Nachhaltiges Investment, welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

  • Naja. Je nachdem welche Form von Investment man tätigt, stellt man den Firmen schon Kapital zur Verfügung. Oder halt auch nicht. Oder habe ich da einen Knick in der Logik?


    Vielleicht gerne beides, streuen ist ja wohl generell ratsam? Wo hast du die Infos über Anleihen eingeholt? Vom Konzept her sind mir am ehesten Staatsanleihen bekannt.

    Ich denke auch, dass streuen ratsam ist. Momentan habe ich erstmal eine Anleihe der LED-Firma Deutsche Lichtmiete, womit ich schon gute Erfahrungen gemacht habe und bin jetzt auch gerade dabei mich mehr in die Richtung nachhaltig investieren zu informieren. Die Infos über die Anleihe habe ich primär über ihre Webseite und von einem guten Freund.


    Ich sehe das auch so, wenn man in Unternehmen investiert, unterstützt und fördert man sie und gibt ihn finanzielle Ressourcen, da möchte ich auch Ideen und Konzepte pushen, die mich selbst begeistern und die ich gut finde, die etwas für die Umwelt tun.

  • Ich sehe das auch so, wenn man in Unternehmen investiert, unterstützt und fördert man sie und gibt ihn finanzielle Ressourcen, da möchte ich auch Ideen und Konzepte pushen, die mich selbst begeistern und die ich gut finde, die etwas für die Umwelt tun.

    Du hast die Rendite vergessen. :/

    Man kann auch aus idealistischen Gründen in etwas investieren von dem man überzeugt ist. Sie wie z.B. auch viele Menschen Zeit und/oder Geld für gemeinnützige Dinge investieren. Das Problem geht immer dann los, wenn man für seine Investition auch eine monetäre Rendite erwartet.

    Die Vergangenheit hat bereits mehrfach gezeigt, dass man mit 'nachhaltigen' Investments sehr vorsichtig umgehen muss.

    Man sollte sich bei aller Begeisterung über die Idee oder das Konzept immer die Frage stellen, ob wirklich langfristig wirklich eine substantielle Rendite erwirtschaftet werden kann. Als negative Beispiele wäre hier z.B. Prokon oder auch Solarfirmen wie z.B. SolarHybrid AG genannt. Die Geschäftsmodelle mögen u.a. durch Subventionen eine Zeit lang funktioniert haben. Aber wirklich 'nachhaltig' ist so ein Modell ja nicht.

    Und leider fallen m.E. überwiegend Privatinvestoren auf solche 'nachhaltigen' Investments herein (grauer Kapitalmarkt). Die professionellen Investoren lassen aus gutem Grund die Finger von so etwas bzw. prüfen die 'Nachhaltigkeit' der Geschäftsideen jenseits des 'grünen' Ansatzes.

  • Und leider fallen m.E. überwiegend Privatinvestoren auf solche 'nachhaltigen' Investments herein (grauer Kapitalmarkt). Die professionellen Investoren lassen aus gutem Grund die Finger von so etwas bzw. prüfen die 'Nachhaltigkeit' der Geschäftsideen jenseits des 'grünen' Ansatzes.

    Ja das stimmt natürlich da hast du recht, da muss man sich auf jeden Fall gut informieren, was hinter dem Erfolg steht. Ich bin definitiv noch nicht wahnsinnig erfahren in dem Thema, aber ich habe natürlich auch länger darüber nachgedacht in welches nachhaltige Unternehmen ich investiere. Die Geschäftsidee an sich ist mir wichtig und natürlich auch die Zahlen. Ich denke nur, dass gute Ideen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit auch gute Gewinne erzielen können, weil immer mehr Menschen wert auf Umweltschutz und „grüne Produkte“ legen und daher auch solche kaufen, wodurch dann auch die Zahlen dieser Unternehmen gut sind. Oder was genau meinst du mit „prüfen der Nachhaltigkeit der Geschäftsidee“?

  • Die Infos über die Anleihe habe ich primär über ihre Webseite und von einem guten Freund.

    In meinem Freundeskreis gibt es keine Experten auf dem Gebiet, das würde mir als Informationsquelle nicht ausreichen. Websites alleine wären mir auch zu wenig... außer du schließt da Wertpapierprospekte etc. eventuell schon mit ein? Dennoch würde ich immer auch zusätzliche Informationen aus anderen Blickwinkeln haben wollen.

