Anteile eines Generali Vermögensaufbau und Sicherheitsplans in Depot übertragen

  • Hallo liebes Finanztip-Team/liebe Community,


    ich habe eine Frage zu einer meiner Versicherungen. Ich habe vor ca. 3 Jahren einen Vermögensaufbau und Sicherheitsplan bei der Generali bzw. über die Deutsche Vermögensberatung abgeschlossen. Inzwischen habe ich mich intensiv mit meinen Finanzen auseinandergesetzt und weiß nun, dass ich mir diese Versicherung besser hätte sparen können.


    Das Prinzip eines Vermögensaufbau und Sicherheitsplans der Generali ist wohl ein aktiv gemanagter Fond bei dem verschiedene Aktienfonds der DWS gekauft werden. Diese werden aber erst zur Rente ausgezahlt, sodass Monat für Monat die Rente aufgebessert werden soll. (So hab ich das mal verstanden)

    Ich habe den Vermögensaufbau und Sicherheitsplan mittlerweile stillgelegt und habe ich mich gefragt, ob es nicht möglich ist diese Anteile, die mir ja eigentlich gehören, von der Generali in mein Depot übertragen zu lassen? So kann ich mir zumindest noch die Verwaltungskosten, die ja immer noch anfallen sparen und die Anteile der Aktienfonds irgendwann mal verkaufen, wenn ich wenigstens meine Ausgaben wiederreingeholt habe. (So die Idee...)


    Kennt Ihr vielleicht ähnliche Fälle bzw. kennt die rechtliche Lage in diesem Fall? Geht das überhaupt, wenn nein, wieso geht das nicht?


    Falls Ihr weitere Infos benötigt, dann stelle ich diese gerne zur Verfügung.


    Vielen Dank schon mal vorab und Ihr macht einen tollen Job!:thumbup:


    Frank

  • Hallo f.arthaber und Herzlich Willkommen im FT-Forum,

    nein, dass funktioniert nicht.

    Zum Einen dürfte es sich bei diesem Produkt um eine fondsbasierte Rentenversicherung handeln. Sprich Du kommst vor dem Rentenbeginn normalerweise nicht an das Kapital heran. Wenn die Fonds jetzt in Dein eigenes Depot übertragen würden, könntest Du ja jederzeit die Fonds/ETF verkaufen! ;) Dein Depot -> Dein Zugriff


    Die Fonds der Versicherungen sind häufig nur für Ihre eigenen Anlagen zugänglich, also speziell für die jeweiligen Versicherungen aufgelegt.

    Im Falle einer Depotübertragung würden außerdem Steuern anfallen, da eine steuerfreie Depotübertragung nur auf den gleichen Depotinhaber möglich ist.

  • Ich habe noch eine ältere fondsgebundene Rentenversicherung bei der HDI. Auf Nachfrage könnte ich die (gegen Gebühr) an HDI zurückverkaufen oder mir die Anteile auch auf ein eigenes Depot buchen lassen. Macht bei mir steuertechnisch aber keinen Sinn (Vertrag von 2004).


    Stattdessen habe ich einen Fondswechsel in Auftrag gegeben und alle enthaltenen aktiv gemanagten Fonds in einen MSCI World umschichten lassen. Das kostet nichts.


    Du solltest einfach mal bei der Generali nachfragen.

  • Hi zusammen,


    ein kleines Update zu meiner Frage. Ich habe bei der Generali angerufen und anscheinend ist es möglich mein Fondguthaben in mein Depot übertragen zu lassen. Ich muss den Vertrag kündigen und meine Depotnummer angeben, danach überträgt die Generali meine Fonds wohl in mein Depot. Ich zahle hierfür 1% des Fondguthabens bzw. max. 25€ Gebühr für die Übertragung.


    Das hört sich in meinen Ohren doch eigentlich ganz gut an oder?

    Hab ich vielleicht irgendetwas übersehen? Steuern zahle ich ja nicht darauf oder?


    Vielen Dank schon mal für eure Antworten:)

  • Was hast du dann mit den ganzen aktiv gemanagten Fonds in deinem Depot vor?


    Bedenke, dass du das Vermögen steuerfrei umschichten kannst, solange der Versicherungsmantel noch drüberliegt.


    Überlege dir also vorher, was du am Ende in deinem Depot haben möchtest.

  • Hab ich vielleicht irgendetwas übersehen? Steuern zahle ich ja nicht darauf oder?

    Vielen Dank schon mal für eure Antworten:)

    Grundsätzlich fällt auf alle Kapitalgewinne die Kapitalertragsteuer an (25% + Soli + ggf. Kirchensteuer).

    Hier gibt es einen Freibetrag von 801€ pro Jahr. Es fallen hier also keine Steuern an, wenn Deine gesamten Zinseinkünfte in diesem Jahr unterhalb des Freibetrags liegen.


    Ob noch weitere Steuern fällig werden, hängt davon ab wie die genaue Vertragsform realisiert wurde. Spricht zahlst Du die Beiträge aus Deinem Nettoentgelt oder in Form einer Gehaltsumwandlung von Deinem Bruttoentgelt.

    Bei einer Gehaltsumwandlung fallen natürlich neben Steuern ggf. Beiträge auf die GKV an.

  • Was hast du dann mit den ganzen aktiv gemanagten Fonds in deinem Depot vor?


    Bedenke, dass du das Vermögen steuerfrei umschichten kannst, solange der Versicherungsmantel noch drüberliegt.


