Rentenluecke ausgerechnet. Sparplan is unmoeglich! Mach ich was falsch

  • Hallo,


    ich habe mir soeben mal die Zeit genommen und meine Rentenluecke anhand dieser Anleitung dieses Videos ausgerechnet:


    Ich habe erstmal eine "Milchmaedchen"-Rechnung gemacht und einfach 80% meines aktuellen Netto einkommens als Basis genommen. D.h. ich habe mal die ganzen Kosten (die ich ggf. im Alter nicht mehr habe, beispiel: Haus-Kredit) einfach mal aussen vor gelassen.


    Ich bin dabei wie folgt vorgegangen:

    * 80% von [Netto-Einkommen] = X

    * Diesen Betrag (X) in den Inflationsrechner eingegeben = X+Inflation

    * Rentenbescheid genommen und 1.5% Rentenanpassung ausgerechnet = R

    * 20% (Steuern) von R abgezogen um meine Rente als Netto zu erhalten = R-Netto

    * X+Inflation MINUS R-Netto = Rentenluecke (Angenommen ich habe bisher nichts selbst angespaart und kein Erbe in aussicht)

    * Diesen Betrag (Rentenluecke) in den Vorsorgerechner eingegeben


    Das Ergebnis:

    Ich muesste ~1.100 Euro im Monat sparen.


    Jetzt ein paar Eckdaten zu mir:

    * Ich bin noch weit mehr als 30 Jahre von der Rente (mit 67 Jahren) entfernt.

    * Ich verdiene ~65.000 Euro im Jahr

    * Ich bin etwas weniger als 10 Jahre im Berufsleben


    Was mir stuzig macht:

    1. Ich dachte ich habe "genug Zeit" um mir meine Rentenluecke zu schliessen. Aber 1.100 Euro im Monat zu sparen ist fuer mich unmoeglich!

    2. In dem Video wird von ~15% "sollte man fuer die Rente sparen" geredet. Wenn ich nun die 1.100 Euro gegen rechne, komme ich auf rund 30% (also das doppelte).


    Mach ich bei der Berechnung etwas falsch?

    Oder gehe ich einfach bei 80% von meinem aktuellem Netto von "zu viel" fuer die Rente aus? Sollte ich mit etwas weniger rechnen?


    Vielen Dank fuer die Antworten!

  • Hallo.


    Zu den Fehlerquellen bei Ableitungen aus der Renteninformation will ich mich hier einmal gepflegt zurückhalten. (Versicherungskonto geklärt, ...)


    Was kommt denn an Sparbedarf heraus, wenn vom aktuell verfügbaren Netto (also nach Abzug der Immobilienfinanzierung) ausgeht?

  • Bei meinem Sparraten/Rentenrechner kommt folgendes heraus:


    Sparrate 500 € -> mit 2%iger jährlicher Steigerung -> ca. 720.000 € im Depot nach 30 Jahren -> private Brutto-Zusatzrente 1.800 € monatlich (bei 3%iger Entnahme)


    Einkommen heute 3.333€ -> Einkommen in 30 Jahren 6.000€

  • 1100 Euro über 30 Jahre bei 7% ergeben 1,3 Mio Vermögen. 4% Entnahme ergibt 52000 Euro pro Jahr Entnahme.


    Das kann schon sein...

    Wie meinst du das mit 4% Entnahme?

    Ich denk das sind die beruehmten "Ich kann 4% aus meinem Depo nehmen ohne das mein Geld weniger wird", richtig?

    Darum geht es mir aber nicht. Es ging mir lediglich darum "alles auzubrauchen"...
    Aber trotzdem danke fuer die Rechnung/den Denkanstoss! Wenn ich es nochmal so rechne, komme ich mit den Zahlen wirklich hin.


    Hallo.


    Zu den Fehlerquellen bei Ableitungen aus der Renteninformation will ich mich hier einmal gepflegt zurückhalten. (Versicherungskonto geklärt, ...)


    Was kommt denn an Sparbedarf heraus, wenn vom aktuell verfügbaren Netto (also nach Abzug der Immobilienfinanzierung) ausgeht?

