Rente mit 50 - Selbstfinanziert?

  • Hallo Finanz Community

    Ich habe eine dringende Frage. Vielleicht auch etwas eine doofe Frage, aber ich muss sie stellen. Da ich im Internet nichts konkretes dazu finde. Egal ob Finanzdienstleister oder einfache Berichte, finde keine passenden Antworten.


    Angenommen ich möchte mit 50 in Rente gehen.


    • Angenommen ich kann es mir leisten 17 Jahre lang auf die staatliche Rente zu verzichten
    • Darf ich dann mit 67 die normale Rente beziehen?
    • Mir ist bewusst, dass ich dann weniger Rente hätte weil ich 17 Jahre lang nicht einzahle
    • Aber meine Fragen sind
      • A) kann ich mit 67 dann Rente noch beziehen oder nicht?
      • B) Wie sieht es aus wenn ich das nicht könnte, aber weiterhin Beträge ab 50 bis 67 einbezahlen würde (ohne zu arbeiten)? Wäre es dann möglich?


    Es würde mir seeeeeeeehr weiterhelfen, wenn mir da jemand Auskünft geben könnte. Und nein, ich bin nicht reich... :P Aber ich bin noch etwas jünger :) und möchte einfach wissen, wie das so aussehen würde, wenn ich mal etwas älter wäre.


    Bitte sendet mir dann auch vertrauenswürdige Links auf denen eure Meinung beruht. Das würde mir sehr weiterhelfen.

    LG & Danke!!<3
    Angie88

  • Wenn du noch jünger bist, dann schau ich mal in die Glaskugel:


    - Rente wird es schon mit 75 geben

    - die Rente wird als Einheitsrente oder als Sachbezug (Lebensmittel) ausgezahlt

    - Zinsen sind von -0,5% auf -10% gefallen

    - wir haben Hyperinflation

    - den Euro gibt es schon lange nicht mehr

    - alle Gold- und Silberbestände sind über "Bares für Rares" staatlich eingezogen worden

    - die Kranken- und Pflegeversicherung sind, trotz der Einnahmesteigerung durch die linksversiffte Bürgerversicherung, noch mehr zum Selbstbedienungsladen verkommen und sehr teuer trotz Leistungskürzungen

    - gut ausgebildete Fachkräfte haben das Land schon lange verlassen und Leben in Ungarn oder Polen, wo man viele Fehler nicht gemacht hat.


    :)


    Wie war die Frage nochmal?


    Früher war die Zukunft eben besser.

  • Okay Boomer!



    Wem sollte der "Erguss" denn helfen?

  • Hast du deinen Flug schon gebucht und Koffer gepackt?

  • Angenommen ich möchte mit 50 in Rente gehen.




    Angenommen ich kann es mir leisten 17 Jahre lang auf die staatliche Rente zu verzichten
    Darf ich dann mit 67 die normale Rente beziehen?

    Na ja... wenn du "junges Küken" es schaffst bis zum 50ten ein Vermögen aufzubauen, aus dem du ein passives und ausreichendes Einkommen beziehen kannst, dann frage ich mich, wozu du dann noch mit 67 (oder später) eine Rente aus der gesetzlichen Rentenkasse beziehen willst. Gut, wenn dann noch "ein Schnapps" dazu kommt, wirst du sicherlich nicht anfangen zu heulen ;-)


    In roundabout 25 bis 30 Jahren wirst du ein Vermögen von 1,5 bis 2 Mio benötigen, um daraus ein "passives" Einkommen zu beziehen, von dem du leben können wirst. Mit einem Entnahmeplan von 3 bis maximal 4% vom Vermögen kannst du dann bis in (fast) alle Ewigkeit deine jährlich steigende "Privatrente" beziehen. Unklar dabei ist, ob wir es dann noch mit dem Euro zu tun haben werden... und möglicherweise ist die Amtssprache in dem Gebiet der ehemaligen Bundesrepublik Deutschland dann Chinesisch ;-)

  • Ganz simpel gesagt: wenn Du im Leben mindestens 5 Jahre eingezahlt hast, kannst Du mit 67 Rente beantragen - stand heute. Wenn Du nicht arbeitest, kannst Du trotzdem freiwillig einzahlen, um eine höhere Rente zu erreichen.

