Geldanlage mit 58

  • Hallo, ich möchte ca. 70.000€ anlegen zur Rentenaufstockung. Allerdings lese ich immer, dass man ETFs als Anlageform mindestens 10-15 Jahre liegen lassen. Ich würde gerne kürzer anlegen um das Geld in ca 7 Jahren nutzen zu können. Gibt es Alternativen?

    Viele Grüße

  • Bei 10-15 Jahren ist eben die Wahrscheinlichkeit höher, dass man nicht im Minus ist, wenn man auf den MSCI World setzt.


    Wenn man den Trend erkennt, kann man auch kürzer investieren.


    Klar gibt es Alternativen: Gold, Silber, Fremdwährungen, Anleihen, Aktien, Rohstoffe ... und auch ganz böse Sachen, wie beispielsweise Optionsscheine.

    Lass keinen zwischen Dich und Dein Geld.

  • Hallo Apis24, willkommen im Forum,

    da wir im gleichen Alter sind, kann ich dir nur meine Vorgehensweise schildern.

    Ich habe einen Überschlag gemacht, was ich monatlich ab 63 (Ziel Rente) benötige.

    Diesen Betrag habe ich mit 36 multiplitziert um für 3 Jahre erst einmal sicher zu sein. Dieses Geld habe ich bereits frei angelegt, Tendenz 0% Zinsen, aber sicher. Weiterhin ist noch ein kleiner Puffer vorhanden. Der Rest ist weiterhin in ETF angelegt, bei einer Marktbeobachtung kann man dann eine gute Zeit nutzen um wieder die 36 Monate auf zu füllen. Sicherlich ist auch Saidis Vorschlag mit 100-Lebensalter= Prozentsatz Anlage ETF eine interessante Lösung.

  • Frage in die Runde: was haltet ihr davon, in so einem Fall mit Stopp Loss Order auf den in ETF investierten Teil zu arbeiten? Wenn man die Stopp Order zB 15% unter den Einstandskurs setzt, wäre man vor ganz harten Schlägen gesichert?

  • Frage in die Runde: was haltet ihr davon, in so einem Fall mit Stopp Loss Order auf den in ETF investierten Teil zu arbeiten? Wenn man die Stopp Order zB 15% unter den Einstandskurs setzt, wäre man vor ganz harten Schlägen gesichert?

    Da ist ein kurzfristiger Rücksetzer für den Anleger sehr teuer, bei 15% 150€ auf 1000€ angelegte Summe, für mich keine wirkliche Alternative, incl. Ärger wenn es zügig wieder Bergauf geht, siehe Frühjahr 2020.

  • Stopp Loss hat zwei Risiken


    1) Man setzt den Stopp loss im Verhältnis zum Kaufkurs, lässt es über Jahre stehen, dann ist es eben kein "minus 15%" stopp loss mehr sondern minus 50, minus 80


    2) Wenn es einen flash crash gibt, erholt dieser sich oft am selben Tag oder binnen weniger Tage. Der nächste Kaufkurs unterhalb des stop loss ist aber weit darunter, da sich bei minus 15% kein Kaufkurs bildet. Dann verkauft man bei minus 20, 30, 50%, der Markt erholt sich kurzfristig aber man ist raus.


    Abhilfe zu Problem 1 bietet ein trailing stopp loss, der den Verkaufspreis bei minus 15% hält, egal wie der Kurs steigt.


    Ich arbeite seit Jahren ohne jede Art von Stopp Loss und schlafe gut.

  • Ich bin 60plus und habe auch erst 2017 angefangen, Geld in einen MSCI World zu investieren. Ich habe nach und nach Anteile gekauft, zuletzt im Corona-Tief (Februar 2020). Bei meinem Depot bei der Ing-Diba kann ich eine Order so einstellen, dass ich einen bestimmten Maximalwert beim Kauf nicht überschreite. Trotz der geringen Laufzeit zeigt mein Depot inzwischen eine gute Rendite an. Aber man weiß natürlich nie im voraus, ob mal ein Börsentief kommt, bei dem man günstig Anteile kaufen kann.

    Mein Bruder erzählte mir kürzlich, er habe Geld in Tabakaktien investiert, weil die eine hohe Dividende zahlten. Dazu gibt es interessante Artikel im Internet: Hohe Dividenden mit Tabakaktien: Hier kommen meine zwei Favoriten!

  • Mein Bruder erzählte mir kürzlich, er habe Geld in Tabakaktien investiert, weil die eine hohe Dividende zahlten. Dazu gibt es interessante Artikel im Internet: Hohe Dividenden mit Tabakaktien: Hier kommen meine zwei Favoriten!

    Hm. Ausgerechnet Tabak. Wenn relevante Länder beschließen, dass sie das Rauchen komplett verbieten sausen die Aktien ab nach unten... Gleiches gilt, wenn ein Gericht einem Raucher hohen Schadenersatz für Folgeschäden zuspricht. Eher was für Zocker als für langfristige Anleger.

