Möglichkeiten in Zukunft terminierter Schenkung

  • Hallo zusammen,

    mein Schwiegervater möchte seinen Enkeln einen Geldbetrag schenken und über mein Ableben hinaus sicherstellen, dass sie das Geld zu einem definierten Tag (und nicht früher) bekommen. Zuerst dachte er an eine Fondsanlage mit einem Versicherungsmantel und definiertem Zeitpunkt zu dem der Betrag fällig wird (26. Lebensjahr der Enkel). Diese Regelung ist aber zumindest bei der R+V exorbitant teuer (5% der Summe vorab,, dazu AA und jährliche Verwaltungsgebühren, da keine ETFs. Zudem möchte er vermeiden, dass seine Enkel das Geld in einer Baisse bekommen und vom ursprünglichen Betrag zB nur noch 65% übrig sind, bei einem Anlagehorizont von 8 Jahren kann man eine Delle ggf. nicht ausgleichen. Somit kämen nur konservative Fonds oder gar ein Nullzinsparvertrag zustande (auch nicht prickelnd). Er könnte das Geld auch als Festgeld mit fester Fälligkeit auf den Namen seiner Enkel anlegen, aber derzeit gibt es für 8 Jahre gerade mal 0,5%.

    Hat jemand eine Idee, wie man kostensparend hier eine Anlageform finden kann, ihm kommt es nicht auf die Rendite an, sondern, dass seine Enkel das Geld sicher in acht Jahren ausgezahlt bekommen, egal, ob er noch lebt oder nicht. Zudem möchte er sich bei dem Produkt zu Lebzeiten nicht mehr um Fondsumschichtungen etc kümmern müssen, sondern eine einmalige Regelung treffen. Kann mir hier jemand im Forum weiterhelfen, ggf. weil er selbst ein solches Konstrukt schon abgeschlossen hat?


    Danke für die Mühe und Grüße

    js

  • Ich weiß nicht ob dir das was bringt, aber wir haben folgende Konstellation.

    Mein Schwiegervater überweist jeden Monat einen Betrag X auf das Konto meiner Kinder.

    Dieser Betrag X ist in Y Jahren Betrag Z.

    Mein Schwiegervater möchte sicherstellen, dass Betrag Z in Y Jahren auf deren Konto liegt. Der Rest ist Ihnen "egal".


    Da Y > 15 Jahre sind, habe ich auf eigene Faust entschlossen einen ETF Sparplan abzuschließen.


    Auch wenn der Anlagezeitraum lang ist, kann es passieren, dass Betrag Z in Y Jahren nicht vorhanden ist!

    Wir haben dann beschlossen, dass ich zusammen mit meinen Kindern entscheide was passieren soll, was wir nun machen. Im schlimmsten Fall müsste ICH die Differenz von MEINEM Geld nachlegen! Im Falle meine Kinder möchten das Geld sofort haben.


    Vielleicht könnt ihr auch eine ähnliche abmachen schließen? Warum nicht einfach mal (ich denke deine Kinder sind alt genug), mit ihnen darüber reden?

  • Mal unabhängig von den konventionellen Anlageprodukten, von denen nahezu alle in die Tonne gehören, und einem Sparen/Investieren in ETF rate ich dazu, dass sich alle Beteiligten - mit den Kindern - in Ruhe an den Tisch setzen und einmal ganz klar aufzeichnen, wie sich "Geld mal Zeit" mit den unterschiedlichen Aanlagemöglichkeiten zu "Kapital" entwickelt. Vor allem sollten die Kids mal schwarz auf weiß sehen, wie sich ein 5-stelliger Betrag vom jungen Erwachsenenalter bis zum Rentenbeginn entwickeln kann. Heißt, man sollte besprechen, wie das "Kapital" verwendet werden soll, wenn die Kids darüber verfügen dürfen.

    Nebenbei sollten die Kids erkennen, was Realzinsen sind und worin das "Risiko" bei weltweit getreuten ETF liegt (Vola)...


    Vergesst dabei für die Kids die übliche "Kinderkacke im Versicherungsmantel" und Anlagen in Geldwerten ( Xenia möge mir für den Begriff Kinderkacke Nachsicht gewähren).


    Meine Kids habe ihre "Kindergeldanlage" nicht angerührt, sonder bleiben weiter investiert... und werden zu 99% keine Altersarmut befürchten müssen...

  • Euer Problem ist die Denke "Ich will den Kindern Geld schenken". Wenn ihr anfangt zu denken "Ich will den Kindern Wertpapiere schenken", dann seid ihr auf dem richtigen Weg.


    Wenn die Kinder 26 sind, dann können sie auch mal ein wenig auf das Überraschungsei warten. Niemand ist gezwungen die geschenkten Wertpapiere sofort zu verkaufen. Einfach noch 2 Jahre liegen lassen oder besser als Basis für das eigene Depot nehmen. Wenn sie das nicht können, dann können sie eh nicht mit Geld umgehen.

  • Ich würde auch anregen, die grundsätzlichen Annahmen noch einmal zu hinterfragen. Wieso ist es so wichtig, dass die Kinder genau mit 26 auf das Geld zugreifen können? Wieso muss genau zu diesem Zeitpunkt ein bestimmter numerischer Geldwert vorliegen? Was ist die Erwartung, was die Kinder mit dem Geld machen, bzw. machen sollen? Ein befreundeter Rechtsanwalt hat mir mal gesagt: Wer mit 18 noch so strukturiert ist dass er alles Geld sofort verprasst, der macht das auch noch mit 30. Das muss natürlich nicht in jedem Fall zutreffen. Diese Restriktionen machen die Sache aber kompliziert und eher ineffizient.


    Du schreibst jetzt nicht, um wie viel Geld es sich handelt. Wenn es ein größeres Vermögen ist und die Restriktion mit 26 Jahren unbedingt eingezogen werden soll, könnte man über eine Dauer-Testamentsvollstreckung nachdenken.



  • Noch ein paar Gedanken dahin phantasiert (die Situation kann bei Euch natürlich völlig anders gelagert sein): Genau zwischen 18 und 26 liegt die Zeit, die für die meisten Menschen für das ganze Leben besonders prägend ist. Da entscheidet sich, wie man sich beruflich entwickelt, ob und ggf. wen man kennenlernt und heiratet, wo und wie man lebt, welchen Freundeskreis man entwickelt… in der Zeit kann es einen riesigen Unterschied machen, ob man z.B. 20.000 EUR hat oder nicht hat. Das kann bedeuten, ob man neben dem Studium arbeiten muss oder sich auf Studium und sinnvolle Praktika konzentrieren kann. Ob man im Ausland studieren kann. Ob man die Mittel hat, eine Ausbildung bei einer renommierten Firma in einer großen Stadt zu machen… Es gibt vielleicht keine Zeit mehr im Leben, in der man 20.000 derart gewinnbringend (nicht nur finanziell gesehen) anlegen kann.


    Auf der anderen Seite mit 26: Da legt man es vielleicht als Eigenkapital für eine mögliche Immobilie zurück (Tropfen auf dem heißen Stein), oder für die Rente (dito)…


    Nur als Anregung, dass man nicht immer denken muss dass man mit 18 nur Geld verschwenden kann :-)