Basisrente Invest Spezial / laufen lassen oder Beitragsfrei stellen

  • Hallo,


    ich habe vor ca. 10 Jahren eine Basisrente/Rürup Rente bei der Zurich abgeschlossen, welche sich „Basisrente Invest Spezial“ nennt. Damals habe ich mich nicht wirklich mit diesen Themen auseinandergesetzt. Aus heutiger Sicht hätte ich in meiner Lebenssituation nicht nochmal für diesen Vertrag entschieden. Es ist eine Fondsgebundene Versicherung.


    Monatlich zahle ich ca. 50 Euro ein (Dynamik)


    Hier mal ein paar grobe Daten zu dieser Versicherung


    Bisheriges Guthaben : + 2091,80 €


    Beiträge: + 539,04 €


    erwirtschaftete Erträge: + 0,55 €


    Ergebnis aus der Fondsentwicklung: + 37,18 €


    Abschluss und Vertriebskosten - 19,68 €


    Verwaltungskosten/Fondskosten - 69,45 €


    Neues Guthaben: 2579,44 €



    Der Name des Fonds: DWS Eurozone Bonds Flexible LD


    Die Abzüge finde ich schon extrem hoch.


    Nun ist meine Frage was mache ich mit diesen Vertrag? Soll ich weiter einzahlen, oder besser auf Beitragsfrei stellen? Ich weiß das ich so einen Vertrag nicht kündigen kann und an das eingezahlte Geld auch nicht herankomme.


    Ich habe noch eine betriebliche Altersvorsorge und würde also am Ende nicht mit leeren Händen dastehen.


    Über Eure Meinungen und Ratschläge würde ich mich sehr freuen, da ich wie schon erwähnt in diesen Bereich schon Hilfe brauche.

  • Hallo Pott84 , willkommen hier im Forum!


    Was Du mit dem Vertrag anstellen sollst, könnten wir Dir nur raten, wenn wir Deine komplette Situation kennen würden. Die Kernfragen sind:

    - Welche Ziele wolltest Du damals mit dieser Versicherung erreichen? Was hat sich Stand heute daran geändert?

    - Brauchst Du sehr sichere Rentenzahlungen in der Zukunft?

    - Rechnest Du mit Vorteilen durch die nachgelagerte Besteuerung?


    Für viele lohnt sich eine Basisrente nicht, weil sie im Lauf des Lebens doch mehr Flexibilität brauchen. Die Basisrente schützt das angesparte Vermögen aber auch vor eigenem Zugriff und endet normalerweise in einer Zwangsrente. Auf dem Weg dahin soll das Geld unversteuert arbeiten und erst in der Auszahlphase mit einem dann hoffentlich niedrigeren Steuersatz versteuert werden. Die Kosten des Versicherungsmantels fressen diesen Steuervorteil aber bei lang laufenden Verträgen meist auf. Übrig bleibt ein Konstrukt, das das Geld vor dem eigenen Zugriff schützt. Sozusagen Selbstdisziplinierung.


    Außerdem: Deine Basisrente investiert in einen sehr defensiven Fonds. Über lange Laufzeiten bringen reine Aktienfonds bzw. Aktien-ETF meist deutlich mehr Rendite bei höheren Schwankungen:

    https://www.fondsweb.com/de/ve…DE0008474032,IE00B4L5Y983


    Außer Fortführen und beitragsfrei Stellen kannst Du also auch noch einen Fondswechsel innerhalb der Versicherung überlegen.

  • Hallo tobiasweiss


    Erstmal besten Dank für die schnelle Antwort.


    Die genauen Gründe, warum ich damals diese Versicherung mit abgeschlossen habe ist quasi ganz einfach zu beantworten. Ich habe mir sie damals andrehen lassen. Zu der Zeit hatte ich keinen sicheren Arbeitsplatz und habe den Versicherungsmakler da blind vertraut... Jugendlicher Leichtsinn + Unwissenheit etc.

    Seit 2014 bin ich in Festeinstellung. Über meinen Arbeitgeber habe ich seitdem auch eine Rentenversicherung (betriebliche Altersversorgung).


    Bei der Zurich habe ich wegen einen Fondswechsel angefragt. Bis jetzt haben die sich diesbezüglich noch nicht gemeldet. Ich denke aber das ich mit Beitragsfreistellung wohl besser fahre, da ich ja eh "überversichert" bin.


    In ein MSCI World ETF spare ich ja auch.

  • Hi zusammen,


    da mich das Thema auch interessiert und es bei mir auch um die Zurich Versicherung geht, packe ich das mal hier mit in den Thread.


