Aufbau Altersvorsorge Absicherung Rente

  • Schönen Guten Tag Zusammen,


    ein sehr tolles und informatives Forum, welches mir auch bereits einige Anregungen gegeben hat (z.B. ein ETF-Sparplan auf MSCI-World, Riester-Rente der HUK...).


    Nun bin ich mir etwas unsicher, wie unser Weg zur Rente sich "komfortabel" gestalten lassen kann...


    Zu erst zu unserer Situation:

    Verheiratet (Mann 34, Frau 33)

    2 Kinder (0 und 2 Jahre)

    Haus geerbet (Restschuld ca. 50.000,-€ Laufzeit bei regelmäßiger Tilgung ca. 6 Jahre noch)


    Was wir bis jetzt haben:

    Versicherungen wurden geprüft, gekündigt (waren bei Genera...) und werden 2022 Neuabgeschlossen.

    Anfänglicher Riester-Vertrag war auch bei DVAG... Wurde gekündigt (auch dank dem Forum) und bei einem günstigeren Anbieter abgeschlossen (HUK2...)

    Haben dort gefühlt ziemliches Pech gehabt und einen guten Berater (Für die Seite der Versicherungen) erwischt, der uns das Rund-um-Sorglos Paket verkauft hat...


    Altersvorsorge:

    Meine Frau hatte als wir zusammen gekommen sind bis auf einen alten Bausparvertrag nichts.

    Dieser wird 2023 fällig und erspart uns das Sparen für die Sondertilgung des Hauses...


    Was wir bis jetzt haben:

    Riester-Rente für meine Frau mit "Mindesteinlage" (ca. 85,-€) zum abschöpfen der 2 x Kinderförderung mit je 300,-€ + 175€ Normaleförderung (Garantie-Zins leider bei 0,9%..., deswegen wohl nie mehr als die 4% vom Jahresbrutto minus die Förderung)


    Einen ETF-World Sparplan mit aktuell 200,-€ pro Monat (kann/wird nach Tilgung der Restschuld erhöht)


    Betriebsrente mit "nur" 222,-€ Brutto (50% Arbeitgeber / 50% Arbeitnehmer) mit garantiertem Zins von 2,25%


    2 Risikolebensversicherungen die die Restschuld abdecken (ca. 60,-€ pro Person pro Jahr mit Laufzeit bis Ende Kredit)


    Somit bleibt unter dem Strich:


    Eigene Immobilie mit 50.000,-€ Restschuld (getilgt in 6 Jahren)

    Betriebsrente (kann alle 3 Jahre um 15% aufgestockt werden bis zu einem Max-Betrag und wurde auch nun 2021 aufgestockt)

    ETF-World Sparplan (ie00b4l5y983 - iShares Core MSCI World ETF)

    Riester-Rente meiner Frau


    Ich zerbreche mir regelmäßig den Kopf, ob wir noch irgendeine Form der Anlage in Betracht ziehen könnten...

    Oder gilt es in Zukunft neben Erhöhung der Betriebsrente und anpassen des Riester, die Einlage in den ETF weiter zu erhöhen?


    Das ist natürlich die Glaskugel im Nebel ob der Plan auch für die nächsten 30 Jahre so bestehen bleiben wird, aber wir sind uns hier doch ziemlich unsicher...

  • Klingt von der Gesamtsituation her gar nicht so schlecht, würde ich sagen.


    BU Versicherungen sind in ausreichender Höhe vorhanden?


    Ich würde überlegen, noch mal weitere Risiko-LVs abzuschließen, die mindestens laufen bis die Kinder ca. 25 sind (= Ausbildung fertig). Kostet nicht viel, erleichtert im Worst Case die Situation für die Hinterbliebenen deutlich. Höhe vielleicht 50 oder 100 tsd. pro Person?


    Generell scheint es mir in Eurem Alter der richtige Ansatz, alles was übrig ist in den ETF zu investieren. Ich gehe mal davon aus, dass ein gewisses Cash-Polster vorhanden ist, mit dem man ggf. ein kaputtes Auto ersetzten könnte o.ä.

  • Danke für die nette Antwort, das beruhigt schon einmal.

