Nachhaltiges Investment, welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

  • Ich habe inzwischen einen gewissen Betrag angespart und stehe vor der Frage, wie ich den am besten anlege. Also sowohl in finanzieller Hinsicht, als auch in Bezug auf Nachhaltigkeit.


    Welche Erfahrungen habt ihr mit nachhaltigem Investieren gemacht? Und auf welche Kriterien achtet ihr dabei genau?

  • Hallo.


    Wie soll ich Nachhaltigkeit deuten? Im Sinne von ESG? Oder im Sinne von langfristig ertragreich?


    Meine Idee wäre ja ein Investment, das ich mir jetzt ins Portfolio lege und das meine Kinder bedenkenlos an deren Kinder weiterreichen können. (Auch wenn Apple dann auf Äbbelwoi umgestiegen sein könnte.)

  • Es gibt inzwischen mehrere Untersuchungen mit dem Ergebnis, dass "nachhaltige" Fonds/ETF besser abschnitten als normale. Der 1. Haken dabei ist, dass der Untersuchungszeitraum immer sehr klein war. Eine Studie mit Rückrechnung über mehrere Jahrzehnte gibt es bestimmt irgendwo, habe ich aber noch nicht gelesen.


    Der 2. Haken ist, dass es für "Nachhaltigkeit" noch keine objektive Definition gibt. Das wird versucht, wird aber immer eine subjektive SIchtweise beinhalten, die dann einfach als allgemeine Norm festgelegt wird. Der eine findet Atomkraft nachhaltig, weil es weniger tägliche Emissionen erzeugt als Kohle, der andere findet es nicht nachhaltig, weil es lange strahlt, falls es mal Puff macht. In Folge dieser fehlenden allgemeinen Definition sind in "nachhaltigen" ETF je nach Emittent unterschiedliche Firmen enthalten. Von wegen passives Investment.


    Wenn es jemand ernst meint mit dem Wunsch nach Nachhaltigkeit, diskutiere ich seine/ihre persönlichen Kriterien und suche dann etwas Passendes. Die ESG- oder SRI-gelabelten ETF überspringen wir dabei meistens. Den meisten genügt allerdings der Ansatz, dass jede Firma aktuell versucht, als "nachhaltig" eingestuft zu werden, und daher alle etwas besser werden.

  • Wie soll ich Nachhaltigkeit deuten? Im Sinne von ESG? Oder im Sinne von langfristig ertragreich?

    Im Idealfall beides. Aber gedacht hatte ich mir das im Sinne von ESG, ja.


    Dass es inzwischen Untersuchungen gibt, die zu dem Ergebnis kommen, dass "nachhaltige" Fonds/ETF sogar besser abschneiden, wusste ich nicht. Freut mich aber!

    Der "ecoreporter" (Verlinkung unterlasse ich an der Stelle) hat heute eine entsprechende Anregung auf der Seite. Vielleicht inspiriert die etwas.

    Danke für den Input! Wusste gar nicht, dass es ein Magazin für nachhaltige Geldanlagen gibt. Da lese ich gleich mal rein.

    Die Dividenden sind sehr nachhatlig :-D

    Reicht dir persönlich das? Habe auch von manchen Anlegern gelesen, die auch nur auf Gewinne gehen, dann aber für das Gewissen einen Teil der Dividenden an NGOs spenden.

  • Reicht dir persönlich das? Habe auch von manchen Anlegern gelesen, die auch nur auf Gewinne gehen, dann aber für das Gewissen einen Teil der Dividenden an NGOs spenden.

    Selbstverständlich reicht mir das, durch mein investment ändert sich ja rein garnichts. Die Firmen werden nicht weniger produzieren, wenn ich keine Aktien von ihnen habe und von dem Geld das ich in die Aktien gesteckt habe sehen die auch nichts.

  • Muenchner: Das ist eine Frage der Masse. Wenn scharenweise Investoren aus “schmutzigen” Aktien fliehen, dann sinkt der Kurs und das Management bekommt Druck, etwas zu verändern und den Laden aufzuräumen.


    Ich selbst bin aber von den nachhaltigen ETFs auch nicht so richtig überzeugt, weil ich die Kriterien nicht ganz schlüssig finde. Am Ende hat man dann ein Portfolio, das noch IT- und Telecoms-lastiger ist. Ob das dann nachhaltiger ist?

  • Habe auch von manchen Anlegern gelesen, die auch nur auf Gewinne gehen, dann aber für das Gewissen einen Teil der Dividenden an NGOs spenden.