    Ich bin derzeit auch am Überlegen, meine 2008 abgeschlossene Rürup-Versicherung bei der Zurich beitragsfrei zu stellen, vor allem wegen der hohen Kosten (ja leider war ich damals zu blauäugig).

    Die laufenden Kosten der Rürup-Versicherung im Detail zu verstehen ist ja schon fast ein Ding der Unmöglichkeit, weil die Zurich sich hier extrem bedeckt hält was fixe und variable Anteile angeht (".. werden wir eine detailliertere Aufstellung bzw. Aufschlüsselung der Verwaltungskosten nicht vornehmen Wir werden daher keine konkreten Eurobeträge, Berechnungsgrundlagen und/oder Prozentsätze nennen. Es gibt hierzu auch keine Verpflichtung unserseits.")


    Aber noch schwieriger ist es, herauszubekommen, welche Kosten denn nach Beitragsfreistellung noch anfallen.


    Auf meine Anfrage hierzu hat die Zurich folgendes geantwortet:

    "Im Gegensatz zu einer beitragspflichtigen Vertragsführung fallen bei einer Beitragsfreistellung einzelne Kostenparameter nicht mehr an. Allerdings werden wir auch hierzu keine konkreteren Auskünfte geben."


    Ich finde das echt einen absoluten Hammer. Man hat ein Produkt und bekommt einfach keine Auskunft über die Kosten, das kann doch nicht sein!

    Leider konnte ich auch in allen Vertragsunterlagen, die ich besitze, nichts dazu finden.


    Habt ihr hierzu zufällig Erfahrungen? Welche Kosten spart man sich bei der Beitragsfreistellung?

    Habt ihr noch eine andere Idee, wie ich an diese Informationen kommen kann? Ombudsmann, Finanztest, o.ä.?


    Danke im Voraus!


    Viele Grüße,

    Chris

  • Ich nehme an das Guthaben lässt sich bei dem Anbieter auch nicht übertragen?

    Ich hätte keine Lust mich, wegen sowas zu streiten. Schau dir doch nächstes Jahr einfach die Jahresabrechnung an.


    Ich würde den Vertrag beitragsfrei stellen und mal die Fondsliste genauer anschauen, vielleicht lassen sich durch einen Fondswechsel über die nächsten paar Jahre noch ein paar Euro retten.

  • Sorry für die etwas verspätete Antwort, irgendwie habe ich die Benachrichtigungen hier im Forum nicht bekommen :-( Danke auf jeden Fall für Eure Rückmeldung!

    Ich nehme an das Guthaben lässt sich bei dem Anbieter auch nicht übertragen?

    Richtig, wäre ja auch wirklich zu einfach :-(


    Ich würde den Vertrag beitragsfrei stellen und mal die Fondsliste genauer anschauen, vielleicht lassen sich durch einen Fondswechsel über die nächsten paar Jahre noch ein paar Euro retten.

    Ja, die Fonds habe ich bereits optimiert und als jährlichen Task aufgenommen (gibt natürlich nur teure, aktive Fonds).


    Du hast völlig Recht, mir geht es auch genau darum, mich nicht länger ärgern zu müssen. Nur wüsste ich diesmal halt gerne vorher (anders als bei Vertragsabschluss - mea culpa), welche Kosten auf mich zukommen. Aber so wie es aussieht, werde ich es wohl nicht rausbekommen..


    "Einfach beitragsfrei stellen" ist halt meines Wissens unter dem Aspekt schwierig, da - wenn man den Vertrag doch wieder reaktivieren möchte - neue Abschlussgebühren fällig werden, oder?

  • Schau dir bei der Gelegenheit auch deine baV an.

    Wieviel gibt der AG dazu, lohnt sich es überhaupt ?

    Siehe mein Beispiel bzw. Thread dazu :).

    Rendite ausrechnen und ggfs. das Grauen sehen.

  • Ja, die Fonds habe ich bereits optimiert und als jährlichen Task aufgenommen (gibt natürlich nur teure, aktive Fonds).


    "Einfach beitragsfrei stellen" ist halt meines Wissens unter dem Aspekt schwierig, da - wenn man den Vertrag doch wieder reaktivieren möchte - neue Abschlussgebühren fällig werden, oder?

    Kannst ja gerne mal sagen für welchen du dich entschieden hast oder welche andere Möglichkeiten es gibt.


    Mag so sein, aber warum sollte man in Zukunft wieder mehr einzahlen?