    BU gibt es aktuell nur für mich und wird, falls nicht in Anspruch genommen, bei Renteneintritt ausgezahlt... (allerdings bis jetzt nur um die 15.000,-€, steigt pro Jahr ca. um 500,-€ und dürfte irgendwo bei 30.000,-€ landen)

    Höhe aktuell 925,-€ steigt jährlich. Eigentlich zu niedrig, aber die Angebote für eine neue mit 34 Jahren waren fernab von dem was wir uns leisten wollten...

    Bei meiner Frau wurden bereits einige Wehwehchen festgestellt, welche eine BU für Sie uninteressant macht (bzw nicht bezahlbar)


    Cash-Polster wird gerade wieder aufgebaut.

    Mussten das Haus komplett renovieren, mit neuem Gas- und Wasseranschluss.


    Außerdem ist meine Frau noch 2 Jahre in Elternzeit ;-)

    Dafür haben wir auch Geld bei Seite legen müssen.


    Die zusätzliche Risiko-Lebensversicherung schau ich mir einmal an.

    Denke die 100 Tsd. Euro Variante würde erneut etwas Spannung raus nehmen.


    Unser Plan war es den Kredit zu tilgen und die aktuelle Altersvorsorge aufrecht zu erhalten.


    Dann wären wir 2 Jahre nach der Einschulung fertig und hätten pro Monat knappe 600,-€ mehr Netto zur Verfügung.

    Aktuell gibts ja "nur" meinen Verdienst + Elterngeld, welches Mitte nächsten Jahres ausfällt.

  • Für mich sieht das alles realistisch und solide aus. Ihr habt dann mit 40 ein abbezahltes und bereits renoviertes Haus, zusätzlich auch schon ein bisschen gespart, sinnvoll in ETF, und wenn alles gut geht noch 25 Jahre Erwerbstätigkeit vor Euch wo allein durch den Wegfall der Miete / Kreditrate noch einiges zusammenkommen wird. Ich würde mich da nicht übermäßig verrückt machen. Reparaturen am Haus (Dach, Heizung…) muss man natürlich auf dem Schirm haben.

  • Ich persönlich würde entweder auf einen MSCI Allcountry World ETF setzen, weil er noch breiter gestreut ist, etwas weniger USA Anteil hat und auch Schwellenländer berücksichtigt oder zusätzlich noch einen Emerging Markets ETF ins Depot holen um den originären MSCI World sinnvoll zu ergänzen und etwas breiter diversifiziert zu sein.


    Ansonsten klingt das für mich sehr ausgewogen und solide.

  • Bis 45 kann man für Schul- bzw. Studienzeiten Beiträge zur Rentenversicherung nachzahlen. Das kann in gewissen Konstellationen recht sinnvoll sein. Könnte man sich einmal unverbindlich darstellen lassen. Da kann es pro Nase schon gerne einmal um bis zu 15.000 Euro gehen, das will man dann vielleicht auch in der mittelfristigen Finanzplanung berücksichtigen.

  • Wir wollten auch Rücklagen für die Kinder schaffen.

    Hatten bei der DKB ein Konto für unsere kleine angelegt und monatlich einen Betrag darauf eingezahlt...

    Nach einem halben Jahr hatte ich dann den ETF mit dem "Kinder-Konto" verglichen.

    Alles entnommen und in den ETF gepackt...

    Sollten wir einmal Geld für die Kinder benötigen können wir ja auch Anteile verkaufen.

    Wobei wir wie oben bereits erwähnt bald (2 Jahre) wieder beide voll arbeiten gehen werden und in 4 Jahren das Haus abbezahlt sein wird.

    Mit der Streuung zu noch mehr ETF's wollte ich eigentlich warten, da bei der DKB mit jedem kauf die Gebühr von 1,50€ veranschlagt wird...

    Ein Bekannter von mir hat eine ähnliche Konstellation gewählt.

    Allerdings 2 Green-Energie ETF's und jeweils einen ETF für seine 2 Kinder...

    Somit zahlt er monatlich 6,-€... Ich hatte mich dann eher damit abgefunden einen ETF auszuwählen und sollten wir Geld für die Kinder benötigen eben dort etwas um zu schichten.

