Dynamik bei Private Rentenversicherung

  • Lieber olymp30 ,

    zum Thema Rentenversicherung vs. ETF-Sparplan hat FT bereits etwas veröffentlicht.

    Flexible Altersvorsorge: Rentensparplan oder ETF-Rentenversicherung? - Finanztip

    Dann hier das Video:

    Rentenversicherung durchgerechnet: Warum sie sich (nicht) lohnt - YouTube


    Wenn Du Dich für eine fondsbasierte RV entscheiden solltest, dann sieh bloß zu, dass Du die Kosten des Versicherungsmantels möglichst niedrig sind!

    Und ja, eine Dynamik erhöht die Kosten (und freut die Versicherung).

    Daher der Tip: DIY ETF-Depot. Da kostet Dich die Dynamik nix und Du kannst jederzeit die Sparraten an Deine Lebensumstände anpassen!

  • Hallo zusammen,

    ich habe eine Frage bezüglich einer privaten Rentenversicherung:

    Ich habe eine ca. 2004 abgeschlossen gehabt und laut Info-Sachbearbeiter einen Zinssatz von 2,25%. Wenn ich sie jetzt "kündige", mache ich Verlust. Erst ab April 2023 wäre ich im Plus. Ist es sinnvoller diese dann zu kündigen und zusätzlich in ETFs zu stecken oder zu behalten und die dynamische Anpassung auszusetzen. Leider gibt es ja keinen Zinseszinseffekt wie bei ETFs.

    Ich glaube der Zinssatz ist noch ganz gut, heutzutage sind sie ja viel schlechter.

    Danke für eure Hilfe

    VG

  • Ich verstehe die Frage leider nicht. Wenn es um den Höchstrechnungszins geht war der in 2004 bei 2,75%. Von diesem gehen allerdings die Kosten weg und ggf. kommen Überschüsse hinzu. Daher würde ich annehmen, dass die Versicherung längst im Plus ist. Von wem kommt diese Aussage mit April 2023?


    Zum Thema was tun mit alten Versicherungen gibt es hier einen redaktionellen Beitrag https://www.finanztip.de/leben…nsversicherung-verkaufen/


    Ferner solltest Du Dir klar werden, was der Unterschied einer Versicherung und einer Anlage in ETF ist. Hättest Du am Jahresanfang in ETF investiert lägst Du jetzt > 10% im Minus.

  • 2,25% war der Höchstrechnungszins zwischen 2007 und 2011. Vielleicht meinst Du das mit "ca. 2004". Aber auch dann solltest Du längst im Plus sein, auch bei teuren Anbietern.


    Statt Dich auf eine Aussage eines Info-Sachbearbeiter zu verlassen, schaue lieber mal in die jährliche Mitteilung und rechne selbst.


    Wenn Du kündigen willst, dann gilt m.E. je eher, desto besser. Die in der Vergangenheit bezahlten Kosten sind für die heutige Entscheidung irrelevant! Beeinflussen kannst Du nur zukünftige Erträge und Risiken.

  • Leider gibt es ja keinen Zinseszinseffekt wie bei ETFs.

    Der Zinseszinseffekt ist unabhängig davon ob Du in einen ETF oder eine Versicherung investierst! Das Problem ist, dass wegen der niedrigen Zinsen in der Versicherung der Zinseszinseffekt viel länger braucht um Wirkung zu zeigen.


    Zinssatz von 2,25%.

    Das ist der Zinssatz auf den Sparanteil Deines Versicherungsbeitrags. Von Deinem monatlichen Beitrag gehen zunächst mal alle Kosten der Versicherung ab. Und erst dieser Rest ist der Sparanteil.


    Nur mal zum Vergleich, damit Du ungefähr sehen kannst, was vom Garantiezins/Sparanteil real übrig bleibt:

    Ich habe 1990 eine Kapitallebensversicherung mit einem Garantiezins von 3,5% abgeschlossen.

    Stand meiner Versicherung von 2021 habe ich seit 1990 eine Realverzinsung von 2,62% bezogen auf meine Beiträge erzielt.

  • Vielen Dank für eure Rückmeldungen! Leider verstehe ich von der Materie noch sehr wenig-.-


    Die Versicherung habe ich (bzw. meine Eltern, die sie mir übertragen haben) seit November 2004 und der Mitarbeiter meinte, dass ich ab April 2023 im Plus wäre. Er hat wohl etwas ausgerechnet, was genau weiß ich nicht... Wo sehe ich denn die laufenden Kosten? In den jährlichen Berichten finde ich dies nicht....


    Wie rechne ich denn den Zinssatz nach? Ich weiß meine einmalige Zahlung, wenn ich jetzt kündigen würde. Muss ich dann meine Einzahlungen anhand der Beiträge der Jahre 2004-2022 selbst ausrechnen oder ginge dies auch schneller?


    Ich bin 30 und möchte mit der Altersvorsorge beginnen. ETFs habe ich schon seit einigen Monaten, nur Frage ich mich, ist diese "Sicherheit" der Versicherung überhaupt noch lohnenswert oder besser in einen ETF investiert (Einmaleinzahlung in Höhe des Geldes, welches ich durch die Versicherung wieder raus bekäme)...


