Aufteilung Altersvorsorge

  • Hallo zusammen,


    darf ich einmal meine Planung zur Altersvorsorge, basierend auf dem Ist-Zustand, skizzieren und um eine Einschätzung bitten?


    Ich bin 51 Jahre alt, selbständig, drei Kinder im Alter von 15, 13, 5.


    Aktuelle Einkommenssituation ist gut, aber für die Zukunft nicht planbar.


    Meine Frau ist als Beamte in Teilzeit tätig.


    Private KV.


    Ich werde eine kleine Rente bekommen, bei weitem nicht auskömmlich. Auch zusammen mit der Pension meiner Frau wird es eng, da der Jüngste dann ggf. noch im Studium ist und meine Frau überwiegend Teilzeit gearbeitet hat. Ohne umfassende Vorsorge geht da nichts.


    Wir wohnen in einem abbezahlten Eigenheim in guter Lage.


    Erben werden wir max. € 25.000,00.


    Vermögen:


    Tagesgeldkonto € 175.000,00


    ETF – Stand heute: € 267.000,00


    Aktien Einzelwerte: € 86.000,00


    Ziel: Bei Renteneintritt mit 65/67 rund € 150.000,00 als Fest-/Tagesgeld, um bei niedrigen Kursen einige Jahre überbrücken zu können.


    Rest in ETF (Sparplan läuft, monatlich € 1000,00, überwiegend MSCI World, kleiner Teil ETF Europa).



    Zu riskant? Zu feige? Zuviel Tagesgeld? Zu wenig? Habt Ihr ne Meinung…?



    Danke!

  • Wir könnten dir eher etwas sagen, wenn wir


    1) Dein aktuelles Haushaltsnetto kennen

    2) Deine Ehe-Wunschrente in 15 Jahren kennen

    3) den Wert der Immobilie kennen

    4) Deine Pläne kennen, welche Unterstützung du deinen Kindern zukommen lassen willst für Ausbildung/Studium. Von "Kindergeld muss reichen, den Rest sollen sie selbst verdienen" bis vollfinanziertes Studium im Ausland ist ja alles möglich. Und bei dir geht das dann eben mal drei (wie bei mir ;-) )


    Ansonsten schonmal: 175.000 Tagesgeld im Alter von 51 ist in der Tat reichlich. Mit einem 15-Jahreshorizont könntest du überlegen in ETF umzuschichten. Andererseits, mein Vater hat auch immer fünfstellige Summen auf dem Giro, während die Mehrheit der Republik noch nie mehr als 10.000 Euro besessen hat. Insofern, am Ende musst du es selbst wissen, wie du dich wohlfühlst. Mit MSCI World Durchschnittsrendite würden aus den 175 in 12 Jahren 350k. Nur mal so als Annahme.


    Hast du mal die 10 Jahresperformance deines Aktiendepots gecheckt? Schlägst du den MSCI World systematisch? Wenn ja, ist das top. Wenn nein, würde ich umschichten.

  • Ich möchte hier nur einen Hinweis geben. Sie haben zum Glück keine teuren Altersvorsorgeverträge abgeschlossen. Durch ihre niedrige Rente und eigenständige Verwaltung des Vermögens, könnten Sie für lange Zeit Ehegattenbeihilfe bekommen, wenn es richtig geplant und ausgeführt wird. Hängt auch vor allem von dem Bundesland ab.

  • Zu riskant? Zu feige? Zuviel Tagesgeld? Zu wenig? Habt Ihr ne Meinung…?

    Hi Kristof,


    willkommen im FT-Forum! Meine bescheidene Meinung zu deiner Frage: "Zu deutsch!" ;-)


    Im ernst... Geld lässt sich prima in Zahlen ausdrücken, deshalb sind zuviel und zu wenig nicht wirklich weiterführend.

    Als Selbständiger wirst du sicherlich mit Zahlen und Planungen vertraut sein, oder? Selbiges - mit Zahlenwerten planen - würde ich auch im privaten Bereich tun.


    1) Die "kleine Rente" wird in x Jahren vermutlich y € betragen...

    2) Die Pension der Gattin wird sich auf z€ belaufen...

    3) Der gemeinsame Bedarf als Rentner wird sich vermutlich (vorbehaltlich der Teuerungsrate) auf ... belaufen.


    Daraus kannst du den Vermögenswert ermitteln, der bis zum Tag x vorhanden sein soll(te).

    Die Höhe der Cash-Reserve (für jetzt... während der überschaubaren Zukunft/Arbeitsphase) kannst du jetzt schon ermitteln.

    Das derzeitige Verhältnis von ca. 1/3 Cash und 2/3 an Sachwerten halte ich auf Cash bezogen für überzogen; checkt mal, wie hoch die Cash-Reserve sein müsste, damit ihr immer noch ruhig schlafen könnt.