    Du hast die Rendite vergessen. :/

    Man kann auch aus idealistischen Gründen in etwas investieren von dem man überzeugt ist. Sie wie z.B. auch viele Menschen Zeit und/oder Geld für gemeinnützige Dinge investieren. Das Problem geht immer dann los, wenn man für seine Investition auch eine monetäre Rendite erwartet.

    Die Vergangenheit hat bereits mehrfach gezeigt, dass man mit 'nachhaltigen' Investments sehr vorsichtig umgehen muss.

    Wegen der Vorsicht frage ich ja nach. Und mir geht es hier nicht um Wohltätigkeit, sondern darum gewinnbringend und im Idealfall nachhaltig investieren zu können.

    Die professionellen Investoren lassen aus gutem Grund die Finger von so etwas bzw. prüfen die 'Nachhaltigkeit' der Geschäftsideen jenseits des 'grünen' Ansatzes.

    Aber professionelle Investoren legen schon auch nachhaltig an, oder? Also sofern ökonomisch und ökologisch sinnvolles Anlegen unter einen Hut gehen?

  • In meinem Freundeskreis gibt es keine Experten auf dem Gebiet, das würde mir als Informationsquelle nicht ausreichen. Websites alleine wären mir auch zu wenig... außer du schließt da Wertpapierprospekte etc. eventuell schon mit ein? Dennoch würde ich immer auch zusätzliche Informationen aus anderen Blickwinkeln haben wollen.

    Als Experten würde ich ihn nicht bezeichnen… aber er hat die praktischen Erfahrungen gemacht mit der Firma, weil er seine gesamten Hallen umgerüstet hat und sehr zufrieden ist mit der neuen Beleuchtungsanlage. In seinen Gesprächen mit der Firma sind sie dann auch einmal auf das Thema Investment gekommen und als ich ihm dann davon erzählt habe, dass ich in Richtung nachhaltige Investments gehen möchte hat er mir das empfohlen, ich hab mich weiter informiert und dachte ich probiere es, bis jetzt nur gute Erfahrungen ;) Und ja die Webseite ist in Bezug auf Investment gut aufgebaut.

  • In seinen Gesprächen mit der Firma sind sie dann auch einmal auf das Thema Investment gekommen und als ich ihm dann davon erzählt habe, dass ich in Richtung nachhaltige Investments gehen möchte hat er mir das empfohlen, ich hab mich weiter informiert und dachte ich probiere es, bis jetzt nur gute Erfahrungen ;)

    Freut mich, dass du da mit der Deutschen Lichtmiete für dich was passendes gefunden hast!

    Meine einzige Investition in eine Firma, die seit Jahrzehnten die Anlage in nachhaltige Firmen fördert:


    Aktien der Ökoworld AG

    Hast du die Investition denn auch schon vor Jahrzehnten getätigt?


    Was Aktien angeht, mache ich mich gerade auch etwas schlau. Ab und an scheint es ja auch die Möglichkeit zu geben vom Start weg bei einem IPO dabei sein zu können. Wie sind denn eure Erfahrungen mit solchen vorbörslichen Private Placements / IPOs? Ist das nur was für die großen Fische im Teich oder auch für Kleinanleger?

  • "Hast du die Investition denn auch schon vor Jahrzehnten getätigt?"


    Das wäre schön gewesen. ;-) Nein, ich bin erst so bei 65 Euro eingestiegen und habe seitdem noch ein wenig aufgestockt. Man kann bei der Firma die zu erwartenden Umsätze relativ genau abschätzen, das macht die Sache so interessant. Nähere Infos dazu findest du im Ariva.de Board.


    "Was Aktien angeht, mache ich mich gerade auch etwas schlau. Ab und an scheint es ja auch die Möglichkeit zu geben vom Start weg bei einem IPO dabei sein zu können. Wie sind denn eure Erfahrungen mit solchen vorbörslichen Private Placements / IPOs? Ist das nur was für die großen Fische im Teich oder auch für Kleinanleger?"


    Da bin ich raus. Vor der IPO werden die Zahlen gerne aufgehübscht, da kann man sich nicht drauf verlassen. Und an die wirklich guten Unternehmen mit großer Story (z.B. im Fintech-Bereich) kommt man nicht heran, das greifen alles die großen Risikokapitalgeber ab.

  • Was Aktien angeht, mache ich mich gerade auch etwas schlau. Ab und an scheint es ja auch die Möglichkeit zu geben vom Start weg bei einem IPO dabei sein zu können. Wie sind denn eure Erfahrungen mit solchen vorbörslichen Private Placements / IPOs? Ist das nur was für die großen Fische im Teich oder auch für Kleinanleger?

