Ein oder zwei ETF

  • Liebe Community,

    ich habe eine Anfängerfrage - ich habe mit einem ETF-Sparplan (Scalable, Ishares) angefangen. Ich will auch noch einen größeren Betrag als Einmalzahlung anlegen. Gibt es gute Argumente dafür oder dagegen, den anderen Betrag dann bei einem anderen Anbieter (zB Xtrackers) anzulegen? Steuerliche Gründe? Diversifikation?

    Danke für Eure weisen Ratschläge!

    Herzliche Grüße,

    Sven

  • Hi,


    steuerliche Gründe sind mir nicht bekannt.


    Im Rahmen der Diversifikation würde es Sinn machen und ab einer gewissen Positionsgröße würde ich auch auf zwei oder drei Fondsgesellschaften setzen.

    Wenn die Historie etwas gezeigt hat, dann, dass Diversifikation das A und O ist.


    Möglicherweise macht es für dich aus organisatorischer Sicht auch Sinn, die Einmalzahlung in einen anderen ETF zu investieren als den Sparplan.


    Grüße

  • Zum ETF-Vergleich eignet sich https://de.extraetf.com/etf-search ganz gut.


    Manche ETF-Anbieter betreiben keine Wertpapierleihe, z.B. Deka. Auch spielt das Fonsvolumen eine Rolle, je größer das Volumen, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass der ETF aufgelöst wird.


    Bei dem Kostenvergleich sollte man auch auf die Tracking Difference achten, da eine niedrigere TER nicht automatisch bedeutet, dass der ETF bessere Rendite liefern wird.


    Aus steuerlicher Sicht sind ETFs aus Irland attraktiver: https://www.justetf.com/de/new…t-den-richtigen-etfs.html

  • Wenn Du den Sparplan erst vor kurzem angefangen hast, gibt es nicht viele Gründe, die Einmalanlage zu trennen. Es spricht aber auch nichts dagegen, falls Du Dich mit mehr Diversifikation wohler fühlst (auch wenn das Emittentenrisiko bei ETFs sehr gering ist).


    Manche Leute machen die Einmalanlage so, dass sie einfach die Sparrate des bestehenden Sparplan für z.B. 6 Monate erhöhen bis der gewünschte Betrag angelegt ist. Das kann je nach Preisgestaltung des Brokers kostengünstiger sein.


    Weitere mögliche Überlegung: Wenn Du als Sparplan einen thesaurierenden ETF besparst, könntest Du jetzt die Einmalanlage in einen ausschüttenden machen, um schon mal regelmäßig etwas vom Freibetrag zu nutzen.


    Welchen konkreten ETF hast Du denn als Sparplan?

  • Hallo Zwen, willkommen im Forum,

    sicherlich ist es sehr sinnvoll, einen von FT empfohlenen ETF zu ordern, hier sind die Chancen/Kosten in Ordnung und stehen unter ständiger Prüfung der Redaktion. Damit sind in den USA laufende Fonds schon einmal raus. Steuerlich ist die Menge der Fonds unerheblich. Bei ausschüttenden ist jährlich mit Steuern zu rechnen wenn dein Freistellungsauftrag überschritten wird. Ansonsten kommt der Hauptanteil erst bei Verkauf zum tragen. Wenn du dich damit intensiver befassen möchtest empfehle ich dir die verschiedenen Videos von Saidi zu diesen Thema, der "Erklärbär" kann es wirklich am Besten rüber bringen.

  • bei ETFs gibt es das Risiko, dass man den falschen nimmt. Z.B. gibt es Leveraged-ETFs, die nicht für langfristigen Vermögensaufbau gedacht sind, sondern sind nur für Intraday-Trading geeignet. Auch kann es vorkommen, dass man das Risiko falsch einschätzt (man kauft sich nur ein DAX-ETF und hat keine Anleihen im Portfolio, die die Volatilität gering halten).


    Um solche Fehler zu vermeiden sollte man genug Zeit ins Thema investieren. Oder man überlässt das ganze einem Robo-Advisor: https://www.finanztip.de/robo-advisor/

  • bei ETFs gibt es das Risiko, dass man den falschen nimmt.

    Soll es bei der Partnerwahl auch immer mal wieder geben... Oder auch bei der Jobwahl... Oder...

    Kann es evtl. sein, dass das ganze Leben voller Risiken steckt sich falsch zu entscheiden? :/

    Zumindest bei der ETF Wahl kann ich ja vorher mal fragen. :)


    Zwen

    Ja, es kann viele Gründe geben in den gleichen Index mit mehreren ETF zu investieren. Der häufigste Grund dürfte wohl die Unterscheidung zwischen ausschüttendem und thesaurierenden ETF sein.

    Es gibt viele, die zunächst in einen ausschüttenden ETF investieren und später, wenn Sie dann mit den Ausschüttungen in der nähe des Freibetrags kommen auf einen thesaurierenden ETF umstellen.

    Ein anderer Grund ist das FiFo-Prinzip. Es werden immer die ältesten Anteile zuerst verkauft. Da diese dann i.d.R. die meißten Gewinne gemacht haben, ist der Steuerbetrag hier dann höher. Wenn Du jetzt mehrere ETF im Portfolio hast, kannst Du zunächst die Anteile verkaufen, die am wenigsten Gewinne gemacht haben.

    Die Anteile mit der hohen Rendite hebt man sich dann für die Rente auf, wenn man dann evtl. einen sehr geringen Steuersatz hat. Evt. ja sogar unterhalb der Kapitalertragssteuer.

    Man gewinnt durch mehrere ETF einfach an Flexibilität.