Sondertilgung vs. Fonds

  • Welche Gedanken, Pro- und Contra-Argumente kommen Euch bei folgender Abwägung:


    Situation:

    Es laufen zwei Hauskredite, es sind 20.000 € freies Kapital da.


    1) Sondertilgung für Hauskredit Nr. 2 (2,3 % Zinsen, Zinsbindung 2015-2030)


    2) Risikoarmer Fonds für 4 Jahre, dann läuft Zinsbindung von Hausbau-Kredit Nr. 1 aus (1,65 % Zinsen, Zinsbindung 2015-2025)


    3) Risikoreicher Fonds für bis zu 20 Jahre, dann endet Erwerbstätigkeit, dann muss Haus abbezahlt sein.

  • Hallo.


    Wenn Sondertilgungen aktuell möglich sind, dann würde ich (eher auf Sicherheit bedacht) diese Möglichkeiten nutzen, insbesondere weil die Möglichkeiten von Sondertilgungen ja in den Kreditzinsen eingepreist sind.


    Die gesetzlichen Kündigungsmöglichkeiten müsste man auch im Blick behalten. (So sollten beide Kredite eigentlich 2025 ablösbar sein.)


    Das freie Kapital ist wirklich frei oder ist es eine Renovierungs- bzw. sonstige Rücklage?

  • Das freie Kapital ist wirklich frei. Eine Reserve ist trotzdem noch vorhanden.


    Beide Kredite sind 2025 ablösbar.


    Eine Sondertilgung spart 2,3 % Zinsen. Ein Fonds würde vermutlich einen höheren Zinssatz einbringen.

  • Meiner bescheidenen Meinung nach kann ein Externer die Situation gar nicht beurteilen, ohne die wirtschaftliche "Gesamtlage" zu kennen.


    Abgesehen davon vertrete ich den Standpunkt, die Finanzierung der "Luxusimmobilie" mit Krediten zu verhältnismäßig niedrigen Zinsen aus den laufenden Einkünften zu bestreiten (schei... auf die vermeintliche Sicherheit durch Saldenreduzierungen via Sondertilgung) und "freies Kapital", das das Maß des "Notgroschens" übersteigt, sinnvoll/intelligent zu investieren.

    Aus den 20k dürften in 20 Jahren um die 80k werden...

  • Ich habe ja bewusst nur nach Gedanken und Pro- und Contra-Argumenten anhand eines sehr allgemein gehaltenen Beispiel Falles gefragt, nicht nach einer individuellen Beratung.


    Ich erhoffe mir eine Antwort wie:


    "Ees gibt die Punkte X, Y und Z zu bedenken. Dafür sprechen die Argumente A und B, dagegen sprechen die Argumente C und D. Ob das Sinn macht, muss man im Einzelfall entscheiden."


    oder auch


    "Die Idee ist Quatsch und dürfte nur in den wenigsten Fällen Sinn machen."

  • Ich denke das Thema ist einfach auch eine Sache der eigenen Einstellung, egal wie die persönlichen Parameter sind oder wie eventuelle Zahlenspiele aussehen können oder könnten.


    Wir tilgen z.B. auch immer das maximal Mögliche, haben aber nebenbei natürlich noch einen ETF-Sparplan laufen.


    Denn wird sind persönlich Grundsätzlich der Meinung das es besser ist sich erstmal von Verpflichtungen zu befreien oder diese zu reduzieren bevor ich mich auf eventuelle andere Prognose Berechnungen stürze.

    Das Leben ist nun mal leider kein 5 oder 10 Jahresplan, sondern i.d.R. läuft es nie so wie geplant.

    Wenn also etwas kurzfristiges unvorhersagbares dazwischen kommt, dann bin ich eventuell froh mich von meinen Verpflichtungen getrennt zu haben oder diese minimiert zu haben.

    Denn ich/wir haben lieber mehr Möglichkeiten als mehr Verpflichtungen.


    Allerdings ist es bei uns auch so das unsere Finanzierung, durch persönliche Umstände, noch eine 3 vor dem aktuellen Zinssatz hat. Das sollte sich mit der letzten Umschuldung, die bald ansteht, dann auch erledigt haben.

    Das Zinsersparniss liegt jetzt schon im 4 stelligen Bereich, von der deutlich geringeren Tilgungsleistung, eben auch durch Soldertilgung, für die letzten 10 Jahre rede ich gar nicht erst. Wenn alles nach Plan läuft senken wir unsere Hypotheken kosten um 60-65 %.
    Dann ist für die restlichen 23-25 Jahre bis zur Rente genug über um den schon laufenden ETF-Sparplan aufzustocken.