    Überlege dir also vorher, was du am Ende in deinem Depot haben möchtest.

    Kann der Versicherungsmantel denn noch darüberliegen, wenn ich die Versicherung kündige und die Fondanteile in mein Depot übertragen lasse? Ich dachte, das sind dann ganz "normale" aktiv gemanagte Fond, die ich aber dann selbst verwalte. Sprich, ich entscheide, ob ich sie verkaufe oder in meinem Depot lasse. Ich könnte meine Fonds auch stilllegen und bis zur Rente bei der Generali liegen lassen, allerdings möchte ich das nicht. Hintergrund ist, dass ich eigentlich nicht mehr Verwaltungsgebühren an die Generali zahlen möchte bzw. auch weitestgehend keine Verträge mehr bei der Generali haben möchte.


    Die DWS Fonds sind folgende:


    - DWS Vermögensbildungsfond I LD

    - DWS Top Dividende LD

    - Champions Select Dynamic VC

  • Was hast du dann mit den ganzen aktiv gemanagten Fonds in deinem Depot vor?


    Bedenke, dass du das Vermögen steuerfrei umschichten kannst, solange der Versicherungsmantel noch drüberliegt.


    Überlege dir also vorher, was du am Ende in deinem Depot haben möchtest.

    Zu deiner Frage, was ich damit vor habe. Ich würde warten wie sich die Fonds entwickeln und ggf. wieder verkaufen, sodass ich meine Kosten wieder drin habe. Dann würde ich mir damit ETFs kaufen. So wäre der Plan, wenn nicht im nach hinein irgendeine Überraschung wartet.

  • Ich würde warten wie sich die Fonds entwickeln und ggf. wieder verkaufen, sodass ich meine Kosten wieder drin habe.

    Bei schlecht performenden Fonds ist regelmäßig ein sofortiger Wechsel zum MSCI World besser, da der Fonds niemals so viel Rendite erwirtschaften wird. Beispiel: Fonds hat 5% minus, bis er das aufgeholt hat, ist der MSCI World 5+×% im Plus.

  • So wäre der Plan, wenn nicht im nach hinein irgendeine Überraschung wartet.

    Die Überraschung könnte sein, dass diese genannten Fonds plötzlich und unerwartet eine tolle Performance hinlegen, die die Rendite des MSCI World blass aussehen läßt ;-)


    Die Wahrscheinlichkeit dafür ist allerdings extrem gering! Wenn du dir die Ergebnisse der Vergangenheit ansiehst und Vergleiche zu Indexfonds anstellst, wirst du schnell erkennen, dass mit einer (positiven) Überraschung im Sinne einer "Überperformance" wohl eher nicht zu rechnen ist.

    Schielst du zusätzlich auch mal auf nüchterne Zahlen, wie z.B. die Kosten (Managementgeb.), dann dürftest du auch eher zu einem Verkauf dieser Fonds tendieren.


    Alles läuft darauf hinaus, der Empfehlung von chris2702 zu folgen. Ggfs. kannst du dir das Szenario auch durchrechnen; selbst bei einem "steuerschädlichen" Verkauf rechnet sich der Verkauf bei erheblichen Differenzen in der Performance.

    Bei den Beträgen (Wert der Fonds) dürfte es sich vermutlich um "Kleingeld" handeln, sodass ein Verkauf kaum steuerlich ins Gewicht fällt.


    Also... die "Kosten" wirst du schneller wieder drin haben, wenn du wechelst. Buche die Kosten in Gedanken als Lehrgeld.

    Da die Onkels und Tanten der Teutschen Vermögensverbratung, die dir seinerzeit dieses leicht schrottige Finanzprodukt aufs Auge gedrückt hatten, oft auch Empfehlungsadressen von begeisterten Neukunden einsammeln und dies möglicherweise auch bei dir getan hatten... sehe ich dich moralisch in der Pflicht, die Opfer im Nachhinein zu informieren und auf "Finanzen kannst du selbst..." hinzuweisen ;-)

  • Zu deiner Frage, was ich damit vor habe. Ich würde warten wie sich die Fonds entwickeln und ggf. wieder verkaufen, sodass ich meine Kosten wieder drin habe. Dann würde ich mir damit ETFs kaufen. So wäre der Plan, wenn nicht im nach hinein irgendeine Überraschung wartet.

    Hmm,

    die von Dir genannten Fonds haben Kosten von 1,45% p.a. Einen ETF auf den MSCI World bekommst Du für ca. 0,2% Kosten p.a.

    Allein um nur die Kosten heraus zu haben, müßte jeder der 3 Fonds also > 1,2 % p.a. besser performen als der ETF.

    Möglich, aber es braucht die Überrendite ja nicht einmal, sondern jedes Jahr aufs Neue um allein schon die höheren Kosten einzuspielen. Das wäre dann schon ziemlich unwahrscheinlich. :/

    Trauere nicht dem verlorenen Geld hinterher. Das Geld ist weg, bzw. es hat jetzt Jemand anders. ;)

    Ziehe einen Schlussstrich und verbuche das als 'Lehrgeld'!

    Sei froh, dass Du es noch ziemlich zeitnah mitbekommen hast, das das Kosten/Renditeverhältnis nicht stimmt. Andere merken leider erst in der Auszahlungsphase, dass Ihre tolle Rentenversicherung über die Jahre unter Berücksichtigung der Inflation eine Nullnummer war.