    Genau, der Ablasshandel des 21. Jahrhunderts;)

    Fette Gewinne mit Bergbau- und Ölfirmen machen, dann aber einen Teil für Greenpeace spenden und die Grünen wählen.:/

    Ist ungefähr genau so, wie wenn mir Jemand erklärt, dass er seinen neuen 2 Tonnen Hybrid Mercedes/BMW aus ökologischen Gründen gekauft hat.:D

  • Genau, der Ablasshandel des 21. Jahrhunderts;)

    Fette Gewinne mit Bergbau- und Ölfirmen machen, dann aber einen Teil für Greenpeace spenden und die Grünen wählen.:/

    Ist ungefähr genau so, wie wenn mir Jemand erklärt, dass er seinen neuen 2 Tonnen Hybrid Mercedes/BMW aus ökologischen Gründen gekauft hat.:D

    Die Schwarzwälder Kirsch esse ich ja auch nur wegen der Vitamine. 8o


    Wer Impact will, der muss laut werden, entweder als Kunde oder als Anteilseigner, ggf. auch in beiden Rollen. In die Verlegenheit selbst Gesetzgebung betreiben zu dürfen, werden die wenigsten von uns kommen.

  • Ich unterstütze schon immer gern Unternehmen, die einen gewissen Beitrag zum Umweltschutz leisten und hab da schon seit ein paar Jahren eine Energieeffizienzanleihe. Jetzt wo ich anfange mich mehr mit Investments zu beschäftigen hab ich mir auch schon überlegt weiter in diese Richtung zu gehen.

    Aber ja wie hier auch schon kam, ist Nachhaltigkeit ein weit gefasster Begriff – das geht von Bio-Produkten, über Naturschutz bis hin zu Energie (Solar oder in meinem Fall LED-Konzepte). Hast du schon eine genauere Vorstellung für die Richtung?

    Und willst du eher einen Fonds oder ein einzelnes Investment?

  • Genau, der Ablasshandel des 21. Jahrhunderts;)

    Fette Gewinne mit Bergbau- und Ölfirmen machen, dann aber einen Teil für Greenpeace spenden und die Grünen wählen.:/

    Ist ungefähr genau so, wie wenn mir Jemand erklärt, dass er seinen neuen 2 Tonnen Hybrid Mercedes/BMW aus ökologischen Gründen gekauft hat.:D

    Oh, hier geht es aber ganz schön zynisch zu. Ich fliege bewusst nicht mehr, wir haben nur ein sparsames Auto und sind sehr nachhaltig unterwegs. Wegen Haltungen wie deiner laufen wir in die Klimakatastrophe.


    Ich glaube, dass man als Bürger die stärksten Hebel über Wahlen, Spenden und investieren hat. Ich investiere jeden Monat 2.000 in MSCI World, Ökoinvest und regenerative Energien und weiss, dass ich damit etwas bewegen kann.


    Wenn Wallstreetbets mal für Green und nicht nur für GamesStop gewettet hätte, wären wir jetzt noch ein bisschen mehr auf dem richtigen Weg.

  • Ich fliege bewusst nicht mehr, wir haben nur ein sparsames Auto und sind sehr nachhaltig unterwegs. Wegen Haltungen wie deiner laufen wir in die Klimakatastrophe.


    Ich glaube, dass man als Bürger die stärksten Hebel über Wahlen, Spenden und investieren hat. Ich investiere jeden Monat 2.000 in MSCI World, Ökoinvest und regenerative Energien und weiss, dass ich damit etwas bewegen kann.

    Oh, fühlts sich da Jemand angesprochen?:D

    Mal im Ernst, Du kennst mich nicht, ich kenne Dich nicht. Von daher erübrigt sich jede Diskussion, wie 'nachhaltig' Jeder von seine Lebenszeit auf diesem Planeten gestaltet.

    Und in die Klimakatastrophe laufen wir so oder so (bzw. sind schon mitten drin).

    Und auch wenn Du das nicht glauben magst, braucht man dafür nur die von führenden Klimaforschern max. empfohlene Menge an CO2-Austoss pro Jahr durch die Anzahl der Menschen auf der Erde zu teilen um zu wissen, dass es realistisch betrachtet keine Möglichkeit mehr gibt den Klimawandel zurückzudrehen. Wir können uns halt etwas mehr Zeit 'erkaufen' und hoffen, dass wir Menschen auch für diese Herausforderungen technische Lösungen finden werden.