    Ich denke die Renteninformation habe ich richtig gelesen. Das sieht fuer mich nicht sehr kompliziert aus. Aber was meinst du mit Versicherungskonto? 😅


    Ein sehr guter Tipp mit "rechne es doch mal richtig". Heisst Haus-Kredit weg, Kinder-Sparplan raus, Auto-Kredit weg, Lebensmittel etwas reduzieren (weil wir dann ja nicht mehr die Kinder im Haus haben :)) und weniger Sparen.

    Habe das dann nochmal ausgerechnet und komme (wow, wie sich das alles summiert!!) auf eine neue Sparplan-Rate von ~550 Euro. Also tatsaechlich nur die Haelfte!


    Das kommt mir schon wesentlich erschwinglicher vor. Auch wenn das fuer mich, stand heute, nicht komplett machbar ist, dass ist wenigstens ein Betrag der nicht gaenzlich unmoeglich ist.


    Zumal ich mit diesm Betrag auf ziemlich genau 15% meines aktuellen Nett-Gehaltes komme, was wiederum genau "der grobe Spar-Richtwert" ist. Jedenfalls was das Video sagt :P.


    Vielen Dank fuer die Inputs!

    Das hat mir sehr geholfen!

  • Das mit dem 15% vom Netto für das Alter sparen investieren klappt schon ganz gut, wenn der Anlagehorizont => 30 Jahre ist. Blöd halt, wenn man keine 30 Jahre mehr hat! =O


    Das mit dem "Versicherungskonto geklärt" ist der dezente Hinweis darauf, dass man ruhig auch mal prüfen sollte, ob wirklich alle bisherigen Versicherungszeiten sauber erfasst wurden. Da können nämlich immer mal wieder Fehler passieren. Und je später man diese Fehler bemerkt um so länger dauert dann eine evtl. notwendige Beschaffung von Versicherungsnachweisen seitens der alten Arbeitgeber.


    Auch sollte man in dem Zusammenhang ruhig prüfen, ob nicht evtl. Schul- und Ausbildungszeiten freiwillig in der GRV nachgezahlt werden.

    Nachzahlen für Schulzeiten - Sinnvoll? | rentenfuchs.info

  • Also die Renteninformation bildet die zu dem Zeitpunkt gespeicherten Daten und deren Ableitungen ab. Das muss nicht dem tatsächlichen Lebenslauf entsprechen. (Nicht alle Daten erreichen die Rentenversicherung automatisch.) Die Hochrechnung bis 67 muss nicht korrekt sein, weil die letzten 5 Jahre vielleicht gar nicht repräsentativ für die weiteren Jahre sind. Ggf. will man gar nicht bis 67 arbeiten. ... ... ...

  • Das kommt mir schon wesentlich erschwinglicher vor. Auch wenn das fuer mich, stand heute, nicht komplett machbar ist, dass ist wenigstens ein Betrag der nicht gaenzlich unmoeglich ist.


    Zumal ich mit diesm Betrag auf ziemlich genau 15% meines aktuellen Nett-Gehaltes komme, was wiederum genau "der grobe Spar-Richtwert" ist. Jedenfalls was das Video sagt :P .

    Wenn ich mal zurückblicke auf die Zeit (vor ca. 32 Jahren), in der ich meine Rentenlücke bzw. meinen Bedarf für eine private Vorsorge zum ersten mal ermittelt hatte, und diese Zahlen mit den zwischenzeitlich - Jahr für Jahr - aktualisierten Zahlen vergleiche, wird mir schlecht.

    Mit den damals ermittelten Zahlen wäre ich heute, morgen und übermorgen mal so was von gar nicht hingekommen.

    Heißt... Schau dir die Entwicklung deines Nettovermögens, der Einkünfte und deines voraussichtlichen Bedarfs Jahr für Jahr an und reagiere entsprechend!

    Ich denk das sind die beruehmten "Ich kann 4% aus meinem Depo nehmen ohne das mein Geld weniger wird", richtig?

    Darum geht es mir aber nicht. Es ging mir lediglich darum "alles auzubrauchen"...

