Honorareinkünfte/Minijob

  • An JD,

    Ich bin Rentner und könnte als Arzt auf Honorarbasis dazuverdienen. Ich könnte den Arbeitseinsatz so steuern, dass ich monatlich nicht mehr als 450,-€ Honorar erhalte und nicht mehr als 70 Tage im Jahr arbeite. Ich habe natürlich kein Interesse daran, auf die spärlichen Honorareinkünfte Steuern oder Sozialabgaben zu leisten.

    Mir ist klar, dass dies bei einem "Minijob" so ist. Die Frage ist nun, ob "Honorareinnahmen" mit einem Minijob vereinbaren sind, oder ob etwa die Minijobregelung nicht für Einnahmen auf Honorarbasis gilt. Minijobs müssen ja irgendwo gemeldet werden, es gibt einen Arbeitsvertrag, der Arbeitgeber zahlt einen Beitrag in die Rentenkasse und führt -so glaube ich - 2% Steuern ab. All dies möchte mein Arbeitgeber sich sparen.

    Bestenfalls würde ich meine Honorartätigkeit gar nicht gegenüber dem Finanzamt oder sonstwo anmelden müssen.

  • Der Auftraggeber/Arbeitgeber hat doch sicher jemanden, der/die die Löhne macht, das wäre die Stelle, die gefordert wäre.


    Unter der Maßgabe einer abhängigen Beschäftigung gilt:


    Bei weniger als 70 Arbeitstagen pro Jahr spielt der Verdienst keine Rolle, es liegt eine kurzfristige Beschäftigung vor. Berufsmäßigkeit liegt nicht vor, da Rentner. Abgaben fallen für den AN nicht an, der AG versteuert das Einkommen pauschal mit 25%. Meldungen macht der Arbeitgeber.

  • Ergänzung:


    Wenn tatsächlich nicht mehr als 450 Euro pro Monat:


    Das wäre ein klassischer Minijob, somit zahlt der AG grob 30% Abgaben (ggf. minus 13% pauschaler KV-Beitrag, wenn AN kein Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ist). Die 2%-Pauschalsteuern kann der AG auf den AN abwälzen.

    Um den Rest der Abgaben kommt der AG nur herum, wenn es keine abhängige Beschäftigung, sondern eine selbständige Tätigkeit wäre.

  • ... All dies möchte mein Arbeitgeber sich sparen.

    Bestenfalls würde ich meine Honorartätigkeit gar nicht gegenüber dem Finanzamt oder sonstwo anmelden müssen.

    Moin Doc,


    also... ohne Steuern und Sozialabgaben und ohne Aufwand für den Arbeit-/Auftraggeber funktioniert das mMn nur bei Schwarzarbeit ;-)


    Wenn du die Honorare berechnest und sie als Freiberufler vereinnahmst, kommt es wohl auf die "Gesamtsituation" an, also auf die Höhe aller Einkünfte und die Form/en der Versicherung/en (insbes. KV). Als (künftiger) Freiberufler müsstest du einfach mal bei deinem FA anrufen und dir eine Steuernummer verpassen lassen... Allerdings wäre wohl mindestens auch der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung erforderlich...


    Weshalb reden wir eigentlich von roundabout 450 Euronen? Ist dein Auftraggeber ein "Sparbrötchen"?