Sparda Bank SW Kündigung Girokonto trotz aktueller Baufinanzierung

  • Wie alle anderen habe auch ich als Kunde der Sparda Bank mehrfach energische Aufforderungen erhalten, den Kontoführungsgebühren zuzustimmen.

    Sollte dies nicht bis zum X. X. 2021 geschehen, könne man mir mein Girokonto gegebenenfalls kündigen. Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass eine (Bau-)Finanzierung nur im Verbindung mit einem Girokonto möglich ist.

    Hier sah ich den Jackpot und rief die Sparda Bank an. Nach 20Minuten in der Warteschleife fragte ich die nette Dame, was passieren würde, wenn ich nicht zustimmen würde. Man wolle mir kündigen. Hierauf sagte ich dann, dass man mir die Baufinanzierung (ca.200.000€) dann wohl gleich mitkündigen würde. Antwort: Ja, das würde mich dann aber viel Geld kosten, weil ich dann Vorfälligkeitsentschädigung zahlen müsse. :P

    Ich zu der Dame: Ja Moment mal. Sie kündigen doch mir. Nicht ich Ihnen!

    Die Dame: Ja, aber ich würde den Gebühren ja nicht zustimmen.

    Ich: Moment mal. SIE wollen doch kündigen, nicht ich! Wissen Sie was? Ich glaube, Sie müssen MIR ganz viel Geld zahlen, wenn Sie kündigen!

    -Stille-

    Ich: Also was jetzt? Lassen Sie mich jetzt freiwillig aus den Krediten raus? Können wir gleich hier am Telefon klären. Ich suche mir ruck zuck eine andere Bank. Deal?

    Es ist wohl nicht verwunderlich, dass mich die Dame dann doch nicht hat ziehen lassen. Auf 400€ Zinsen monatlich wollte man dann doch nicht verzichten.


    Schade.


    Meine Frage:

    Kann die Sparda mich kündigen und die Kredite davon unberührt lassen?

    So, wie man um das Thema seitens der Sparda rumeiert, wohl eher nicht. Oder?

  • DarkSoul: das Risiko würde ich nicht drauf ankommen lassen!

    ich habe dasselbe Problem, und keine Lösung.

    Wenn ich das alte Darlehen kündigen und derzeit mit 0.65 % Zins neu aufnehmen könnte, wäre ich sehr glücklich. Ich bezahle jetzt nur für das Darlehen zusätzlich eine monatliche Girokonto-Gebühr!

    @ finanztip-Spezialisten. Wie sieht das rechtlich aus?...

  • Da es sich bei diesen Baufinanzierungen mit Girokonto um unzulässige Koppelgeschäfte handelt kann ich mir sehr gut vorstellen dass die am Ende des Tages sagen ja gut, wir kündigen das Girokonto, bitte nennen Sie uns ein neues Konto von dem wir die Raten abbuchen können.

  • Das hier findet man auf der Seite der Sparda SW:

    "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir unser Vertragsverhältnis nur auf Grundlage der neuen Bedingungen fortführen können. Sofern Sie diese nicht akzeptieren, ist eine Kündigung des Girokontos notwendig. Diese ist selbstverständlich jederzeit und kostenfrei möglich. Bitte beachten Sie jedoch, dass für die Abwicklung einer Finanzierung ein Girokonto bzw. ein SpardaVerrechnungskonto in unserem Haus notwendig ist."


    Quelle:

    https://www.sparda-sw.de/neue_wege/gemeinsame_zukunft.html




  • Die Sparda BaWü hatte 2012/13 auch den Hauskredit an das Girokonto gekoppelt und den Kredit (mit zugegebenermaßen sehr guten Konditionen) gab es nur mit dem Gehaltskonto bei der Sparda.
    Irgendwann haben sie das geändert und man konnte jedes beliebige Konto nennen, von dem die Raten abgebucht werden sollten.

    Bei den(?) Sparda-Banken gab es doch das Problem, dass in den Kreditverträgen zwar der Hinweis auf die Kombination von Konto und Kredit stand, nicht aber der Hinweis auf die Kosten des Kontos:
    https://www.gansel-rechtsanwae…en-in-darlehensvertraegen

    Das würde doch im hier vorliegenden Fall auch zum Tragen kommen. Im Kreditvertrag von vor X Jahren steht natürlich nichts von den Kontoführungsgebühren, die heute eingeführt werden. Damit wird der Kredit entgegen des Vertrags teurer...

  • Laut der von andiii_98 genannten Gansel-Seite müsste HAHNINGER eventuell gar abwarten, bis ihm die Bank kündigt (wenn sie es denn tut), sondern könnte wegen Formfehlern bei der vertraglichen Ausgestaltung dieser Koppelung vielleicht ohnehin jederzeit widerrufen.


    Die Bank wird das Darlehen von sich aus sinnvollerweise nur kündigen, wenn es ihr einen wirtschaftlichen Vorteil bringt und praktisch durchführbar ist. Bei den meisten laufenden Verträgen dürfte die Bank mehr Zinsen bekommen als heute bei Neuabschlüssen. Selbst wenn jemand einen Kredit mit günstigeren Zinsen als heute hätte, wäre eine Kündigung für die Bank in vielen Fällen nicht sinnvoll. Die Refinanzierungskosten sind so günstig und die Sparda wird ohnehin in Kundeneinlagen schwimmen, so dass nahezu jeder laufende Kredit einen positiven Kostendeckungsbeitrag liefern wird.