    Den MSCI-AllCountry würde ich eventuell dann in 5 Jahren mit einer zweiten 200,-€ Rate als zusätzlichen ETF mit aufnehmen.

    Oder lieber wenn das Haus abbezahlt ist den aktuellen ETF weiter aufstocken?

    Auch wieder Glaskugel gucken...


    Das Thema mit dem Rentenversicherung nachzahlen finde ich hoch interessant.

    Ich bin mit 21 in den Beruf gestartet (Studium neben der Arbeit abgewickelt) und meine Frau auch mit 21 (kein Studium).

    Auskunft erteilt mir da unsere liebe DRV oder?

    Vielleicht kann man da noch etwas aufstocken in Zukunft.

    Danke dafür!

  • Das Thema mit dem Rentenversicherung nachzahlen finde ich hoch interessant.

    Ich bin mit 21 in den Beruf gestartet (Studium neben der Arbeit abgewickelt) und meine Frau auch mit 21 (kein Studium).

    Auskunft erteilt mir da unsere liebe DRV oder?

    Vielleicht kann man da noch etwas aufstocken in Zukunft.

    Danke dafür!

    Ja, Auskunft erteilt die DRV. Erst müsste das Versicherungskonto geklärt werden, dann kann man Aussagen dazu treffen, ob diese Einzahlung rententechnisch Sinn ergibt oder nicht. Und die Beratung ist kostenlos und verpflichtet zu nichts.

  • Mit der Streuung zu noch mehr ETF's wollte ich eigentlich warten, da bei der DKB mit jedem kauf die Gebühr von 1,50€ veranschlagt wird...

    Moin,

    zunächst mal kann bei der DKB man den Rhythmus bei den Sparplänen ja auch anpassen. So kann man ja auch alle 2 Monate, Quartalsweise, Halbjährlich oder gar jährlich sparen.

    Wenn man die Ausführung des Sparplans auf '2 Monate' ändert, halbiert man schon mal die Kosten. ;)

    Und warum auch 2 ETF für die Kinder besparen!? Ein weltweiter ETF auf den MSCI ACWI oder den FTSE All World reicht vollkommen aus. Mehr Diversifikation braucht es nicht!

    Also Sparplan einfach auf einen weltweiten ETF umstellen und die bisherigen Anteile des MSCI World über die Jahre steuergünstig verkaufen und das Geld in den weltweiten ETF umschichten.


    Ansonsten einfach weiter machen. Sieht doch Alles ganz gut aus. :)

  • Das die BU im Fall der "Nicht-Nutzung" ausgezahlt wird ist ne Milchmädchen-Rechnung.

    Du kannst versuchen, wenn möglich, den Sparbeitrag der BU zu kündigen und in ETF anzulegen.

    Ich erlebe in der täglichen Praxis oft, dass es dem Kunden so verkauft wird.

    Meine Kunden erhalten immer(!) die BU losgelöst vom Sparbeitrag.

    Würde mich über die Meinung von Dr. Schlemann zu diesem Thema freuen.

  • Super Ansätze und vielen Dank für die Anregungen.

    DRV habe ich angeschrieben.

    Wenn es möglich wäre, dadurch das Renteneintrittsalter meiner Frau etwas zu verkürzen, wäre es uns das wahrscheinlich wert. (liegen aktuell ca. 1 1/2 Jahre auseinander und das würden wir natürlich gerne umgehen... Egal wie lange wir effektiv später arbeiten müssen)

    Mal schauen was wir als Antwort erhalten.

    Die Einzahlungen erscheinen mir aber nicht sehr rentabel und bis jetzt scheint aktuell ein ETF die "sicherste" Möglichkeit zu sein sich zumindest etwas anzusparen und auch ein Plus daraus zu machen.

    Bei Einzahlungen in die Rentenkasse sind uns auch noch zu viele Wahlen bis zum Eintritt und die Rendite im Vergleich zum eingesetzten Kapital ist wo anders wohl auch besser aufgehoben...

