Offene Immobilienfonds als Beimischung zu Aktien-ETF?

  • Hallo zusammen,

    bin mit den Kursentwicklungen meiner ETF grundsätzlich zufrieden und ist ohnehin langfristig ausgelegt.

    Nun hatte ich kürzlich eine Diskussion zu "Offene Immobilienfonds" (von Union Investment: https://www.union-investment.d…kturieren/immobilienfonds). Mit den sperrigen Produktnamen Unilmmo: Wohnen, Deutschland, Europa und Global. Für mich erstmal eine gute Idee, an Immobilien teilzuhaben, ohne in physisches "Betongold" zu investieren - auch wegen Markt- und Risikostreuung. Habe mich noch nicht in der Tiefe informiert, für mich klingt das wie "ETF auf Immobilien". Aber wie sieht das mit Volatilität, Kosten, Handelbarkeit und Kursentwicklung aus? Für Tipps und Empfehlungen bin ich dankbar.

  • Die Idee an sich ist nicht schlecht. Schaut man sich die Performance an, wird einem schlecht ;-)


    Für die "Union" ist der Fonds jedoch gut; 5% AA und knapp 2% TER... und 3,3% Rendite in den vergangenen 3 Jahren... nicht pro Jahr, sondern insgesamt. Damit hast du eine solide Variante gefunden, wie du dein Geld vernichtest ;-)

    Für weiere Infos (Vola...) schaust du mal hier oder fragst Tante Google:


    https://www.finanzen.net/fonds…o-wohnen-zbi-de000a2dmvs1


    Für mich erstmal eine gute Idee, an Immobilien teilzuhaben, ohne in physisches "Betongold" zu investieren - auch wegen Markt- und Risikostreuung.


    Wenn das dein Wunsch ist, dann kaufe dir MacDonalds Aktien... Die machen ihr Geld mit Immobilien... echt!

    https://www.finanzen.net/aktien/mcdonalds-aktie

  • Wer mal die Mietverträge von einer Immobilie eines "Immo-Fonds" nachgerechnet hat, lässt die Finger davon.


    Zum Beimischen und Zocken gibt es Immo-Aktien.

    Adler bewirbt sich gerade darum, die neue Wirecard zu werden.

    Lass keinen zwischen Dich und Dein Geld.

  • Eine MC Donalds Aktie mit einem offenen Immofonds zu vergleichen, passt für mich überhaupt nicht;)

    Auch wenn ich deine Meinung sehr schätze.

    Wenn man eine weitere Anlageklasse mit aufnehmen möchte und das Risiko weiter streuen möchte, ist das definitiv eine Möglichkeit.

    Aufgrund der geringen Wertschwankungen ist die Renditechance allerdings ziemlich begrenzt.

    Die Inflation schlägt man hier im Moment sicherlich nicht.

    Zudem gibt es Haltefristen und Kündigungsfristen die man beachten muss.

  • Damit hast du eine solide Variante gefunden, wie du dein Geld vernichtest ;-)

    Immerhin erwirtschaft der Fonds nach Kosten nennenswert Gewinn, das kann nicht jeder Immobilienfonds von sich behaupten. ;)


    @go4java: Es gibt Immobilien-ETF, die in börsennotierte Immobilienkonzerne investieren (siehe z.B. https://www.justetf.com/de/how-to/invest-in-real-estate.html). Außerdem würde ich, wenn es einzelne Immobilienunternehmen sein sollen, eher REITs (Real Estate Investment Trust) anvisieren und dort dann keine mit Schwerpunkt Deutschland. REITs sind m.E. wesentlich transparanter als die in Deutschland üblicherweise vertriebenen Immobilienfonds, auch wirft man nicht den Vertreibern der Fonds Ausgabeaufschläge in den Rachen.


    Allgemein solltest Du dir jedoch bewusst sein, dass Du bei Investitionen in ETFs meist auch in Immobilien investierst. In thematisch gestreuten ETFs sind immer auch Immobilienkozerne enthalten, z.B. im DAX die Vonovia; im MSCI World ist so ziemlich alles enthalten, was es an größeren Immobilienkonzernen gibt. Außerdem wirtschaften auch viele andere große Unternehmen mit Immobilien, seien es Industriekonzerne mit ihren Produktionsanlagen oder Einzelhandelsunternehmen mit ihren Filialen (der Verweis auf MC Donalds trifft damit durchaus einen Punkt; in Deutschland gehören ALDI und die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) zu den größten Immobilieneigentümern). Investitionen in Immobilien sind eine Sektorwette, man legt sich ein Klumpenrisiko ins Depot. Das spricht nicht grundsätzlich gegen solche Investitionen, man sollte es jedoch im Auge haben.

