Riester Rente

  • Guten Abend zusammen,


    da ich hier neu bin, hoffe ich, dass ich hier richtig bin und mir/uns weitergeholfen werden kann , da ich eine Frage zu meiner / unserer Riester Rente habe.


    Nachdem wir letzte Woche die ZDF Doku und die Beiträge von Hrn. Saidi Sulilatu zum Thema Reister gesehen haben, zweifeln wir stark daran, ob unsere Wahl der Riester Rente als Altersvorsorge wirklich Sinn macht.


    Ich persönlich habe vor vielen Jahren eine Investment Police Twin Star Riester Rente abgeschlossen. Diese wird derzeit mit einem monatlichen Betrag von über 100 € gefüttert. Zulagen kommen jährlich für 3 Kinder hinzu. Meine Lebensgefährtin hat ebenfalls eine Riesterrente, welche mit 60 € gefüttert wird. Zulagen hierfür kommen jährlich für zwei Kinder hinzu.


    Nachdem wir die Doku und Beiträge gesehen haben, sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass Riester für uns überhaupt keinen Sinn macht. Ich hoffe wir sehen das so richtig.


    Nun meine erste Frage. Da ich eine Immobilie besitze, die über einen Darlehensvertrag finanziert ist, bei dem die Zinsbindung in gut drei Jahren ausläuft, ist meine Überlegung, den vorhandenen Riestervertrag in einen Wohnreister umzuwandeln. Dann könnte ich doch den Wohnriester bei Ablauf der Zinsbedindung zur Tilgung des Darlehensvertrages hinzuziehen um somit die Verbindlichkeiten gegenüber der Bank schnell schrumpfen zu lassen. Sehe ich das so richtig und macht dies Sinn?

    Weiterhin würde mich interessieren, ob ich dann den gesamten Betrag nutzen kann oder nicht. Im Anschluß würde ich den Vertrag bis zum Renteneintritt ruhen lassen.


    Meine zweite Frage. Was machen wir mit der Riesterrente von meiner Lebensgefährtin?


    Ich hoffe sehr, dass ich meine Ausführung gut und verständlich rüber gebracht habe und wir würden uns sehr freuen, wenn jemand in diesem Forum einen Rat für uns hat, was wir am sinnvollsten machen können.


    Vielen vielen Dank.

    Viele Grüße

  • Also ich zahle jährlich 1266€ ein, wobei sich der Betrag auf Grund einer Dynamic jährlich um ca. 5€ erhöht. An Zulagen bekomme ich 785€ + eine Grundzulage von 175€.


    Meine Lebensgefährtin zahlt in ihre Versicherung jährlich 744€. Kinderzulagen in Höhe von 485€ + die Grundzulage.

  • Falls der Vertrag keine absurd hohe Rendite erwirtschaftet (was eher unwahrscheinlich ist mit den Riester-Auflagen), macht es wenig bis keinen Sinn mehr als 4% vom Vorjahresbrutto bzw. 2100 Euro minus Zulagen zu zahlen.


    Wenn die Zulagen hoch genug sind, dann macht das Riestern schon Sinn, macht aber nicht den Unterschied zwischen Plattenbau oder herrschaftlicher Villa aus.

  • Falls der Vertrag keine absurd hohe Rendite erwirtschaftet (was eher unwahrscheinlich ist mit den Riester-Auflagen), macht es wenig bis keinen Sinn mehr als 4% vom Vorjahresbrutto bzw. 2100 Euro minus Zulagen zu zahlen.


    Wenn die Zulagen hoch genug sind, dann macht das Riestern schon Sinn, macht aber nicht den Unterschied zwischen Plattenbau oder herrschaftlicher Villa aus.

    Mmh. Ok.

    Also wenn ich das dann richtig verstehe, macht es schon Sinn das Ganze so umzusetzen wie ich es bereits in Erwägung gezogen habe? Sprich, den derzeitigen Vertrag in einen Wohnriester umzuwandeln?

  • 1) Wohnriester (ohne 2)) lohnt selten, eigentlich wohl nie.

    2) die 100% Entnahme zur Entschuldung der eigenen Immo kurz vor Rentenbeginn ist m.E. sinnvoll, um die unrentable Rente (bei den Zinsen) zu verhindern

    3) Auf der jährlichen Mitteilung steht, wie "gut" Twin Star ist. Mann oder Frau muss den Zettel allerdings umdrehen. Vielleicht steht es auch auf zwei Seiten. Da muss man sich die Zahl von der ersten Seite merken beim Umdrehen. Da steht dann wie viel von wo eingezahlt und wie viel im Vertrag angekommen ist. Es sind drei Zahlen. Wahrscheinlich nicht so toll.

    4) Riester muss richtig bespart werden. Wenn die Frau nicht arbeitet und KInder da sind, sind die 60 EUR schon mal richtig.