    Habe einmal mit einem Freund darüber gesprochen, der sich damit auskennt. Für mich hat das geklungen als wäre das noch eine Nummer zu groß – also soweit ich das verstanden habe ist das eher für jene, die in dem Thema schon richtig intensiv drin sind, gute Connections haben – oder einiges auf der hohen Kante haben. Spannend ist es auf jeden Fall, weil die Kurse ja in den ersten Tagen des Börsengangs ziemlich in die Höhe gehen können und wenn man da rechtzeitig wieder aussteigt hat man hohe Gewinne. Aber gerade dieses rechtzeitig ist schwierig abzuschätzen, aber habe schon immer wieder gehört, dass auch Kleinanlegern die Möglichkeit gewährt wird.

  • Die großen Gewinne beim IPO machen eher die Private Equity Unternehmen, die vorher investiert waren und beim IPO verkaufen. Die haben aber auch viele Rohrkrepierer zu finanzieren. Am sichersten verdienen die Banken, die den IPO begleiten. Die spulen ihr Standardprogramm ab und kassieren unabhängig vom späteren Kursverlauf. Privatanleger verdienen kurzfristig nur, wenn das Umfeld gerade euphorisch ist.

  • Das wäre schön gewesen. ;-) Nein, ich bin erst so bei 65 Euro eingestiegen und habe seitdem noch ein wenig aufgestockt. Man kann bei der Firma die zu erwartenden Umsätze relativ genau abschätzen, das macht die Sache so interessant. Nähere Infos dazu findest du im Ariva.de Board.

    Danke, dann lese ich dort mal dazu weiter!

    Und an die wirklich guten Unternehmen mit großer Story (z.B. im Fintech-Bereich) kommt man nicht heran, das greifen alles die großen Risikokapitalgeber ab.

    Wirklich alles? Ich habe ein bisschen was dazu gelesen, dass Privatanleger zwar in der zweiten Reihe zu stehen scheinen. Papiere vorab zu ergattern ist schwer, aber nicht unmöglich? Oder gilt das nur für den vorbörslichen Aktienhandel kleinerer Unternehmen?


    Und wie unterscheidest du "wirklich gut" und "weniger gut / schlechter"?

    Spannend ist es auf jeden Fall, weil die Kurse ja in den ersten Tagen des Börsengangs ziemlich in die Höhe gehen können und wenn man da rechtzeitig wieder aussteigt hat man hohe Gewinne. Aber gerade dieses rechtzeitig ist schwierig abzuschätzen, aber habe schon immer wieder gehört, dass auch Kleinanlegern die Möglichkeit gewährt wird.

    Dass der Ausstiegszeitpunkt wichtig ist, glaube ich sofort. Aber meistens will man bei Aktien ja nicht direkt wieder verkaufen sondern die längerfristige Entwicklung abwarten. Oder nicht?

    Privatanleger verdienen kurzfristig nur, wenn das Umfeld gerade euphorisch ist.

    Wobei Hypes dann eher zu sowas wie Strohfeuer führen?


    Ist es für Privatanlager deiner Meinung ratsamer erst nach einem geglückten Börsengang zuzuschlagen?

  • "Wirklich alles? Ich habe ein bisschen was dazu gelesen, dass Privatanleger zwar in der zweiten Reihe zu stehen scheinen. Papiere vorab zu ergattern ist schwer, aber nicht unmöglich? Oder gilt das nur für den vorbörslichen Aktienhandel kleinerer Unternehmen?"


    Geh mal davon aus, dass die wirklich guten Investments vorher von Risikokapitalgebern gekauft und entsprechend für die Börse aufgebaut werden. Die meisten Papiere kommen dann bereits zu überzogenen Preisen an den Markt und sind nicht mehr interessant.


    "Und wie unterscheidest du "wirklich gut" und "weniger gut / schlechter"?""


    Ohne die Zahlen zu kennen kannst du das eigentlich nicht erkennen. Und die Zahlen gibt es "geschönt" immer erst zum Börsengang (= zu spät). Etwas anderes ist es, wenn du die Firma kennst, da arbeitest oder von den Produkten zu 120% überzeugt bist. Dann hast du evtl. einen Wissensvorsprung vor dem Markt und ein Invest könnte Sinn machen.

  • Dass der Ausstiegszeitpunkt wichtig ist, glaube ich sofort. Aber meistens will man bei Aktien ja nicht direkt wieder verkaufen sondern die längerfristige Entwicklung abwarten. Oder nicht?

