Schwedische Einlagensicherung

  • Hallo Community


    laut meinem Kenntnisstand erfolgt im Falle der Pleite einer schwedischen Bank die Auszahlung der Entschädigungssumme in schwedischen Kronen, auch wenn das Konto in Deutschland und in Euro geführt wird. So schreibt beispielsweise Weltsparen:


    "Im Falle einer Auszahlung durch den Einlagensicherungsfonds erfolgt diese in schwedischen Kronen (SEK)"


    Das hieße im konkreten Fall: Hat jemand 50.000 Euro bei einer schwedischen Bank, geht irgendwann diese insolvent und beträgt der Wechselkurs am Tage der Insolvenz (der Einfachheit halber) 1 Euro = 10 SEK, so bekommt der Kunde von der schwenischen Riksgalden 500.000 SEK und niemand weiß genau, wie es dann weitergeht.


    Andererseits schreibt die Riksgalden auf https://www.riksgalden.se/en/o…/payment-of-compensation/

    folgendes:


    "If you have money in an account in the branch of a Swedish institution in another EU country, the compensation amount in the branch country applies and is paid out in that country’s local currency."


    Nach meinen bescheidenen Englischkenntnissen bedeutet das aber das Gegenteil, also im obigen Fall bekäme der Kunde 50.000 Euro (falls sich bis zum Tage der Auszahlung keine Änderungen des Wechselkurses ergeben).


    Gibt es einen Experten, der es ganau weiß? Mich beschäftigt dieses Thema seit Jahren.

  • Hmh, ich habe den Text eher so verstanden, dass die Niederlassungen außerhalb Schwedens der schwedischen Einlagensicherung unterliegen und im Falle der Inanspruchnahme der Einlagensicherung der entsprechende Betrag in der Währung des Landes, in dem sich die Niederlassung befindet, ausgezahlt wird. Würde sich auch mit den Infos decken, die ich im Netz gefunden habe (z. B. kritische Anleger.de )

    Also: Einlagensicherung nach den Statuten der schwedischen Einlagensicherung, in Rede stehender Betrag wird in € umgerechnet und auch ausgezahlt (bei dt. Anspruchsteller).

  • Danke, Alabama, noch einer, der es so liest wie ich. Vielleicht schreiben es die schwedischen Banken irgendwann mal genauer, weil es für mich schon wichtig ist, daß im Entschädigungsfall keine Bank dazwischenliegt, die durch den Währungsumtausch abzockt.

  • Moin,

    ausschlaggebend wird vermutlich die Antwort auf folgende Frage sein:

    Bekommt man über Weltsparen ein Konto bei einer Niederlassung innerhalb oder außerhalb Schwedens?


    Der von riksgalden.se zitierte Satz setzt ja voraus, dass man Kunde einer ausländischen Niederlassung ist.


    Ich habe eben mal bei Weltsparen nachgesehen (bin selber kein Kunde). Dort wird im Produktinformationsblatt bei verschiedenen Angeboten schwedischer Banken eine schwedische Adresse genannt. Folglich wird man, meiner Meinung nach, Kunde einer Niederlassung in Schweden werden und eine eventuelle Erstattung wird in SEK ausgezahlt bekommen.

    Weltsparen ist nach eigener Aussage auch nur ein Vermittler für u.a. "Tagesgelder und Festgelder aus ganz Europa" und spielt für die Erstattungswährung keine Rolle.


    Just my two cent. :)


    PS: Auf dem Informationsbogen für Einleger wird die jeweilige Erstattungswährung genannt.

  • FinanzPanda: Mit Sicherheit unterliegen Niederlassungen schwedischer Banken in D nicht der deutschen Einlagensicherung.

    Naja, Rabodirect als Ableger der niederländischen Rabobank hat damit geworben und es auch auf der Homepage angegeben gehabt, dass man durch die deutsche Einlagensicherung geschützt ist.


    Klar, in diesem Fall hat man kein Währungsrisiko, aber die Zuständigkeit der Einlagensicherung scheint sich nicht nur aus dem Kriterium "Tochtergesellschaft einer Bank im EU-Ausland" zu ergeben.

  • Jens Mayer

    Naja, Abzocke würde ich das nicht nennen wollen. Die Bank rechnet die Entschädigungssumme nach einem offiziellen Währungskurs um. Period. Common Business.

    Es ist entscheidend, ob die die Einlage haltende Bank eben eine deutsche Niederlassung hat.

    Ich befürchte, dass sich Deine Frage wirklich sicher nur durch eine gezielte Nachfrage bei Klarna beantworten lässt. Ohne zu wissen, in welchem Land sich die betroffene Bank befindet, ist es doch mehr ein Stochern im Nebel und führt im schlimmsten Fall zu einer schlechten Entscheidung durch falsche Deutung einer Information. Ungünstig.

    Daher: Nachfragen bringt Klarheit.

    Viele Grüße

    Alabama

  • aber die Zuständigkeit der Einlagensicherung scheint sich nicht nur aus dem Kriterium "Tochtergesellschaft einer Bank im EU-Ausland" zu ergeben.

    Nach meinem Kenntnisstand (natürlich ohne Gewähr):

    Die Bank muss einem Einlagensicherungssystem in dem Staat beitreten, in dem die Bank die Zulassung erhalten hat ("Herkunftsmitgliedstaat"). Die Erstattung erfolgt dann in der Währung, die in diesem Staat gesetzlich vorgegeben und in der Richtlinie 2014/49/EU erlaubt ist.

    Ein deutsches Einlagensicherungssystem wird z.B. immer in Euro entschädigen, auch wenn das Konto einer anderen Währung geführt wird.