    5) Wenn man Schritt 3 ausgewertet hat, werden wahrscheinlich Einzahlungen des Mannes keinen Sinn mehr machen (Glaskugelschau)

    6) Ältere Verträge haben eine Garantieverzinsung von 2,75%, welcher interessant sein kann. (Beispiel: Eigene Immo ist mit 1% Zinsen finanziert. Riester bringt 2,75%)

  • Also ich zahle jährlich 1266€ ein, wobei sich der Betrag auf Grund einer Dynamic jährlich um ca. 5€ erhöht. An Zulagen bekomme ich 785€ + eine Grundzulage von 175€.


    Meine Lebensgefährtin zahlt in ihre Versicherung jährlich 744€. Kinderzulagen in Höhe von 485€ + die Grundzulage.

    Du zahlst etwas mehr als den Maximalbetrag - Zulagen.

    1. Dynamiken erstmal aussetzen.

    2. 4% Deines SV Einkommens minus Zulagen reicht vollkommen. Beitrag dann runtersetzen.

  • Hallo AlexMa

    Es wurde ja schon von anderen usern geschrieben, ich versuche es aber nochmal zusammenzufassen und möglichst genau zu erklären:

    Deine Überlegungen bezüglich Darlehenstilgung ist eine gute Idee. Genau das halte ich für die beste Verwendungsmöglichkeit von Riester und habe mich daher damit eingehend beschäftigt.

    Einschlägig ist hier übrigens §92a EStG. Es kann zu jeder Zeit während der Ansparphase das KOMPLETTE Kapital zur Darlehenstilgung verwendet werden. Beachte aber bitte: Sobald das Kapital verwendet wird bildet sich jedoch das sog. Wohnförderkonto, das mit 2% pro Jahr verzinst wird.

    Idealerweise gestaltet man die Sache daher so, dass man das Riesterguthaben möglichst nah an der Auszahlungsphase (und damit Besteuerungsphase) entnimmt. Perfekt wäre hier das letzte Jahr vor der Auszahlungshase. Das Wohnförderkonto bildet sich zwar trotzdem, aber wird nicht mehr verzinst.

    Du solltest also mit der Verwendung noch warten und Deinen Riestervertrag stattdessen optimieren.

    beachte bitte, dass eine Beitragsdynamik bei Riester ab einem gewissen Einkommen/Beitrag keinen Sinn macht. Für die maximale Förderung muss man 4% des Vorjahresbruto einzahlen, maximal ist der förderfähige Beitrag jedoch auf 2100€ pro Jahr begrenzt. Das entspricht einem Jahreseinkommen von 52500,00€.

    Von den 2100€ gehen die Zulagen ab. macht bei den o.g. Zulagen einen Eigenbeitrag von 1140,00€ pro Jahr. Mehr einzuzahlen macht keinerlei Sinn.


    Mein Tipp:

    Passe den Beitrag so an, dass die 2100€ INKL. ZULAGEN pro Jahr nicht überschritten werden und verwende das Guthaben möglichst spät zur Darlehenstilgung. Sobald die Kinderzulagen wegfallen kannst Du den Vertrag auch beitragsfrei weiterlaufen lassen.

  • Hallo zusammen,


    zunächst einmal ganz ganz herzlichen Dank für die zahlreichen Antworten. Ich bin zwar etwas schlauer geworden, aber so 100% blicke ich leider immer noch nicht wirklich durch. || Vielleicht bin ich auch zu doof um Riester zu verstehen.;)


    Das ich die Auszahlung möglichst dicht am Renteneintrittsalter machen soll, verstehe ich. Problem ist allerdings. Mein Tilgungsplan für meine Immobilie sieht vor, dass ich in ca. 15 Jahren fertig bin. Da habe ich dann allerdings noch einige Jahre bis zur Rente. Sprich, ich würde den Betrag am liebsten vorher nehmen oder jährlich eine Sondertilgung machen insofern das Sinn macht. Grundsätzlich wollte ich ja so schnell wie möglich das Darlehen ablösen.

    Wenn ich das dann richtig verstanden habe, würde Vater Staat den Betrag ab der Auszahlung mit jährlich 2% verzinsen, sprich mit 300€. Was genau würde das dann für mich bedeuten?


    Was die derzeitige Einzahlung angeht, habe ich verstanden. Dynamic raus und den monatlichen Betrag auf 95€ kürzen. Richtig?


    meierle

    Meine jetzige Lebensgefährtin ist ebenfalls in Lohn und Brot und bespart ihren eigenen Riestervertrag mit 60€ monatlich. Kinderzulage 485€


    Was die zweite Seite auf meiner jählichen Mitteilung angeht habe ich mal nachgeschaut. Da sind Abschluß- und Vetriebskosten, Verwaltungskosten und Fondkosten aufgelistet. Wenn ich diese zusammenrechne kommen gut 500€ weniger an als insgesamt eingezahlt. Ich gehe davon aus, dass du das gemeint hast.


