Alten Sparverzrag kündigen?

  • Hallo alle zusammen,


    Was ist wohl sinnvoller?


    Ich habe vor 7 Jahren bei der umweltbank ein sparvertrag, für 25 Jahre abgeschlossen. Darauf bekomme ich jedes Jahr ein Bonus der mit den Jahren steigt... Also 1%2%....15%,20%....55%,60% bis zum letzten Jahr 100% auf meine Einzahlung die im Jahr 900€beträgt. Natürlich keine Zinsen! Oder kaum der rede wert


    Jetzt habe ich zusätzlich ein etf sparplan abgeschlossen und frage mich ab es vielleicht doch sinnvoller ist den alten Vertrag zu kündigen und den etf sparplan zu erhöhen?

    Oder ich warte noch 17 Jahre bis der alte Vertrag ausgelaufen ist und ich alle Boni bekommen habe und dann damit eine größere einmalanlage mache und den etf sparplan deutlich erhöhe...?


    Ich freue mich über Antworten und was ihr darüber denkt!


    Vielen Dank

    Isabella

  • Jetzt habe ich zusätzlich ein etf sparplan abgeschlossen und frage mich ab es vielleicht doch sinnvoller ist den alten Vertrag zu kündigen und den etf sparplan zu erhöhen?

    Moin Isabella,


    hier ist es sinnvoll die Konditionen des Sparvertrags einmal durchzurechnen und sie dann mit einen ETF-Sparplan (bei angenommenen Renditen) zu vergleichen.

    In der Regel sind Sparverträge Verträge, die man sich sparen kann ;-)

  • Isabella-k


    Eine Sparplan ist etwas anderes als ein ETF Sparplan (aus Rendite und auch aus Sicherheitssicht). Die Anlage in einem ETF kann auch mal Runtergehen (ja ich weiß in den letzten Jahren ging es fast nur Bergauf - ausgenommen letzten Jahr März/April).

    Ich würde nicht alles auf einen ETF setzen, sondern auch auf Sicherheit.

  • Gemach und erst mal rechnen. Korrigiere mich, wenn ich falsche Annahmen treffe.


    Du schreibst dass der Bonus über 25 Jahre von 1% auf 100% steigt. Das heißt, im kommenden Jahr 8 erhältst Du ca. 30% Bonus?


    30% von 900 EUR sind 270 EUR.


    Eingezahlt hast Du 8 * 900 EUR, also 7200 EUR.


    Verzinsung ist dann 270 / 7200 = 3,75%.


    Das ist eine Verzinsung, nach der man sich heute im Bereich der risikolosen Anlagen die Finger schlecken würde.


    Wie viel zahlst Du denn in Deinen ETF Sparplan? Vielleicht fährst Du ja schon eine sinnvolle Aufteilung.

  • Hallo,


    Also nicht ganz

    Im 8. Jahr bekomme ich 15 % im 9. 20 % im 10 Jahr 25% und so weiter bis im Jahr 25, 100% erreicht ist. Den Vertrag gibt es auch so nicht mehr... aber ja immer von den 900€ die ich jedes Jahr einzahle und der Bonus ist immer sicher..


    Zusätzlich habe ich jetzt einen etf SparPlan mit 50€ gemacht und eine Einmalanlage von 8000.


    Ich dachte mir ob es villeicht sinnvoller ist nochmal etwas in die Einmalanlage zu stecken und den sparplan auf 100 zu erhöhen. Wenn ich den anderen sparvertrag kündige...


    Vielen lieben Dank für eure Unterstützung!

    Das habe ich in dem Umfang nicht erwartet!

  • ... ich habe - rein aus Interesse - mal Excel bemüht...

    Bei deinem Super-Sparplan kommen am Ende ca. 31.815 Euronen raus, was einer Verzinsung von nicht einmal 3% entspricht (brutto).


    Würde man 75€ in einen ETF-Sparplan stecken und mit einer konstanten 7%igen Rendite rechnen, stünden dir (brutt0) 59.082 € zur Verfügung.