  • Aufgrund dieser Diskussion sind Tabakaktien seit Jahren billig.


    Imperial Brands oder BAT kann man bei Rücksetzern gut kaufen. Wenn sie dann nicht wieder steigen, muß man halt während der Wartezeit mit den rund 10% Dividendenrenditen auskommen.


    Viele Rohstoffaktien zahlen im Moment auch zwischen 5 und 20%(!) Dividenden.


    Aber das ist ja kein sparplanfähiger ETF.

  • Ach und wem das

    - mit dem Rauchen zu giftig

    - mit dem Rohöl zu wenig E-Mobilität

    - mit den Rohstoffen zu brasilianisch, chinesisch, afrikanisch oder zu russisch ist


    der kann ganz einfach Lumen Techn. oder AT&T kaufen. Sind eben nur 8-9% Dividendenrendite mit Telekomikern.


    Und lange warten muss man auf seine Kohle auch nicht. Wenn hohe Dividenden gezahlt werden, dann mindestens zweimal im Jahr, wenn nicht 4 oder gar 6 mal.

    Lass keinen zwischen Dich und Dein Geld.

  • Hallo.


    Wenn es tatsächlich um die Rentenaufstockung geht, so lassen sich die 70.000 Euro in grob 300 Euro monatliche Rente umwandeln (+Steuerrückerstattung).

    Problem: Das Geld ist definitiv nicht mehr verfügbar oder anders einsetzbar.


    Dazu gerne kostenlose Beratung bei der DRV in Anspruch nehmen.

  • Mein Bruder erzählte mir kürzlich, er habe Geld in Tabakaktien investiert, weil die eine hohe Dividende zahlten. Dazu gibt es interessante Artikel im Internet

    Bei den sog. Dividendenaktien vergessen mMn die meisten Dividenden-Fan-Boys und -Girls die Aktienkurse/Vola ... und folglich die persönliche Dividendenrendite.


    Schaut euch mal die Daimler (Benz) Aktien an, die in Deutschland ja wohl zu den bekannten Dividendenaktien zählt/e...

    Derzeit liegt die persönliche Dividendenrendite - je nach Kaufkurs/-datum - bei deutlich unter 1,5% bis um die 3%.


    Von meinen paar Aktien, von denen auch ein paar Dividendenzahler sind, schütten mir


    - McDoof derzeit ca. 57%

    - Starbucks ca. 180% und

    - Apple ca. 300% aus ;-)


    ... um nur mal ein paar wenige Beispiele zu zeigen. Wie gesagt, diese Renditen-Prozente beziehen sich auf die (ursprünglichen) Kaufkurse.

  • Hm. Ausgerechnet Tabak. Wenn relevante Länder beschließen, dass sie das Rauchen komplett verbieten sausen die Aktien ab nach unten... Gleiches gilt, wenn ein Gericht einem Raucher hohen Schadenersatz für Folgeschäden zuspricht. Eher was für Zocker als für langfristige Anleger.

    Ich glaube nicht, dass das Rauchen komplett verboten wird. Man wird es erschweren, z. B. durch höhere Preise. Deshalb gingen die Gewinne der Tabakkonzerne in den letzten Jahren auch nicht zurück. Zwar rauchen weniger Menschen, aber viele Raucher zahlen die höheren Preise und sparen an anderer Stelle.

    Bei der Dividenden-Aktie geht es auch eher um eine Alternative zum Festgeld. Gerade wenn man älter ist, wird nicht empfohlen, alles Vermögen in ETFs/Aktien zu stecken. Man soll es streuen und einen Teil in Festgeld anlegen. Nur dafür gibt es im Moment kaum Zinsen. Da erscheint es vielen als Alternative, wenn man eine hohe Dividende kassieren kann.

    Mein Bruder ist von seinen Tabak-Aktien auf alle Fälle begeistert, die hätten ihm seinen diesjährigen Frankreich-Urlaub finanziert :D.

  • Mein Bruder ist von seinen Tabak-Aktien auf alle Fälle begeistert, die hätten ihm seinen diesjährigen Frankreich-Urlaub finanziert :D.

    Den Urlaub kann man aber auch mit einer breiteren Investition, z. B. in den "Nasdaq 100" oder in einen "MSCI World Information Technology ETF" finanzieren und dabei viel ruhiger schlafen. Zu diesen ETFs gibt es jeweils mehrere ETF-Anbieter mit günstigen TER.

    So finanziere ich nicht nur meinen Urlaub, sondern noch vieles mehr.

  • So finanziere ich nicht nur meinen Urlaub, sondern noch vieles mehr.

    Sehe ich auch so!


    Wenn man sich mal die Kurse der BAT ansieht, zum Bleistift die der letzten 5 Jahre, dann schüttelt sich automatisch das Köpfchen, oder etwa nicht? Was bringt mit eine Dividendenausschüttung von X Prozent, wenn sich der Kurs halbiert hat?


    Ich kann nicht nachvollziehen, wieso sich so viele Leute auf die Medienempfehlungen stürzen...