    Aktuell liegen wir Deutschen lt. Greenpeace pro Kopf etwa bei dem 6 fachen CO2-Auststoss, der uns eigentlich 'zustehen' würde, wenn man unseren Anteil an der Weltbevölkerung betrachtet (nur mal so zum Vergleich, die USA liegen etwa beim 12 fachen Pro-Kopf-Austoss und sind damit noch nicht mal an der Spitze).;)


    Nun gut, nehmen wir mal an, wir halbieren unseren CO2-Austsoss pro Kopf, was ich schon als ein sehr ambitioniertes Ziel erachte. Dürfen dann Länder wie Indien, Brasilien, Indonesien, usw. Ihren Pro Kopf CO2-Auststoss trotzdem erstmal verdoppeln oder gar verdreifachen um dann auf unser 'niedriges' Pro-Kopf Niveau zu kommen!? :/

    Wir wollen doch jedem Menschen auf der Erde den gleichen Ressourcenverbrauch zugestehen, oder!?


    Ist also nicht so, dass ich mir keine Gedanken mache. Auch ich versuche 'nachhaltig' zu leben (z.B. Konsumverhalten, Ernährung).

    Und ja, ich könnte diverse Dinge nicht mehr tun, die ich nur so zum Spaß mache und die Ressourcen verbrauchen (z.B. Motorrad fahren, Fernreisen). Aber ich lebe, also bin ich, also konsumiere ich auch!

    Aber ich kann mir dann ja meinen Flug nachträglich wieder CO2-neutral 'kaufen'.:evil: Und durch die steigende CO2 Abgabe tue ich ja auch etwas gutes für die Umwelt, wenn ich mit dem Motorrad fahre, oder?:evil:

  • Nachhaltig wäre nachhaltig die Erdbevölkerung zurückzufahren. Das passiert aber erst dann, wenn Wasser knapp wird.


    Schaut 30 Jahre Grüner Punkt an. Recycling durch verbrennen! Alles wird in Plastik verpackt.


    Pseudo Öko Elon Musk investiert in energieverschwendende Bitcoins.


    Wie gut, dass wir darüber gesprochen haben.

    Lass keinen zwischen Dich und Dein Geld.

  • Selbstverständlich reicht mir das, durch mein investment ändert sich ja rein garnichts. Die Firmen werden nicht weniger produzieren, wenn ich keine Aktien von ihnen habe und von dem Geld das ich in die Aktien gesteckt habe sehen die auch nichts.

    Naja. Je nachdem welche Form von Investment man tätigt, stellt man den Firmen schon Kapital zur Verfügung. Oder halt auch nicht. Oder habe ich da einen Knick in der Logik?


    Dass man als Einzelner nur ein kleines bisschen was bewegen kann, stimmt schon. Aber Kleinvieh macht auch Mist.

    Ich selbst bin aber von den nachhaltigen ETFs auch nicht so richtig überzeugt, weil ich die Kriterien nicht ganz schlüssig finde. Am Ende hat man dann ein Portfolio, das noch IT- und Telecoms-lastiger ist. Ob das dann nachhaltiger ist?

    Das mit den Kriterien ist halt wirklich auch so ein Punkt. Aber nur, weil es vielleicht nur 80% Lösungen und keine 100%-igen gibt, heißt das ja nicht, dass man es gar nicht erst zu versuchen braucht?

    Genau, der Ablasshandel des 21. Jahrhunderts ;)

    Fette Gewinne mit Bergbau- und Ölfirmen machen, dann aber einen Teil für Greenpeace spenden und die Grünen wählen. :/

    Ich hätte da auch Bauchzwicken. Andererseits muss jeder für sich seinen Weg finden. Und wenn das für einige Personen so passt, ist es immer noch besser, als nur in Bergbau und Öl zu investieren, finde ich.

    Ich unterstütze schon immer gern Unternehmen, die einen gewissen Beitrag zum Umweltschutz leisten und hab da schon seit ein paar Jahren eine Energieeffizienzanleihe. Jetzt wo ich anfange mich mehr mit Investments zu beschäftigen hab ich mir auch schon überlegt weiter in diese Richtung zu gehen.

    (...)

    Und willst du eher einen Fonds oder ein einzelnes Investment?

    Vielleicht gerne beides, streuen ist ja wohl generell ratsam? Wo hast du die Infos über Anleihen eingeholt? Vom Konzept her sind mir am ehesten Staatsanleihen bekannt.