aktive Fonds in ETF umwandeln?

  • Hallo,


    ich habe vor 15 Jahren ca. €20000 in aktive Fonds gesteckt (damals sehr populäre DWS, Fidelity und Tempelton, aktuelle Wert ca. €40 000).

    Jetzt möchte ich sie in ETFs umwandeln. Muss ich beim Verkauf der Fonds steuern bezahlen? Falls ja, da ich wieder investiere - wie soll ich das am Besten machen um Steuern zu sparen?


    Welche ETFs würdet ihr empfehlen? (ich brauche das Geld in den nächsten 5-10 Jahren nicht, also eine längerfristige Investment soll das sein)


    Grüße an die Community

    John

  • Hallo,


    ich habe vor 15 Jahren ca. €20000 in aktive Fonds gesteckt (damals sehr populäre DWS, Fidelity und Tempelton, aktuelle Wert ca. €40 000).

    Jetzt möchte ich sie in ETFs umwandeln. Muss ich beim Verkauf der Fonds steuern bezahlen? Falls ja, da ich wieder investiere - wie soll ich das am Besten machen um Steuern zu sparen?

    Wenn du Fonds verkaufst, dann fallen Steuern auf den Gewinn an (Verkaufspreis - Einstandspreis).

    Der Kauf kostet keine Steuern, daher kann man da auch keine Steuern sparen.


    Zur ETF-Empfehlung gibt es bei Finanztip genug Lesestoff :) Gängige Empfehlung ist der MSCI World und Konsorten.


    Ansonsten: Wenn du die Fonds in der Tat vor über 15 Jahren gekauft hast, könnten hier die steuerlichen Regelungen anders sein.

  • Wie wird der Gewinn berechnet?

    Schrieb ich bereits: Verkaufspreis minus Einstandspreis.


    Um welche Fonds geht es überhaupt konkret? Wie hoch sind die laufenden Kosten?
    Vermutlich ergibt es gar keinen Sinn, diese einfach zu verkaufen - oder wenn dann nur gestückelt über mehrere Jahre, um den Sparerpauschbetrag auszunutzen. ETFs könntest du ja dazu kaufen.

  • Du hast du einen komplizierteren Fall da du vermutlich eine Mischung aus zwei Typen hast:

    1. Anteile die ab 2009 gekauft wurden und von anfang an steuerpflichtig sind. Da gilt Verkaufspreis - Kaufpreis = Gewinn

    2. Anteile die bis 2008 gekauft wurden. Denen wurde mal Bestandsschutz versprochen der aber nur bis 2018 gehalten hat. Die Gewinne bis einschließlich 2017 sind steuerfrei, seit 2018 sind sie zu versteuern. Allerdings mit einem Freibetrag von 100 000€, der bei dir auf jeden Fall ausreicht (https://www.finanztip.de/index…stmentsteuerreformgesetz/)


    Du müsstest jetzt also auseinanderklamüsern wieviel davon steuerpflichtig ist.

  • Anlagezeitraum (Sparplan 1999-2004)


    DWS Vermögen.fd.ILD, WKN 847652 = 77,55 Stk. (19272 Euro)


    Fidelity GL Them.Opp.AEOGL WKN 985392 = 244,95 Stück (17000Euro)


    Tempelton Growth FD Inc.A WKN 971025 = 383,952 Stück (8077 Euro) (Ja, der ist schief gelaufen, soll ich trotzdem verkaufen oder auf bessere Zeiten warten?).


    Seit 2004 waren sie "ruhend".

  • 2. Anteile die bis 2008 gekauft wurden. Denen wurde mal Bestandsschutz versprochen der aber nur bis 2018 gehalten hat. Die Gewinne bis einschließlich 2017 sind steuerfrei, seit 2018 sind sie zu versteuern.

    Genauer gesagt: Der Gewinn vom Kaufdatum bis 31.12.2017 ist steuerfrei. Die Altanteile werden so behandelt, als wären sie am 1.1.2018 zum Rücknahmepreis gekauft worden. Zusätzlich wird auch noch der Zwischengewinn zum 31.12.2017 versteuert.

    Bei Teilverkäufen werden zuerst die Altanteile veräussert (First-in-first-out). Die Anteile von 2009 bis 2017 kosten dann erheblich mehr Steuern als die Altanteile. Bei Misch-, Aktien- und Immobilenfonds ist aber ein Anteil von 15% bis 80% dieses Gewinns steuerfrei. Auf den Rest kann dann der Sparerfreibetrag oder (nur bei den Altanteilen) die 100t€-Freigrenze angewendet werden.

    Und bei gemanagten Fonds wirkt der viel geschmähte Ausgabeaufschlag bei den neueren Anteilen auch steuermindernd.

  • Also, bottom line bei mir (< €100 000 Summe der 3 Fonds) - nach dem Verkauf muss ich nichts versteuern?


    Was würdet ihr mit Templeton Anteilen machen?

    (Tempelton Growth FD Inc.A WKN 971025 = 383,952 Stück (8077 Euro), investiert €7500 vor 15 Jahren)?