  • DreisbachR

    Nachzahlen für Schulzeiten - Sinnvoll? - rentenfuchs.info

    Kann durchaus Sinnvoll sein. um z.B. später bestimmte Mindestzeiten in der GRV zu erreichen (z.B. 35 oder 45 Jahre). Was man hat, dass hat man! Und es reicht ja aus, auch nur den Mindestbeitrag nachzuzahlen, damit die Zeit als Versicherungszeit zählt. ;)

    Ja, aber... (Deswegen Beratung.)


    Wer schon einmal in Österreich gearbeitet hat, kann oft sogar ab 15 nachzahlen, kostet aber richtig.

  • monstermania

    Genau diesen Beitrag habe ich mir durchgelesen.

    Finde das Thema hoch interessant und zwar genau für die Mindestzeiten.

    Mal schauen was unsere liebe DRV zu meiner Anfrage antwortet.

    Ich werde ein Update geben, wenn ich etwas neues zu dem Thema weiß.

    Referat Janders

    Die Kosten empfinde ich auch als nicht entsprechend. Zumindest um den maximalen Beitragssatz zu ersetzen.

    Die Rente meiner Frau wird auch nicht so hoch ausfallen wie meine, aber wir würden natürlich gerne verhindern, das meiner Frau später auch noch Abzüge drohen aufgrund von nicht erreichen der 35 oder 45 Jahrgrenzen...


    Es ist zumindest schon einmal interessant zu wissen das es so etwas überhaupt gibt.

    Ich kannte vorher auch nur die Regelung das man ab 50 Jahren in die Rentenkasse einzahlen kann um den Satz zu erhöhen.

    Davon sind wir allerdings noch einiges entfernt.

  • Schönen Guten Morgen,


    die Unterlagen der DRV sind nun eingegangen...


    Tatsächlich gibt es bei mir und meiner Frau Lücken...


    23.02. bis 01.06. in meinem Abi-Jahr... Dieses habe ich erst am 20.06. abgeschlossen...

    Ich denke da kann ich dann "einfach" mein Zeugnis einreichen.


    Bei meiner Frau ist es ähnlich

    02.09. bis 31.10 allerdings dort sogar über ein Jahr hinaus (14 Monate ab Ihrem 18. Geburtstag an)

    Und dann 2. Lücke nach dem Mutterschutz unserer Erstgeborenen.

    Bei Ihr würde ich dann auch Zeugnis (für die erste Lücke) und Geburtsurkunde + Arbeitgeberbescheinigung über den Elternzeitantrag einreichen.


    Dies dürfte ausreichend sein oder?

    Danke im voraus. Scheint sich bereits gelohnt zu haben ;-)

  • Ich denke da kann ich dann "einfach" mein Zeugnis einreichen.


    Bei Ihr würde ich dann auch Zeugnis (für die erste Lücke) und Geburtsurkunde + Arbeitgeberbescheinigung über den Elternzeitantrag einreichen.


    Dies dürfte ausreichend sein oder?

    Nicht ganz. Die Unterlagen zurecht legen und einen (telefonischen) Termin bei der DRV vereinbaren. Zu den Unterlagen (und auch darüber hinaus) wird die DRV noch ein paar Fragen haben. Die lassen sich aber in der Regel schnell klären.

  • Ich habe jetzt einen Termin mit einem Rentenberater (bei uns in der Firma gibt es so jemanden) der die Unterlagen mit mir durchgeht, beglaubigt und dann auch direkt an die DRV weiterleitet.

    Der Kollege arbeitet im Betriebsrat und betreut bei uns das Thema Renten, Altersteilzeiten und Renteneintritte.

    Er meinte folgende Unterlagen mitbringen:

    Zeugnisse aus der schulischen Laufbahn (bzw eben Abschlusszeugnisse), Geburtsurkunden, Versicherungsverlauf und Kopien der Personalausweise.


    Dann würde er die Formulare mit uns ausfüllen und an die DRV weiterleiten.

    Termin mit Ihm habe ich nächste Woche.

    Mal gucken was daraus wird.

    Erschreckend das solche Lücken bei der DRV vorhanden sind, obwohl man eigentlich ja alles "ganz normal" durchlaufen hat...