    Die Wertentwicklung euerer Sachwert-Investitionen könnt ihr mal auf den "Rentenbeginn" hochrechnen... und diese "Sollwerte" Jahr für Jahr checken, ob die "Ist-Werte" passen oder Änderungen im Investitionsverhaltn nötig sind/werden.


    Beispiele...

    Von den 175k cash könnt ihr euch in 15 Jahren etwa so viel leisten, wie von 132k heute...


    Euer derzeitiges Depot (ca. 355k) dürfte/solle sich in Richtung 960k entwickeln, oder kaufkraftbereinigt auf rund 730k.


    Mit 1k Sparrate (180k in 15 Jahren) dürftet ihr ein Kapital von rund 315k (kaufkraftbereinigt ca. 245k) erzielen.


    Aus 1,2m (m = Million) könnt ihr dann 4% p.a. rausziehen, resp. 48k oder 4k pro Monat (brutto vor Steuern)... oder etwa 3k netto, die in etwa so wenig wert sein dürften, wie 2.300 € heute.


    Da ist jetzt naheliegend, zu checken, wie viel Cash behalten wird bzw. wie viel vom Cash (175k) in ETF wandern dürfen...

    Achtung: Wir dealen hier immer mit theoretischen und auf historischen Werten bezogenen Zahlen! Keine Socke weiß heute, wie sich Kurse künftg entwickeln werden, wie Steuern angepasst werden, welche Währung wir bekommen...


    In Anbetracht möglicher Kursschwankungen sollte man durchaus mit einem "Überbedarf" von 1/3 rechnen.


    Wie dann einige wenige (5) Jahre vor Rentenbeginn Cash und Entnahmen geplant werden, könnt ihr in 10 Jahren ermitteln.


    Viel Spaß beim Rechnen und Planen...

  • Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, derartige Rechnereien sind in zig-Jahren ohnehin Makulatur. Das Leben hat so viel Unwägbarkeiten, dass man getrost darauf verzichten kann.

    Aber wenn man dadurch besser schlafen kann, warum nicht.

    Gruß


    Altsachse

  • Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, derartige Rechnereien sind in zig-Jahren ohnehin Makulatur. Das Leben hat so viel Unwägbarkeiten, dass man getrost darauf verzichten kann.

    Aber wenn man dadurch besser schlafen kann, warum nicht.

    Ich bin zwar nicht ganz so jung wie du, habe aber aus eigener Erfahrung nicht bereuen müssen, derartige Rechnereien anzustellen. Selbstverständlich haben sich im Laufe von über 30 Jahren so viele Dinge geändert, sodas die ursprüngliche Planung schon nach wenigen Jahren fox alpha geworden war. Aaaaber, ich habe mein ursprüngliches Ziel und das Erreichen des Ziels immer anpassen können, Jahr für Jahr, und jenes Ziel auch "sicher" erreichen können.

  • Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, derartige Rechnereien sind in zig-Jahren ohnehin Makulatur. Das Leben hat so viel Unwägbarkeiten, dass man getrost darauf verzichten kann.

    Aber wenn man dadurch besser schlafen kann, warum nicht.

    Gruß


    Altsachse

    Ich bin zwar nicht ganz so jung wie du, habe aber aus eigener Erfahrung nicht bereuen müssen, derartige Rechnereien anzustellen. Selbstverständlich haben sich im Laufe von über 30 Jahren so viele Dinge geändert, sodas die ursprüngliche Planung schon nach wenigen Jahren fox alpha geworden war. Aaaaber, ich habe mein ursprüngliches Ziel und das Erreichen des Ziels immer anpassen können, Jahr für Jahr, und jenes Ziel auch "sicher" erreichen können.


    Ich arbeite im Controlling eines Großkonzerns. Wir machen

    Monatsreport

    Quartalsvorschau

    Quartalsnachschau

    Forecasts im April, Juli, Oktober bis Jahresende

    Operative Planung für das nächste Jahr

    Strategische Planung für die nächsten 5 Jahre

    10 Jahresvorschau


    Keiner würde erwarten, dass ein Planungsschritt die Zukunft eins zu eins abbildet oder dass man im April weiß, wie das Jahr im Dezember schließt. Dennoch ist es wichtig, regelmäßige Planungsschritte zu gehen, allein schon damit das Management durch die hinter der Planungen liegenden Überlegungen geht und seinen Bereich "kennt".


    Auf das Thema hier, private Finanzen, zu übertragen. Natürlich weiß ich nicht, wie mein Leben in 30 Jahren sein wird. Aber ich weiß, dass ich mit meiner Sparrate "Stand Heute" reichen wird. Und wenn sich die Parameter ändern, weiß ich sehr schnell, welche Lücke entsteht und ob ich sie durch Sparsamkeit im Alter oder höhere Sparraten in der Gegenwart schließe.

