Anlagemix und Depotführung

  • Hallo liebes Forum,


    Ich bin neu hier, habe allerdings direkt viele Fragen ?


    Aus einem Firmenverkauf habe ich einen Anlagebetrag von ca. 25 Mio EUR zur Verfügung.


    Diese möchte ich natürlich recht sich investieren, da ich mir die Möglichkeit offenhalten möchte, mich nicht neu selbstständig zu machen bzw. auch nicht mehr zu arbeiten.


    Meine langfristigen Rendite-Erwartungen für die nächsten 40 Jahre liegen bei rund 5% nach Steuern und Gebühren.


    Da ich 2 Kinder habe, möchte ich denen gerne eines Tages – vielleicht in 40 Jahren - , jeweils die selbe Kaufkraft vererben, die ich heute habe. Somit müsste die Anlagesumme verdoppelt werden und zusätzlich die Inflation ausgeglichen werden. Ich benötige ca. 1% Rendite zum Leben.


    Daher 2^(1/40)= 101,75% + 2% Inflation + 1% Entnahme = 4,75% nach Steuern und Gebühren.


    Mit welchem Anlagemix würdet Ihr versuchen diese Rendite zu erzielen?


    Bei welchen Banken würdet Ihr Angebote zur Depotführung einholen (Deutschland, Schweiz)?


    Vielen Dank für Eure Antworten


    TF

  • Hallo TF, willkommen hier im Forum!


    Du willst eine schöne Summe anlegen, da bekommst Du bestimmt viele Vorschläge. Deine Zielrendite ist absolut realistisch. Ich rechne langfristig mit 6-8% im Schnitt, inklusive mancher Krisenjahre, wie wir sie in den letzten 40 Jahren erlebten.


    Die Empfehlung von Finanztip und vieler hier im Forum lautet: Langfristig sind ETF kaum schlagbar. Ein breit streuender Weltindex kann dafür genügen, selbst bei dieser Summe. Ich selbst stelle gerne Depots aus mehreren ETF zusammen und weiche damit in manchen Bereichen bewusst vom Weltindex ab. Das Ziel dabei sind 1-2% mehr Rendite bei etwas weniger Risiko. Schwerpunkt klar auf Aktien, ggf. Immobilien, keine Anleihen, eventuell Gold zur erhofften Abfederung von Schwankungen, eventuell Kryptowerte zur weiteren Streuung. Der genaue Mix hängt von Deiner Risikobereitschaft und -tragfähigkeit ab.


    Was Du unter "recht sicher investieren" verstehst, müssten wir noch diskutieren. Bei langfristiger Anlage sollte man auch mal einen temporären Verlust von 40% oder mehr aushalten können, ohne nervös zu werden. Wenn Du das Risiko nach unten begrenzen willst, wird's komplizierter.


    Bzgl. der Bank gibt es viele zur Auswahl, die kaum was kosten. Ich sehe die Bank nur als einfachen Ausführer. Möchtest Du selber investieren und Dich dabei beraten lassen? Oder möchtest Du jemanden mit der Verwaltung beauftragen und Dich selbst nicht kümmern?


    Und warum frägst Du nach einer Schweizer Bank? Hast Du dort z.B. Wohnsitz, Zahlungsströme, Aktien oder Schließfächer?

  • Moin Tempus Fugit und willkommen hier im FT-Forum!


    Mit deinem Anlagevolumen liegst du leicht über dem Üblichen, was hier - von Kleinanlegern - für gewöhnlich diskutiert wird.

    Um auf deine Prozente zu kommen, reicht eigentlich eine Investition in einen breit streuenden ETF (MSCI world o.ä.).

    Eine jährliche Entnahme von round about 1% sollte damit sowohl laaaaaaaangfrisitg machbar sein und eine Verdoppelung auf Sicht ebenso.

    Ich würde an deiner Stelle erst einmal über einen vernünftigen Entnahmeplan nachdenken, der auch eine Steigerung/Anpassung deiner Entnahmen berücksichtigt. Wenn du spezielle Fragen dazu hast, dann darfst du gerne weiter fragen.

    IMHO solltest du deine 1% (p.a.) für 3 bis 5 Jahre vermeintlich sicher bereit halten (Kopfkissen, Tages- und Festgeld) und den Rest vernünftig investieren.

