Verheiratet - eine Krankenversicherung

  • Hallo zusammen,


    ich habe eine kurze Frage. Meine Frau und ich sind seit ca. 1 Jahr verheiratet. Gibt es irgendwelche Vorteile, wenn wir beide bei ein und derselben Krankenversicherung (TK vs. AOK) sind oder ist es egal wenn wir bei unterschiedlichen GKV versichert sind?


    Nun erwarten wir in einigen Wochen auch Nachwuchs. Kann das Kind dann entweder bei der TK oder der AOK mitversichert werden?


    Über jegliche Hilfe sind wir dankbar. :thumbsup:
    Beste Dank
    Christian

  • Prinzipiell kann sich jeder versichern, wo er möchte, vorausgesetzt er hat ein eigenes Einkommen. Dann wären beide Mitglied bei ihrer (auch unterschiedlichen) Kasse. Würde ein Ehepartner kein Einkommen mehr erzielen, müsste er sich beim anderen familienversichern. Das geht dann natürlich nur bei der Versicherung, bei der der arbeitende Ehepartner Mitglied ist. Insofern hat es, wenn man so möchte, den "Vorteil", dass ein Wechsel zwischen Mitgliedschaft und Familienversicherung unbürokratischer ist.


    Während der Elternzeit bleibt man übrigens Mitglied in seiner Krankenkasse. Wenn beide in der GKV versichert sind, dann kann das Kind bei einem der beiden in die Familienversicherung. Sollte ein Elternteil privat versichert sein, wird das Ganze komplizierter. In diesem Fall kommt es auf die Höhe des Einkommens jedes Ehepartners an, wo das Kind versichert werden kann/muss. Hier muss dann immer der individuelle Einzelfall betrachtet werden.


    Noch als Hinweis:
    Ab 01.01.2015 gibt es übrigens eine Neuregelung der Krankenkassenbeiträge. Den GKV-Kassen wird wieder mehr Beitragsautonomie eingeräumt. Der allgemeine Beitragssatz sinkt auf 14,6%. Darüber hinaus dürfen die Kassen dann einen vom Einkommen abhängigen Sonderbeitrag erheben. Manche kommen ohne aus (Metzinger BKK, BKK Euregio) und manche nehmen satte 1,3% (Brandenburgische BKK). Das bedeutet für jemanden, der oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze verdient, satte 650 EUR mehr im Jahr. Jetzt werden die ersten wieder kommen und sagen, man dürfe seine Entscheidung für eine Kasse nicht nur vom Beitrag abhängig machen. Es gehe ja auch um die Leistung. Ich gebe an dieser Stelle zu bedenken, dass die wesentlichen Leistungen durch den gesetzlichen Leistungskatalog vorgeschrieben sind, d.h. die Leistungen der Kassen sind zu >95% identisch, der Rest ist Schnickschnack wie Homöopathie, Reiseimpfungen etc. Das könnte man auch gut durch die gesparten Beiträge privat bezahlen. Das einzige, was wirklich einen Unterschied macht, ist die Übernahme der Kosten für künstliche Befruchtung. Das betrifft aber wohl die wenigsten. Gerne gebe ich auch zu, dass sich der Service deutlich voneinander abweicht. Letztlich muss dann jeder für sich selbst beurteilen, was einem wichtig ist und für welche evtl. Mehrleistungen er auch einen höheren Beitragssatz akzeptiert. Freilich wird man sich mehr Gedanken an dieser Stelle machen, je höher das Einkommen ist.