    Gute Idee mit dem Aufbrauchen! Weißt du denn schon wie alt du werden wirst?

  • Also die Renteninformation bildet die zu dem Zeitpunkt gespeicherten Daten und deren Ableitungen ab. Das muss nicht dem tatsächlichen Lebenslauf entsprechen. (Nicht alle Daten erreichen die Rentenversicherung automatisch.) Die Hochrechnung bis 67 muss nicht korrekt sein, weil die letzten 5 Jahre vielleicht gar nicht repräsentativ für die weiteren Jahre sind. Ggf. will man gar nicht bis 67 arbeiten. ... ... ...

    Danke. Ja das war mir bewusst.

    Aber wie im Eingangspost erwaehnt, wollte ich erstmal "irgendwo" anfangen und das ganze war/ist erstmal eine "Milchmaedchen"-Rechnung.


    Trotzdem danke fuer den Hinweis!

    Wenn ich mal zurückblicke auf die Zeit (vor ca. 32 Jahren), in der ich meine Rentenlücke bzw. meinen Bedarf für eine private Vorsorge zum ersten mal ermittelt hatte, und diese Zahlen mit den zwischenzeitlich - Jahr für Jahr - aktualisierten Zahlen vergleiche, wird mir schlecht.

    Mit den damals ermittelten Zahlen wäre ich heute, morgen und übermorgen mal so was von gar nicht hingekommen.

    Heißt... Schau dir die Entwicklung deines Nettovermögens, der Einkünfte und deines voraussichtlichen Bedarfs Jahr für Jahr an und reagiere entsprechend!

    Du meinst, deine "erste Rechnung" von vor 32 Jahren war viel zu niedrig? Oder zu hoch?


    Eine Jahr fuer Jahr kalkulation macht natuerlich sinn!

    Auch hier danke fuer den Tipp!


    Gute Idee mit dem Aufbrauchen! Weißt du denn schon wie alt du werden wirst?

    Ich denke hier ist ein bisschen Ironie enthaleten?! ;)

    Ich habe hier mit 67 + 30 Jahre gerechnet. Also somit ware ich dann 97 "um bereit zu sein zu sterben" :D

    Nein, aber ist klar dass das alles nur "wisch-wasch" Zahlen sind.

    Es ging mir ursprungspost nur um die fuer mich ziemlich sehr erschreckende Zahl von 1.100 Euro im Monat sparen! Mit ging es darum ob das wirklich sinn ergibt oder ob ich etwas falsch gemacht habe.

    Nachdem ich aber nun all die hilfreichen Kommentare erhalten habe, kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass ich nichts falsch gerechnet habe, aber einfach falsche annahmen genommen habe.

  • Du meinst, deine "erste Rechnung" von vor 32 Jahren war viel zu niedrig? Oder zu hoch?

    Ja, die war zu niedrig. Der Lebenswandel (privates Umfeld, Familie etc.), der Euro mit all seinen "Vorteilen" und die tatsächlichen Teuerungsraten waren, da damals nicht auf dem Schirm, nicht berücksichtigt.

    Ich will dir aber hier keine Zahlen nennen, da sie absolut nicht repräsentativ sind...


    Ich habe hier mit 67 + 30 Jahre gerechnet. Also somit ware ich dann 97 "um bereit zu sein zu sterben" :D

    Nein, aber ist klar dass das alles nur "wisch-wasch" Zahlen sind.

    Mit den Entnahmen von 3 bis 4% ist angenommen, dass das Kapital aus dem Depot nicht gänzlich aufgebraucht wird, vorausgesetzt die dann erzielten Renditen liegen deutlich oberhalb der 3 bis 4% und die Steuerbelastung auf Gewinne bleibt im Rahmen.

    Ferner ist so gerechnet, dass die "Privatrenten" jährlich der Höhe nach angepasst werden können. Das Modell mit 4% bezieht sich darauf, dass wir keine gravierende Delle nach unten im Kurs haben werden. Mit 2 bis 3% ist angepeilt, auch bei einem Kurseinbruch noch eine Rente zu erzielen, die ausreichend dimensioniert ist.