Finanz-Fiasko der Woche: Ältere Dame wird um Tausende von Euro betrogen

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    • Finanz-Fiasko der Woche: Ältere Dame wird um Tausende von Euro betrogen

      Leider kenne ich die Umstände nicht auf jedes Detail genau. Nichtsdestotrotz konnte ich den folgenden Fall nicht für mich behalten.


      Was ist passiert?

      In meinem erweiterten Umfeld gibt es eine ältere Dame. Sie ist nicht sehr erfahren darin, ihre Finanzen zu regeln bzw. unseriöse Methoden zu durchschauen. Daher hat sie den Großteil davon in die vertrauensvollen Hände eines Bekannten gelegt, der sie auch super managt. Nun war es so, dass eines ihrer Kinder ein neues Auto brauchte. Die Dame, großzügig wie sie ist, bot sich an, unter die Arme zu greifen und einen Kredit aufzunehmen. Sie ging in die Filiale eines bekannten Anbieters von Ratenkrediten, um einen solchen zu beantragen.

      Nach positiver Bonitätsprüfung erhielt sie einen Anruf von der Bankmitarbeiterin. Sie solle an einen Treffpunkt in der Stadt gehen, um die Geldsumme - immerhin 8.000 € - entgegenzunehmen. Am vereinbarten Treffpunkt erhielt sie 500 €, mit dem Versprechen, dass weitere Zahlungen folgen würden. Weder von den restlichen 7.500 € noch von der Bankmitarbeiterin hat sie je wieder etwas gesehen.

      Da keine Überweisungen erfolgten und die Dame in den Vertragsbedingungen einer persönlichen Übergabe zustimmte, konnte nicht mehr genau nachvollzogen (und bewiesen!) werden, dass sie zu wenig Geld erhalten hatte. Nachdem sie die ganze Geschichte ihrem Bekannten gebeichtet hatte, gingen beide zum Anwalt. Unglücklicherweise sah der auf der Basis der wenigen Informationen und Dokumente keine Chance zur Klage. Die 8.000 € muss sie so oder so zurückzahlen.

      Auf Anfrage, was mit der betreffenden Mitarbeiterin passiert sei, sagte die Bank, dass sie versetzt worden wäre.


      Das hört sich jetzt alles nach Fantasterei an. Ich konnte es selbst kaum glauben und hätte es vielleicht auch nicht, wenn ich nicht persönlich mit der Dame gesprochen hätte. Dass so etwas mitten in Deutschland stattfinden kann - ohne Strafe der Mitarbeiterin, die sich höchstwahrscheinlich selbst bereichert hat, finde ich erstaunlich. Es ist ein Zeugnis dafür, dass wir bei jedem Vertrag, jedem Schriftstück aufmerksam sein müssen. Dass man das Geld auch nicht an einem Treffpunkt in der Stadt abholt, muss nicht extra erwähnt werden...
    • Unglaublich... Da muss man doch was machen können? Bin grad echt sprachlos 8|

      Auch wenn nur wenige Belege vorhanden sind, muss man Anzeige erstatten. Die Dame hat hoffentlich nicht quittiert, dass sie 8.000,- EUR erhalten hat? Aber selbst wenn... Das ist doch kein normales Bankgebahren irgendwo Geld zu übergeben und das muss man doch strafrechtlich verfolgen können.
    • Naja. Du hast sicher nur begrenzte Informationen und die Schwachen der Gesellschaft haben immer Verständnis bei mir. Aber wer Finanzgeschäfte über 100 eur in bar abwickelt und sich für Geschäfte keinen Beleg einfordert handelt auf jeden Fall fahrlässig wenn nicht gar grob fahrlässig. Wenns um Geld geht kann man Dritten nicht vertrauen. Und was der Enkeltrick ist sollte auch jeder über 60 jährige wissen. In die Enkeltrick Richtung geht das ganze nämlich.
    • chris2702 schrieb:

      Naja. Du hast sicher nur begrenzte Informationen und die Schwachen der Gesellschaft haben immer Verständnis bei mir. Aber wer Finanzgeschäfte über 100 eur in bar abwickelt und sich für Geschäfte keinen Beleg einfordert handelt auf jeden Fall fahrlässig wenn nicht gar grob fahrlässig. Wenns um Geld geht kann man Dritten nicht vertrauen. Und was der Enkeltrick ist sollte auch jeder über 60 jährige wissen. In die Enkeltrick Richtung geht das ganze nämlich.