    Die Tilgung meiner Immobilie beträgt in meinem Fall 3%.


    Viele Grüße

  • Vielleicht bin ich auch zu doof um Riester zu verstehen.;)

    Mein Mitarbeiter sagt immer, ich wäre der Einzige, der Riester verstanden hätte. Das wüde ich mir nicht anmaßen. Die Fallstricke bei Riester sind unendlich.


    Das ich die Auszahlung möglichst dicht am Renteneintrittsalter machen soll, verstehe ich. Problem ist allerdings. Mein Tilgungsplan für meine Immobilie sieht vor, dass ich in ca. 15 Jahren fertig bin.

    Das beurteile ich als "gut so". Leider passt Riester dann nicht so gut, wenn man da wohnen bleiben möchte.


    Meine jetzige Lebensgefährtin ist ebenfalls in Lohn und Brot und bespart ihren eigenen Riestervertrag mit 60€ monatlich. Kinderzulage 485€

    Da Mann wie Frau 4% vom Brutto besparen sollte, passt es nicht, oder?


    Was die zweite Seite auf meiner jählichen Mitteilung angeht habe ich mal nachgeschaut. Da sind Abschluß- und Vetriebskosten, Verwaltungskosten und Fondkosten aufgelistet. Wenn ich diese zusammenrechne kommen gut 500€ weniger an als insgesamt eingezahlt. Ich gehe davon aus, dass du das gemeint hast.


    Genau. Der Vertrag ist erwartungsgemäß im Minus (und wird es auch bleiben).


    Mein ganz persönlicher Rat:


    Also entweder alles beitragsfrei stellen oder

    den Ehefrau Vertrag mit 4% besparen oder

    alles weiter (mit 4%) besparen für eine Auswanderungs-Immobilien in der EU.


    1 oder 2, ja nach Blockparteinenaffinität.?(

  • Hallo,


    vielen Dank nochmal für die Antworten.


    Eine Frage bleibt für mich leider immer noch offen. :( Macht es denn aus eurer Sicht nun Sinn den Vertrag in einen Wohnriester umzuwandeln und ihn in 3 Jahren zur Tilgung hinzuzunehmen und ihn anschließend Beitragsfrei weiter laufen zu lassen, oder nicht?


    Viele Grüße

  • Nein macht es nicht, ich habe bereits dargelegt wann die Verwendung eines normalen Riestervertrags (Umwandeln macht keinen Sinn) zu wohnwirtschaftlichen Zwecken Sinn macht. Such Dir einen Zinseszinsrechner und tipp da den betrag, die Laufzeit und 2% ein, dann siehst Du was auf dem Wohnförderkonto auflaufen und zu versteuern sein wird.

  • Mmh. OK. Schade. Hatte gehofft das es trotzdem Sinn macht. X/


    Dann ist das Fazit also. Den monatlichen Betrag auf 95€ runtersetzen und einfach weiterlaufen lassen solange ich die Kinderzulagen bekomme. Und wenn diese wegfallen den Vertrag beitragsfrei setzen.


    Richtig?

  • Absolute metaphysische Gewissheit für ein "lohnt nicht" würde ich jetzt nicht unterschreiben, aber in sehr vielen Fällen wird es schon eng.

    Mir ist noch kein Tarif untergekommen bei dem man nicht mindestens 85 werden müsste damit es kein Verlustgeschäft ist. Am Ende ist es halt eine Wette gegen die zu Grunde liegende Sterbetafel und eine Versicherung wird möglichst so kalkulieren, dass sie diese Wette nicht verliert.


    Ok. Dann schaue ich mal, wie ich es am besten mache. :/


    Trotzdem vielen Dank euch allen und bleibt gesund...

    Ganz triviale Lösung: Die Immobilie nicht so schnell entschulden ;-).


    Schulden sind in Zeiten in denen man durch die gemeinsame Währung in einer Schicksalsgemeinschaft mit Ländern ist die jahrzehntelang Fiskalpolitik mit der Notenpresse betrieben haben ohnehin das beste was man machen kann!

  • Dann müsste ich den Dahrlehensvertrag ja um knapp 15 Jahre weiterlaufen lassen als beabsichtigt. Ob das Sinn macht? Man müsste dann ja errechnen, was ich mit 66 Jahren (vorrausgesetzt, ich darf mit 67 in Rente gehen) an Kapital aus dem Riester zur Verfügung habe, damit ich das Darlehen dann komplett tilgen kann.


    Mein Ziel war es eigentlich immer, schnellstmöglich vom Kredit weg zu kommen :)


    Ich dachte, es ist einfacher eine sinnvolle Lösung zu finden...