Amex Payback und kostenlose Girokonten

  • Bei den kostenlosen Girokonten verdienen die Banken durch das Bezahlen mit Karten. Bei jeder Kartenzahlung kommt von dem Geschäft ca. 0.5-1% Gebühr an die Bank.


    Wenn aber jemand eine Amex Payback nutzt, dann gehen die Gebühren bei jeder Kartenzahlung an Amex. Bedeutet, die Anbieter von kostenlosen Girokonten machen in diesem Fall nur Verluste.


    Was können die Banken dagegen machen? Hat schon jemand Erfahrungen gemacht? Werden in der Zukunft die Nutzer von Amex Kreditkarten keine kostenlose Girokonten mehr nutzen dürfen?

  • Bei den kostenlosen Girokonten verdienen die Banken durch das Bezahlen mit Karten. Bei jeder Kartenzahlung kommt von dem Geschäft ca. 0.5-1% Gebühr an die Bank.

    Eher 2 bis 3 Promille...

    Wenn aber jemand eine Amex Payback nutzt, dann gehen die Gebühren bei jeder Kartenzahlung an Amex. Bedeutet, die Anbieter von kostenlosen Girokonten machen in diesem Fall nur Verluste.

    Häää? Die Anbieter kostenloser Konten machen dann keine Gewinne... bzw. generieren keine Umsätze.

    Die Banken und FinTechs, die (noch oder weitgehend) kostenlose Girokonten anbieten, geben gerne Mastercards aus... damit das Spiel funct.

    Was können die Banken dagegen machen? Hat schon jemand Erfahrungen gemacht? Werden in der Zukunft die Nutzer von Amex Kreditkarten keine kostenlose Girokonten mehr nutzen dürfen?

    Wer ein (weitgehend) kostenloses Girokonto und ggfs. die von jenem Institut ausgegebene Mastercard nutzt, oder diese weniger häufig nutzt, weil auch eine Amex da ist, wird wohl kaum befürchten müssen sein kostenloses Giro nicht mehr nutzen zu dürfen.


    Übrigens... betreibst du jetzt hier Marktforschung für die "Banken"?

  • Übrigens... betreibst du jetzt hier Marktforschung für die "Banken"?

    Hallo JDS , danke für die ausführlichen Antworten. Ich versuche herauszufinden, warum Bankkunden kostenlose Girokonten bevorzugen und keine Gebühren zahlen möchten, wenn sich die AGBs ändern. Oft geht es um paar Euro, die notwendig sind um alle entstehende Unkosten zu begleichen.


    Das Versenden von Briefen an die Bank wegen des BGH-Urteils ist für mich auch unverständlich. Solche "Aktionen" verursachen noch mehr Unkosten für die Bank und bedeuten mehr Zeitaufwand für die Mitarbeiter.

  • Mitleid mit den Banken?


    Sicherlich kann man alle Banken nicht über einen Kamm scheren, aber Mitleid? Nee.


    Und ja, es gibt immer noch 14 kostenlose Girokonten.


    Jede Bank muss sich so positionieren, dass der Laden läuft.


    Dieses BGH Urteil ist sicherlich keine juristische Meisterleistung. Wenn die Kanzlerin die BGH Richter nicht vorher zum Essen oder vielleicht auch in den Puff einlädt, kommen solche Urteil zustande. Beim Bundesverfassungsgericht klappt die politische Einflussnahme besser,

  • Ich versuche herauszufinden, warum Bankkunden kostenlose Girokonten bevorzugen...

    Wenn die Buddel Cola in der Tanke 2,50 kostet, im lokalen Getränkefachmarkt 99 Cent... und bei den Discountern 79 Cent... dann wundere ich mich nicht wirklich, dass das Volk zum Kauf beim Discounter tendiert, und ggfs. sogar die Cola-Generika für 49 Cent kauft.

    Der Vergleich hinkt und ist nicht direkt auf Direkt-, Online- FinTech- und die sog. Servicebanken anzuwenden, da sich die Leistungsspektren doch in einigen Punkten unterscheiden.

