Ist Raisin/Fair Rürup/Weltsparen noch empfehlenswert?

  • Aktuell habe ich mich mit einem Experten unterhalten, der auch hier im Forum öfters verlinkt wurde und sehr analytisch an das Thema herangeht. Viele Fundamentaldaten. Sehr viele präzise Rechnungen. Entgegen meiner Erwartung kommt hier aber die Empfehlung eines recht teuren Provisionsvertrags (ca1,2% Effektivkosten) welche aber durch den hohen Ertrag eines institutionellen Fonds (zu günstigeren Konditionen) samt Rendite im Rentenbezug mehr als kompensiert werden soll und einen effektiven Rentenfaktor von 40€+ ermöglichen soll. Ich arbeite mich da jetzt mal durch (15 PDF Dateien detallierte Analyse) und bin gespannt was dabei herauskommt. Aber grundsätzlich klingt „höhere sichere Grundkosten bei einer eventuellen hohen Rendite“ erstmal nicht zwingend einladend.

  • Aber es gibt auch Personen, wie meine Frau, die das nicht können und auch niemals in das Thema einlesen wollen bzw. nicht möchten

    Ganz genau!

    In diesem Forum werden Finanzen fachlich von Enthusiasten diskutiert, aber leider oft wird der menschliche Faktor vernachlässigt (als Enthusiasten trifft er uns nicht wirklich), was genauso wichtig oder sogar wichtiger als reine wirtschaftliche Optimierungen. Ich kenne leider zu viele Fällen, wo Pfleger/Angehörige/Betrüger ältere Leute von seinem Geld getrennt haben. Da bringen 2% Zusatzrendite nicht viel.



    Oder wenn ich sehe, wie meine Frau mit Vorsorge und Anlagen umgeht, und wie sie meinen Vorschlägen widersteht, dies muss auch in meiner Finanplanung einfließen. Dies heißt nicht unbedingt, schlechte Verträge abschließen, nur nicht nur angesichts der Rendite zu bewerten.

  • Ich kenne leider zu viele Fällen, wo Pfleger/Angehörige/Betrüger ältere Leute von seinem Geld getrennt haben. Da bringen 2% Zusatzrendite nicht viel.

    In wie vielen Fällen sind Personen von Versicherungsberaternverkäufern schlecht beraten worden!? :/

    2% mag sich erstmal nach nicht viel anhören. Wenn man das aber auf 30 Jahre hochrechnet kommen da ganz schnell 25% in der Endsumme heraus!


    Ich habe mich ja selbst über 25 Jahre nicht wirklich gekümmert und mich auf das verlassen, was mir der Versicherungsverkäufer damals hat unterschreiben lassen.:(

    Konnte ja vor 30 Jahren keiner Ahnen, dass es heute quasi keine Zinsen mehr gibt...

  • Wir sind/waren in einer ähnlichen Lage: Ich belese und interessiere mich sehr mit dem Thema Finanzen, meine Frau hingegen nur beim nötigsten.


    Ich konnte sie partout nicht zu einem ETF-Sparplan überzeugen.

    Schließlich konnte sie jetzt ein günstiger Robo überzeugen. Damit kann auch ich leben, auch wenn hier Robos nicht gerne gesehen werden finde ich das es immer noch ein guter Kompromiss ist für jemanden der sich nicht kümmern kann und möchte.


    Immer noch besser als unflexibel Versicherungen mit hohen Gebühren etc.

    Ich bespare mit meinem Teil weiter das ETF-Depot, die Frau für ihren den Robo.


    Und zum Thema Auszahlplan im Alter kann man sagen auch dort der Markt sich noch entwickeln wird wenn mit der aktuellen kommenden etf Generation die Nachfrage steigt.

    Auch dann wird es Lösungen geben wie : automatischer Verkauf und Auszahlung bis zu einem Fixen Datum/ Restbetrag.