      Sorry, aber Dein Kommentar ist echt nicht fair. Selbst wenn es fahrlässig wäre, muss man das doch nicht hinnehmen?! Und wenn Du vor Deinem Posting die Geschichte genau gelesen hättest, wäre Dir nicht entgangen, dass es eben nicht über Dritte abgewickelt wurde, sondern dass die Dame entgegen sonstiger Gewohnheiten direkt mit der Bank verhandelt hat. Es gibt viele Menschen, die vertrauen auf die Integrität und Vertrauenswürdigkeit eines Kreditinsitutes und darauf, dass alles, was von denen kommt, rechtens und seriös ist ist. Vorallem ältere Semester, denn die sind es noch gewohnt, dass man von Banken nicht über den Tisch gezogen wird. Darauf kann man ja heute leider nicht mehr bauen.
    • Ja, sicher hat die Dame eine Mitschuld. Aber das man da so gar nichts unternehmen kann... :/

      Leider wissen noch viel zu wenig Senioren über den Enkeltrick Bescheid und fallen auf Betrüger rein. Zwischenzeitlich kommen ja öfter mal Berichte dazu im TV, aber ich kenne einige (auch jüngere) Leute die das Programm wechseln wenn unangenehme Themen (egal welcher Art) gezeigt werden, weil sie davon nichts wissen wollen.

      Ich weiss zwar nicht wie, aber bei dem Thema müsste viel mehr Aufklärung betrieben werden, um solche Schäden persönlicher und materieller Natur zu vermeiden.
    • Erstmal: Danke! Es ist schön, solche Anteilnahme Eurerseits zu sehen.

      Hmm... Was das Thema "Aufklärung in Finanzthemen ohne moralischen Zeigefinger" angeht, hoffe ich ja, dass wir mit Finanztip da einiges bewegen können. Wichtig ist nämlich, dass wenn man nun schon einen Fehler gemacht hat, man zumindest so gut aus der Geschichte kommt wie möglich.
    • Liebe @Franziska,

      bist Du Dir sicher das ihr seitens Finanztip nicht auf die Vorstände der Bank zugehen und eine Kulanzregelung erreichen könnt?

      Alternativ könntet ihr diese Geschichte ja an Bild, Akte oder Finanztest weiterreichen. Die Geschichte ist so unglaublich das Sie sicherlich für die Presse interessant sein könnte ... und mit ein bißchen öffentlichem Druck lässt sich der alten Dame sicherlich helfen.

      Gruss
      "Man kann die raffiniertesten Computer der Welt benutzen und Diagramme und Zahlen parat haben, aber am Ende muss man alle Informationen auf einen Nenner bringen, muss einen Zeitplan machen und muss handeln."

      Lee Iacocca, amerik. Topmanager
    • Ich weiß, dass die alte Dame sich unglaublich schämt und das nicht weiter diskutiert haben möchte. Schade eigentlich, denn genau deswegen kommen solche Leute ja mit diesen Taten davon... aber wenn sie nicht will, kann ich nichts machen :( Ich werde das Ganze jedenfalls nicht ohne ihre Zustimmung weiterleiten.

      Und ich würde lügen, wenn es mir persönlich in so einer Situation nicht ähnlich gehen würde... Scham ist eine starke Emotion und kann selbst große Persönlichkeiten in die Knie zwingen.
    • @Franziska null
      Der Vorfall hat nunmehr viele Wellen hier in der Community geschlagen und wurde vielfach diskutiert. Dennoch möchte die ältere Dame aus Schamgefühl nicht zur Polizei gehen, dies ist sicherlich kein Einzelfall.

      Denke eine Schließung des Threads wäre eine sinnvolle Idee, denn wahrlich neues wird es nicht mehr hier geben.
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      Lee Iacocca, amerik. Topmanager