    Vielen Dank FinanzPanda! Das hat mir am meisten weiter geholfen! :):thumbsup:


    Das hast du aber schnell gefunden. Ich habe das echt nirgends gefunden nach längerer Suche nicht. Es hieß immer man kann mit 50 in Rente gehen, aber man müsste alles selbst finanzieren. Nirgends habe ich jedoch etwas gefunden was danach passiert, quasi wenn man 67 wird und dann 17 Jahre lang nicht gearbeitet hat. Auch stand in vielen Artikeln, dass man frühestens mit 63 in Rente gehen kann (weil es einen maximal Abzug gibt, glaube 14% waren das). Deshalb hat mich das immer wieder verwirrt.


    Super zu wissen, vielen Dank! <3



  • Angie88

    Ja, aber unbedingt auf die Regeln achten, die sich aber alle paar Jahre immer mal wieder ändern können! ;)

    Grundsätzlicher Rentenanspruch ab 67: min. 5 Versicherungsjahre in der GRV

    Möglichkeit mit 63 in Rente zu gehen (mit Abschlag): min. 35 Versicherungsjahre in der GRV

    Möglichkeit mit 65 in Rente zu gehen (ohne Abschlag): min. 45 Versicherungsjahre in der GRV


    Man kann auch Jahre freiwillig Beiträge nachzahlen um sich einen höheren Rentenbezug zu erkaufen.


    Hier ein Link zu einem bekannten Blogger, der sich mit 56 in Ruhestand begeben hat: Der Privatier: Mit 56 Jahren in den Ruhestand. (der-privatier.com)

    Dort findest Du viele Infos zu den rechtlichen Fallstricken die sich daraus ergeben (z.B. Krankenversicherung, Steuern, Abfindung, usw.)

  • Wow, herzlichen Dank monstermania ! :) Und auch den anderen, vielen lieben Dank. Ich werde mich gerne weiterhin und in Ruhe darüber schlau machen. :)  Ozymandias das ist auch ein super Tipp.

    Vielen Dank nochmals an alle. Dann habe ich in Ruhe noch ein paar Jährchen Zeit darüber nachzudenken was für mich/uns sinnvoll ist.. :D

  • Komsiche Rechnung, die ihr da macht (???) Wenn man nicht super alt wird, kriegt man nicht das raus, was man einzahlt. Daher macht es für mich gar keinen Sinn, im Alter noch in die Rente einzuzahlen, um irgendwann mal mehr zu bekommen.

    Wer genug Geld hat, sollte es nicht der GRV geben, sondern ausgeben und das wiederum so steuern, dass es einem bis ins Alter reicht.

    Iin die RV zahle ich nur ein, was ich voll absetzen kann und später nicht versteuern muss, weil ich unter dem Satz bin, ab dem Steuern / erhöhte Krankenkasse anfallen.

    Also : (Mindestbeitrag der Krankenkasse) / Krankvenversicherungssatz + Pflegesatz) = maximales Zieleinkommen. Ich rechne mit (nach heutiger Kaufkraft) 1200 Rente. Den Rest hole ich vom Konto.

  • steuermann70

    Ja, jeder wie er mag und kann. Für viele Menschen in D gibt es gar keine Möglichkeit sich der Beitragszahlungen zur GRV zu entziehen.

    Die GRV bietet einen gewissen Inflationsausgleich (zumindest bisher). Und genau, wenn man sehr alt wird 'lohnt' es sich auch.

    BTW: Hast Du schon mal darüber nachgedacht, dass sich die private Vorsorge (sparen) auch nicht 'lohnt', wenn man mit 60 in Gras beißt? Dann wäre es doch schöner gewesen, wenn man die Kohle vorher verbraten hätte. Da freuen sich dann nur noch die Erben.

    Wie so häufig im Leben, geht man irgendwie eine Wette ein. Und frei nach dem Motto 'Lege nicht alle Eier in einen Korb', kann auch die freiwillige Zahlung in die GRV sinnvoll sein. Und sei es nur dazu um Mindestzeiten in der GRV zu erreichen.

    Soll sogar Leute geben, die sich ganz bewusst darauf verlassen später vom Staat alimentiert zu werden (Grundsicherung), und sich den Rest aus Ihrem Schwarzgelddepot zu holen.

  • Wenn du damit kalkulierts den Löffel abzugeben, dann brauchst da natürlich gar keine RV, das ist mal klar. Allerdings bietet die private RV mit flexibler Einzahlung es ja a, das zu dosieren. Wenn ich mit 60 merke, dass ich nicht mehr so gut kann und eh nicht 80 werde, dann höre ich nämlich direkt auf zu arbeiten und verlebe das Geld.


    Wenn ich in den 0ern noch gut verdienen sollte und man absehen kann, dass ich die 75 oder mehr packe. dann zahlt man noch ein paar Euro ein.