  • Ich finde es schade, daß das Thema eingeschlafen ist und die Frage nach wie vor offen ist. Ich will es noch mal an einem Beispiel umschreiben: Jemand hat 50.000 Euro bei einer schwedischen Bank und bekommt nach deren Pleite 500.000 SEK (hypothetischer Kurs 1 Euro = 10 SEK) von der Riksgalden. Wie transferiert diese das Geld, die wenigsten haben ein Konto in SEK? Wie tausche ich diese 500.000 in Euro um? Bei der Reisebank am Flughafen bekäme ich dafür wohl nicht einmal 45.000 Euro.

  • Ich finde es schade, daß das Thema eingeschlafen ist und die Frage nach wie vor offen ist. Ich will es noch mal an einem Beispiel umschreiben: Jemand hat 50.000 Euro bei einer schwedischen Bank und bekommt nach deren Pleite 500.000 SEK (hypothetischer Kurs 1 Euro = 10 SEK) von der Riksgalden. Wie transferiert diese das Geld, die wenigsten haben ein Konto in SEK? Wie tausche ich diese 500.000 in Euro um? Bei der Reisebank am Flughafen bekäme ich dafür wohl nicht einmal 45.000 Euro.

    Die Riksgälden wird dir ja kaum Bargeld schicken, sondern um eine Kontoverbindung fragen.

    Und da es ist sehr einfach: Wenn du SEK überwiesen bekommst, tauscht die Empfängerbank das automatisch in deine Kontowährung um. Üblicherweise sind die Kosten für den Empfang nicht besonders hoch und der Wechselkurs ist in der Regel der Devisenankaufkurs. Genaueres steht im Preisverzeichnis deiner Bank.

    Aber Achtung, manche Banken (z.B. Norisbank) erlauben keine eingehenden Überweisungen in Fremdwährung.

  • lieberjott : Danke für die Erläuterung. Mein Girokonto ist bei der DKB. Kannst Du sagen, wie viel ich konkret in Euro bekommen würde, wenn mir die Riksgälden 500.000 SEK wegen meiner ursprünglich 50.000 Euro bei der schwedischen Bank überweist? Der Wechselkurs sollte hypothetisch stets 1 Euro = 10 SEK betragen.

  • Ok, da steht, daß rund 50 Euro Entgelt anfällt. Weiterhin steht auf Seite 9, Punkt 3 "Konvertierung von Währung" folgendes: "Abrechnung von Zahlungen in fremder Währung: Zahlungseingänge zum Briefkurs am Ausführungstag". Was genau bedeutet das?

  • "Abrechnung von Zahlungen in fremder Währung: Zahlungseingänge zum Briefkurs am Ausführungstag". Was genau bedeutet das?

    Es gibt bei den Devisen wie bei den Aktien / ETF einen Geld- und einen Briefkurs, die um den fairen Preis herum liegen, wodurch Du beim Kauf zu viel zahlst und beim Verkauf zu wenig erhältst. Realtime z.B. hier https://www.finanzen.net/devis…hwedische_krone-euro-kurs

  • Hallo zusammen,


    mich beschäftigt das Thema ebenfalls.

    Wie würde man im Falle einer Insolvenz einer schwedischen Bank als Deutscher Anleger sein Geld zurück erhalten.

    Annahme: Das Geld wird z.B. über Weltsparen bei einer schwedischen Bank angelegt.

    Währung: Euro

    Einlagensicherung: Schwedischen Kronen.


    Da Schweden ein hervorragendes Länderrating hat, würde ich mir keine Sorgen machen, dass ich das Geld im Falle einer Bankenpleite nicht erhalten würde, bzw. der Staat im schlimmsten Fall selber einspringen würde.


    Wie verhält es sich nun aber mit dem Währungsrisiko?


    Auf nt-v habe ich einen Beitrag gefunden.

    https://www.n-tv.de/ratgeber/Ein-Prozent-Zinsen-aufs-Tagesgeld-moeglich-article20244204.html

    Im Kapitel "Boni, Steuern und Währungsrisiken"

    Abschnitt "Schlaflose Nächte sollte deshalb trotzdem niemand haben"

    wird beschrieben, dass nur ein Währungsnachteil entstehen würde, wenn sich der Wechselkurs innerhalb der Auszahlungszeit (7 - 20 Tage) um mindestens 50% verschlechtert.


    Warum hat man erst einen Nachteil wenn sich der Wechselkurs erst um min. 50% verschlechtert und nicht schon bei z.B. 10%.

    Ich verstehe es irgendwie nicht.


    Grüße


  • Die Einlagensicherung ist in Schweden 1.050.000 Schwedische Kronen.

    Wenn du das auf dein Euro-Konto bekommst, bekommst du es in Euro zum aktuellen Umrechnungskurs. Wenn der Kurs 1:1 ist, hast du 1 Mio Euro, wenn der Kurs 1:10 ist, sind es 100.000 Euro.

    Das Wechselkursrisiko besteht immer, auch im Zeitraum zwischen Festgeldanlage und Fälligkeit.

  • Im Beispiel bei n-tv werden 50.000 Euro angelegt. Die 1.050.000 Kronen entsprechen ungefähr 100.000 Euro, damit hat sich n-tv 50% "Luft" für Kursschwankungen gegeben.

    Das Beispiel von n-tv finde ich persönlich nicht ganz stimmig.

  • Wenn Du Dein Geld auf diese Weise anlegst, dann sind nicht mögliche Währungsverluste, die zwischen Auszahlung der Einlagensicherung in Schweden und Eintreffen des Geldes auf Deinem Konto in Deutschland entstehen, Dein Problem.


    Dein Problem ist, dass Du nach Inflation eine Negativrendite erzielst.


    Du musst gar nicht auf die Bankenpleite warten. Du verlierst schon jetzt jeden Tag Geld.