  • Hallo Isabella,


    eine Anmerkung vorweg: ich gehe davon aus, dass du den Bonus auf die jetzigen Einzahlungen immer bekommst, auch wenn du irgendwann die Einzahlungen stoppen solltest oder früher an dein Geld möchtest. Sprich: wenn du in 5 Jahren kündigen würdest, würdest du dennoch die bis dahin bezahlten Pämien ausbezahlt bekommen, oder? Du musst also nicht den Vertrag bis zum Ende erfüllen, um die Boni gutgeschrieben zu bekommen, korrekt?


    In diesem Fall verstehe ich die Antworten hier zum Teil nicht: Dieser Sparvertrag ist sehr gut und hat in Relation zum Risiko hohe Zinsen (bzw. Boni auf die Einzahlungen). Mir ist unklar, warum eine Bank überhaupt einen solchen Sparplan anbietet, auch vor sieben Jahren war das bereits eine sehr gute Verzinsung, die kaum jemand geboten hat. Ich frage mich eher, wo der Haken an dem Vertrag ist, denn mir klingt das (in Relation zu anderen Anlageformen mit gesicherter Verzinsung) fast zu gut.


    Ähnlich wie JDS komme ich in Excel auf eine Verzinsung von knapp 3% (genauer: 2,7% bis 2,8%). Welche risikolose Anlage bietet das sonst? Auch wenn die „Zinsen“ variabel sind, letztendlich entspricht das bzgl. des Risikos einer festverzinslichen Anlage (schon heute ist festgelegt, welche Zinsen du bekommst). Anders als bei anderen Festgeldanlagen (die selten mehr als 1,5% Zinsen bieten, selbst bei langen Laufzeiten) kommst du auch noch zwischenzeitlich durch Kündigung an dein Geld, sofern du es brauchst.


    Das Geld ist gesichert durch die deutsche Einlagensicherung. Bezüglich des Risikos entspricht der Sparvertrag also deutschen Staatsanleihen – und deutsche Staatsanleihen mit 25 Jahren Laufzeit werden derzeit mit unter 0,1% verzinst (20-jährige Staatsanleihen werden sogar negativ verzinst). Dagegen ist die Rendite deines Sparplans sehr hoch.


    Natürlich kann die Rendite nicht mit der Rendite von Aktien mithalten – nur haben Aktien (auch ETF) eben auch ein viel höheres Risiko. Es ist sowieso nicht empfehlenswert, die gesamte Geldanlage nur auf risikoreichen Anlagenformen aufzubauen. Und ein solcher Sparvertrag, wie du ihn hast, eignet sich eben gut für den risikoarmen/risikolosen Teil der Geldanlage.


    Im konkreten Fall ist das natürlich nur sinnvoll, wenn du mittelfristig auch das Geld hast, um die Einzahlungen des Sparvertrags zu bewältigen, denn ansonsten ist die Rendite der Anlage bei Null – aber nachdem du überlegst, das Geld stattdessen in ETF zu stecken, scheint das ja gegeben zu sein. Kündigen klingt dagegen nach einer schlechten Idee – bei einer Anlage, die viele Sparer heute gerne hätten.

  • So pauschal wie Mkm es schreibt, kann man es einfach nicht sagen.

    Es gabt m.E. ganz entscheidend auf die persönlichen Umstände und die langfristige Planung an.

    Zunächst mal hat Isabella-k im Vergleich zu Ihrem Sparvertrag noch 17 Jahre Anlagehorizont. Das ist im Börsenumfeld noch eine ganz schön lange Zeit.

    Es reicht ja mit dem ETF 'nur' 4% p.a. Rendite zu erzielen um den Sparvertrag zu schlagen. Zumindest in der Vergangenheit gab es mit einem MCSI World ETF keinen 17 Jahresabschnitt, wo das nicht geklappt hätte. Und es besteht ja sogar eine realistische Chance eine höhere Rendite zu erzielen.

    Dann ist ja auch die Frage, wie alt Sie ist und ob Sie das Geld aus dem Sparvertrag dann auch in voller Höhe zwingend in 17 Jahren benötigt wird, oder ob das Geld danach möglicherweise weiterhin angelegt werden soll?


    Einmalanlage vs. Sparplan

    Auf diese wesentliche Unterscheidung wird häufig viel zu wenig hingewiesen. In einem ETF, sollte das Geld 10, besser 15 Jahre investiert sein. Im Falle des Sparplans sollte man als Anleger also einplanen, dass man die letzte eingezahlte Sparrate erst 10-15 Jahre nach Ende der Einzahlphase wieder aus dem ETF entnimmt!