    Bei der GRV darf man nichts mehr erwarten! Die Kassen sind Dank Covid komplett leer und die künftigen Generationen haben nicht mehr die Bruttogehälter, um da richtig viel einzuzahlen. Die nächste Rentenkürzung kommt bestimmt! Wahrscheinlich in einer weiteren Verschiebung des Renteneintrittsalters.

  • Die Sache ist ganz einfach: Die GRV hat einen Rücklagenpool einer nicht definierten Größe und betreibt ansonsten eine gewaltige Umverteilung. Da das Verhältnis Einzahler zu Beziehern immer ungünstier wird, was z.T. am längeren Leben und z.T. an relativ sinkenden Einlagen liegt, hat man schon vor Jahren das Renteneintrittsalter einfach nach hinten geschoben. Das führt im Extremfall dazu, dass man 2 Jahre länger einzahlt und 2 Jahre weniger Rente bekommt.

    Als Beispiel wären das bei einem Informatiker der 80 wird: Arbeiten von 25 bis 65 = 40 + 15 Jahre Rente. Nun sind es 42 / 13. Der Verlust bei relativ gleicher Einzahlung - ohne dass sich das irgendwie bei Steuer auswirkt - sind allein schon: 13/15 * 40/42 = 0,825. Das heisst: 17,5 weniger Rente als die Vergleichsperson vor der Umstellung. Für die betroffenen Jahrgänge dazwischen geht es da kontierlich zurück. Die hohen Renten kompensieren das, weil sie ja mehr Steuern zahlen, daher ist der Nettoverlust geringer. Leider trifft es die Geringverdiener voll, es sei denn sie haben mit 16 angefangen und gehen mit der 45er Regelung in die Rente.

    Diese "Entlastung" der RV ist aber weitgehend aufgebraucht, d.h. der Topf wird in naher Zukunft - spätestens nach Ende dieser Umstellungsphase - wieder schneller leerer werden, als bisher und wenn nicht ein gewaltiger Aufschwung das überkompeniert, drohte schon aus Sicht von 2017 in "10 Jahren die nächste Reform" wie es hiess. D.h. aber 2027 durfte man damit rechnen, dass es zu einer weiteren Verschiebung kommt.


    Dank Covid und den Einbrüchen wird das eher 2025 werden und schon kürzlich wurde ja ein Eintrittsalter von bis zu 70 diskutiert, wenn ich daran erinnern darf. Ich nehme mal an, dass wir in rund 5 Jahren mit 68 noch 69 in die Rente dürfen, einfach, um mehr Zahler zu bekommen und weniger, die es nutzen können. Wer dann nicht die 45 voll hat, ist gebissen. Hart trifft es die heutigen Einzahler, die dann praktisch nur noch einzahlen, selber aber niemanden mehr hinter sich haben, der das noch mal steigern kann, um das alles weiterzutreiben.

    Am Ende kann man nur ausgeben, was das Land erwirtschaftet und dank Auslagerung und Entwertung des Arbeit wird immer weniger eingezahlt. Jedenfalls nicht soviel, dass es die zunehmende Zahl an Rentenbeziehern auffangen könnte. Schuld ist eben auch das Aushöhlen durch die privaten RV, die zwar viel Geld abziehen, dass aber nicht vollständig bei den Beziehern landet - abgesehen von meinem Extrem-Rürupp-Beispiel - sondern in den Taschen von Vermittlern und Versicherungen verschwindet.

    D.h. die kommenden Rentenbezieher meiner Generation haben zwar viel abgedrückt, aber keine dazu passend hohe Rente, also ist das Steueraufkommen und der Konsum auf reduziert. Mein Studienkollege ist Wirtschaftprofessior in Mannheim und hat in seiner Vorlesung dazu mal eine ernüchternde Prognose abgegeben, wie sich das private Steueraufkommen in den nächsten Jahren entwickeln wird.

    Man fragt sich, wer unseren überteuerten Staat noch finanzieren soll und wie? Immer mehr Gutverdiener zieht es ins Ausland, weil sie weniger Steuern zahlen müssen, und gleichzeitig auch schon besser verdienen, weil das Lohnniveau hier immer weiter sinkt - vor allem bei den ehemaligen Gutverdienern wie Informatiker und Ingenieure. Dort herscht Auslagerung ohne Ende und Zeitarbeit, wovon oft ausländische Firmen profitieren.

    Und; immer mehr gehen am Lebensende ins Ausland und verleben ihrer Rente dort - schieben das Geld also in den dortigen Wirtschafstkreislauf. Besonders, die die auf Hilfe angewiesen sind, tun sich bei den Löhnen in Östterreich und Slowenien sehr viel leichter.