    Wenn nun jemand ein (weitgehend - auf die Leistungen bezogen) kostenloses Girokonto bevorzugt und dadurch gegenüber einem Konto bei einer Servicebank 30 bis 120 € im Jahr sparen kann, ist das doch ok.

    Oft geht es um paar Euro, die notwendig sind um alle entstehende Unkosten zu begleichen.

    Sollte es nicht besser heißen: "...die notwendig sind, um alle unnötigen Kostenpositionen zu decken?"

    Ich frage mich, weshalb die Servicebanken so lange gepennt haben? Seit wann rühren die Onlinebanken und FinTechs? Die Modelle der FinTechs/Onlinebanken sind ja kein Geheimnis... man hätte z.B. durchaus von Seiten der Servicebanken gescheite Verträge mit Master und Visa aushandeln und die Services für die jüngere Kundschaft erweitern können... und/oder geschickter die Vorteile einer Bankverbindung bei einer Servicebank kommunizieren müssen.

    Die Zeiten des "Das haben wir immer so gemacht!" sind schon lange vorbei...

  • Der Deutsche als solcher ist nun mal gegen ein paar Sachen allergisch, und dazu gehören Kontoführungsgebühren und Negativzinsen. Bei kurzem Nachdenken merkt man natürlich, dass beides ziemlich Wurst ist, weil die Gebühren unter der Wahrnehmungsschwelle liegen, und die Renditen sowieso woanders erwirtschaftet werden.

  • Sicherlich kann man alle Banken nicht über einen Kamm scheren, aber Mitleid? Nee.

    In den Banken arbeiten ja nur Menschen und die haben Familien. Viele Banken sind auch AGs. Am Ende sind ja nur die Kunden, die Mitarbeiter und die Aktionäre betroffen. Entweder werden die Leistungen für den Kunden gekürzt, oder die Gehälter niedrig gehalten oder die Aktie bekommt Verluste. Es gibt keinen anderen Weg Kosten zu sparen.


    Ich frage mich, weshalb die Servicebanken so lange gepennt haben?

    Fintechs verdienen ihr Geld durch fragwürdige Taktiken. Z.B. Robinhood sammelt Daten und verdient Geld durch das ständige "Zocken" von Kunden in der App.


    Und Fintechs sind auch nicht billeger. Z.B. kostet N26 You 9,90€ im Monat und bietet 5 kostenlose Abhebungen. Die Sparkasse dagegen hat Girokonten für 8,99€, wo man unbegrenzt Geld am ATM abheben und einzahlen darf.

  • In den Banken arbeiten ja nur Menschen und die haben Familien. Viele Banken sind auch AGs. Am Ende sind ja nur die Kunden, die Mitarbeiter und die Aktionäre betroffen. Entweder werden die Leistungen für den Kunden gekürzt, oder die Gehälter niedrig gehalten oder die Aktie bekommt Verluste. Es gibt keinen anderen Weg Kosten zu sparen.

    Ich bin raus... Erstens kenne ich die Banken-Interna nicht so gut um Verbesserungsvorschläge zur "Sanierung" abgeben zu können und zweitens geht's mir links am Beutel vorbei, ob die ABC- oder XYZ-Bank dank der "Dreieurofünzfig" an neuen Kontoführungsgebühren überlebt oder nicht. Aktien von Banken halte ich generell nicht, weil ich meine paar Euronen, für die ich gearbeitet habe, nicht von Bankstern verzocken lassen will ;-)


    Dass in den Banken (Servicebanken und Online Banken) Menschen arbeiten, die z.T. auch Familien ernähren müssen, ist schon klar. Aber, mal ganz im Vertrauen, das ist doch überall so... und wenn ein Arbeitgeber wackelig wird/ist und ggfs. die Türen - zumindest in Teilbereichen oder in einigen Niederlassungen oder Geschäftsstellen - schließen muss... und Mitarbeiter:innen auf die Straße setzt, dann müssen sich die MA eben einen neuen Job suchen. Wohl denen, die sich rechtzeitig nach Alternativen umsehen.

