Versicherungsberater Tarifwechsel PKV

  • Ich habe vor ein paar Jahren Minerva mit der Prüfung meines Krankenkassentarifs beauftragt. Hierzu habe ich, nach der ersten Kontaktaufnahme, nur eine Kopie des Versicherungsscheins übersendet. Nach kurzer Zeit habe ich das Ergebnis der Prüfung bekommen. Weil keine Einsparungspotenziale gefunden wurden, ich bin Jahreszahler und habe damit zufällig jede Möglichkeit zur Einsparung schon genutzt, kann ich über die weiteren Schritte leider nichts sagen.

  • Einen Tarifwechsel kann man auch gut selbst machen. Es gibt dazu sogar Musterbriefe.

    Man kann es selber machen. Wegen der möglichen Folgen eines Wechsels habe ich den Weg gewählt, Minerva zu beauftragen und deren Ergebnis in meine Überlegung einzubeziehen. Das sollte mir die Sicherheit geben, da ich kein Experte in Sachen private Krankenversicherung bin.


    Ich persönlich würde wieder so vorgehen.

  • Ich habe vor ein paar Jahren Minerva mit der Prüfung meines Krankenkassentarifs beauftragt. Hierzu habe ich, nach der ersten Kontaktaufnahme, nur eine Kopie des Versicherungsscheins übersendet. Nach kurzer Zeit habe ich das Ergebnis der Prüfung bekommen. Weil keine Einsparungspotenziale gefunden wurden, ich bin Jahreszahler und habe damit zufällig jede Möglichkeit zur Einsparung schon genutzt, kann ich über die weiteren Schritte leider nichts sagen.

    Minerva verdient nur Geld an dir, wenn eine Ersparnis möglich ist. Bei dieser Konstellation hätte ich mehr Angst, dass es denen um eine möglichst hohe Entlastung geht, damit deren Vergütung höher ist, als der wirklich wichtige Leistungsvergleich.


    Hat nicht sogar Mehmet Göker dieses Geschäft für sich entdeckt

  • Minerva verdient nur Geld an dir, wenn eine Ersparnis möglich ist.

    Vollkommen richtig.

    Bei dieser Konstellation hätte ich mehr Angst, dass es denen um eine möglichst hohe Entlastung geht, damit deren Vergütung höher ist, als der wirklich wichtige Leistungsvergleich.

    Das kann man natürlich so sehen. Weil Minerva vereinbarungsgemäß zuerst das Ergebnis vorlegen muss (ggf. eine Empfehlung ausspricht) und mir dann die Entscheidung überlässt, war das Risiko für mich überschaubar.

    Um mich von meiner Versicherung beraten zu lassen war ich wahrscheinlich zu mißtrauisch. ;)

  • Referat Janders hat völlig Recht, der Tarifwechsel innerhalb einer PKV ist eine sensible Kiste. Es gibt viel zu viele (Alt-)Tarife (Bisex und Unisex), um das auf eigene Faust ohne professionelle Tools und fachkundige Interpretation zu überblicken.


    Bei "einsparungsmotivierten" Beratern wäre ich vorsichtig, da die Vergütung primär die Verbilligung eines Tarifs incentiviert. Beim Thema Krankenversicherung geht es aber um einen langfristigen Gesundheitsschutz mit zu Ihren Anforderungen passenden Leistungen.


    Wir beraten zu diesem Thema nicht selbst sondern empfehlen einen unabhängigen Versicherungsberater, der fair nach Zeit abrechnet. Wer daran Interesse hat, kann mich gerne anschreiben, dann stelle ich den Kontakt her.


    Und nein, anders als bei einem früheren, inzwischen mehrfach gesperrten Forenmitglied, das unter verschiedenen Namen auftrat, ist das keine verkappte Eigenwerbung :).

    Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung GmbH & Co. KG - Spezialisten für Private Krankenversicherung, Berufsunfähigkeit, Altersvorsorge, Geldanlage. Angaben gem. § 11 VersVermV, § 12 FinVermV: schlemann.com/erstinformationen. Beiträge in der Finanztip Community erstelle ich mit größtmöglicher Sorgfalt, jedoch ohne Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Informationen, deren Nutzung auf eigene Gefahr erfolgt.

  • Konkret zu diesen genannten kann ich keine Einschätzung geben.