  • Aus meiner Sicht kann man sowas überlegen, wenn man in der Situation ist, dass man nicht weiß wohin mit dem Geld und einem Rendite relativ egal ist, man aber sein Vermögen in möglichst viele Asset-Klassen diversifizieren möchte. Wenn man mal etwas wie den Deka Immobilien Europa anschaut, macht der so 2,5% Rendite im Jahr mit recht großer Regelmäßigkeit. Wenn jemand mit einem größeren Vermögen z.B. 20% des Portfolios in so etwas investiert, halte ich das nicht unbedingt für unsinnig, sofern man sich der Besonderheiten bewusst ist (Sperrfristen usw.).

  • Habe mich noch nicht in der Tiefe informiert, für mich klingt das wie "ETF auf Immobilien". Aber wie sieht das mit Volatilität, Kosten, Handelbarkeit und Kursentwicklung aus?

    Um noch mal genauer auf die Ursprungsfrage einzugehen, da sind Immobilienfonds absolut nicht wie ETFs.

    - Da das Kapital der Fonds in echte Immobilien investiert werden und ein Verkauf in der Regel eine Rückgabe der Anteile ist (das Geld kommt aus dem Fondsvermögen) ist die Liquidität relativ eingeschränkt. Geld wird in der Regel gerne angenommen aber wenn viele Anleger auf einmal ihr Geld wollen, müssen die dahinter stehenden Immobilien verkauft werden. Das dauert

    - Die Volatilität ist auf dem Papier niedrig. Liegt aber nicht an der sicheren Anlage sondern daran dass die dahinter stehenden Immobilien relativ selten (im Vergleich mit Aktien) neu bewertet werden. Dagegen wird bei ETF ständig ein neuer Kurs bestimmt

    - Kosten sind in der Regel deutlich höher

    - Kursentwicklung ist so eine Sache. Die letzten 10 Jahre konnte man mit Immobilien fast nichts falsch machen, die Kurse gingen für jeden nach oben. Ob sich das bei dem aktuellen Preisniveau noch lange fortsetzt, muss von jedem Investor selbst bewertet werden. Dazu kommen noch die üblichen Risiken von Immobilieninvestments die sich nicht wegdiversifizieren lassen: Mietpreisdeckel, teure Sanierungsverpflichtungen zum Klimaschutz

    - man sollte sich an der Stelle auch bewusst sein dass in diesen Fonds viele Gewerbeimmobilien enthalten sind. Der Trend zum Onlinehandel wird Ladenflächen in Innenstädten mittelfristig gefährden, der Trend zum Home Office das gleiche für Büroflächen. Das Risiko muss man wieder selbst bewerten

  • Aus meiner Sicht kann man sowas überlegen, wenn man in der Situation ist, dass man nicht weiß wohin mit dem Geld und einem Rendite relativ egal ist, man aber sein Vermögen in möglichst viele Asset-Klassen diversifizieren möchte.

    Sprichst du dabei aus (eigener) Erfahrung?


    Wenn man mal etwas wie den Deka Immobilien Europa anschaut, macht der so 2,5% Rendite im Jahr mit recht großer Regelmäßigkeit.

    Vor Kosten!


    Wenn jemand mit einem größeren Vermögen z.B. 20% des Portfolios in so etwas investiert, halte ich das nicht unbedingt für unsinnig, sofern man sich der Besonderheiten bewusst ist (Sperrfristen usw.).

    Ich kenne mehrerere Leute mit einem "größeren Vermögen" ... und keine/r derer befasst sich mit solchen "nicht unbedingt unsinnigen" Investitionen. Keine/r davon "füttert" Fondsgesellschaften für solche Produkte.

    Wenn ich "mehr als genug" zur Verfügung habe und mich selbst um meine Öcken kümmere, oder ggfs. sogar aus Bequemlichkeit eine/n Asset-Manager/in oder Wealth-Manager/in beauftragt habe, sind die sicheren Anlagen z.T. Cash oder relativ stabile Fonds und der "größere" Teil des Vermögens steckt in den üblichen volatilen Anlagen und ggfs. auch in Betongold.

  • Ja, ich kenne einige Leute, die sowas mit im Portfolio haben.


    Die Rendite ist nach Kosten, vor Ausgabeaufschlag. Man kann also sagen, dass das Geld 2 Jahre für den Ausgabeaufschlag arbeitet, und dann eine Rendite bringt, die in der Vergangenheit meist etwas über Inflation gelegen hat. Die Kursentwicklung ist dabei sehr schwankungsarm.


    Ob man das will muss man sich überlegen, es ist jedenfalls ein Investment das tatsächlich sehr nah am Besitz von Sachwerten (Immobilien) liegt, aber stärker diversifiziert ist und in der Handhabung einfacher.