    Ja, der ist schief gelaufen, in 15 Jahren kaum Gewinn. Würdet Ihr trotzdem verkaufen (und in ETF umwandeln) oder auf bessere Zeiten warten?

  • Ja, der ist schief gelaufen, in 15 Jahren kaum Gewinn. Soll ich trotzdem verkaufen oder auf bessere Zeiten warten?


    Welche ETFs würdet ihr empfehlen? (ich brauche das Geld in den nächsten 5-10 Jahren nicht, also eine längerfristige Investment soll das sein)

    Wie lange willst du denn (noch) darauf warten, dass sich der Kurs erholt!? :/Immer daran denken, dass Dich der Fonds jedes Jahr 1,05% Gebühren kostet (TER).


    Ich würde ein weltweites Investment empfehlen. Also einen Index ETF auf einen Welt-Index wie den MSCI ACWI oder den FTSE All World. So einen weltweiten Index ETF bekommst Du bereits für eine TER ab 0,20% p.a.. D.h. du sparts Dir schon mal 0,805% p.a. an Kosten ein. Renditetechnisch sind damit langfristig ca. 7% p.a. drin (vor Steuern/Gebühren).

    Finanztip empfiehlt einen Ablagehorizont von 10, besser 15 Jahren.

  • Wg. des Tempelton Growth stand ich vor einiger Zeit auch vor einer änlichen Frage. Habe ihn verkauft und umgeschichtet. Zu bedenken ist evtl. auch das Tempelton für diesen Fond den Vertrieb in Europa eingestellt hat.


    Ansonsten würde ich mich monstmania anschließen

    Zitat

    Wie lange willst du denn (noch) darauf warten, dass sich der Kurs erholt!? :/Immer daran denken, dass Dich der Fonds jedes Jahr 1,05% Gebühren kostet (TER).


    Ich würde ein weltweites Investment empfehlen. Also einen Index ETF auf einen Welt-Index wie den MSCI ACWI oder den FTSE All World. So einen weltweiten Index ETF bekommst Du bereits für eine TER ab 0,20% p.a.. D.h. du sparts Dir schon mal 0,805% p.a. an Kosten ein. Renditetechnisch sind damit langfristig ca. 7% p.a. drin (vor Steuern/Gebühren).

    Finanztip empfiehlt einen Ablagehorizont von 10, besser 15 Jahren.

  • Ich möchte mich bei allen die an der Diskussion teilgenommen haben sehr herzlich bedanken. Bin froh dass ich dieses Forum gefunden habe. In so kurzer Zeit mit Euch habe ich so viel gelernt.


    Ich werde noch in diesem Jahr Tempelton und Fidelity verkaufen und in MSCI World umwandeln. Und dann im nächsten Jahr die anderen 2 Fonds (DIT und DWS)...


    Gibt es im Internet einen Rechner bei dem ich eintragen könnte wie viele Anteile eines Fonds ich verkaufen möchte und der berechnet (natürlich grob) wie viel ich auf dieser Summe steuern bezahlen muss (nimmt in Betracht z.B. Sparerfreibetrag und auch wie viel vom Gewinn steuerfrei ist).

    Oder ist so ein Rechner meine utopische, "zu-komplizierte-für-praktische-Realisation" Hoffnung?


    Bis zur nächsten Frage...


    Natürlich wünsche ich Euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins 2022.


    :thumbsup:;)


    John

  • Gibt es im Internet einen Rechner bei dem ich eintragen könnte wie viele Anteile eines Fonds ich verkaufen möchte und der berechnet (natürlich grob) wie viel ich auf dieser Summe steuern bezahlen muss (nimmt in Betracht z.B. Sparerfreibetrag und auch wie viel vom Gewinn steuerfrei ist).

    Die meisten hier machen so etwas mit einer schnöden excel Tabelle.

  • Gibt es im Internet einen Rechner bei dem ich eintragen könnte wie viele Anteile eines Fonds ich verkaufen möchte und der berechnet (natürlich grob) wie viel ich auf dieser Summe steuern bezahlen muss (nimmt in Betracht z.B. Sparerfreibetrag und auch wie viel vom Gewinn steuerfrei ist).

    Bei deinen Altanteilen sind 70 % auf die Kursdifferenz zwischen 1.1.2018 und dem Verkaufstag steuerpflichtig. Den damaligen Kurswert kannst du der Jahresaufstellung deines Depots entnehmen. Oder bei ariva.de oder anderen Portalen abfragen.

  • Ich habe die drei Fonds mal probehalber in mein Musterdepot geladen (beim Fidelity wäre die korrekte WKN 986392)

    Demnach waren die Schlußkurse 2017/18 bei 152,7 / 48,16 / 27,26 Euro, und die Gewinne bis heute 7453 / 4848 / -631 Euro. Somit kannst du die Verluste beim Templeton mit den Gewinnen bei den anderen steuerlich verrechnen. Der Steuerabzug wäre insgesamt etwa 2100 Euro.


    Allerdings haben alle drei von Zeit zu Zeit Ausschüttungen gehabt. Wenn diese automatisch wiederangelegt wurden, sind die wiederangelegten Anteile keine Altbestände, und somit komplett mit 70% zu versteuern.