt.

  • "Qui bono?"

    Ich frage mich immer, wer was davon hat, wenn...

    Auf YT findest du jede Menge sog. Experten, Hasenhirne und Abzocker. Du wirst aber niemanden finden, der mit seiner "Steuerspar-GmbH" erfolgreich investiert und tatsächlich "rundum" Steuervorteile genießt, und dies auf YT oder auf anderen Platformen "bewirbt".

    MMn ist das GmbH-UG-Model, das Kater.Ka zitierte, nicht zu Ende gadacht; im letzten Satz des Posts #3 ist das "Problem" ja angerissen. Dieses "Problem" ist national nicht zu lösen.

    Der Vorteil, das bei der GmbH "nicht gezahlte weil nicht fällige Steuer" mehr Rendite erwirtschaften kann, reicht mMn nicht aus, um den wirtschaftlichen Aufwand für eine nationale Kapitalgesellschaft zu betreiben.

    Um ein "vernünftiges Modell" zu implementieren, gehen locker mal 50k drauf... und die jährlichen Kosten dafür belaufen sich auf wenigstens 12k.

    Und damit landest du bei der Frage, welche Dimension an Kapital du einsetzen willst.

  • Es gibt Vorteile einer Kapitalgesellschaft - ob nun UG, GmbH oder AG -, spielen in Deinem Fall im Moment keine große Rolle. Die steuerlichen Vorteile einer Kapitalgesellschaft wurden durch einige Gesetzesänderungen ohnehin weitgehend eingeebnet. Ich würde auch nicht pauschal sagen, dass es leichter ist, Kosten abzusetzen, als bei einem Einzelunternehmer.


    Du hast es in einer Kapitalgesellschaft allerdings leichter, Gewinnanteile nicht im gleichen Jahr zu versteuern, sondern erst später. Das könnte vorteilhaft sein, wenn Du stark schwankende Gewinne hast und die dicke Rechnung dann ausgerechnet im Folgejahr kommt, das vielleicht gerade blöd läuft. Das denn kombiniert mit einer erhöhten Vorauszahlung...


    Fang doch erstmal als Einzelunternehmer an. Wenn das Geschäft läuft, kannst Du immer noch umsteigen. Dein Steuerberater weiß wie das geht.