  • Aber ich weiß, dass ich mit meiner Sparrate "Stand Heute" reichen wird. Und wenn sich die Parameter ändern, weiß ich sehr schnell, welche Lücke entsteht und ob ich sie durch Sparsamkeit im Alter oder höhere Sparraten in der Gegenwart schließe.

    Etwas anderes habe ich ja auch nicht behauptet... Und wenn Kristof mit seiner Besten zusammen heute ermittelt, welches Ziel die beden erreichen wollen/möchten, dann gilt in der Folge das Gleiche wie für dich, für mich, für alle (außer unserem alten Sachsen ;-))...

    Jährlich kucken ob das "Ding" noch passt und ggfs. Änderungen vornehmen.

    Aber ganz ohne Plan, auch wenn er nicht hoch-kompliziert sein muss, geht es meines Erachtens nicht gnz so locker wie mit...

  • Wie schon von Vorrednern erwähnt würde ich in jedem Fall von einem Rentenberater die Einzahlung einer Summe in die RV prüfen lassen, die Dir dann als Altersrente zur Verfügung steht.


    Ggf. kann noch Rürup bzgl. der Steuervorteile Sinn machen (vgl. auch Finanztip-Artikel).


    Ich kenne Deine Nettogehälter nicht, bezweifle aber, dass es sich bei den 175k€ (Tagesgeld) um drei Nettogehälter (Faustformel für die Rücklage ins Tagesgeld für "schlechte Zeiten") handelt. Hier würde ich persönlich ansetzen und nochmal in Aktien ETF's oder direkt in Aktien gehen und schauen, dass eben nicht mehr als grob drei Nettogehälter auf dem Tagesgeld liegen.


    Aber da tickt auch jeder anders.. viel Erfolg!

  • 1) Dein aktuelles Haushaltsnetto kennen

    2) Deine Ehe-Wunschrente in 15 Jahren kennen

    3) den Wert der Immobilie kennen

    4) Deine Pläne kennen, welche Unterstützung du deinen Kindern zukommen lassen willst für Ausbildung/Studium. Von "Kindergeld muss reichen, den Rest sollen sie selbst verdienen" bis vollfinanziertes Studium im Ausland ist ja alles möglich. Und bei dir geht das dann eben mal drei (wie bei mir ;-) )

    Zunächst vielen Dank für Eure prompten Reaktionen!



    Ja, € 175.000 zinslos ist eine Menge.



    Ich halte diese „Regel“ 100 – Alter = Aktienquote, Rest fest und sicher ja auch für zu kurz gesprungen, wenn das Gesamtvermögen unberücksichtigt bleibt (was soll der 10fache 60jährige Millionär mit 60 Millionen Festgeld?). Trotzdem bin ich ein vorsichtiger (und irgendwie leider in Gelddingen auch pessimistischer) Mensch und möchte hier einen Betrag haben, mit dem ich zur Not einen längeren Zeitraum überbrücken kann.


    Zu den Fragen von chris2702:

    • Monatliches Haushaltsnetto war in den letzten Jahren immer etwas über € 10.000,00. Wenn etwas „übrig“ war, ging es zusätzlich zum Sparplan in die ETFs (manchmal auch in Einzelwerte)
    • Wunschrente – hab ich nicht. Ich denke, solange wir den Nachzügler noch an der Backe haben, wären € 8.000,00 brutto gut.
    • Immobilie – tja, die ist in den letzten Jahren im Wert sehr gestiegen, Berlin, sehr beliebte Gegend, aufgrund der gewachsenen und wachsenden Strukturen ziemlich „blasenfrei“, in der Nachbarschaft gingen Scheidungshäuser dieses Typs jetzt für etwas € 1.000,000,00 weg. Wenn ich das einpreise und meine Altersversorgung aus dem Kaufpreis mitfinanziere, brauche ich nicht viel zu sparen. Aber wir sind Familien/Elternhaus-Menschen, dass ich das aus den Berechnungen raus lasse. Wenn was schief geht, ist es da, sonst freuen sich die Kinder.
    • Apropos Kinder- wenn sie studieren, bekommen wir kein BaföG. Die Kinder sollen nicht von Semester 1 an kellnern müssen, werden aber auch nicht verhätschelt. Stand heute gehe ich von (wie gesagt: heutige Kurse) von € 1.000,00 je Kind und Monat aus.


    Referat Janders – ja, das tue ich. Um dort auf eine Rente rund € 2.100,00 brutto zu kommen, zahle ich jährlich rund € 6/7.000,00 ein, Versorgungswerk, zusätzlich zum Regelbeitrag.