  • Wir tilgen z.B. auch immer das maximal Mögliche, haben aber nebenbei natürlich noch einen ETF-Sparplan laufen.


    Dieser Satz erscheint etwas unlogisch. Hättet ihr den ETF -Sparplan nicht, könntet ihr diese Beiträge auch noch zum tilgen verwenden. Dann würdet ihr das maximal mögliche Tinten.

  • Dieser Satz erscheint etwas unlogisch. Hättet ihr den ETF -Sparplan nicht, könntet ihr diese Beiträge auch noch zum tilgen verwenden. Dann würdet ihr das maximal mögliche Tilgen

    Wir tilgen ja schon das maximum, welches bei uns 5 % Sondertilgung der Ursprünglichen Kreditsumme sind. Mehr geht einfach nicht, zumindest nicht unkompliziert und kostenfrei.

    Alternativ wäre eine Veränderung der Tilgungsrate möglich, aber wir haben nur 1 x eine Tilgungsänderung frei. Würden wir die monatliche Tilgung erhöhen, was aktuell sogar möglich wäre, dann könnten wir nicht ohne weiteres zurück wenn sich die Finanzielle Situation ändern sollte.

    Also parken wir monatlich einen festen betrag auf einem separatem Tagesgeld Konto um dann im Januar des neuen Jahres gleich die vollen 5 % Sondertilgung auszunutzen. Dadurch steigt, bei gleicher Rate, die Tilgunsgleistung immer weiter und schneller als geplant.

    Sollte das monatlich nicht mehr drin sein so hören wir damit einfach auf und es gibt keine zusätzliche Sondertilgung mehr, also absolut flexibel.


    Unter den aktuellen Vertraglichen Bedingungen ist das somit schon das absolute Maximum, außer man würde an den Parametren schrauben. Wo aber auch die Bank erst wieder mitspielen muss.


    Man darf ja nicht vergessen:

    Wenn ich noch eine Anschlußfinanzierung über 10 Jahre machen muss, dann senken je 1000,- € zusätzlich Tilgung im laufenden Kredit deine Rate für die Anschlußfinanzierung garantiert um 8,40 €.

    Hört sich jetzt lächerlich an, aber bei z.B. 5 x Sondertilgung über 5000,-€ sind das garantierte 210,- € die deine Anschlußfinanzierung monatlich weniger kosten wird.

    Der zusätzliche "Sofort-Effekt" ist da noch nicht mal berücksichtigt.

  • danke, jetzt ist es verständlich.

  • Mir ist noch eine weitere, sehr attraktive Option eingefahrenen:


    Man setzt die Kreditrate um 200 € runter.


    In den verbleibenden 4 Jahren = 48 Monate zahlt man also 9.600 € weniger ab.


    Und das auszugleichen, macht man jetzt eine Sondertilgung von 20.000 €.


    Die monatlich gesparten 200 € steckt man in einen Fondssparplan.


    Das wäre eine Mischlösung zwischen Kredit schneller als geplant abbezahlen und Fonds eröffnen.

  • Und das auszugleichen, macht man jetzt eine Sondertilgung von 20.000 €.

    Die monatlich gesparten 200 € steckt man in einen Fondssparplan.

    Ist auch eine Möglichkeit.

    Geben denn die Vertragsbedingungen eine 20.000 € Sondertilgung her oder müsste das aktuell über 1,5 oder gar 2,5 Jahre verteilt werden?


    Denn oft beträgt die erlaubte Sondertilgung nur 5 % was bei 20.000 € eine Ursprungssumme der Hypothek von 400.000 € als Voraussetzung haben müsste.

    Ist die Summe kleiner muss die erlaubte Sondertilgung höher sein oder die Summe entsprechend auf die nächsten Jahre verteilt werden.

    Das verteilen würde dann natürlich auch wieder den Plan verändern

  • Würde ich ein bereits abbezahltes Haus beleihen, nur um das Geld dann in den Aktienmarkt zu stecken?

    Wenn ich ein Haus aufgrund ungünstiger Umstände vorzeitig abbezahlt hätte, könnte ich mir schob vorstellen, das Haus wieder so zu beleihen, dass es erst zum ursprünglich geplanten Zeitpunkt abbezahlt ist, und das auf diwsem Weg gewonnene Geld für einen Fond zu verwenden.