    Mit Cash von einer 3/4 M bis anderthalb M würde Otto-Normalo 8 bis 15 Banken bemühen, um im Bereich der Einlagensicherung zu bleiben. Leute wie du und ich regeln die gleiche Klamotte durchaus mit einer einzigen Bank; mehr gerne per PN. Ich habe zwar keine Firma verkauft, aber über inzwischen 32 Jahre meine "paar DM und später Euro" mit Investitionen in Einzelaktien vermehrt und bin im Laufe der Jahre auch in den höheren 8stelligen Bereich gelangt. Will sagen, ich plaudere nicht wie der Papst vom Eheleben ;)

    Natürlich kannst du auch direkt mal z.B. bei der HSBC anklingeln. Die Leute dort erzählen dir im persönlichen Gespräch, wie das funktioniert und was dieses Feature kostet.

    Die Anlageseite (die Investitionen) kannst du natürlich selbst regeln. Ich gehe aber eher davon aus, dass du dich in der Vergangenheit eher ums Geschäft, als um deine Finanzen gekümmert hattest; sonst würdest du hier nicht aufschlagen ;) Die Fragen, die dazu im Raum stehten betreffen deine Kenntnisse über Geldanlagen und deren Handling, wie auch den Zeiteinsatz, den du bereit bist aufzuwenden.

    Machen lassen, von Beratern und Vermögensverwaltern, kostet immer Geld und Performance. Und wirklich gute Berater und Vermögensverwalter, respektive Personen, die als solche fungieren könnten, wirst du nirgends finden; diese befassen sich nämlich mit der Verwaltung ihrer eigenen Vermögen und sind nicht auf Honorare oder Provisionen angewiesen. Die verbleibenden Ansprechpartner sind quasi "second class"... Und dennoch wirst du nicht um einen oder zwei Bankkontakte umhin kommen. Diesen musst du allerdings die Richtung vorgeben...

    Von daher wären wohl weitere "Studien" nötig, wie man was möglichst intelligent organisisert. MMn solltest du auch über eine Sparschwein-GmbH nachdenken, oder über eine Stiftung...

    Wegen Depotbanken würde ich nicht über Deutschland vs. Schweiz nachdenken. Die Eidgenossen können nix besser als die Germanen... oder doch... ja... sie können die Hand noch weiter aufhalten ;)


    Anmerken möchte ich noch, bevor ich mich gleich ins Bettchen begebe, dass du mit einem Dreizeiler wie diesem nicht wesentlich weiter kommen wirst.

    Mach dir einen Kopf über eine Kombi aus Anwalt (Stiftung, Sparschwein-Kapitalgesellschaft), Steuerberater (Firmenrecht, Steuerrecht, Erbrecht...) und einer oder zweier Banken (laufende Konten, Depot, Brokerage)...

    Und wenn du weitere Ideen und/oder Fragen hast, dann frage hier ruhig weiter. Hier gibt's noch weitere Teilnehmer:innen, die ihre eingenen Vermögen sehr ordentlich und erfolgreich selbst verwalten ;)


    LG

    John

  • Bei langfristiger Anlage sollte man auch mal einen temporären Verlust von 40% oder mehr aushalten können, ohne nervös zu werden.

    In diesem Zusammenhang sollte man auch den Begriff "langfristig" mal ernsthaft diskutieren ;)

    Bei volatilen Anlagen ist schon ein halber Tag "langfristig" und temporäre Verluste von 40% oder welchem Satz auch immer, lieber Tobias, kennen eigentlich nur die Leute, die sich auf andere verlassen ;)

    "Langfristig" bedeutet bei Investoren, die Aktien bevorzugen, dass sie langfristig in Aktien investieren. Dies ist nicht gleich bedeutend, dass man Aktien kauft und sie bis zum Nimmerleinstag im Depot belässt!

    Dies nur mal so am Rande...

  • Ich würde Mal Gerd Kommer googeln und ggf. zu seiner Firma Kontakt aufnehmen.

    Könnte mir vorstellen, dass du dort gut aufgehoben bist. Das Thema Stiftung wird dort auch mit abgedeckt/beraten wenn ich beim letzten Podcast gut aufgepasst habe.

    Mit dem vorhandenen Vermögen wirst du sogar aufgenommen;)

  • Ich würde für 10 Mio Immobilien kaufen, damit generiert man jährliche Mieteinnahmen von ca 250.000 Euro, die konstant immer reinkommen. Der Wert der Immobilien wird dabei tendenziell steigen. Für 2 Mio Gold, und für den Rest ETFs.

  • Ich würde für 10 Mio Immobilien kaufen, damit generiert man jährliche Mieteinnahmen von ca 250.000 Euro, die konstant immer reinkommen.

    Kein "Schlauer" kauft für die 40fache Jahresmiete Immobilien! Und Mieten kommen leider nicht immerkonstant rein...

