150k € für 5-10 Jahre investieren

  • Liebes Forum,

    Ich habe ca 150k geerbt. Ich würde diese Geld gerne investieren und wahrscheinlich in ca 5-10 Jahren für die Investition ins Eigenheim entnehmen. Habt ihr einen Tipp, in welchem Verhältnis ich das Geld in einen Index Fond ( Depot bei smartbroker) und als sicherer Varianten wie zum Beispiel Festgeld investieren könnte?

    Danke und Lg

  • Diese Frage nach einem vernünftigen Tipp kann man mMn nicht so ohne weiteres beantworten, da hier Prognosen mit einfließen... und diese sind relativ schwierig zu erstellen, besonders wenn es um die Zukunft geht.


    Im Ernst... dazu müsste man schon die Gesamtsituation kennen und wissen, welche Summe wann (in etwa) einfließen muss, nicht kann.

  • Finanztip empfiehlt für solche kurzen Zeiträume keine Investition in ETF.


    Davon abweichend würde ich eine Betrachtung machen, wie sehr ein Rückgang um z.B. 30% schmerzen würde. Bei 0% im Festgeld wären bei 20% ETF noch 94% der Anlagesumme übrig, bei 50% ETF 85%. Die entsprechenden Prozentsätze auf die eigene Erwartung und Risikobereitschaft anpassen.

  • Oben fehlt ein 8 vor der 0, 1.Szenario 80% Festgeld, 20% ETF


    20% in ETF, 30% Crash, bleiben 70% von 20% übrig -> 14% zzgl. 80% Festgeld -> 94%

    50% in ETF, 30% Crash, bleiben 70% von 50% übrig -> 35% zzgl. 50% Festgeld -> 85%


    Das Zahlenspiel sollte die Risikoseite illustrieren, dagegen stehen die Chance auf höhere Rendite durch den ETF-Anteil. Mein Eindruck ist, dass viele der Viel-Schreiber inzwischen nur noch einen Notgroschen +x im Tages-/Festgeld haben. Das ist aber eine Frage der persönlichen Verhältnisse und Wünsche, siehe bei Dir Immobilienkauf.

  • Hallo.


    Vielleicht ein Anstoß für weitere Überlegungen:


    Wie sicher ist denn die Investition ins Eigenheim?


    Stünde die auch ohne die Erbschaft an?

    Falls die Antwort ja ist, dann könnte man das Geld auch langfristig investieren und das Depot als Eigenkapitalersatz einrechnen.

  • also plädierst du auch eher für Festgeld. Wobei hiermit ja noch nicht mal ein Inflationsausgleich geschaffen wird….

    Nein, jedenfalls nicht generell oder pauschal! Ich meine nur, hier kann dir niemand einen vernünftigen Tipp geben, ohne zumindest grob deine Situation zu kennen.

    Zum Bild gehört meiner Ansicht nach, wie dein/euer Nettovermögen aufgeteilt ist und welche Verpflichtungen bestehen. Gibt's eine Altersversorgung (Vermögensaufbau) und wenn ja, in welcher Form und in welchem Umfang? Liegt ein Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben und einer für geplante Anschaffungen bereit? Kann der "Bedarf" für die Immo im Zeitraum von 5 bis 10 Jahren auch mit "Sparraten" gedeckt werden?

    Fragen über Fragen...

    Ich persönlich tendiere eher dazu, einen "Geldregen" sinnvoll zu investieren... und eine selbstgenutze Immo gehört nicht dazu.

    Wenn eine Cash-Reserve vorhanden ist, würde ich voll in einen ETF gehen und je nach Wertentwicklung eher den Zeitpunkt für die Immo schieben, bis es passt.

  • Honorarberater???

    Ja klar, hier in aller Öffentlichkeit muss man nicht unbedingt einen "Strip" hinlegen ;-)

    Du kannst dich per persönlichen Nachrichten auch mit anderen Forenteilehmern und -innen austauschen; das wird oft gemacht.

    Als Berater, der auch hier und ohne Akquiseabsichten unterwegs ist, kannst du mal tobiasweiss anschreiben. Sollte er selbst nicht der 100%ig richtige Ansprechpartner sein, so weiß er mit großer Wahrscheinlichkeit, welche der 200-300 Berater:innen in D für deine Problematik infrage kommen.