    Ich denke das kommt auf die Strategie an… entweder man wartet länger und profitiert von den Dividenden oder man verkauft und profitiert von der Gewinnspanne zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis (soweit mein Basicverständnis). Wenn man länger wartet kann es natürlich schon sein, dass bei einer guten Entwicklung der Wert der Aktie schnell ansteigt aber das Risiko bleibt natürlich immer, dass der Wert auch wieder sinkt – genau das gilt es abzuwägen, das meinte ich mit dem richtigen Zeitpunkt (sollte nicht zwingend heißen sofort). Hättest du denn die Möglichkeit als Privatanleger bei einem IPO mitzumachen?

  • Von den hier genannten nachhaltigen Investitionsmöglichkeiten habe ich beim Googeln gesehen, dass es zum Beispiel auch eine Lichtmiete Holding zu geben scheint und da, wenn ich das richtig verstanden habe, irgendwann in naher Zukunft ein Börsengang ansteht. Finde ich spannend, aber da ich selbst als Neuling mit dem Investieren praktisch noch keine Erfahrungen habe, habe ich das erst mal nur als Aufhänger genommen, um mich weiter über das Thema IPOs zu informieren.

    Ich denke das kommt auf die Strategie an… entweder man wartet länger und profitiert von den Dividenden oder man verkauft und profitiert von der Gewinnspanne zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis (soweit mein Basicverständnis). Wenn man länger wartet kann es natürlich schon sein, dass bei einer guten Entwicklung der Wert der Aktie schnell ansteigt aber das Risiko bleibt natürlich immer, dass der Wert auch wieder sinkt – genau das gilt es abzuwägen, das meinte ich mit dem richtigen Zeitpunkt (sollte nicht zwingend heißen sofort).

    Die meisten werden die Aktien wohl länger behalten wollen? Wenn alle gleich wieder verkaufen würden, würden die Kurse vermutlich in den Keller rutschen? Gerade wenn man, wie Thebat schreibt, von einem Unternehmen überzeugt sein sollte, wird man wohl auch an einen langfristigen Erfolg glauben?

    Ohne die Zahlen zu kennen kannst du das eigentlich nicht erkennen. Und die Zahlen gibt es "geschönt" immer erst zum Börsengang (= zu spät). Etwas anderes ist es, wenn du die Firma kennst, da arbeitest oder von den Produkten zu 120% überzeugt bist. Dann hast du evtl. einen Wissensvorsprung vor dem Markt und ein Invest könnte Sinn machen.

    Sind die Zahlen, die es beim Börsengang gibt, denn andere, als zB in relativ aktuellen Wertpapierprospekten für Anleihen?

  • Davon hatte ich noch nichts gehört – hast du dich darüber näher informiert?


    Natürlich, wenn alle gleichzeitig verkaufen, fallen die Kurse, deswegen ist es ja so eine Spekulation und hat wie du auch sagst viel mit Glauben zu tun, zum einen an das Unternehmen ja – aber viel mehr noch daran, dass andere auch investieren und somit den Kurs in die Höhe treiben. Und ja es kommt auf das Ziel an, das man verfolgt. Man kann Wertpapiere eines Unternehmens haben, weil man das Unternehmen unterstützen möchte und das Geld einfach nur anlegen möchte oder ob man an die Geschichte/leitende Idee des Unternehmens glaubt und daran, dass sich durch dessen Erfolg das investierte Geld vermehrt.

  • Naja, etwas näher habe ich mich schon interessiert. Aber in Summe doch eher oberflächlich, weil ich diesbezüglich nur neugierig bin. IPOs sind, denke ich, eher was für Investoren mit mehr Erfahrungen, als ich sie vorweisen kann. Und das Themengebiet nachhaltiges Investieren bietet ja auch für mich als Einsteiger andere Möglichkeiten, um erst mal reinzukommen.


    Und ja es kommt auf das Ziel an, das man verfolgt. Man kann Wertpapiere eines Unternehmens haben, weil man das Unternehmen unterstützen möchte und das Geld einfach nur anlegen möchte oder ob man an die Geschichte/leitende Idee des Unternehmens glaubt und daran, dass sich durch dessen Erfolg das investierte Geld vermehrt.

    Ausschließlich um Unterstützung wird es wohl keinem Investor geben, man ist ja keine Wohltätigkeitsorganisation. Aber man kann ja, mit Glück, nach einem Börsengang auch so viel verkaufen, dass die Investition wieder drinnen ist und den Rest, so es einen gibt, kann man langfristig anlegen?