    Bei Aktien (ETF) kann man eben nicht planen, dass Summe X zum Stichtag zur Verfügung steht, sondern muss die Investition immer langfristig betrachten. Jeder einzelne erworbene Anteil braucht Zeit um ziemlich sicher eine Rendite zu erwirtschaften.

    Als ich Ende 2019 mit der Geldanlage in ETF begonnen habe, war mir klar, dass mich mein ETF bis deutlich über mein 80'stes Lebensjahr hinaus begleiten wird. Möglicherweise sogar über meinen Tod hinaus.


    Ich stand im letzten Jahr vor der Frage, ob ich meine alte KLV mit einem Garantiezins von 3,5% auflöse, beitragsfrei stelle oder diese parallel zu meinem EZF-Sparplan weiterlaufen lasse.

    Ich habe mich nach langer Überlegung zur Fortführung des Vertrags entschlossen. Weil ich 'nur' noch 13 Jahre bis zu meinem geplanten Renteneintritt habe (=Ende der Einzahlphase in mein Depot) und es mir zu riskant wäre, für diesen überschaubaren Zeitraum (fast) Alles auf die ETF-Karte zu setzen. Meine KLV kommt dann in 10 Jahren zur Auszahlung.

    Und je nach Stand meines ETF-Depots und meiner persönlichen Lebenssituation zu diesem Zeitpunkt werde ich dann entscheiden, ob ich das Geld aus der KLV ebenfalls in mein ETF-Depot investiere, freiwillige Zahlungen in die GRV leiste, eine Kombination aus Beidem, oder...?

    Wenn ich noch 20 Jahre gehabt hätte, wäre meine Entscheidung sicherlich anders ausgefallen und ich hätte die KLV zumindest beitragsfrei gestellt, wenn nicht sogar komplett gekündigt!

  • Vielen Dank nochmal für die Nachrichten!

    Ich freue mich sehr!


    Also, das Geld was ich in 18 Jahren ausbezahlt bekomme würde ich teilweise weiter anlegen und dann sicher in einen etf stecken.... Wenn es bis dann noch sinnvoll ist dies zu tun.


    Ich bin schon eher der Typ Sicherheit soweit es geht und denke mir "da weiß ich was ich bekomme..." Mkm ja ich bekomme den vollen Boni immer bis zum Zeitpunkt wo ich kündige. Ich muss den Vertrag nicht bis zum Ende erfüllen.


    Anderseits wenn ich so oder so noch 30, 35 Jahre spare oder anlege, ich also Zeit mitbringe, Ist es dann nicht wirklich besser einfach mit etwas mehr Risiko zu fahren den alten Sparvertrag zu kündigen und mehr in den etf zu packen....

    Echt eine schwierige Entscheidung für mich.

    Ich kann das wirklich schlecht abwägen und bin dankbar über eure Meinungen!


    Mit lieben Grüßen

  • Moin,


    vorab, ich bin ein Fan von ETF Sparplänen und bespare sie selbst mit einem Großteil meines Einkommens.


    Dennoch ist dein Sparvertrag, meiner Meinung nach, recht lukrativ. Ich habe jetzt nicht nachgerechnet aber ich gehe mal davon aus, dass die ~2,75% p.a. die Mkm ausgerechnet hat zutreffen. Für eine risikolose Anlage ist das super und man kann damit zumindest die angestrebte Inflation von ~2% ausgleichen.


    Klar, ETF bringen im Schnitt deutlich mehr Rendite, zumindest in der Vergangenheit, ob es in der Zukunft so sein wird weiß niemand.


    Ich würde den Sparvertrag behalten, als Sicherheitsbaustein sozusagen und zusätzlich in ETF investieren, zumal du ja selber sagst, dass du eher der Sicherheitstyp bist und dafür erhältst du im Sparvertrag eine sehr ordentliche Rendite.


    Allerdings finde ich, dass der monatliche ETF Sparplan dann auch mindestens die 75€/mtl. (900€/Jahr) sein sollte, eher höher bei Laufzeiten von 30 Jahren und mehr.