  • Ich würde so darüber nachdenken:


    Wenn das mit der Immobilie eine eher abstrakte Idee ist - vielleicht ja, vielleicht auch nicht, ziemlich unklar wo, was, wann, mit wem… - dann würde ich mir darüber keinen Kopf machen und einfach den ganzen Betrag in den ETF stecken.


    Wenn die Idee mit der Immobilie sehr konkret ist - Du weißt in welchem Stadtteil, wie groß es sein soll, was Du sonst noch für Vorstellungen hast - dann würde ich eher überlegen, ob Du wirklich noch 5 - 10 Jahre wartest oder lieber jetzt gleich auf die Suche gehst. Die Zinsen werden nicht mehr billiger, und die Preise wahrscheinlich auch nicht.


    Zu selbst genutzter Immobilie allgemein: Die Leute finden ihr Modell “Mietwohnung plus Aktien” meist solange super, bis sie wegen Eigenbedarf aus ihrer Wohnung geworfen werden und dann feststellen, dass attraktive Wohnungen, genau an dem Ort an dem man leben möchte, in der Größe die man benötigt, ein wirklich knappes Gut sein können. Anders als einen ETF Anteil kann man die nicht zu jeder beliebigen Zeit mieten/kaufen. Entweder es gibt ein Angebot oder nicht.


    Ich würde empfehlen eine Wohnung zu kaufen wenn Du es Dir leisten kannst, das heißt dass Du realistisch davon ausgehen kannst, dass Du sie nach 15 Jahren abbezahlt hast. Wichtig: sinnvoll kaufen. Keine riesige Hütte ins Dorf bauen. Gute Lage, neues Gebäude (kein Altbau), eher etwas zu klein als etwas zu groß, keine Extravaganzen sondern voll im Massen-Geschmack.

  • JDS, danke für die Empfehlung.


    dachdecker, da kamen ja schon viele gute Vorschlage. Ich mache in so einem Fall ein Risikoprofil und eine komplette Vermögensaufstellung inkl. Einkommensströmen, Rentenansprüchen, Erbschaften u.ä. Damit besprechen wir dann mehrere Szenarien, wie sich die Zukunft entwickeln könnte. Je nach Gesamtsituation kannst Du Dich dann für risikoloses Parken, volles Invest, eine Zwischenform oder etwas ganz anderes entscheiden.

  • Geht mir auch so! Mein Cash-Anteil (cash und Fetzgeld) liegt bei ca. 1%

    Ich liebe Prozentangaben, weil Sie so gar keine echte Aussagefähigkeit haben. ;)

    1% von 10K€ = 100€

    1% von 100K€ = 1000€

    1% von 1Mio€ = 10K€

    1% von 10Mio€ = 100K€


    Meine prozentuale Cashquote an meinem Gesamtvermögen geht per Sparplan auf jedem Fall jeden Monat weiter runter, aber auf 1% werde ich wohl in diesem Leben nicht mehr kommen. :D

    Irgendwo braucht jeder seinen Wohlfühlbetrag X an Cash. Dem Einen reichen halt 5K€, der Nächste braucht dann 100K€ um ruhig schlafen zu können. Bei mir liegt es halt irgendwo dazwischen.

    Diese feste prozentuale Risikoaufteilung zwischen Cash/RK1 und RK3 habe ich noch nie verstanden.

  • Diese feste prozentuale Risikoaufteilung zwischen Cash/RK1 und RK3 habe ich noch nie verstanden.

    Die kommt aus der Historie, in der die eine stieg wenn die andere fiel. Da die RK1 durch die Notenbanken derzeit bei nahe Null festgenagelt ist ist diese RIsikoaufteilung gestört, aber trotzdem nicht ohne Sinn. Ich hatte es oben ja mal an zwei Szenarien dargestellt. Mein Eindruck ist, dass viele speziell neuere Anleger es sich halt nicht vorstellen können, dass am Depot "plötzlich" fünf- und sechsstellige Beträge fehlen und so schnell wir in 2020 auch nicht wiederkommen.

  • Ich liebe Prozentangaben, weil Sie so gar keine echte Aussagefähigkeit haben.

    Lieber monstermania,

    konkrete Beträge haben auch keine echte Aussagefähigkeit, wenn das "Umfeld" oder "Gesamtbild" nicht bekannt ist. Deshalb sind ja auch die starren Empfehlungen von z.B. 20% Cash- und 80% Sachwertanteil für Meier ok, für Müller völlig daneben...

