Angebot E10

  • Hallo,


    ich möchte keine Diskussion zur Sinnhaftigkeit des Kraftstoffs E10 starten sondern nur die finanzielle Seite beleuchten. Wie ich zumindest in meiner Region feststellen konnte, war die Differenz zwischen E5 und E10 viele Jahre vor Corona meistens 3 ct/l. Während Corona sank sie auf 2 ct/l und seit diesem Jahr ist sie auf 6 ct/l gestiegen. Letzteres ist natürlich schon ein Argument, das Betriebshandbuch noch einmal zu lesen.


    Allerdings muss ich auch feststellen, dass bei einer Supermarkttankstelle, die in meiner Region das untere Preisniveau definiert, seit Wochen die E10- Zapfsäulen defekt sind. Reiner Zufall?


    Gibt es vergleichbare oder total entgegengesetzte Erfahrungen?


    Und noch einmal die Bitte, keine Diskussion über die Sinnhaftigkeit von E10. Da sind alle Argumente gewechselt.


    Gruß Pumphut

  • Die gestiegene Differenz beobachten auch wir schon länger, wobei sich das bei uns jetzt mit dem "Fossil" erledigt hat, aber das ist nicht das Thema ;)

    Man kann es nicht genau belegen, aber Experten vermuten das die Ölkonzerne E10 weiter "pushen" wollen. Denn die Konzerne müssen auch Co2 Vorgaben bzw. die Treibhausminderungsquote erfüllen oder Strafen zahlen, nicht nur der Michel.

    Wenn sich mit dem Absenken des E10 Preises die Attraktivität und damit die Ziele besser erreichen lassen, oder zumindest nicht zu stark verfehlt werden dann kann sich das schon rechnen für die Konzerne.

    Denn E10 erzeugt nachweislich etwas weniger Co2 als "normales Super", da gibt es bereits genug Studien drüber.

  • Du musst die Preisdifferenz in % ausrechnen und mit dem Mehrverbrauch abgleichen. Der variiert anscheinend stark jenach Motor und Fahrweise etc und es gibt keine guten Messungen. Daher würde ich sagen nicht der Mühe wert. Und als kleiner Rebell trotzdem ein Kommentar: Wer Ackerflächen mit PSM und Dünger vollschüttet um damit Grundstoffe für Bioethanol zu produzieren ist nicht mehr ganz richtig im Kopf ;)

  • Du musst die Preisdifferenz in % ausrechnen und mit dem Mehrverbrauch abgleichen. Der variiert anscheinend stark jenach Motor und Fahrweise etc und es gibt keine guten Messungen.

    Doch gibt auch hier schon genügend Messungen und auch technische Studien.

    Kurzfazit: Mehrverbrauch faktisch nicht vorhanden bzw. im mittel bei einem Wert von unter 1 %.

    Es gibt Motoren die sind mit E10 sogar Effizienter weil Ethanol zwar nur ca. 2/3 des Energiegehaltes von Otto-Kraftstoff besitzt, aber dafür besser Verbrennt und mehr Oktan besitzt.


    In der Summe kamen fast alle auf das gleiche Ergebnis: Es gibt Motoren die mehr verbrauchen und es gibt welche die weniger verbrauchen. Im Schnitt die liegt die Summe quasi bei null.

    Und mit anderen Dingen wie richtiger Reifendruck, Vorausschauens fahren, Auto pflegen und warten ist deutlich mehr Unterscheid zu erzielen als zwischen den beiden Kraftstoffen.


    Es ist also mehr eine Glaubensfrage ;)


    EDIT:Sorry, jetzt sind wir doch wieder beim Pro und Kontra bzw der Sinnhaftigkeit.

  • ... mal etwas dazu, was offiziell nie nicht bestätigt werden wird! Sehr häufig haben die Tankwagen, die zum Befüllen der Tankstellentanks unterwegs sind, wegen Kostenersparnissen im Bereich der Logistik die gleiche Brühe für die E10- und Super-Tanks geladen ;-)


    Heißt: Super (E5) hat die "vorgeschriebenen" 5% Bioethanolanteil und E10 zwischen 5 und 10%.

    Also, E10 ist mit einem Bioethanolanteil von "nur" 5% rein zufällig auch konform...

  • Für einen Sparfuchs wie Punphut zählt aber kein Durschnittswert sondern ganz konkret sein Auto/Motor. Gibt es eine Datenbank wo man wissenschaftlich geprüfte Werte zu jedem Automodell inklusive Motorvarianten findet? ^^

  • Gibt es eine Datenbank wo man wissenschaftlich geprüfte Werte zu jedem Automodell inklusive Motorvarianten findet? ^^

    Mir ist keine bekannt und ich kann mir kaum vorstellen das es sowas gibt, aber ich bin natürlich für jeglichen Quelle offen ;)

    Warum wird es sowas nicht oder sehr wahrscheinlich nicht geben?

    Wie viele Otto-Motoren müsste man denn unter WLTP oder NEFZ Testbedingungen prüfen?

    Nur als Beispiel an einem der meist verkauften KFZ ,der VW Golf, hat alleine in der Baureihe 7 gleich ganze 10 verschiedene Otto-Motoren die E10 fähig wären.

    Die Golf Modellreihen vorher oder die aktuelle nicht einmal eingeschlossen.


    Und es gibt noch mehr als Golf, oder gar als Volkswagen ;)


    Also auf wieviel Otto-Motoren würden wir da kommen die nachträglich auf einem Prüfstand unter identischen Bedingungen getestet und protokoliert werden müssen.

    Nachdem die Abweichung in den ersten Tests gerade einmal bei maximal ca. + 1,9 % lag, einige hatten sogar einen niedrigeren verbrauch als mit Otto-Benzin, wird man wohl schon sehr früh drauf gekommen sein das ein Test über tausende Motoren Sinnfrei ist.


    Warum ist das so? Weil selbst 1000 gleiche Otto-Motoren Toleranzen haben in Leistung und verbrauch. Also selbst diese Toleranzen führen schon zu einem nicht 100 % aussagekräftigen Ergebnis.


    Also warum sollte sich da jemand die Mühe machen und tausende Konstellationen zu testen um praktisch zum gleichen Ergebnis zu kommen: Die Unterschiede sind so gering und irrelevant das andere Faktoren viel stärkeren Einfluss haben.

  • ... seit diesem Jahr ist sie auf 6 ct/l gestiegen.

    Seit 2021 gibt es die CO2-Abgabe auf Kraftstoffe. Und da die Verbrennung E10 einen geringeren CO2-Austoss hat als bei E5 ist der Preis halt etwas geringer.


    PS: Wir tanken seit der Einführung von E10 die Suppe und haben keine Probleme mit unserem Japaner. Allerdings würde unser Wagen auch mit Normalbenzin (91 Oktan) problemlos klar kommen. Aber das gibt es ja heute gar nicht mehr.

    Mein Motorrad hat einen Kunststofftank (PA6-Nylon). Der mag E10 gar nicht gerne, daher tanke ich hier E5.