    Oder Computer berechnete monatliche Verkäufe im Zusammenhang mit der Marktrendite und Enddatum bzw. Restlaufzeit. Oder oder.


    Z.T. gibt es bei Robos (soll keine Werbung dafür sein) solche Dinge jetzt schon. Und Broker werden sicherlich irgendwann nachziehen.

  • Wer sich partout nicht an einen Entsparplan heran traut, kann sich ja auch eine Versicherung suchen und sein ETF-Vermögen (oder einen Teil davon) 'verrenten' lassen.

    Und zum Thema Auszahlplan im Alter kann man sagen auch dort der Markt sich noch entwickeln wird wenn mit der aktuellen kommenden etf Generation die Nachfrage steigt.

    Auch dann wird es Lösungen geben wie : automatischer Verkauf und Auszahlung bis zu einem Fixen Datum/ Restbetrag.

    Oder Computer berechnete monatliche Verkäufe im Zusammenhang mit der Marktrendite und Enddatum bzw. Restlaufzeit. Oder oder.

    Sehe ich genau so. Wo eine Nachfrage ist, da wird es auch ein entsprechendes Angebot geben. Das Ganze Thema 'Buy-and-Hold' bzw. passives Investieren per ETF ist ja auch noch nicht sooo alt.

    Wichtig ist halt erstmal den Schritt zu wagen und die Weichen so zu stellen, dass man überhaupt ein Vermögen aufbauen kann.

    Das Risiko, dass ich später beim Entsparen des Vermögens Fehler mache, gehe ich doch glatt ein! :D

  • ... gemeint war von Monster, Kapital zum Rentenbeginn über ein Versicherungskonstrukt zu verrenten, oder?

    Genau das habe ich gemeint!


    Geld ist absolut flexibel. Und Rürup-Basisrente ist maximal unflexibel.

    Weiß ich denn, wenn ich mit 30 eine Rürup-Basisrente abschließe, ob ich nicht doch lieber mit 55 und 2 Mio. in meinem Depot als Aussteiger in die Südsee ziehen will (Extrembeispiel ;)).

  • Wenn das hier mit den Zinsen so weiterläuft, ist der Rentenfaktor später aber so unsicher, dass man das machen kann oder auch nicht.


    Ich kann auch ne Basisrente abschließen ins übermorgen 8 Millionen im Lotto gewinnen. Dann ist die mir herzlich egal.


    Ich rede hier ja nicht von Personen, die neben der Gesetzlichen Rente in eine Basisrente investieren. Das würde ich auch nicht machen

  • In wie vielen Fällen sind Personen von Versicherungsberaternverkäufern schlecht beraten worden!? :/

    Wären Sie in der Lage damals, ohne Berazer/Verkäufer die richtigen Produkte wählen zu können?

    Ich finde immerhin, dass diese Berater/Verkäufer für unerfahrene Leute (je nach Unerfahrenheit) eine der besten Alternativen sind.

    Wer seine Finanzen nicht in die Hand nimmt, muss dafür bezahlen. Und selbst wer es macht bzw. versucht, kann auch falsch machen. Ich schaue viele YouTube Videos von Warren Buffet bei den Aktionärversammlungen, und sehe was aufgrund meiner Präferenzen für Anzeigen mir präsentiert werden. Im heutzutagigen Echoraum von sozialen Netzwerken, kann ich mich gut vorstellen, dass ein Laie, der an der falschen Stelle anfängt, "seine Finanzen in die Hand zu nehmen", nicht die besten Optionen findet.

  • Ich finde immerhin, dass diese Berater/Verkäufer für unerfahrene Leute (je nach Unerfahrenheit) eine der besten Alternativen sind.

    Ja... besser als gar nix...