    Fintechs verdienen ihr Geld durch fragwürdige Taktiken. Z.B. Robinhood sammelt Daten und verdient Geld durch das ständige "Zocken" von Kunden in der App.

    Servicebanken, nicht alle, aber viele, verdienen ihr Geld mit fragwürdigen Beratungen und dem Verkauf ungeeigneter und/oder zu teurer Services oder Finanzprodukten... you name it.



    Und Fintechs sind auch nicht billeger. Z.B. kostet N26 You 9,90€ im Monat und bietet 5 kostenlose Abhebungen.

    N26 ist keine Referenz ;-) Laut meierle gibts noch 13 weitere Anbieter kostenloser Konten ;-)


    Die Sparkasse dagegen hat Girokonten für 8,99€, wo man unbegrenzt Geld am ATM abheben und einzahlen darf.

    Deine Spaßkatze vielleicht... "Die Spaßkatze" gibt's doch gar nicht. Na ja, wer's braucht...

  • Die Filialbanken, dazu zähle ich auch die Sparkassen und Volksbanken, bieten den Kunden besondere Dienstleistungen, die die Kunden auch bezahlen müssen. Komfort hatte schon immer einen Preis; früher ließ er sich über andere Bankprodukte querfinanzieren. Die "guten alten Zeiten" sind zu Ende gegangen und deshalb wird das Girokonto jetzt bepreist; also ein ganz natürlicher Marktvorgang!

  • Hallo JDS , danke für die ausführlichen Antworten. Ich versuche herauszufinden, warum Bankkunden kostenlose Girokonten bevorzugen und keine Gebühren zahlen möchten, wenn sich die AGBs ändern. Oft geht es um paar Euro, die notwendig sind um alle entstehende Unkosten zu begleichen.


    Das Versenden von Briefen an die Bank wegen des BGH-Urteils ist für mich auch unverständlich. Solche "Aktionen" verursachen noch mehr Unkosten für die Bank und bedeuten mehr Zeitaufwand für die Mitarbeiter.

    Ich kann mal meine 2 Cent dazu beitragen.

    Zum einen zahle ich höchst ungern Geld für etwas, was ich auch kostenlos haben kann. Und es ist schon ein bisschen mehr als ein "paar Euro", wenn man das auf das Jahr und viele Jahre hochrechnet.


    Dazu kommt, dass ich es von der Argumentation her schwierig finde, wenn eine Bank ein kostenloses Konto angeboten hat und irgendwann Gebühren erheben will, ohne, dass ich davon einen Vorteil in Form von Mehrleistungen habe.
    Mir ist schon klar, dass die das bisher intern querfinanziert haben und von den Erträgen, die sie selbst erwirtschaftet haben nur einen Bruchteil an Kunden in Form von Zinsen weitergegeben haben und den Teil, den sie behalten haben, für interne Kosten verwendet haben.

    Dann sollen sie das doch bitte auch ganz deutlich so darstellen.

    Ja, natürlich sind es Mitarbeiter, deren Familien usw., die davon leben, dass die Bank Kunden hat und die Bank mit den Kunden Einnahmen erwirtschaftet. Allerdings wird kein Bank-Mitarbeiter, vielleicht abgesehen von Vorständen, eine Gehaltserhöhung deswegen bekommen, weil die Bank die Kontoführungsgebühren von null auf 3,50 erhöht hat. Man kann ja mal ausrechnen, wie viele Monate kostenloses Konto man bei der Comdirect haben könnte, wenn der Vorstand seine Bezüge von 9 Mio. nur für die Dauer eines Jahres um die Hälfte kürzen würde. Oder wie viel mehr Geld die Mitarbeiter bekommen könnten, wenn der Vorstand seine Bezüge reduzieren würde.