  • Erbschaftsteuer ... gute Nacht


    Logischer Weise würde nicht mehr an Deutschland als Wohnsitz denken, wie viele Vermögende es machen.

    Deutschland ist auch für Vermögende als Wohnsitz und "Heimatland" geeignet... selbst wenn's hier noch roter und grüner wird ;)

    Genau aus solchen Gründen, die du vermutest, wie laufende Steuern und durchaus auch Erbschaftssteuer, installiert "man" Sparschwein-Kapitalgesellschaften und/oder Stiftungs-Konstrukte... und bleibt als Individuum "relativ arm". Dass diese Kapitalgesellschaften oder Stiftungen nicht zwangsläufig in Deutschland gegründet werden (jedoch nicht in sog. Steuerparadiesen), liegt jedoch auf der Hand.

    Unterm Strich geht es dabei weniger um Steueroptimierung denn um "Gestaltungsfreiheit".

    Meine "Dividenden" (die ich als Gesellschafter der Sparschwein-Firma erhalte) und das "moderate Gehalt" oder die "angemessene Rente", die Familienmitglieder und ich aus dem Konsrukt beziehe/n, dürfen sie und darf ich in Deutschland genauso versteuern, wie jeder andere auch. Allerdings können einige Annehmlichkeiten (Wohnen, Autofahren, Yacht, Urlaub, Reisen...) in den Bereich von Betriebsausgaben verschoben werden ;)

    Weiter muss man das Thema aber hier nicht aufdröseln...

  • Kein "Schlauer" kauft für die 40fache Jahresmiete Immobilien! Und Mieten kommen leider nicht immerkonstant rein...

    Doch, das machen sogar sehr viele schlaue und sehr wohlhabende Menschen und Family Offices. Das macht besonders dann sehr viel Sinn, wenn man die Perspektive hat Vermögen über Generationen zu sichern. Wenn man die 10 Mio. auf 10 - 20 Objekte in sehr guten - exzellenten Lagen aufteilt und die professionell verwalten lässt, dann läuft das schon. Wenn mal 1 oder 2 Wohnungen Probleme machen, was soll’s.

  • Das macht besonders dann sehr viel Sinn, wenn man die Perspektive hat Vermögen über Generationen zu sichern. Wenn man die 10 Mio. auf 10 - 20 Objekte in sehr guten - exzellenten Lagen aufteilt und die professionell verwalten lässt, dann läuft das schon. Wenn mal 1 oder 2 Wohnungen Probleme machen, was soll’s.

    Bei rund 2,5% Rendite ist dies aber nicht besonders schlau! Selbst wenn die Netto-Rendite (nach Kosten für Verwaltung etc., aber vor Steuern) bei rund 2,5% zu liegen kommt, ist es immer noch nicht sonderlich schlau.

    Die Schlauen kaufen Wohnimmos und gewerblich nutzbare/genutze Immos für Größenordnungen von bis zu 25 Jahresmieten, oder Objekte, die saniert/modernisiert werden müssen... Darüber hinaus lassen sie nicht von Generalunternehmern sanieren/modernisieren, sonder treten selbst als Generalunternehmer/-übernehmer auf und sacken auch noch die Margen ein, die sonst andere kassieren. Meist wird dabei sogar mit einem Mix aus Immos zur Vermietung und einem Verkauf eines Teils der Immos gearbeitet, denn dann werden tatsächlich "fette" Renditen (bezogen auf den Eigenkapitaleinsatz) erzielt.

    Die große Frage in diesem Zusammenhang betrifft den Aufwand (insesondere an Zeit), den man bereit sein muss zu investieren. Jemand, der lange Zeit annähernd rund um die Uhr in seiner Firma gearbeitet hat und sich diese Arbeit durch einen Firmenverkauf versilbern konnte, hat i.d.R. kein Interesse mehr daran, mit einer "neuen" Immo-Firma sein Kapital zu erhalten und ggfs. zu vermehren. Passive Einkünfte werden letztlich anders generiert.


    P.S.: Meine "freche" Anmerkung bezüglich deines Kommentars betraf nicht die Immos an sich, auch nicht deine Meinung, sondern den "Kurs"...

  • Z.B. weil Kommer Wissenschaftler ist und mit dem realen Anlegen wenig zu tun tun hat. Ich tracke seine Portfolios und er liegt hinter dem Finanztip-Ansatz zurück. Er ist also sein Geld nicht wert bzw. vernichtet Wert.

    Vermutlich seine Vermögensverwaltung oder?

    Er möchte/muss halt auch etwas Geld verdienen. Finde es nicht so verwerflich für ne Tätigkeit Geld zu bekommen.