  • Würde das bedeuten, daß ich wegen Formfehler mein Darlehen kündigen könnte und hoffentlich wieder bei der Sparda Bw ein Günstigeres mit ca.einem Drittel der alten Zinsen, also 0.6 %, umschulden könnte ohne Vorfälligkeitsgebühren?!! Das wäre ja genial.. Geht das auch wenn ich den Giro Gebühren zugestimmt habe :-( ?

  • Zitat von der o.g. Webseite: "Die beschriebenen Fehler können Sie sich zunutze machen, wenn Sie vorhaben, Ihren Kredit vorzeitig abzulösen – etwa, weil Sie auf einen günstigeren Kredit umschulden möchten. Denn über den Widerruf kommen Sie vorzeitig aus Ihrem Vertrag raus, ohne eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen zu müssen. Dies gilt für Verträge, die zwischen dem 11. Juni 2010 und dem 20. März 2016 abgeschlossen worden sind. Auch wenn Sie die Vorfälligkeitsentschädigung bereits gezahlt haben, können wir diese über den Widerruf ggf. zurückholen." Also wenn das alles so durchgeht, dann geht es so durch. ;-)


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Zustimmung zu den Gebühren etwas an der Widerrufsmöglichkeit ändert. Selbst bei einer bereits gezahlte Vorfälligkeitsentschädigung kann man im Prinzip noch widerrufen. Du musst aber mit dem Einwand der Bank rechnen, dass Du wegen dieser oder jener Gestaltung des Vertrages das Widerrufsrecht verwirkt hättest. Zumindest im Bereich der Lebensversicherungen wird das immer wieder versucht,

  • Würde das bedeuten, daß ich wegen Formfehler mein Darlehen kündigen könnte und hoffentlich wieder bei der Sparda Bw ein Günstigeres mit ca.einem Drittel der alten Zinsen, also 0.6 %, umschulden könnte ohne Vorfälligkeitsgebühren?!! Das wäre ja genial.. Geht das auch wenn ich den Giro Gebühren zugestimmt habe :-( ?

    Ich behaupte mal dass die Sparda das nach diesem Vorgehen nicht machen wird, also Dir eine neue, deutlich günstigere Finanzierung geben. Bei einer anderen Bank ist das aber schon eher wahrscheinlich.

  • Erst mal ganz herzlichen Dank, Münchner und Pantoffelheld!!!

    Ich hab anfang November einen Termin mit der Sparda...mal sehen was mir der Bearbeiter sagt. Ich nehme auch an, daß ich mir für eine günstigeres Darlehen im Fall der Kündigung eine andere Bank suchen müßte... braucht wieder Zeit und Energie.. bin da nicht die Spezialistin.. Zur Zeit habe ich auch 10'000€/J Sondertilgungsrecht, hoffe, das würde ich auch im neuen Darlehen behalten können..muß also abwägen..

    Sobald ich mehr weiß, melde ich mich. und bin gespannt, welche Erfahrungen die anderen machen.

  • risibisi
    Du kannst auf jeden Fall bei dieser Rechtsanwaltskanzlei eine kostenlose, unverbindliche Prüfung deiner Situation beauftragen.

    Pantoffelheld
    Man sollte annehmen, dass die Sparda-Banken aus den Diskussionen um die unsaubere/fehlende Darstellung der Kontoführungsgebühren im Kreditvertrag gelernt haben (und den Kredit nicht kündigen). Wenn sie den Kredit von HAHNINGER doch kündigen sollte, wird er sich um die Vorfälligkeitsentschädigung streiten müssen.

  • Man sollte annehmen, dass (...) Banken (...) gelernt haben (und entsprechend handeln oder unterlassen).

    Das habe ich inzwischen anders erfahren: 1. Sind Banken und Versicherungen nicht immer so lernfähig, wie man annehmen sollte. 2. Wird, auch wenn die Erkenntnis dort angekommen ist, sie nicht immer umgesetzt. Im Zweifelsfall riskiert man, verklagt zu werden und muss in dem Einzelfall eben zahlen. Aber in den anderen Fällen eben nicht.


  • Pantoffelheld
    Man sollte annehmen, dass die Sparda-Banken aus den Diskussionen um die unsaubere/fehlende Darstellung der Kontoführungsgebühren im Kreditvertrag gelernt haben (und den Kredit nicht kündigen). Wenn sie den Kredit von HAHNINGER doch kündigen sollte, wird er sich um die Vorfälligkeitsentschädigung streiten müssen.

    Wir reden von der Sparda... Die auch Jahre nach dem entsprechenden Urteil noch die Kosten der Immobilienbewertung dem Darlehensnehmer auferlegt und auch das Urteil zu den Kontoführungsgebühren nutzt, um die gleich nochmal zu erhöhen...

    Ich hoffe, der Laden geht irgendwann pleite.