    Den Artikel habe ich nun gelesen und eine Kündigung wäre deshalb nicht sinnvoll, sondern eher ein Verkauf. Oder ist eine jetzige Beitragsfreistellung sinnvoll, um etwas Geld später "sicher" auf der Seite zu haben?


    Vielen Dank für eure Hilfe :)

  • Oder ist eine jetzige Beitragsfreistellung sinnvoll, um etwas Geld später "sicher" auf der Seite zu haben?

    Ohne jetzt deine Zahlen zu kennen, bzw. die des Vertrags, möchte ich behaupten, dass eine Vertragsauflösung - wie auch immer - mit nachfolgender Investition in Aktien-ETF angesichts der über 30 Jahren bis zum Ruhestand wohl das Beste wäre.

    Solche Versicherungskonstrukte waren, wenn überhaupt, gerade mal in der Lage das Kapital zu erhalten. Bei dem derzeitigen Trend der Teuerungsraten erwirtschaften diese Verträge eine negative Real-Rendite.

    Mit der Sicherheit ist es auch nicht ganz so weit, wie immer dargestellt wird. Versicherer können die Auszahlung merklich reduzieren, sollten sie in eine Schieflage geraten, und Protektor ist auf die Backe gemalt, wenn man sich einmal das vorhandene Haftungskapital ansieht.

    Der 'moderne' sichere Anteil heißt derzeit Cash... und bei noch über 30 Jahren bis zur Rente würde ich ohne Bedenken in volatile Anlageprodukte investieren... wohl aber die Entwicklung der Märkte beobachten und ggfs. darauf reagieren.

  • Wie rechne ich denn den Zinssatz nach? Ich weiß meine einmalige Zahlung, wenn ich jetzt kündigen würde. Muss ich dann meine Einzahlungen anhand der Beiträge der Jahre 2004-2022 selbst ausrechnen oder ginge dies auch schneller?

    Der Rechnungszins war 2004 2,75%. Zumindest in diesem Punkt hast Du also keine korrekte Antwort erhalten. Wobei der Rechnungszins immer der Zins vor Kosten ist. Die Kosten hängen zum einen davon ab, welche Zusatzleistungen Du mitversichert hast und zum anderen, wie (un-)fair der Versicherer kalkuliert.

    Über die weiteren Aussagen des Info-Sachbearbeiter kann hier keiner etwas sagen, wenn er keine Zahlen hat. Also musst Du wohl rechnen. Ist denn der aktuelle Rückkaufswert tatsächlich geringer als die Summe der bisherigen Beiträge? Wer ist der Versicherer und was für Zusatzleistungen sind vereinbart? ...


    Trotzdem noch einmal der Hinweis, dass das Nachrechnen Dir beim Einordnen hilft, wie stark Du dem verlorenen Geld nachweinen solltest. Für den Blick nach vorne hilft das nur begrenzt.

  • volleysparer

    Mit diesem Rechner kannst Du die Rendite Deiner Versicherung berechnen:

    Rendite einer Kapitallebensversicherung (zinsen-berechnen.de)


    Einfach die aktuellen Zahlen aus Deiner aktuellen 'Wasserstandsmeldung' der Versicherung eintragen. Ale Ergebnis erhältst Du dann die aktuelle Rendite Deiner Versicherung.

    Bei der Beitragsdynamik wäre ich sehr vorsichtig, da der Rechner nicht berücksichtigen kann, wie sich die Dynamik auf den tatsächlichen Sparanteil der Police auswirken kann! Das angezeigte Ergebnis wird dann 'besser' sein als es sich zukünftig tatsächlich entwickeln wird!


    Und ja. Ich kann Dir auch nur empfehlen die Versicherung 'abzuwickeln' und das frei werdende Geld zu investieren (weltweiter ETF). Bei 30 Jahren Zeit ist es äußerst unwahrscheinlich, dass Du dabei ein schlechtes Geschäft machst. Und wenn das tatsächlich so wäre, dass Du in 30 Jahren eine negative Rendite erzielt hättest, dann hätte Deine Versicherung auch riesige Probleme. Ganz davon abgesehen, dass dann die gesamte Welt Probleme hätte! ;)

    Das 'verlorene' Geld solltest Du als Lehrgeld abschreiben. Das ist weg und kommt auch nicht wieder! Das haben fast alle hier durchgemacht.

    Hier der Erfahrungsbericht von Nico:

    Mein größter finanzieller Fehler – Jetzt tut es richtig weh! (Teil 1) – Finanzglück (finanzglueck.de)


    Ich habe seit 1990 eine Lebensversicherung. Ich habe nach meinen 'Wach werden' lange darüber nachgedacht die Versicherung zu verkaufen. Letztlich habe ich mich aber für das behalten entschieden, da ich 'nur' noch 9 Jahre bis zur Auszahlung der Police habe. Die Versicherung stellt den Großteil meines 'sicheren' Vermögensanteils dar.

    Etwa 60% meines Vermögens steckt inzwischen in meinem weltweiten ETF-Depot.