    Aus meiner Erfahrung die wichtigsten grundsätzlichen Punkte, die zu beachten sind.


    a) Gesundheitszustand

    hat sich was verändert? Werden bei Wechsel Zuschläge oder Ausschlüsse für 'neu aufgetretene' Krankheiten fällig? Des öfteren wird sogar bei einem Wechsel des Selbstbehaltes schon eine Gesundheitsprüfung gefordert.


    b) Mehrleistungen / Verschlechterungen in den Leistungen (Mehrleistungsauschluss)

    Oft bekommt man Mehrleistungen im neuen Tarif nicht, nimmt aber die Verschlechterungen bei Leistungen voll mit. Hier muss man genau vergleichen.

    Aber vorsicht: allein die Aussage "bisher haben Sie Heilmittel zu 90% erstattet bekommen, im neuen Tarif bekommen sie ebenfalls 90%" reicht nicht, denn da kommt der nächste Punkt ins Spiel.


    c) Gültigkeit der AVB (alt/neu)

    Wichtigster Punkt aus meiner Sicht, da dieser bei Tarifwechselberatern oft vernachlässigt wird, dies aber große Auswirkungen hat.

    Ein Wechsel kann Vorteilhaft sein, bspw. wenn nach neuen AVB ein größerer (vor allem offener) Hilfsmittelkatalog versichert ist oder Leistungen wie eine Haushaltshilfe, die es vorher nicht gab, nun mit dabei ist.


    Das funktioniert aber auch in die andere Richtung, bspw. wenn im alten Tarif keine Heilmittelpreise (Physiotherapie) festgelegt waren und somit häufig bis zur Wuchergrenze

    abgerechnet werden kann, im neuen Tarif aber eine Liste mit definierten Höchstpreisen existiert.

    Wird schwierig dem liebgewonnenen Physio des Vertrauens zu erklären, dass er nach Jahren der Behandlung nicht mehr 35, sondern nur noch 20 Euro für die Krankengymnastik berechnen darf.


    Solche Listen gibt es oft auch bei den Materialien im Zahnbereich und da kann es schnell mal mehrere hundert Euro ausmachen, ob man einen alten Tarif hat oder einen neuen mit Preisliste.


    Hierzu stellen die PKVen in der Regel auch keine detaillierten (oder nur sehr spärliche) Auskünfte zur Verfügung. Hab noch nie eine konkrete und vor allem vollständige Gegenüberstellung dazu gesehen, das muss man sich idR selber aus den AVB rausziehen.


    d) Alterungsrückstellungen

    Bei einem Unternehmenswechsel werden die Alterungsrückstellungen idR nicht in voller Höhe übertragen (Stichwort 'Übertragungswert').



    Auch "Wechselberater" sind Fehleranfällig und haben mal die ein oder andere Konsequenz nicht auf dem Schirm. Daher schadet es wie bei der Geldanlage nicht, sich auch hier entsprechend selbst schlau zu machen und sich die Zeit zu nehmen, um möglichst genau zu verstehen was für Auswirkungen das ganze haben kann.




    *Zusatz

    e) Tarifstruktur im Unternehmen

    Hierzu bekommt man ohne Insider keine Informationen. Aber einige Berater haben manchmal doch den ein oder anderen Einblick in das Unternehmen.

    Mal ein hypothetisches Beispiel hierzu:

    Ein alter, schon länger geschlossener Bestandstarif bekommt eine heftige Beitragsanpassung und ein großer Teil der Kunden darin möchte in einen anderen Tarif wechseln.

    Nun hatten diese Kunden zwei Optionen angeboten bekommen: Tarifoption 1, der billige. Deutlich reduzierte Leistungen für deutlich weniger Beitrag, 20% Einsparung. Tarifoption 2, die Mittelklasse. Ordentliche Leistungen für einen mittleren Preis, 10% Einsparung.

    Da der Ausgangstarif schon länger geschlossen ist, sind viele Versicherte darin somit älter und statistisch auch kränker und verursachen daher höhere Kosten. Wenn die Wechselwilligen nun zum Großteil in Tarif 1 wechseln, wird das diesen neuen Tarif überdurchschnittlich stark belasten und dort in den Folgejahren für mehr und mehr Beitragsanpassungen sorgen. Das heutige Beitragniveau ist schon nächstes Jahr Geschichte, die Differenz zur Option2 wird Jahr für Jahr immer geringer und in 5-10 Jahren steht man vor dem selben Problem wie heute.

    Wenn ich also bspw. über meinen Vertreter herausbekomme, dass letztes Jahr so etwas stattgefunden hat, würde ich diesen Tarif wohl meiden. Aber wie gesagt schwierig, an solche interna zu kommen.

  • jokk3l , da stecken viele richtige Infos drin. Aber bitte nicht die alte (falsche) Mär von der Vergreisung geschlossener Tarife aufwärmen :). Und wichtig: Tarif und Kollektiv sind zwei paar Stiefel.

    Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung GmbH & Co. KG - Spezialisten für Private Krankenversicherung, Berufsunfähigkeit, Altersvorsorge, Geldanlage. Angaben gem. § 11 VersVermV, § 12 FinVermV: schlemann.com/erstinformationen. Beiträge in der Finanztip Community erstelle ich mit größtmöglicher Sorgfalt, jedoch ohne Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Informationen, deren Nutzung auf eigene Gefahr erfolgt.

  • Referat Janders hat völlig Recht, der Tarifwechsel innerhalb einer PKV ist eine sensible Kiste. Es gibt viel zu viele (Alt-)Tarife (Bisex und Unisex), um das auf eigene Faust ohne professionelle Tools und fachkundige Interpretation zu überblicken.


    Bei "einsparungsmotivierten" Beratern wäre ich vorsichtig, da die Vergütung primär die Verbilligung eines Tarifs incentiviert. Beim Thema Krankenversicherung geht es aber um einen langfristigen Gesundheitsschutz mit zu Ihren Anforderungen passenden Leistungen.

    Danke, das war der Gedanke, den ich im Sinn hatte, der es aber nicht gänzlich oder zumindest nicht in der gewünschten Klarheit in die Tastatur geschafft hat. :thumbup:

  • jokk3l , da stecken viele richtige Infos drin. Aber bitte nicht die alte (falsche) Mär von der Vergreisung geschlossener Tarife aufwärmen :).


    War missverständlich formuliert.

    Alter allein ist natürlich gut vom Versicherer berechenbar. Zudem wirken verbleibende Rückstellungen von langjährigen "Ehemaligen" stabilisierend. Problematisch kann aber die sinkende Homogenität der Risiken werden, wenn Leute mit geringen Risiken früh(er) wechseln. Darum wurde ja die Möglichkeit eines Wechsels mit Mehrleistungsausschluss eingeführt, um das ganze etwas zu entschärfen.


    Zudem bleibt das Risiko, das sich am ehesten mit der Diversifikation von Kapitalanlagen analogisieren lässt. Je weniger Versicherte in einem Tarif sind, desto gravierender sind die Ausschläge. Ist die Gruppe größer, wird durch die Masse geglättet und der Tarif ist tendenziell stabiler.


    Aber das ist ohnehin durch fehlenden Einblick vom Kunden schwer einzuschätzen und damit für den Entscheidungsprozess nicht von übermäßiger Relevanz. Daher hatte ich es auch nur als Nachschub erwähnt.


    Sehr schön finde ich Ihren Satz "Beim Thema Krankenversicherung geht es aber um einen langfristigen Gesundheitsschutz mit zu Ihren Anforderungen passenden Leistungen."


    Ich glaube, bei Ihnen (oder generell einem Honorarberater) wäre Herr Johann gut aufgehoben. Für mich klingen Ihre Aussagen definitiv deutlich besser und umfassender, als das, was bei den genannten Wechselagenten zu lesen ist. :thumbup:

  • jokk3l , danke, dass Sie meinen Verbesserungsvorschlag so konstruktiv aufnehmen! Nach dem was Sie alles sehr richtig schreiben sind Sie vermutlich auch vom Fach? :)


    "Entmischung" wäre vielleicht das richtige Schlagwort, um den Effekt zu beschreiben, dass sich Risiken bei einem kleineren Kollektiv im Guten wie im Schlechten stärker auswirken. Kollektive werden aber häufig tarifübergreifend kalkuliert bzw. legen ggf. auch größere "Stütztarife" zu Grunde, wenn die Anzahl der Versicherten sonst zu klein wäre. Daher finde ich es auch sehr schwierig, zur künftigen Entwicklung geschlossener Tarife treffende Aussagen zu machen. Ich bin selbst z.B. in einem seit längerer Zeit geschlossenen Tarif versichert und die Beiträge entwickeln sich weiterhin sehr moderat. Hier 43 Seiten Material für alle, die noch tiefer einsteigen möchten: Fachgrundsatz Selektionswirkung in der PKV - a k t u a r . d e. :)

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  • Ich habe mit Minerva eine sehr empfehlenswerte Erfahrung gemacht:

    Faire Bedingungen, überzeugendes Ergebnis.

    Nach jahrelangem stumpfen Einzahlen, wurde die Prämie mehr als halbiert.

    Selbst unter Berücksichtigung der SB, bleiben über 1000 Euro im Jahr über.

    Merke: Gleiche PKV, anderer Tarif.


    Grüße vom Milkyw

  • Hallo Milkyw , das klingt ja sehr positiv. Darf ich fragen, vom welchem bisherigen Tarif Sie in welchen neuen Tarif gewechselt sind?

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