    Aaaaber... diese Berater/Verkäufer sind - überwiegend - stümperhaft mit 'm bisschen Produktwissen versorgt und im Sinne vom intelligenten Umgang mit Geldangelegenheiten - überwiegend - genau so unerfahren, wie deren Opfer ;-)


    Die beste Alternative, neee, das einzig Richtige ist, sich mit selbst mit seinen Finanzen zu befassen. Das kostet initial weniger Zeit, als sich 'ne Urlaubsreise auszuwählen, oder sich mit 'nem Autokauf zu befassen ;-) und ist absolut keine Hexerei!

  • Ich finde immerhin, dass diese Berater/Verkäufer für unerfahrene Leute (je nach Unerfahrenheit) eine der besten Alternativen sind.

    Berater und Verkäufer sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.

    Ein Berater hat als Aufgabe zum Wohl des Kunden zu agieren. Dafür wird er bezahlt.

    Ein Verkäufer hat als Aufgabe zu verkaufen. Das Wohl des Kunden ist nur soweit Teil seiner Arbeit dass der Kunde wieder kommen soll. Der Verkäufer verdient am Aufschlag gegenüber dem Kunden oder an einer Provision. Das Prinzip ist immer das gleiche, egal ob Autos, Kleidung oder Finanzprodukte.


    Da der Verkäufer aber nicht im besten Interesse des Kunden agiert, darf man ihm nur mit Misstrauen begegnen. Das können Unerfahrene aber nicht.

  • Aktuell habe ich mich mit einem Experten unterhalten, der auch hier im Forum öfters verlinkt wurde und sehr analytisch an das Thema herangeht. Viele Fundamentaldaten. Sehr viele präzise Rechnungen. Entgegen meiner Erwartung kommt hier aber die Empfehlung eines recht teuren Provisionsvertrags (ca1,2% Effektivkosten) welche aber durch den hohen Ertrag eines institutionellen Fonds (zu günstigeren Konditionen) samt Rendite im Rentenbezug mehr als kompensiert werden soll und einen effektiven Rentenfaktor von 40€+ ermöglichen soll. Ich arbeite mich da jetzt mal durch (15 PDF Dateien detallierte Analyse) und bin gespannt was dabei herauskommt. Aber grundsätzlich klingt „höhere sichere Grundkosten bei einer eventuellen hohen Rendite“ erstmal nicht zwingend einladend.

    Dazu würde ich auch das hier nochmal aufgreifen.


    Auf 40 Jahre gesehen soll durch den institutionellen Fond die Rendite so stark sein (gepaart mit der Renditelösung in der Auszahlphase), dass die effektiven Kosten stark sinken. So soll ein Mehrwert von bis zu 250.000€ entstehen. Das ganze ergibt eben den oben

    Was ist denn ein effektiver Rentenfaktor?

    erwähnten effektiven Rentenfaktor, der durch die überdurchschnittliche Rendite eben bei 40-60€ oder mehr liegen kann. Also die Performance soll so stark sein als hätte man diesen Renten Faktor.


    Nur ist eben die Frage: höhere Kosten und mehr Risiko für mehr potenzielle Rendite in Kauf nehmen? Kann hier der Vorteil von 40 Jahren bis zur Rente ausgespielt werden?


    Der Fonds hat zwar hohe Kosten (1,71% TER), kann aber durch die institutionelle Tranche in den Kosten auf 0,91% reduziert werden und hat eine p.a. Rendite von 19% über die letzten 10 Jahre und in diesem Zeitraum eine outfperformance der Kategorie von 4,9% p.a.

  • also der Rentenfaktor ist der Rentenfaktor. Und das Vertragsguthaben ist das Vertragsguthaben. Natürlich kann das Vertragsguthaben mit mehr Risiko höher sein. Dann ist der Rentenfaktir aber immer noch der Rentenfaktor. Effektiv ist das gar nichts höher. Ich verstehe die Logik nicht. Ich bin da ehrlich. Spar die die Kosten und gehe in eine Basisrente mit ETF. Der MSCI World hat auch 19 Prozent pro Jahr in den letzten 10 Jahren geschafft. Aber du hast geringere Kosten