Versicherung mit oder ohne Selbstbeteiligung - pro und contra?

  • Wie handhabt ihr es, ob ihr eine Versicherung mit oder ohne Selbstbeteiligung wählt? Natürlich fällt, wenn man eine Versicherung mit Selbstbeteiligung gewählt hat, im Versicherungsfall die Selbstbeteiligung an. Auf der anderen Seite ist der Tarif mit Selbstbeteiligung günstiger.


    Gibt es hier sonst noch etwas zu berücksichtigen? Wie waren eure Erfahrungen bisher beim Thema Selbstbeteiligung?

  • Ich mache es ähnlich wie chris2702, wobei ich bei der Vollkasko 500 € SB habe.

    Generell muss sich die SB beim Preis in angemessenem Umfang bemerkbar machen. Wegen 2 € Ersparnis im Jahr eine SB von mehreren hundert € vereinbaren, ist für mich nicht sinnvoll.

  • Hallo,


    die Vorschreiber haben die meisten Punkte schon aufgeführt. Ich möchte noch ergänzen, die Selbstdisziplinierung. Beim Tarif ohne SB kann ich natürlich einen Schaden von 50 oder 100 Euro bei der Versicherung einreichen. Wenn er begründet ist, wird sie auch bezahlen. Aber ich habe mir garantiert einen Minuspunkt erarbeitet. Denn ob die Schadenhöhe nun 50 oder 500 Euro ist, die internen Schadenbearbeitungskosten beim Versicherer sind gleich. Also ist der Kleinschaden für ihn ein schlechtes Geschäft. Je nach Geschäftspolitik des Versicherers kann ich nach dem ersten oder dritten Kleinschaden im Jahr mit der Kündigung rechnen. Was habe ich für 50 oder 100 Euro Erstattung gekonnt? Davor bewahrt mich der Selbstbehalt.


    Generell muss sich die SB beim Preis in angemessenem Umfang bemerkbar machen. Wegen 2 € Ersparnis im Jahr eine SB von mehreren hundert € vereinbaren, ist für mich nicht sinnvoll.


    Es ist richtig, die Ersparnis beim SB ist gering. Es liegt aber auch daran, dass der Schadenbedarf nur in Größenordnung 50% der Nettoprämie ausmacht. Da kommt bei 100 oder 200 Euro SB keine wesentliche Prämienersparnis heraus.


    Gruß Pumphut

  • Die Antwort hängt etwas von der Versicherungssparte (PKV, KfZ, PHV, Hausrat, Wohngebäude, ...) und vom Preisgefüge des Tarifs ab.


    Grundsätzlich sehe ich das ähnlich wie Pumphut . Eine Versicherung soll primär größere Risiken abdecken, Kleinkram kann man auch selbst zahlen. Außerdem spart man sich und der Gesellschaft Ärger, wenn man nicht für jede zerstörte Vase aus dem 1-Euro-Shop Ansprüche geltend macht. Ohnehin führt zu häufige Inanspruchnahme bei sog. "Sachversicherungen" irgendwann zur Kündigung. Wenn der Tarif mit SB allerdings kaum nennenswert billiger ist, dann kann man unter "Komfortgesichtspunkten" auch gleich den "mit ohne" Selbstbehalt nehmen.


    Bei einer privaten Krankenversicherung ist das wieder anders. Hier bezuschusst z.B. der Arbeitgeber den Beitrag, nicht jedoch einen Selbstbehalt, der auch nicht steuerlich absetzbar ist, der Beitrag jedoch schon. Der durch einen höheren SB billigere Tarif bildet auch weniger Alterungsrückstellungen, d.h. die Beiträge im Alter könnten stärker steigen. Hohe Selbstbehalte sind hier selten sinnvoll.

    Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung GmbH & Co. KG - Spezialisten für Private Krankenversicherung, Berufsunfähigkeit, Altersvorsorge, Geldanlage. Angaben gem. § 11 VersVermV, § 12 FinVermV: schlemann.com/erstinformationen. Beiträge in der Finanztip Community erstelle ich mit größtmöglicher Sorgfalt, jedoch ohne Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Informationen, deren Nutzung auf eigene Gefahr erfolgt.