  • Ich sehe da zwei unterschiedliche Dinge. Zum einen die Cash-Reserve für Notfälle, die sehe ich in absoluten Beträgen. Ich persönlich würde mich z.B. nicht wohlfühlen, wenn ich nicht mindestens 25.000 in Cash sofort verfügbar hätte. Das ist unabhängig von allem anderen die absolute Untergrenze. Dann Cash als % des Gesamtvermögens, damit kann man sich einfach das gewünschte Rendite/Volatilität-Profil konfigurieren. Je höher der Cash-Anteil, desto geringer die Rendite und die Volatilität.

  • Liebes Forum,

    Ich habe ca 150k geerbt. Ich würde diese Geld gerne investieren und wahrscheinlich in ca 5-10 Jahren für die Investition ins Eigenheim entnehmen. Habt ihr einen Tipp, in welchem Verhältnis ich das Geld in einen Index Fond ( Depot bei smartbroker) und als sicherer Varianten wie zum Beispiel Festgeld investieren könnte?

    Danke und Lg

    Ich würde mein Geld auf jeden Fall nicht irgendwem in die Hand drücken und ihn machen lassen...


    Ich würde vermutlich in ein Start-Up mit guten Erfolgschancen investieren... Frag doch mal bei deiner örtlichen Uni nach, ob es dort Start-Up Gründer gibt

  • Ich würde vermutlich in ein Start-Up mit guten Erfolgschancen investieren... Frag doch mal bei deiner örtlichen Uni nach, ob es dort Start-Up Gründer gibt

    Das wäre ja noch riskanter, als das Geld "irgendwem in die Hand zu drücken" :D:D:D


    Was sollen denn unerfahrene Nerds mit einer solchen "Mini-Investition" machen? Im Ernst... so etwas kann man mit "Spielgeld" machen, auf das man heute und morgen nicht angewiesen ist und auf das man auch gänzlich verzichten kann... wenn das Geld "versenkt" ist. Wieviele start-ups schaffen es?

    Das "alte Modell" zur Finanzierung von start-ups, nämlich die Finanzierung über Aktien, ist (leider) lange aus der Mode gekommen. Heute werden start-ups via Crowd-Funding resp. Crowd-Investing oder über "Inkubatoren" auf die Beine gestellt. Ansonsten spricht man über Investitionen von Risikokapital... und in diesem Segment werden clevere Nerds eher abgezockt (Ideenklau etc.) als unterstützt.

    Für einen Privatanleger ist diese Idee doch eher unterirdisch ;-)

  • Das mit dem Start-up ist schon ein guter Tip, aber es gibt noch etwas besseres: Ins Spielcasino gehen und das ganze Geld am Roulette-Tisch auf rot setzen. Gewinnchance von über 47%, und wenn es gut geht hast Du doppelt so viel wie vorher. Klingt doch super, oder?

  • FinanzPanda

    Ist doch mein reden. Jeder Mensch und jede Situation ist unterschiedlich!;)

    Häufig wird die Faustformel 'Aktienquote gleich 100% - Lebensalter' angeführt. Das wären dann bei einem 20jährigen 20% Cash und 80% im ETF-Depot. Aber was, wenn dieser 20 Jährige auch eine minimale Bargeldreserve von 25K€ haben möchte? Einfach damit Er/Sie gut schlafen kann? :/

    Dann dauert es halt noch bis 25 oder 30 bis Er/Sie überhaupt anfängt zu investieren, weil es einige Jahre braucht zunächst die 25K€ Bargeldreserve anzusparen? :/ Wäre in meinen Augen eher kontraproduktiv.

    Zumal es dann ja noch ewig dauern kann, bis der Sparer auch nur annährend an die Aktienquote gemäß der Faustformel heran kommen würde.


    In meinen Augen machen daher feste Prozentsätze in der Vermögensaufteilung wenig Sinn. Vor Allem, so Lange man noch gar kein Vermögen aufgebaut hat! ;)

    Ich brauche halt Summe X in Bargeld, damit ich ruhig schlafen kann und zu 99,5% sicher bin, dass ich nie ungeplant an mein Aktiendepot heran muss.

    Wenn dann das Aktiendepot langsam eine gewisse Größe erreicht hat und man sich allmählich der Entnahme-/Vermögenserhaltungsphase annähert mag die Situation dann anders aussehen.

    Ich werde auch rechtzeitig vor dem Start der Entnahmephase meinen Aktienanteil verringern und den Cashanteil erhöhen. Die Summe wird sich dann aber an den jährlichen Ausgaben orientieren und nicht einen fixen prozentualen Anteil ausmachen.